Für kommenden Samstag, den 06.07.2019 ruft das Bochumer SEEBRÜCKE Bündnis zur Wandermahnwache mit dem Titel „Notstand der Menschlichkeit – Solidarität mit Carola Rackete“ auf. Die Mahnwache findet im Rahmen eines Aktionstags der internationalen SEEBRÜCKE-Bewegung statt, zu dem bundesweit in über 50 Städten Aktionen und Demonstrationen stattfinden.
„Wir zeigen unsere Solidarität mit Carola Rackete und der Crew der Sea-Watch 3. Die Seenotretter*innen haben das einzig Richtige gemacht: Sie haben Leben von Menschen auf der Flucht gerettet, Haltung bewiesen und Menschenrechte verteidigt!“, erklärt Carla Scheytt von SEEBRÜCKE Bochum. Die Sea-Watch 3 war nach einer über zweiwöchigen Hängepartie auf eigene Faust in italienische Gewässer gefahren. Die Kapitänin Carola Rackete wurde daraufhin in Italien festgenommen. Die Situation auf dem Mittelmeer ist aufgrund der weitergehenden Kriminalisierung der Seenotrettung verheerend: Aktuell ertrinkt jede sechste Person während des Fluchtversuchs über das Mittelmeer. „Wir freuen uns über die Freilassung von Carola Rackete, aber trotzdem müssen wir weiterhin auf die Straße gehen. Wir stehen ein für sichere Fluchtwege! Wir stellen uns gegen die Push-Backs in libysche Lager und gegen die Kriminalisierung der Seenotrettung!“, heißt es weiter im Aufruf zur Wandermahnwache. Bei der Mahnwache soll derjenigen Menschen gedacht werden, die ihr Leben auf der Flucht verloren haben oder immer noch auf der Flucht sind.
Die Wandermahnwache beginnt am Samstag um 12:30 Uhr am Bochumer Hbf. Von dort aus geht es zum Dr. Ruer Platz (13:10 Uhr), zum Denkmal des Kuhhirten (13:50 Uhr) und abschließend zur Kreuzung Bongardstraße/Kortmustraße (14:30 Uhr).
Hintergrund
Bundesweit hat das SEEBRÜCKE Bündnis zu Aktionen unter dem Titel „Notstand der Menschlichkeit“ aufgerufen. Aktuelle Informationen sowie den Aufruf finden Sie unter: https://seebruecke.org/menschlichkeit/
Die SEEBRÜCKE fordert
- die Schaffung sicherer Fluchtwege und die Gewährleistung einer menschenwürdigen Aufnahme von Menschen auf der Flucht,
- die Anerkennung und Unterstützung der Arbeit der zivilen Seenotrettung auf allen gesellschaftlichen und politischen Ebenen und das Ende der Kriminalisierung der Seenotretter*innen,
- eine von den EU-Staaten finanzierte Seenotrettungsmission auf dem Mittelmeer,
- das Ende der Unterstützung der sogenannten „libyschen Küstenwache“ durch die Europäische Union und den sofortigen Stopp der völkerrechtswidrigen Rückführungen von Schutzsuchenden in das Bürgerkriegsland,
- einen festen europäischen Mechanismus zur Aufnahme von Menschen, die aus Seenot gerettet wurden, um wochenlange Hängepartien zu verhindern,
- eine Gesellschaft, die nicht auf Abschottung und Abschiebung setzt, sondern sich der Menschenwürde, Solidarität und Bewegungsfreiheit verpflichtet,
- dass Kommunen, die sich zu Sicheren Häfen erklärt haben, die Möglichkeit haben, zusätzlich zur Verteilungsquote aus Seenot gerettete Schutzsuchende aufzunehmen.