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Stadt Dortmund Infos:Richtige Literatur im Falschen? Wissenschaftler und Autoren diskutieren übers Schreiben in der Klassengesellschaft

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Trotz anhaltender Konjunktur: Die Schere zwischen Arm und Reich geht in Deutschland immer mehr auseinander, das bestätigen Studien. Wie reagiert die zeitgenössische deutschsprachige Literatur darauf? Welche Möglichkeiten hat sie überhaupt? Ist das Zeitalter der „literature engagée“ vorbei, ist realistisches Erzählen eine Methode der Vergangenheit? Diesen Fragen stellt sich das Autorennetzwerk „Richtige Literatur im Falschen“ bei seiner Tagung zur „Literatur in der neuen Klassengesellschaft“ vom 7. bis 9. Juni im Fritz-Hüser-Institut (Grubenweg 5).

Nach drei Tagungen im Berliner Brecht-Haus (2015 und 2016) und im Forum Stadtpark Graz (2017), bei denen Autoren auf Soziologen, Politologen und Literaturwissenschaftler trafen, tagt das Netzwerk nun erstmals in NRW. Neben Podiumsdiskussionen und Vorträgen für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung gibt es am Freitagabend, 8. Juni ab 20 Uhr auch ein öffentliches Abendprogramm mit einer „Langen Nacht der Lesungen“ im LWL-Industriemuseum Zeche Zollern. Der Eintritt ist frei.

Die Tagung in Dortmund soll die in den bisherigen drei Symposien geführten Debatten zu „Realismus“ und „Zukunft“ fortsetzen und zusammenführen. Renommierte Gastreferentinnen und -referenten aus Sozial-, Politik- und Kulturwissenschaft nehmen die sozialen Verhältnisse in der ausdifferenzierten Klassengesellschaft präzise in den Blick. Die eingeladenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bilden Vortrags-Tandems mit Autorinnen und Autoren, die sich zu den jeweiligen Fragen äußern möchten. Auf jede theoretische Intervention folgt so ein literarisch basiertes Statement.

Ziel der Tagung ist es, „welthaltiges Schreiben in der Gegenwart zu ermöglichen und die in diesen widersprüchlichen Verhältnissen schlummernden Zukunftspotenziale – die kleineren und die größeren Utopien – zu identifizieren“, so der Autor und Tagungs-Mitorganisator Dr. Enno Stahl.

Vertreten sind folgende Autorinnen und Autoren: Annett Gröschner, Joachim Helfer, Simone Kornappel, Norbert Niemann, Monika Rinck, David Salomon, Stefan Schmitzer, Erasmus Schöfer, Ingar Solty, Enno Stahl, Anke Stelling, Thomas Wagner, Michael Wildenhain und Raul Zelik.

Als Gastreferenten haben zugesagt: Prof. Dr. Christoph Butterwegge (em. Universität zu Köln), Prof. Dr. Klaus Dörre (Universität Jena), Richard Gebhardt (Köln), Dr. Stefanie Hürtgen (Institut für Sozialforschung Frankfurt/ Universität Salzburg), Prof. Dr. Cornelia Koppetsch (TU Darmstadt), Prof. Dr. Hannes Schammann (Universität Hildesheim), PD Dr. Hans-Jürgen Urban (IG Metall).

Die Tagung wird organisiert von Dr. Enno Stahl, Hanneliese Palm (Leiterin des Fritz-Hüser-Instituts), Dr. Klaus Kock (Sozialforschungsstelle der TU Dortmund/Kooperationsstelle Wissenschaft-Arbeitswelt) und Eberhard Weber (Fritz-Hüser-Gesellschaft).

Die Tagung wird gefördert durch die Kunststiftung NRW und den Verein zur Förderung der Kooperation zwischen Wissenschaft und Arbeitswelt e.V. in NRW.