Das Kulturhistorische Museum Haus Kemnade, An der Kemnade 10, in Hattingen, bietet mit der aktuellen Ausstellung „Catwalk – Von Katzen, Hexen und Helden“ die Möglichkeit, sich mit der farbenprächtigen und ebenso symbolträchtigen Bildsprache des japanischen Farbholzschnitts aus dem 19. Jahrhundert auseinanderzusetzen. Die Bilder kommentieren aus künstlerischer Perspektive die gesellschaftlichen Umwälzungen in Japan zu jener Zeit.
Interessierte Besucherinnen und Besucher sind am Samstag, 15. Juni, um 15 Uhr, zu einer Führung mit dem Kurator Gerhard Philipp eingeladen. Am Sonntag, 16. Juni, endet die Ausstellung „Catwalk – Von Katzen, Hexen und Helden“ mit einem Vortrag des Kurators über den Samurai, Künstler und Satiriker Kobayashi Kiyochika (1847–1915). Philipp zeichnet ab 15 Uhr den Lebensweg dieses Ausnahmekünstlers in Bildern nach. Der Eintritt zu beiden Veranstaltungen ist frei.
Kobayashi Kiyochika gilt als der letzte große Meister der traditionellen Holzschnittkunst. Sein Weg dorthin war ihm nicht in die Wiege gelegt worden. Eigentlich hatte Kiyochika als Sohn eines Beamten ausgesorgt, bedeutete dies doch im Japan des 19. Jahrhunderts ein sicheres Leben. Doch es kam anders. Denn er kämpft auf der falschen Seite, verliert Auskommen und Pensionsansprüche. Kiyochika wählt die Kunst, damals wie heute ein unsicheres Geschäft. Zwar wird er der gefeierte Star-Zeichner der Opposition, aber das meiste Geld verdient er mit Bildern vom Krieg, den die Regierung als nationales Ereignis heroisiert.