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Reise/Travel

Auftakt zum Turner Festival von Willi Bürgi Sursee

Bettina Staub eröffnet die Ausstellung «Traces of Turner» im Garten des Sankturbanhofes.
Bettina Staub eröffnet die Ausstellung «Traces of Turner» im Garten des Sankturbanhofes.

Am 30.  Juni begann in Sursee im Kanton Luzern das, was man mit Fug  als Festival für den englischen Maler des 19. Jahrhunderts William Turner  bezeichnen kann. Das Museum Sankturbanhof eröffnete die Ausstellung «Traces to Turner», für die sich drei Künstlerinnen und Künstler auf die Spuren des Lichts in der Landschaftsmalerei von William Turner machten.

 

William Turner, der englische Maler des frühen 19. Jahrhunderts, legt seine Spuren immer noch bis in die Innerschweiz.

Ways of…
«Ways of Turner» von Monika Müller. Auf der mit Mineralfarbe bearbeiteten Wand hängen Graphitzeich-nungen auf Büttenpapier (Ausschnitt)

Luzern veranstaltet dieses Jahr  zum 200-Jahr-Jubiläum der Kunstgesellschaft eine Ausstellung unter dem Titel «Turner – Das Meer und die Alpen». Da kommen etwa hundert Werke des berühmten Künstlers aus dem Anfang der romantischen Landschaftsmalerei zusammen, zum Teil aus der Sammlung des Luzerner Kunstmuseums, zum überwiegenden Teil aber aus europäischen Sammlungen, im Besondern aus der Londoner Tate.

Die drei Künstlerinnen und Künstler der Ausstellung, v.l.n.r.: Guido Baselgia, Monika Müller und Carola Bürgi

Dieses wichtige Kunstereignis strahlt in der Folge auf die ganze Zentralschweiz aus, mit Konzerten und Vorträgen, mit Ausstellungen und Performances. Rund 50 Veranstaltungen zwischen Altdorf und Sursee sind angesagt. Die erste Ausstellung wurde am 30. Juni, mittags, im Museum Sankturbanhof in Sursee eröffnet. Sie zeigt Werke der Künstlerinnen und Künstler Monika Müller, Carola Bürgi und Guido Baselgia.

 

 

 

Wolke
«Cloud» von Carola Bürgi. 1400 bläuliche Mineral-Petflaschen, an Nylonfaden

Mit ihren je eigenen Ausdrucksmitteln spüren sie den Landschaftsbildern nach, die der Engländer William Turner auf seinen vielen Reisen in zuvor nie dagewesener Unmittelbarkeit und Subtilität verwirklicht hat. Die Luzernerin Monika Müller ging selbst auf eine Reise durch die Landschaft des Yorkshire Dales im Norden Englands. Dieselbe Landschaft hat Turner im Jahre 1816 zeichnerisch und malerisch erforscht. Müller liess sich dabei von der Stimmung der Landschaft und des Wetters leiten und brachte eine Serie zufälliger Landschaftsausschnitte nach Hause, die sich durch die Vielzahl der Motive verdichten. «Durch  Vereinfachung und Abstraktion findet sie zur Essenz der Landschaft und zur Verdichtung ihrer Erinnerung», stellt die Kuratorin  des Museums, Bettina Staub, an der Vernissage vom Sonntag fest.

SalarUyuni
«Silberschicht 24» von Guido Baselgia, aufgenommen in Salar de Uyuni, Bolivien, Silbergelatine auf Baryt-papier

Nicht mit Graphit, sondern mit der Grossbildkamera fängt Guido Baselgia in schwarzweiss auf seinen Reisen durch die halbe Welt Natur ein, und entwickelt aus den Aufnahmen «sinnliche Licht- und Farbkompositionen», die im Lauf der beharrlichen Verarbeitung den abstrakten Hauch einer Landschaft gewinnen, die nicht mehr einen Naturausschnitt dokumentiert, sondern eine Atmosphäre, ähnlich wie auf den Bildern bei Turner. Der Bündner Baselgia ist seit vielen Jahren Kunstfotograf, veröffentlicht seine Bilder in Büchern und wird im kommenden Herbst bei der Fotostiftung Schweiz in Winterthur zu Gast sein.

Froissement
«Froissement d’air» von Carola Bürgi. 200 Plastiksäcke auf Hulahopreifen

Aus Turners konkreten Landschaften ausgestiegen ist Carola Bürgi. Sie untersucht mit ihren Objekten auf sublime Weise die Wirkungen von Licht und Farbe mit Hilfe von Wegwerfmaterialien der modernen Konsumgesellschaft. Im Zentrum steht das Licht, das Turner mit seiner Landschaftsmalerei erst richtig entdeckt hat. Bürgi erobert bei ihrer Arbeit neue Farbräume. «Licht, Farbe und Raum stellen eine innere Verbindung zwischen Turners Malerei und ihren Objekten und Installationen her», fasst Staub das Grundanliegen der Künstlerin zusammen. Im Extremfall: Die Installation «Colourfog», für das sie die Farben eines Turner-Aquarells analysiert, erinnert an konstruktiv-konkrete Kunst. Doch die flächigen Farben «gehorchen nicht, sie dehnen sich aus, erobern den Raum und vermischen sich zu vielfarbigem Nebel wie im Aquarell von Turner».

 

Von der Erde
«Von der Erde» von Guido Baselgia, aufgenommen in Kiby, Vadsö, Norwegen, Heliogravüre auf Zerkall Büttenpapier

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Hotel Ibis Altstadt Prag Wohlfühlkomfort zum Bestpreis

Die Karlsbrücke mit der Prager Burg auf dem Berg Hradschin
Die Karlsbrücke mit der Prager Burg auf dem Berg Hradschin

Das Hotel befindet sich in bester Lage in der Altstadt. Es ist von Restaurants, Boutiquen u. Cafés umgeben. Alle wichtigen Sehenswürdigkeiten (z. B. Old Town Square, Municipal House o. Charles Bridge) sind zu Fuß erreichbar. Nebenan liegt eines der schönsten Einkaufszentren Pragues mit über 180 Geschäften u. Restaurants. Das Hotel Hotel ibis Praha Old Town bietet klimatisierte Komfortzimmer mit dem innovat. Schlafkomfort-Konzept Sweet Bed by ibis u. kostenl. WIFI. Angesagte Lobby Bar u. 24-Std.-Snackecke mit hausgemachten Speisen.

Und selbstverständlich die Staatsoper nicht vergessen, zu solch moderaten Preisen kommen Sie sonst in keine Oper, zumal die tschechische Staatsoper auch noch eine Augenweide ist, unweit des Wenzelsplatzes, ca. 3 min. zu Fussab dem Hotel ibis Praha Mala Strana

mmer einen, oder mehrere Besuch(e) wert, Konzerte im Rudolfinum, unweit U Bahnstation Starometska ( gut beschildert), direkt an der Moldau gelegen, von den nahegelegenen open air Restaurants schöner Blick auf die Prager Burg und die Karlsbrücke. Im Rudolfinum finden auch in den kleineren Sälen täglich Konzerte statt, nicht nur im grossen Konzertsaal. Kompetente, ausführliche Informationen sowie Tickets erhalten Sie direkt im Infobüro links  vom Haupteingang.

In unmittelbarer Nähe der Karlsbrücke befindet sich auch das unbedingt sehenswerte Klementinum.

 

Genießen Sie die historischen Sehenswürdigkeiten der Stadt!

Hotel Ibis Prag Altstadt
Hotel Ibis Prag Altstadt

Prag ist eine Stadt mit tausendjährigem Erbe. Seine über Jahrhunderte und trotz der Konflikte bewahrte Architektur und seine Geschichte haben es zu einer der schönsten Hauptstädte Europas gemacht. Eine herzliche und verführerische Stadt mit sämtlichen Postkartenmotiven, in der Sie durch enge Gassen spazieren, bunte Dächer bewundern und über historische Brücken laufen können. Ihre Bewohner werden Sie herzlich in Empfang nehmen und Sie mit Stolz durch ihr Kulturerbe führen. Mit seinen zahlreichen Jugendstil-Darstellungen an den Fassaden und Gebäuden wird Prags künstlerisches Erbe selbst in den Straßen sichtbar. Prag – eine erhabene Stadt.

Die Geschichte Prags und wie ihre Relikte der Zeit trotzen

Das neue Juwel Europas wurde nach der Samtenen Revolution von 1989 neu entdeckt. Das Ende des Kommunismus gab der Welt das Ausmaß von Prags Schönheit zu erkennen. So offenbart Ihnen die vor Bombardierungen und Konflikten bewahrte Architektur Prags eine untypische Mischung aus ockerfarbenen Dächern und dunkelgrauen Türmen und Kathedralen aus der Gotik. Prag zeigt sich stolz auf seine Moldau und den Reichtum seines Kulturerbes. Die Pracht des Nationaltheaters erleuchtet die Ufer, und die bekannte Karlsbrücke verbindet die Altstadt mit der Prager Burg, alles Zeugen der Jahrhunderte und Metamorphosen der Zeit. Sie alle belegen, dass Prag eine Vielzahl von Schätzen aufzuweisen hat. Die Stile verschmelzen miteinander, von der Gotik bis hin zum Barock, vom Jugendstil bis hin zur Renaissance, so dass in der Architektur der Stadt die Zeit meisterhaft zur Geltung kommt.

Prags klassische Musikkonzerte

Aussicht über Prag
Aussicht über Prag

Die Stadt Prag, in der auch Mozart verweilte, hat ein gutes musikalisches Gehör. Denn die Moldau, die durch die Stadt fließt und ihr natürliches und ästhetisches Erbe darstellt, bildet eine Inspirationsquelle für außergewöhnliche tschechische Komponisten. Die symphonische Dichtung Die Moldau, Bedrich Smetanas Meisterwerk, spiegelt die Schönheit dieser kraftvollen und romantischen Stadt perfekt wider. Smetana, der im Jahre 1866 Dirigent der Prager Oper war, traf hier Antonín Dvorák, den Komponisten der erhabenen Symphonie Aus der Neuen Welt. Es entstand eine Freundschaft, die durch die Poesie der Stadt noch tiefer wurde. Lassen auch Sie sich von der Stadt verzaubern. Ein klassisches Konzert in der schönsten Barockkirche Prags, der St.-Nikolaus-Kirche, oder im Konzerthaus Rudolfinum ist ein unvergessliches Erlebnis. Die unsterblichen Noten der Komponisten, die Prag musikalisch priesen, werden Sie auch noch nach dem Konzert durch die Gassen der Altstadt begleiten.

Die Künstlerszene von Prag, zwischen Religion und bohemischer Gesinnung

Im Westen des Landes bildet die Religion einen Wirkungsbereich für Künstler aller Art. Die außergewöhnliche Sammlung des Prager Nationalmuseums und die Pracht der Kirchen und Werke, die in ihnen Zuflucht fanden, verschmelzen zu einem Zeugnis der Künste. Prag hat aber auch einen bohemischen Geist. Das Museum für moderne Kunst Trade Fair Palace, das in einem außergewöhnlichen Gebäude untergebracht ist, stellt auf über 13.000 Quadratmetern Surrealisten und Kubisten aus. Neben den Museen tragen auch die Macht der Worte von Franz Kafka und die farbenfrohen Gemälde von Alfons Mucha zur bohemischen künstlerischen Gesinnung bei, die den Ruf der Stadt mitprägt.

Eine geheimnisvolle und schillernde Stadt für Nachtschwärmer

Prag ist auch bei Nacht schön. Über die Straßen der Stadt legt sich dann eine friedliche Stille und umhüllt Sie mit einer Atmosphäre von einzigartigem Charme, während die gotischen historischen Stätten des Altstädter Rings und die Astronomische Uhr im Schein der Straßenbeleuchtung zur Geltung kommen. Die Stadt wird Sie mit ihrer Romantik in den Bann ziehen. In den Prager Jazz-Tavernen können Sie sich zudem unter die Einheimischen mischen. Bei Dunkelheit wird auch die Prager Burg am Fluss-Ufer beleuchtet und bietet Ihnen einen prachtvollen Anblick, während sich die Lichter im Fluss spiegeln. Prag ist eine wahre Augenweide. Wenn Ihnen dabei ganz schwindelig wird, liegt das bestimmt nicht an den traditionellen Bieren und Weinen der Region sondern am der Zauber Prags.
In den Prager Straßen und Stadtteilen sind die vergangenen Jahrhunderte noch allgegenwärtig. Erfahren Sie während Ihres Besuchs mehr über die Geschichte dieser Hauptstadt, deren gut erhaltene Schönheit ihr eine strahlende Zukunft garantiert.

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Die teuersten Ausblicke der Welt Studie untersucht die Eintrittspreise von den Aussichtsetagen der 75 größten Gebäude der Welt

  • Das höchste Gebäude der Welt, der Burj Khalifa in Dubai, bietet den teuersten Ausblick der Welt. Der Eintritt kostet 90,02 €.
  • Die Aussicht vom Ulmer Münster in Deutschland ist der günstigste Ausblick der Welt.
  • New York City belegt gleich 3 Plätze in den Top 10. Die Ticketpreise reichen von 32,16 € und 51,82 €.

 

Berlin, Deutschland, 25. Juni 2019 – Das Vergleichsportal TicketLens hat eine Aufstellung über die teuersten Aussichtsplattformen der Welt veröffentlicht. Dafür wurden die 75 höchsten Gebäude mit kommerziell betriebenen Aussichtsplattformen untersucht und der durchschnittliche Eintrittspreis für einen Besuch der jeweiligen Etage ermittelt.

Die Welt im Miniaturformat von oben betrachten oder den Ausblick über eine einzigartige Landschaft genießen: Der Besuch einer Aussichtsplattform ist bei Menschen auf der ganzen Welt beliebt. Die nachfolgenden Erkenntnisse geben einen Eindruck davon, was sich Touristen einen einzigartigen Ausblick kosten lassen und in welchen Städten man für wenig Geld am höchsten hinaus kommt.

 

Tabelle 1: Ergebnisse für die 10 teuersten Ausblicke der Welt
 

Rang
Standort
Gebäude
Höhe der Aussichtsplattform
Eintrittspreis
Eintrittspreis pro Meter
1
Dubai, VAE
Burj Khalifa
585 m
90,02 €
0,15 €
2
Guangzhou, China
Canton Tower
488 m
51,55 €
0,11 €
3
Shanghai, China
Jin Mao Tower
340 m
63,20 €
0,19 €
4
Toronto, Kanada
CN Tower
447 m
47,36 €
0,11 €
5
New York City, USA
Empire State Building
373 m
51,82 €
0,14 €
6
Tokio, Japan
Tokyo Skytree
451 m
34,26 €
0,08 €
7
New York City, USA
One World Trade Center
387 m
31,27 €
0,08 €
8
New York City, USA
30 Hudson Yards
342 m
32,16 €
0,09 €
9
Shanghai, China
Oriental Pearl Television Tower
342 m
28,49 €
0,08 €
10
London, Großbritannien
The Shard
244 m
36,25 €
0,15 €

 

Die ausführliche Aufstellung aller 75 Aussichtsplattformen der Welt findet sich hier: https://www.ticketlens.com/de/magazine/die-teuersten-ausblicke-der-welt

 

Weitere Erkenntnisse:

 

  • Der Panoramablick über London ist der teuerste Ausblick in Europa. Im internationalen Vergleich landet die Aussichtsetage des The Shard auf Platz 10. Der Eintritt kostet 36,25 €.
  • Der Pariser Eiffelturm belegt Platz 16. 0,09 € pro Meter kostet der Aufstieg mit dem Fahrstuhl – insgesamt 25,50 €.
  • Der Zutritt zur Aussichtsetage des Donauturm in Wien kostet 0,09 € pro Höhenmeter.
  • Mit einem Eintrittspreis von 3,70 € ist der 368 m hohe Rigaer Fernsehturm in Lettland die günstigste Aussichtsplattform Europas.
  • 0,21 € kostet der Aufstieg zum Milad Telecom Tower/ Borje Milad. Der Blick über Teheran, Iran, aus 302 m Höhe hat damit den günstigsten Eintrittspreis von allen Gebäuden.
  • Die Aussichtsplattform des The Shard in London auf 244 m Höhe ermöglicht den teuersten Ausblick Europas und landet im internationalen Vergleich auf Platz 10: 36,25 € oder 0,15 € pro Meter muss man zahlen.

 

Über TicketLens

Die 2010 in Wien gegründete Service der Ulmon GmbH, TicketLens, arbeitet als unabhängige Suchmaschine und Vergleichsportal für Eintrittskarten, Touren und touristische Aktivitäten. Mit TicketLens können Tickets, Touren und Aktivitäten von verschiedenen Buchungs-Websites mit einer Suche verglichen werden.

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Kirche Rellingen, Barock – Fest, 24. Mai 2019, besucht von Léonard Wüst

RELLINGEN-v.l.n.r. Misa-Hasegawa-Aylen-Pritchin-und-Luz-Leskowitz-
RELLINGEN-v.l.n.r. Misa-Hasegawa-Aylen-Pritchin-und-Luz-Leskowitz-

Ausführende und Programm:

Ingemar Brantelid            Violoncello  David Geringas           Violoncello

Mette Hanskov             Kontrabass    Luz Leskowitz              Violine

Vladimir Mendelssohn        Viola Solenne Païdassi              Violine

Michala Petri                    Blockflöte  Aylen Pritchin                Violine

Joachim K. Schäfer           Trompete  Oliver Schmidt               Cembalo

Salzburger Solisten

Luz Leskowitz, Aylen Pritchin, Solenne Païdassi,

Vladimir Mendelssohn, Ingemar Brantelid, Mette Hanskov

Tomaso Albinoni   * 1671, † 1751  Konzert für Trompete, Streicher und Basso continuo in d-moll, op.9 Nr. 2

Allegro e non presto – Adagio – Allegro

Antonio Vivaldi * 1678, † 1741Konzert für zwei Violoncelli, Streicher und Basso continuo
a-Moll, RV 522                 

Allegro – Largo – Allegro molto

Konzert für zwei Violoncelli, Streicher und Basso continuo aus “l’estro armonico” op.3, RV 522  (Original für 2 Violinen, bearbeitet von Orfeo Mandozzi)                                              

Allegro – Larghetto spiritoso – Allegro   

Antonio Vivaldi  Le quattro stagioni (Die vierJahreszeiten) für Violine, Streicher und Basso continuo, op.VIII Nr. 1 – 4                                                 

La Primavera (Der Frühling) in E-Dur, RV 269

Allegro – Largo – Allegro

L’estate (Der Sommer) in g-moll, RV 315 

Allegro non molto – Adagio e piano – Presto 

L’autunno (Der Herbst) in F-Dur, RV 293 

Allegro – Adagio molto – Allegro

L’inverno (Der Winter)  in f-moll, RV 297

Allegro non molto – Largo – AllegroRezension:

Joachim Schäfer, Trompete
Joachim Schäfer, Trompete

Zur Aufführungs – Auftaktehre ins diesjährige Maifestival kam mit dem Konzert für Trompete und Streicher der nicht so bekannte Komponist Tomaso Albinini. Der im väterlichen Betrieb ausgebildete Spielkartenhersteller nahm nebenbei Violine-, Gesangs- und Kompositionsunterricht bei weitgehend unbekannten Lehrern. Aufgrund seines handwerklichen Hauptberufs war er zunächst nicht darauf angewiesen, mit der Musik seinen Lebensunterhalt zu verdienen, und bezeichnete sich daher als „Dilettante veneto“. Er wurde aber ein recht fleissiger Komponist und komponierte jährlich mindestens eine, meist gar mehrere Opern für Venedig, später auch für Städte wie Florenz, Genua, Bologna, Ferrara, Brescia, Rom, Treviso, wobei er meist die Uraufführungen selbst leitete. Ein zu Unrecht nicht so oft programmierter Komponist, wie uns, nebst den ausgezeichneten Streichern, vor allem Solist Joachim Schäfer akustisch aufzeigte, was in der sehr gut besetzten Kirche das Publikum zu langanhaltendem Applaus animierte.

Unvorhergesehene Programmänderung

Michala Petri
Michala Petri, Blockflöte

Aufgrund ihrer lädierten Schulter konnte Blockflötensolistin Michala Petri das vorgesehene Konzert für Blockflöte und Streicher und Basso continuo von Antonio Vivaldi nicht üben, weshalb dieses nicht aufgeführt werden konnte. Stattdessen zelebrierte sie uns eine ganze Palette von Variationen über dänische Volkslieder mit einer aussergewöhnlichen Virtuosität. Blockflöte war das erste Instrument, das uns in der Grundschule zur Verfügung stand, ich kann mich aber beim besten Willen nicht daran erinnern, dass das damals auch nur im Entferntesten so geklungen hätte, wie an diesem ersten Abend des Rellinger Maifestivals. Vielleicht hätte ich damals mehr geübt, wenn ich gewusst hätte, das eine Blockflöte so klingen kann, aber ich hasste dieses Ding richtiggehend, waren damals doch eher Gitarre und Schlagzeug en vogue, Ende der 1950er, anfangs der 1960er Jahre, als die Rockmusik laufen lernte und schliesslich ihren Siegeszug um die ganze Welt antrat. Etwas ungewöhnlich klang es halt schon, so eine Blockflöte ganz allein, ohne das den musikalischen Teppich ausbreitende Streicherensemble, worauf sich die Solistin hätte bewegen können. Andererseits kam dank der sehr guten Akustik in der Kirche, der Nachhall des Instrumentes umso besser zur Geltung, wurde er doch nicht durch andere Instrumente gedämpft. So gelang es Michala Petri, das Auditorium in ihren Bann zu ziehen, zumal sie in den Tonfolgen durchaus auch das schalkhafte, das oft in Volksliedern steckt, aufblitzen liess und so nie verbissen zu klassisch ernst wirkte. dementsprechenden grossen Applaus durfte die Dänin ernten.

Vivaldis Konzert für zwei Violoncelli, Streicher und Bc  als Appetizer für den darauffolgenden Vivaldi Klassiker „Die vier Jahreszeiten“

Die Salzburger Solisten, Foto Wolfgang Gaedigk
Die Salzburger Solisten, Foto Wolfgang Gaedigk

Antonio Vivaldi war mit seinen Kompositionen wegweisend für die Entwicklung des Instrumentalkonzerts. In seiner Sammlung L’estro Armonico, die 1711 in Amsterdam im Druck erschienen, finden sich 12 Konzerte für 1, 2 oder 4 Violinen, u.a. sein Konzert a-Moll, RV 522. Die Konzerte waren so erfolgreich, dass Sie bald auch in Paris und in London im Druck erschienen. Auch Johann Sebastian Bach hat den Estro Armonico kennengelernt, wahrscheinlich durch seinen Schüler, den Weimarer Prinzen Johann Ernst. Bach war fasziniert von der Kompositionskunst seines italienischen Kollegen und hat gleich einige der Konzerte für Orgel umgeschrieben, u.a. auch das a-Moll-Konzert. Vivaldis a-Moll-Doppelkonzert zählt heute im Schulischen zu den Paradestücken, die es jungen Solisten ermöglichen, das konzertante Zusammenspiel zu erproben und vorzutragen. Der so typische Einstieg mit den zwei Violoncelli in den ersten Satz prägt das ganze Gefüge dieses Werkes, lässt den beiden Hauptstimmen viel Gestaltungsarbeit bei ihren jeweiligen Themaübernahmen, komplettiert durch das sanfte Tragen durch die andern Streicher. Auch zum Auftakt des Larghetto spiritoso bekommen die Celli ausreichend Gelegenheit inspiriert zu brillieren, in diesem Fall zelebrieren Ingemar Brantelid und David Geringas dies mit der natürlichen Autorität eines Meisters seines Fachs. Unaufgeregt spielen sie einander die Noten zu, worauf die drei Violinen und der Bass für kurze Zeit das Diktat übernehmen, bevor sich die Klänge zu einem Ganzen vereinen, dem wiederum eine kurze energische Passage der Celli folgt, der darauffolgende Zusammenschluss mündet dann unmittelbar ins eher beschauliche Finale. Mit dem abschliessenden Allegro molto schliesst sich der Kreis, da hier nochmals alle vorhergehenden Attribute ineinandergreifen und so das Gesamtkunstwerk in einem eher unspektakulären Finale abschliesst. Das sichtlich beeindruckte Auditorium würdigte die Leistung mit respektvollem, langem Beifall

Grossartige Geste des Doyens der Violine Luz Leskowitz bei Vivaldis „Vier Jahreszeiten“

Solenne Paidassi mit Partner Aylen Pritchin links und Festivalleiter Luz LeskowitzFoto Wolfgang Gaedigk
Solenne Paidassi mit Partner Aylen Pritchin links und Festivalleiter Luz LeskowitzFoto Wolfgang Gaedigk

Für den „Primavera“, also den Frühling, übernahm Luz Leskowitz den Part der Solovioline, intonierte hingebungs- und gefühlvoll, traumwandlerisch sicher, eingebettet ins Gesamtensemble, dann kurzes Erstaunen, überliess er den Lead für „L`estate“, also den Sommer, Mitmusikerin Solenne Paidassi, die diese Rolle nahtlos, durchaus mit etwas Stolz und Dankbarkeit übernahm, als seis das Leichteste der Welt, dem Grossmeister in dieser Rolle ebenbürtig zu sein. Die junge Französin erwies sich dieser Ehre in jeder Hinsicht gewachsen, auch sie, unterstützt von ihren ebenbürtigen Mitmusikern. Die Offenbarung, nenn ichs mal, ging weiter, indem der Lebenspartner von Solenne, Aylen Pritchin, die Solistenrolle für die noch folgenden, abschliessenden Jahreszeiten Herbst und Winter, intonierte. Auch er, jederzeit Herr des Geschehens, wusste das ihm geschenkte Vertrauen mit einer exzellenten Vorstellung zu verdanken und das Publikum würdigte diesen Gesamthörgenuss, der fast  einer Stab- oder besser Bogenübergabe glich, mit stürmischem, langanhaltendem Beifall und vereinzelten Bravorufen, gefolgt von der logischen stehenden Ovation.

Aussergewöhnliche Beziehungen zwischen Machern, Musikern und Bevölkerung

Ingemar Brantelid, Violoncello
Ingemar Brantelid, Violoncello

Schon am ersten Konzertabend, erst recht anschliessend ans Konzert, wurde mir bewusst, welch aussergewöhnlich herzliche Beziehungen an diesem Festival in diesem Ort bestanden, zwischen Organisatoren, Musikern, aber auch Sponsoren, Unterstützern und Bevölkerung und welch tiefe, jahrelange Freundschaften gepflegt werden. So sind beispielsweise die meisten Musiker privat bei Familien im Ort einquartiert, die meisten schon jahrelang bei immer den gleichen. Die ganze Dorfbevölkerung scheint auf irgendeine Art ins Festival involviert zu sein. Sei dies als Organisationschef, Sponsorenaquisiteur, Platzanweiserin während des Konzertes, Ticketverkäufer beim Kircheneingang usw. Bei uns zählen wir die Jahre: vor oder nach Christus, in Rellingen scheint dies anders: vor nächstem, nach letztem Maifestival. Stell Dir vor: niemand kennts, aber alle gehn hin!

Es gibt in Rellingen auch noch ein traditionelles „Get together“ bei Poetzschs

David Geringas, Violoncello
David Geringas, Violoncello

Anschliessend luden Captain und Reeder Thomas Pötzsch und seine Gattin Ulrike, grosse Gönner des Maifestivals Musiker, Organisatoren und eine ausgesuchte Gästeschar in ihre Villa, die er mit einem eindrucksvollen gläsernen Büro Gebäudetrakt in Schiffsform ergänzen lassen hatte. In diesem, u.a, wie eine Schiffsbrücke gestalteten Unikat, voller Devotionalien aus der Schifffahrt wie Steuerräder, Sextanten usw., durften wir, nebst auserlesenen Weinen, feinen Häppchen noch anregende Gespräche und ab und zu auch kleine Musikeinlagen der Musiker geniessen. Selbstverständlich fehlte auch ein Klavier in diesem Prachtbau nicht, an dem sich Geigenvirtuose Aylen Pritchin auch als sehr versierter Klavierbegleiter seiner Partnerin Solenne Paidassi an der Violine erwies, die zusammen noch einen veritablen Csárdás aufs Deck, respektive die Brücke legten. Ein wunderbarer erster Festivaltag klang langsam aus, die einen blieben noch ein bisschen länger, aber allen war eigen, dass sie sich auch schon auf die folgenden zwei Maifestivaltage freuten.

Text: Leonardwuest.ch

Fotos: http://www.mrk-rellingen.de und http://www.luz-leskowitz.at/index.html

Homepages der andern Kolumnisten: annarybinski.ch  www.noemiefelber.ch

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