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Stadt Bochum Infos:Bühne und Zuschauerraum des Schauspielhauses werden für 3,5 Millionen Euro saniert

Schauspielhaus Sanierung
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Schauspielhaus Sanierung
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Dr. Matthias Nowicki, kaufmännischer Direktor des Schauspielhauses, steht im Halbrund des Zuschauerraums, den Kopf in den Nacken gelegt, und ist mit den Gedanken in der Renaissance. „Wie in der Sixtinischen Kapelle“, sagt er und deutet über sich in das Gewirr aus Stangen, Leitern und Bohlen. „Genau auf so etwas lag Michelangelo und hat die Decke bemalt.“

 

Ein gigantisches Gerüst breitet sich derzeit im 24 Meter hohen Innenraum des Schauspielhauses aus: „4.000 Kubikmeter umbauter Raum“, präzisiert Andreas Grosse-Holz, Leiter des technischen Gebäudemanagements bei den zentralen Diensten der Stadt, die das Schauspielhaus bis Ende September aufwändig renovieren. Seit dem 22. Mai sind Grosse-Holz´ Kolleginnen und Kollegen an der Arbeit, zum Spielzeitbeginn müssen sie fertig sein – „und das werden wir auch.“

 

Klappen kann das aber nur, wenn die Truppe richtig Gas gibt – und entsprechend wüst sieht die Baustelle auch aus. Abmontiert stehen die rund 800 Sessel unter oranger Tuchplane im Foyer, der Fußboden ist nackter Beton, die Wände haben überall Löcher, aus denen Kabel und Seile quellen, rot-weißes Flatterband sperrt die Bühne, alles ist voller Schutt und Staub. 3,5 Millionen Euro sind für die Arbeiten eingeplant. Pro Tag verarbeiten sie hier im Zuschauerraum und auf der Bühne Gewerke im Wert von 40.000 Euro, um unter anderem eine neue Tonanlage und moderne Elektrotechnik einzubauen. Besonders die Induktionsschleifen, die künftig auf jedem Sitzplatz den Bühnenton in den Hörgeräten hörgeschädigter Menschen verstärken, stellen eine große technische Verbesserung dar. In den Kammerspielen gibt es sie bereits seit der vergangenen Spielzeit.

 

Aber es wird nicht ergänzt und modernisiert, es wird auch bewahrt. Und da gibt es einiges zu beachten. „Wir richten uns komplett nach den Vorgaben des Denkmalschutzes“, sagt Projektleiter Michael Franz. So haben die städtischen Sanierer Farbproben von der Original-Wandfarbe genommen um den Ton beim Neuanstrich exakt wieder zu treffen, die Messingkanten an den Treppenstufen werden ebenso wie der Linoleumboden genaue Kopien ihrer ausgewechselten Vorgänger.

 

Wenn die Sanierung also weiterhin so verläuft, wie sich die Planer das vorstellen, dann wird man am Ende kaum sehen können, wie hart das Team gearbeitet hat – und das wäre allen hier auf der Baustelle das Liebste.