Zum Hauptinhalt springen

Stadt Bochum Infos:Stadt rät zur Vorsicht: Nester des Eichenprozessionsspinners meiden

Eichenprozessionsspinner
Eichenprozessionsspinner
Pin It
Eichenprozessionsspinner
Eichenprozessionsspinner

In den vergangenen Tagen häufen sich die bei der Stadt Bochum eingehenden Meldungen zum Vorkommen einer gesundheitsschädlichen Raupe in den Eichen Bochums. Es handelt sich um Nester des so genannten Eichenprozessionsspinners. Auch aus den umliegenden Städten Essen, Dortmund, Gelsenkirchen und Herne sind Häufungen des Vorkommens in diesem Frühjahr bereits bekannt. Auch in Bochum ist der Befall deutlich stärker als im vergangenen Jahr.

 

Was ist der Eichenprozessionsspinner (EPS)?

 

Der EPS ist eine unscheinbare braune Nachtfalterart, die im Raupenstadium stark behaart ist und deren Nester in Eichen vorkommen. Auffällig sind die Fraßgesellschaften, die sich prozessionsartig vom Sammelplatz bzw. Ruheort zum Fraßort fortbewegen. Daher der Name.

Die Gespinstnester finden sich am Stamm oder in Astgabelungen von Eichen und können die Größe eines Fußballes erreichen. In diesen Nestern verpuppen sich die Raupen im Juli. Im Falterstadium ist die Art unauffällig. Puppen und Falter sind ungefährlich. Die Raupen verlieren Haare, die sogenannten Brennhaare / Spiegelhaare, die insbesondere bei trocken-warmem Wetter mit dem Wind über weite Strecken verweht werden können. In den Gespinstnestern, in denen sich die Raupen tagsüber aufhalten, häuten und verpuppen, sind stets große Mengen dieser Spiegelhaare vorhanden. Die Brennhaare / Spiegelhaare der heranwachsenden Raupen sind Auslöser von teilweise starken juckenden, entzündlichen Hautreaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock. Die Reaktionen hängen davon ab, ob etwa ein direkter Kontakt oder nur ein Kontakt mit wenigen verwehten Brennhaaren erfolgt und wie empfindlich das Immunsystem der betroffenen Person reagiert.

Auch kann die Reaktion verlangsamt erfolgen, so dass vielleicht kein augenscheinlicher Zusammenhang zum Sparziergang am Vormittag zum Ausschlag am Nachmittag herzustellen ist. Neben der Betroffenheit der Haut sind starke Reaktionen im Bereich  der Schleimhäute (Augen, Mund, Nase bis in die Lunge) häufige Folgen. Die Schmerzen und allergischen Reaktionen treten natürlich auch bei Tieren (Hunde, Katzen, Pferden) auf, die sich im Bereich von befallenen Eichen aufhalten.

 

Wie schütze ich mich und andere?

 

Der beste Schutz ist das weiträumige Fernhalten von befallenen Eichen. Das Betreten der Wälder erfolgt auf eigene Gefahr. Das Vorkommen des Eichenprozessionsspinners gehört zu den sogenannten waldtypischen Gefahren, vor denen man sich nie komplett schützen kann. Sollten Sie weiterhin in eichenbestandenen Wäldern spazieren gehen wollen, wird das Tragen von langer geschlossener Bekleidung und geschlossenen Schuhen empfohlen.

 

Sollten starke allergische Reaktionen nach einem Aufenthalt im Wald auftreten, suchen Sie einen Arzt auf. Es gibt antiallergische Medikamente, die die allergische Reaktion eindämmen. Insbesondere Asthmakranke, Allergiker, Kinder und alte Menschen mit schwachem Immunsystem sollten vorsichtig sein. Auch Haustiere sollten von Eichenbeständen ferngehalten werden.

 

Wo kommt der Eichenprozessionsspinner derzeit in Bochum vor und wo melde ich Vorkommen?

 

Derzeit sind dem Umwelt- und Grünflächenamt zahlreiche Vorkommen in den Bochumer Wäldern bekannt, darunter beispielsweise das Naturschutzgebiet Tippelsberg / Berger Mühle. Entlang von Straßen wurden Nester im Bereich Maischützenstraße, Phillipstraße und Cranachstraße festgestellt. Vereinzelt sind Kinderspielplätze (Kassenberger Straße, Stadtpark), Friedhöfe wie der in Eppendorf und an der Blumenstraße sowie vereinzelt Park- und Grünanlagen (Wiesental, Auf der Heide) betroffen.

 

Wie wird der Eichenprozessionsspinner bekämpft?

 

Das Umwelt- und Grünflächenamt lässt die Nester auf städtischem Gebiet von Fachfirmen mechanisch bekämpfen. Auch der Technische Betrieb der Stadt Bochum entfernt bereits Nester auf den städtischen Friedhöfen. Dazu werden die Nester und Tiere unter höchsten Schutzauflagen für die Entsorger (Schutzanzüge, Atemmasken) abgesaugt und gesichert transportiert der Verbrennung zugeführt. Die Stadt arbeitet die Meldungen nach Gefahrenlage ab. In den Waldinnenbereichen erfolgt keine Bekämpfung. An wichtigen Wegeverbindungen ist es jedoch vorgesehen.

 

Nester in öffentlichen Bereichen sollten über Amt67@,bochum.de dem Umwelt- und Grünflächenamt oder über den Mängelmelder der Stadt Bochum auf bochum.de gemeldet werden.

 

Für Rückfragen stehen beim Umwelt- und Grünflächenamt gerne Herr Kamplade, Tel. 0234 / 910 17 91 und Melanie Gronewald, Tel. 0234 / 910 14 44 für Rückfragen zur Verfügung.