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Industrie 4.0: Forschungsbeirat nennt die wichtigsten Themenfelder der nächsten Jahre

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Im neuen Papier des Forschungsbeirats der Plattform Industrie 4.0
identifizieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vier Industrie
4.0-Themenfelder, in die sich zukünftige Forschungs- und
Entwicklungsbedarfe einteilen lassen. Auf diesen Feldern sollen Politik,
Forschungseinrichtungen und Unternehmen aktiv werden – schließlich ist
eine erfolgreiche Gestaltung von Industrie 4.0 entscheidend für die
Zukunft des Innovationsstandorts Deutschland.

Mit dem Konzept „Industrie 4.0“ unterbreitete acatech Bundeskanzlerin
Angela Merkel bereits im Jahr 2013 einen Vorschlag für eine Strategie zur
Digitalisierung der deutschen Industrie. Seitdem wurde die Industrie
4.0-Implementierung, also die Echtzeit-Vernetzung aller industriellen
Prozesse von der Zulieferung über die Produktion bis zur Wartung, in
vielen Bereichen vorangetrieben. Von der Plattform Industrie 4.0 und dem
Forschungsbeirat als unabhängiges und strategisches Beratungsgremium
gingen dabei in den vergangenen Jahren wichtige Impulse aus.

In einer neuen Publikation beschreiben die Expertinnen und Experten des
Beirats nun Themenfelder, in denen in den kommenden Jahren Forschung und
Entwicklung dringend notwendig ist. Dazu der Sprecher des
Forschungsbeirats Reiner Anderl: „In den vier Themenfeldern identifizieren
wir nicht nur die Notwendigkeit der Erforschung weiterführender
technologischer und methodischer Wegbereiter für Industrie 4.0. Wir
erkennen auch Forschungs- und Entwicklungsbedarfe im ökonomischen und
soziologischen Kontext von Industrie 4.0. Während Technologien und
Methoden die Umsetzung von Industrie 4.0 befördern, gewinnen die
Entwicklung neuer Geschäftsmodelle sowie Auswirkungen auf Arbeit und
Gesellschaft zunehmend an Bedeutung. Die Rolle des Menschen wird sich
ändern, aber auch zukünftig gestalterisch und steuernd im Mittelpunkt
stehen.“

Die Themenfelder mit dazugehörigen Forschungs- und Entwicklungsbedarfen im
Überblick:

1. Wertschöpfungsszenarien für Industrie 4.0

- Nachhaltiges Nutzenversprechen durch Virtualisierung von Produkten und
Diensten
- Datengetriebene Geschäftsmodelle und Veränderung der Erlösgenerierung
- Weiterentwicklung von Wertschöpfungsarchitekturen
- Entwicklung und Implementierung von Strategien des nachhaltigen
Wirtschaftens
- Nachhaltigkeit von Smart Contracts und Distributed Ledger Technologien

2. Perspektiven technologischer Entwicklungen

- Flexible, modulare Produktionssysteme und ihre Systemarchitekturen
- Künstliche Intelligenz und Autonomie
- Sensorik und Aktorik
- Kommunikationstechnik

3. Neue Methoden und Werkzeuge für Industrie 4.0

- Strategische Planung und Auslegung von Industrie 4.0-Lösungen
- Erprobung von Industrie 4.0-Lösungen
- Engineering von Industrie 4.0-Lösungen
- Betrieb von Industrie 4.0-Lösungen

4. Arbeit und Gesellschaft

- Gestaltung rechtlicher Rahmenbedingungen
- Kriterien soziotechnischer System- und Arbeitsgestaltung
- Dringlichkeit von Kompetenzentwicklung und Qualifizierung
- Förderung von Akzeptanz, Ausbau von Partizipation, Wandel von
Führungskulturen
- Gesellschaftspolitischer Dialog

Der Forschungsbeirat sieht in den gemeinsamen Anstrengungen von
Stakeholdern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft eine
Chance, Industrie 4.0 weiterzuentwickeln. So erhofft man sich
beispielsweise Erkenntnisse über die Anwendungsmöglichkeiten der
Blockchain-Technologie zur rechtlichen Regelung von Maschine-Maschine-
Interaktionen (Smart Contracts), die Potenziale der 5G-Technologie für den
Datentransfer, die Realisierungschancen zusätzlicher Experimentierräume
und Testumgebungen (Testbeds) für Industrie 4.0 oder die
Akzeptanzförderung unter Beschäftigten bei der Einführung von Industrie
4.0-Lösungen.

Originalpublikation:
https://www.acatech.de/publikation/themenfelder-industrie-4-0/