Stadt Dortmund Infos:Kanalsanierung und Zukunftsinitiative „Wasser in der Stadt von morgen“ im Fokus: Stadtentwässerung legt Jahresabschluss 2017 vor
Der Jahresabschluss für das Jahr 2017 der Stadtentwässerung Dortmund samt Lagebericht war Thema in der heutigen Sitzung des Verwaltungsvorstandes. Die Bilanzsumme zum 31. Dezember 2017 beträgt 879 Millionen Euro. Den größten Anteil an den Umsatzerlösen von insgesamt 139 Millionen Euro machen die Abwassergebühren aus. Die Aufwendungen in Höhe von 127 Millionen Euro wurden maßgeblich durch Beiträge an die Abwasserwirtschaftsverbände, Zinsen, Abschreibungen und Personalaufwendungen bestimmt.
Das Vermögen der Stadtentwässerung ist zu 97,9 Prozent langfristig gebunden. Hierzu gehören insbesondere Abwasserkanäle und Grundstücke. Die Finanzierung des Vermögens besteht zu 43,9 Prozent aus Eigenkapital, zu 53,2 Prozent aus Fremdkapital und zu 2,9 Prozent aus investiven Zuschüssen.
Investitionen in das städtische Kanalnetz
Mit einem Anlagevermögen von rund 860 Millionen Euro bildet das öffentliche Kanalnetz eine der größten Vermögensanlagen der Stadt Dortmund. Der Umfang der Investitionstätigkeiten wurde weiter ausgebaut. Von den im Jahr 2017 geplanten Investitionsauszahlungen für Entwässerungs- und Abwasserbeseitigungsanlagen in Höhe von 23,7 Mio. € wurden 22,8 Mio. € verausgabt. Dies entspricht einer Quote von 96,2 %. Unter Berücksichtigung der Anlagenzugänge aus städtebaulichen Verträgen ergab sich eine Erhöhung des Anlagevermögens um 27,0 Mio. €. Gegenüber den Vorjahren vor Gründung des Eigenbetriebes konnten die Investitionen seit Gründung des Eigenbetriebes damit deutlich erhöht werden. Somit ist die Zielgröße einer maßgeblichen Erhöhung der Investitionen mit Gründung des Eigenbetriebes im Jahre 2014 weiterhin erreicht. Schwerpunkt der Investitionen bilden Maßnahmen zur Kanalsanierung und damit zur Sicherung der Substanz des bestehenden Kanalnetzes von rund 2000 Kilometern Länge.
Zukunftsinitiative Wasser in der Stadt von morgen
Die Abkehr vom alleinigen Fokus der schnellen Ableitung von Abwasser zu Maßnahmen mit Mehrfachnutzen wird vorangetrieben. Maßnahmen zur integralen Wasserwirtschaft stärken die Widerstandfähigkeit der Stadt gegenüber den Auswirkungen von Starkregenereignissen, schaffen neue Aufenthalts- und Naherholungsqualitäten, vernetzen Grünflächen und Wasserkorridore und verbessern das Kleinklima z. B. durch höhere Verdunstungsraten. Die Abkopplung des Erlenbaches vom Mischwasserkanalnetz und seine Einleitung in die bereits naturnah umgestaltete Emscher in Schüren ist eine Maßnahme aus dem Jahr 2017.
Gemeinsam mit anderen Städten der Emscher Region wurde eine Arbeitshilfe zur Wassersensibilität in Bebauungsplänen erarbeitet. Ziel der Arbeitshilfe ist es, die an den kommunalen Planverfahren Beteiligten für die wassersensible Stadtentwicklung zu sensibilisieren und diese nachhaltig im Planungsalltag zu verankern. Hierzu soll dieses Aufgabenfeld möglichst frühzeitig im Planverfahren Beachtung finden. Die Sachbearbeiter in der verbindlichen Bauleitplanung sowie die wasserwirtschaftlichen Fachplaner erhalten durch die Arbeitshilfe eine Unterstützung für die Bearbeitung der wasserwirtschaftlichen Themen im Rahmen der Aufstellung von Bebauungsplänen.
Umgang mit Starkregenereignissen
Die Handlungsstrategie für den Umgang mit Starkregenereignissen der Stadt Dortmund wurde weiter verfolgt. Aufbauend auf der vorliegenden stadtweiten Fließwegeanalyse begann die Erarbeitung einer Oberflächenabflusssimulation für das gesamte Stadtgebiet.
Der von der Stadtentwässerung geleitete städtische Arbeitskreis Überflutungsvorsorge hat sich in seinen Sitzungen intensiv mit der Berücksichtigung der Überflutungsvorsorge bei städtischen Bauprojekten sowie bei der Aufstellung neuer Bebauungspläne befasst.
Auch in bereits bebauten Gebieten hat die Stadtentwässerung strukturiert vorhandene städtische Frei- und Brachflächen hinsichtlich ihrer Nutzung zur Überflutungsvorsorge und Regenwasserbewirtschaftung überprüft. Im Pilotgebiet wurden geeignete sogenannte Klimainseln ausgewählt, für die ein Förderantrag beim Land Nordrhein-Westfalen eingereicht wurde. Bei erfolgreicher Umsetzung wird die strukturierte Prüfung sukzessive auf das Stadtgebiet ausgeweitet.
