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Stadt Dortmund Infos:Sachstandsbericht zum Forschungsprojekt DoNaPart

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Der Verwaltungsvorstand hat in seiner heutigen Sitzung den Sachstandsbericht der Koordinierungsstelle „nordwärts" zum Forschungsprojekt DoNaPart (Dortmund. Nachhaltigkeit. Partizipation) zur Kenntnis genommen und die Weiterleitung der Vorlage an die politischen Gremien veranlasst.

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt DoNaPart („nordwärts"-Projektnummer 884) knüpft an bereits angelaufene Veränderungs- und Entwicklungsprozesse in den Dortmunder Stadtteilen Westerfilde und Bodelschwingh an und möchte Erkenntnisse darüber gewinnen, wie durch Mitbestimmung und Mitgestaltung die Lebensqualität und das Empowerment (selbstbestimmter Einsatz für das Wohlergehen, z. B. eines Quartiers) von Bewohner/-innen gesteigert werden kann. Erprobt wird dies anhand von Aktionen zum Mitmachen in den Lebensbereichen Energie, Konsum und Mobilität.

Das Projekt hat im Frühjahr 2017 gemeinsam mit dem Quartiersmanagement sowie einem Aktionsbüro des Jobcenters ein ehemaliges Ladenlokal auf der Westerfilder Straße 23, heute Quartiersbüro, bezogen. Hier finden wöchentliche Sprechstunden, projektbezogene Besprechungen und Stammtische sowie auch Abendveranstaltungen (z. B. Filmvorführungen) statt.

Neben dem Aufbau des Quartiersbüros hatten die Bewohner/-innen im Jahr 2017 einige Möglichkeiten zum aktiven Mitmachen und Mitgestalten. So konnte auf dem Westerfilder Sommerfest u. a. ein Lastenfahrrad in einem Parcours getestet und Seedbombs (selbst gerollte Erdkugeln mit Blumensamen) gebaut werden. Dank der Mitwirkung von Quartiersbewohner/-innen jeder Altersgruppe sind zudem die Pflanzkübel auf dem Westerfilder Marktplatz neu bemalt und bepflanzt worden. Zwei Wochen später gab es einen Fahrradnachmittag mit Flohmarkt, auf dem Räder verkauft werden konnten, sowie einer Fahrradwerkstatt, an der unter Anleitung von Experten das defekte Fahrrad eigenständig repariert werden konnte. Im Oktober fand die erste Quartierswerkstatt statt. Hier wurden Fragen wie: „Was soll sich ändern?“, „Was könnten konkrete Aktionen sein“ und „Was sind die nächsten Schritte?“ diskutiert.

Aufbauend auf den gesammelten Erfahrungen, Erkenntnissen und Stimmungen im Quartier wird es im Jahr 2018 neun Mitmachmaßnahmen geben. Hierzu zählt zum Beispiel ein „Carrot Mob“: An einem bestimmten Tag soll von möglichst vielen Menschen in einer vorab bestimmten Einrichtung (z. B. Kiosk) eingekauft werden. Der Besitzer verpflichtet sich einen Anteil der erzielten Mehreinnahmen in energieeinsparende Maßnahmen zu investieren. Mit lokalen Akteuren wird erneut die Fahrradwerkstatt angeboten, in der Bewohner/-innen Fahrräder reparieren können. Eine Plattform zum Tauschen und Teilen, auf der z. B. Bücher, Lebensmittel oder auch Werkzeuge zwischen Quartiersbewohnern getauscht werden können ist in Planung. Verschiedene Pflanzaktionen sollen das Quartier in kleine grüne Oasen verwandeln. Alle Bewohner/-innen, Akteure sowie neue Mitstreiter sind eingeladen mitzumachen.

Im ganzen Projekt wird laufend analysiert, ob und wie sich die verschiedenen Angebote und Formate auf Beteiligungsprozesse- und verfahren auswirken. Ein weiterer Projektschwerpunkt zielt auf die Stärkung des „Empowerments“ der Menschen vor Ort ab.

Zum Hintergrund
Die Koordinierungsstelle „nordwärts" hat in dem Projekt die Aufgabe, die Ansprache und Einbindung der Menschen vor Ort sowie der Akteure aus Verwaltung, Politik und Wirtschaft zu koordinieren. Die durch das Projekt DoNaPart gewonnenen Erkenntnisse fließen sowohl in die Weiterentwicklung und Qualifizierung der Beteiligungsformate des Projektes „nordwärts" als auch in zukünftige gesamtstädtische Beteiligungsprozesse ein. Dortmund steht damit Modell für die Entwicklung von Empfehlungen zu nachhaltigen Partizipationsverfahren und -strukturen, die auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene übertragbar sein sollen.

Zum Projektverbund gehören neben der Koordinierungsstelle „nordwärts" der Stadt Dortmund die Fachhochschule Dortmund (Fachbereich Angewandte Sozialwissenschaften), das Wuppertal Institut sowie das Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung (ILS) aus Dortmund. Die Projektlaufzeit beträgt drei Jahre (11/2016-10/2019).