Duisburg, Vortrag zu städtischer Obdachlosigkeit im frühen 20. Jahrhundert
Die Historikerin Hannah Runden, Mitarbeiterin der Historischen Kommission
der Bayrischen Akademie der Wissenschaft, referiert am Donnerstag, 11.
Dezember, um 18.15 Uhr im Stadtarchiv Duisburg über den öffentlichen
Diskurs zur Obdachlosigkeit im Duisburg der 1920er-Jahre.
Neben älteren Formen von Wohnungslosigkeit – etwa die „Wanderer“ auf
Arbeitssuche – bildete sich mit der fortschreitenden Urbanisierung im späten
19. und frühen 20. Jahrhundert das Phänomen der städtischen
Obdachlosigkeit heraus. Durch Wohnungsnot und wirtschaftliche Krisen
drängten sich die Fragen zur Unterbringung und Unterstützung von
wohnungslosen Menschen auf, deren Lösung nicht frei von gesellschaftlichen
Konflikten verlief.
Die historischen Deutungsmuster von Armut, Arbeit, Hygiene und Delinquenz
sowie die Verknüpfung von Obdachlosigkeit mit Kriminalisierung und sozialer
Abweichung spiegeln sich in der Fürsorgepraxis der damaligen Zeit wider.
Neben kirchlich-konfessionellen Einrichtungen waren die Obdachlosenpolizei
sowie kommunale Sozialämter als Akteure beteiligt. Gleichzeitig entwickelten
obdachlose Menschen Strategien, um sich in der Stadt zu behaupten,
Unterstützung zu finden oder der Kontrolle zu entziehen.
Der Vortrag „Herumtreiber, Heimatlose, Exmittierte – Städtische
Obdachlosigkeit in Duisburg im frühen 20. Jahrhundert“ ist Teil der Reihe
„Stadtgeschichte donnerstags“ und wird in der DenkStätte im Gebäude des
Stadtarchivs, Karmelplatz 5, 47051 Duisburg, gehalten. Die Teilnahme ist
kostenfrei; eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Teilnehmerzahl ist aber
auf maximal 60 Personen beschränkt.
