morgen“
Mobilität von morgen – zu einem Thema, das bewegt, haben sich über 400 Menschen am Samstag, 18. Mai, bei der diesjährigen Bürgerkonferenz ausgetauscht. Im Straßenbahndepot der BOGESTRA spielten und diskutierten sie Fortbewegungsmittel und -möglichkeiten von heute und vor allem von morgen für Bochum durch.
Dazu hatte die Stadt 371 Bürgerinnen und Bürger eingeladen – statistisch für jede Bochumerin und jeden Bochumer stellvertretend einen. Gekommen sind 329 Gäste, eine hohe Zahl. „Es ist ein Thema, zu dem direkt jede und jeder eine Meinung hat“, eröffnete Oberbürgermeister Thomas Eiskirch, „und das wird nicht die selbe, nicht mal die gleiche sein. Die einen wünschen sich eine Radstadt, andere weiterhin eine Autostadt.“ Aufgabe der Stadt sei es jedoch, die vorhandene „Fläche“ möglichst gerecht, möglichst effizient und damit gut gemixt allen zur Verfügung zu stellen. Denn: Die Anforderungen an Mobilität wandeln sich mit der Zeit und mit dem Alter. „Wir sind von dem Thema alle ein Leben lang betroffen, aber nicht immer gleich“, unterstrich Thomas Eiskirch. Wer mit einem Kinderwagen unterwegs ist, hat eine andere Sicht auf Mobilität als Radfahrer oder Fahrgäste des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV).
Und unterwegs sind die Bochumerinnen und Bochumer viel: Zusammengezählt kommen sie täglich auf 9,7 Millionen Kilometer, ergab eine Studie der Stadt 2013. Umgerechnet sind dies 130 Erdumkreisungen am Tag oder 25 Mal der Weg zum Mond. Für die Stadt eine Dimension, die verpflichtet, sich mit der Mobilität von heute und von morgen auseinanderzusetzen. Das „Leitbild Mobilität“ – derzeit im Entwurf – zeigt, wie die Stadt den Mobilitätsmix der Zukunft mit weniger Emissionen schaffen möchte: mit breiteren und damit sicheren Gehwegen, mehr Mobilitätsstationen für Park & Ride und den Umstieg auf den ÖPNV, Radstreifen auf allen großen Ein- und Ausfahrtsstraßen, mit einem guten Flächennetz, Taktverdichtung und mobil verfügbaren Fahrplaninformationen bei Bussen und Bahnen. „Es geht uns um Lebensqualität – Bochum soll besser, grüner und lebenswerter werden“, übersetzte Stadtbaurat Dr. Markus Bradtke. „Wir verzichten bewusst auf ein Zielbild, das Verbote wie ein ,nicht mehr mit...‘ propagiert. Das ist nicht realistisch.“ Für den großen Wocheneinkauf am Freitag oder Samstag würden viele, gerade Familien, nach wie vor das Auto wählen wollen.