Stadt Dortmund Infos:Das MKK verabschiedet seine Sammlungsleiterin: Dr. Brigitte Buberl geht in Ruhestand
Am Museum für Kunst und Kulturgeschichte geht eine Ära zu Ende: Nach 28 Jahren wechselt Dr. Brigitte Buberl Ende Mai in den verdienten Ruhestand. Kulturdezernent Jörg Stüdemann verabschiedete die 63-Jährige am Dienstag und bedankte sich für ihr herausragendes Engagement und ihre Fülle begeisternder und anregender Ideen in den vergangenen Jahrzehnten.
Die Kunsthistorikerin kam 1990 ans MKK, nachdem sie im Anschluss an ihr Studium der Kunstgeschichte und ihre Dissertation an der Ludwig-Maximilians-Universität München bei den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen volontiert hatte.
Als Leiterin der Sammlungen des MKK betreute und erweiterte Dr. Brigitte Buberl die Galerie des 19. Jahrhunderts sowie die Sammlungen des alten und zeitgenössischen Kunsthandwerks, des Porzellans und der Keramik. Zu den Höhepunkten gehörte der Ankauf der „Heiligen Sippe“, einer spätgotischen Altartafel des Weseler Malers Jan Baegert in Kooperation mit der Dortmunder Museumsgesellschaft und der Kulturstiftung der Länder im Jahr 2008.
Brigitte Buberls Name ist verbunden mit vielen großen und erfolgreichen Ausstellungen, die sie mit internationalen Partnern und renommierten Museen an der Hansastraße 3 realisierte. Projekte, die sie federführend verantwortete, waren u.a. „Roma Antica – Römische Ruinen in der italienischen Kunst des 18. Jahrhunderts“ (1993), „Cézanne, Manet und Schuch. Drei Wege zur autonomen Kunst“ (2000), „Palast des Wissens. Die Kunst- und Wunderkammer Zar Peter des Großen“ im Jahr 2001 oder „Die kleine Nationalgalerie. Ein Bildersaal deutscher Kunst im 19. Jahrhundert“ (2005 bis 2008).
In guter Erinnerung sind den Dortmundern aber auch ihre Ausstellungen mit lokalem oder regionalem Bezug, etwa „Ferne Welten – Freie Stadt. Dortmund im Mittelalter“ (2006) in Kooperation mit der Conrad-von-Soest-Gesellschaft oder zuletzt die große Schau „200 Jahre Westfalen. Jetzt!“ (2015/16).
Parallel baute Dr. Brigitte Buberl die Fotografiesammlung des Hauses auf und sorgte dafür, dass sie kontinuierlich um aktuelle Fotos mit Dortmund-Bezug ergänzt und erweitert wurde. Sie kuratierte oder verantwortete zahlreiche Ausstellungen mit renommierten Fotografinnen und Fotografen wie Fritz Henle, Horst Wackerbarth, Sybille Bergemann oder Annelise Kretschmer, deren Arbeiten ebenfalls Eingang in die Sammlung fanden. Zuletzt begleitete sie die spektakuläre Präsentation des südafrikanischen Fotografen Pieter Hugo, die vor zwei Wochen zu Ende ging.
Schon Ende der 1990er Jahre etablierte Brigitte Buberl die Provenienzforschung am MKK und ließ die museumseigene Sammlung auf mögliche Bezüge zu Enteignung oder Raub durch Nationalsozialisten untersuchen. Damit gehörte sie zu den Vorreiterinnen in Deutschland.
Bekannt und beliebt war Brigitte Buberl in Dortmund und darüber hinaus auch durch die von ihr eingerichtete Reihe „Dortmunder Schätzchen“: Einmal im Monat begutachtete die Kunsthistorikerin in den vergangenen Jahren private Kunstgegenstände der Besucherinnen und Besucher und beriet sie im Umgang damit.
„Das Team und ich werden Brigitte hier vermissen. In den anderthalb Jahren, die ich mit ihr zusammenarbeiten durfte, hat sie mir viel Input gegeben, und ich habe ihre Energie und ihren nicht enden wollenden Spaß an der Museumsarbeit kennen und schätzen gelernt“, sagt Dr. Jens Stöcker, Direktor des MKK.
Wer ihr nachfolgt, steht noch nicht fest – die Stelle der Sammlungsleitung wird ausgeschrieben.
