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Stadt Bochum Infos:Südkoreanische Forschungsabteilung besucht Bochumer Jugendamt

Die südkoreanische Delegation mit Jörg Klingenberg vom Jugendamt
Die südkoreanische Delegation mit Jörg Klingenberg vom Jugendamt
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Die südkoreanische Delegation mit Jörg Klingenberg vom Jugendamt
Die südkoreanische Delegation mit Jörg Klingenberg vom Jugendamt

Auf ihrer Informationsreise durch Europa hat die Seoul Foundation of Women and Family (SFWF) am 18. Mai, in Bochum das städtische Jugendamt besucht. Ziel des Austausches: mehr über die Kinderbetreuung in Deutschland zu erfahren. „Bochum ist hier im Vergleich zu anderen Städten sehr gut aufgestellt“, erklärte Gunhee Park die Wahl.

 

Mit Kim Song-Yi, Cho Mak Rae und Hong Jung-Geum von der SFWF-Forschungsabteilung für Familienpolitik schaute sie sich zuvor in Bochum unter anderem das Projekt „St. Maximus“ des katholischen Kindergartens Liebfrauen an, das eine 24-Stunden-Betreuung – also auch über Nacht – anbietet. Gedacht ist das Angebot für Kinder von Eltern, die zum Beispiel alleinerziehend sind oder im Schichtdienst arbeiten, aber in dieser Zeit niemanden für die Betreuung haben. „Das ist sehr interessant für uns, denn in Korea arbeiten Eltern oft sehr lang und bis spät abends“, berichtete Gunhee Park. „Daher leben viele Kinder in einer Art Heim und die Eltern holen sie nur am Wochenende ab.“ Eine in der Betreuungszeit „flexible Kita“, wie sie die Stadt Bochum im Rahmen der „Bochum Strategie“ in jedem ihrer Bezirke plant, ist deshalb aus Sicht der SFWF-Mitarbeiterinnen eine spannende Alternative, wie koreanische Eltern ihre Kinder auch an Werktagen bei sich haben könnten.

 

Hintergrund der Reise, die die SFWF und die Abteilung für Frauen- und Familienpolitik des Seoul Metropolitan Governments auch drei Tage nach Schweden und vier Tage nach Frankreich führte, ist die niedrige Geburtenrate in Südkorea. Die Regierung möchte arbeitende Paare und Eltern daher künftig mit einem erweiterten Angebot unter anderem in der Kinderbetreuung unterstützen.

 

Mehr erfahren wollten die Forscherinnen vom Bochumer Jugendamt daher über die Altersaufteilung der Kinder, das Anmeldverfahren, die Kita-Wahl, Platzvergabe, Elternbeiträge und den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. „Dieser ist ja mit zunehmender Berufstätigkeit vor allem der Mütter immer wichtiger geworden“, schilderte Jörg Klingenberg, stellvertretender Leiter des Jugendamts. Ein Gesprächsthema war natürlich das Kita-Portal Bochum, das Eltern seit einem Jahr die Auswahl der Kindertageseinrichtungen und die Voranmeldung der Kinder online ermöglicht. „Wir haben auch viel über Kita-Betreuung und Tagespflege – über die Unterschiede, Anzahl der Kinder und Plätze – gesprochen.“ In Südkorea gibt es ebenfalls Tagesmütter. „Auch Tagesväter“, sagte Kim Song-Yi mit einem Lächeln, „aber sehr wenige.“ In Bochum sind es aktuell 15.

 

Zu Gast war die vierköpfige Delegation in Bochum neben der Offenen Ganztagsbetreuung an der Rudolf-Steiner-Schule auch in der Melanchton-Kita der evangelischen Kirche. Deren Leitsatz passt gut zu der Informationsreise: „Konfuzius sagt: Erzähle mir und ich vergesse. Zeige mir und ich erinnere. Lass es mich tun und ich verstehe.“