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Regional

POL-BO: "Muskelmann" tritt Fahrrad kaputt - Zeugen gesucht

Witten (ots) - Mit einem Tritt gegen ein Fahrrad drückte ein auffallend athletischer Fußgänger am Rheinischen Esel in Witten seinen Unmut aus. Die Polizei sucht den "Muskelmann" jetzt wegen Sachbeschädigung.

Der Vorfall ereignete sich am Mittwoch, 29. August. Gegen 15 Uhr war ein 41-jähriger Bochumer mit seinem Rad auf dem Rheinischen Esel in östliche Richtung unterwegs. In Höhe des Parkplatzes eines anliegenden Fastfood-Restaurants überholte er einen Fußgänger. Weil dieser ihm nach Zeugenaussagen im "schroffen Ton" hinterherrief, die Klingel zu benutzen, hielt der 41-Jährige an und stellte den Mann zur Rede. Die beiden gerieten in einen Streit, woraufhin der Athlet mit voller Wucht gegen das Fahrrad trat und schließlich in östliche Richtung flüchtete.

Das Vorderrad war völlig verbogen, das Rad fahruntauglich. Es entstand ein geschätzter Sachschaden in Höhe von 150 Euro. So wird der Täter beschrieben: männlich, ca. 30 Jahre alt, 180 bis 185 cm groß, athletische Figur (Bodybuilder), hellblonde Haare, blaue Augen, augenscheinlich "deutsch". Bekleidung: schwarze Hose, schwarzes Shirt, schwarze, feste Schuhe (ähnlich Sicherheitsschuhen).

Die Sachbearbeiter des Verkehrskommissariats (VK) haben die Ermittlungen aufgenommen und bitten während der Bürozeiten unter der Telefonummer 0234 / 909 5206 um Zeugenhinweise.

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Stadt Bochum Infos:Bürgersprechstunde in Südwest

Am Mittwoch, 12. September, gibt es eine Bürgersprechstunde in Südwest. Bezirksbürgermeister Marc Gräf ist von 16.30 bis 18 Uhr im Zimmer 15 der Verwaltungsstelle Weitmar, Hattinger Straße 389, für Anregungen und Beschwerden erreichbar.

 

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Stadt Bochum Infos:Thealozzi-Sommercamp stärkt Kinder mit und ohne Migrationshintergrund

Thealozzi-Sommercamp 2017
Sommercamp 2017

Noch hat das neue Schuljahr gar nicht begonnen und doch haben es die Ferienkinder im „Thealozzi“ bereits zu einem guten Teil wettgemacht: Im Sommercamp des Kulturhauses haben die Acht- bis 13-Jährigen in den vergangenen zwei Wochen in verschiedenen Workshops von morgens bis nachmittags zusammengearbeitet. Viele von den rund 70 Kindern, die aus Flüchtlings- und Migrationsfamilien kommen, haben dabei so viel Deutsch gelernt, wie sonst in einem Schulhalbjahr.

 

„Eine Evaluation der Uni Dortmund zeigt, dass die Kinder ihre Sprachkompetenz entsprechend verbessern konnten“, sagen die Organisatorinnen Andrea Homersen und Dianna Mertins über das Format, das unter anderem auf Theater, Musik, Tanz, Performance und Film setzt. „Bei uns wird nicht schulisch unterrichtet, die Kinder lernen in Workshops mit viel Spaß und Spiel.“ Dabei kommen 14 Tage lang, Kindern mit und ohne Migrationshintergrund zusammen. In diesem Jahr auch erstmals in einem Zirkus-Workshop, in dem es bei den Akrobatik-Einlagen viel um das Vertrauen in sich selbst und in andere ging. „Wir möchten ihre Sozialkompetenz, ihre Teamfähigkeit und ihr Selbstbewusstsein stärken“, erklären die Sommercamp-Organisatorinnen.

 

Diesmal setzte sich das interkulturelle Ferienangebot, das für die Kinder kostenlos ist, mit dem Thema „Kinderrechte“ auseinander: Anstand, Toleranz, Menschlichkeit, Frieden – plakativ trug die Theater-Gruppe diese Werte vor sich her. Im Schwarzlicht flammten die Rechte auf den Papptafeln immer wieder im Wechsel auf der Bühne des „Thealozzi“ auf, untermalt von eindringlicher Instrumentalmusik. In kurzen Performances stellte die Erzählwerkstatt gegenüber, wie Kinder noch zu Großelterns Zeiten und heutzutage ihre Rechte wahrnehmen und Erziehung erleben; nicht selten kritisierten die Acht- bis 13-Jährigen dabei die Kluft zwischen ideellem Anspruch und gelebter Wirklichkeit. Die Mitglieder der Medienwerkstatt schilderten in drei Kurzfilmen ihre Sicht auf Probleme wie Mobbing, Moral oder Mädchenrechte. Die Musik-Gruppe adaptierte die „Westside Story“ neu, wobei der musikalische Einstieg nicht puertoricanisch, sondern arabisch erklang. Auch herrschen in den Herkunftsländern des einen oder anderen mitwirkenden Kindes wirklich Unterdrückung und Krieg. Die Darstellerinnen und Darsteller verlegten das berühmte Musical in das benachbarte Bochumer Westend. Auch hier kämpfen die Banden „Jets“ und „Sharks“ gegeneinander, verlieben sich „Maria“ und „Tony“ über die Herkunfts- und Glaubensgrenzen hinweg. Die Jungen und Mädchen „battleten“ gesanglich und tänzerisch miteinander, hatten dazu teils Lieder mit eigenen Texten versehen. Doch anders als im Original ging die Liebesgeschichte im Bochumer Westend gut aus: „Es ist doch egal, wo man herkommt. Liebe ist überall gleich.“

 

Zu sehen waren die Ergebnisse jetzt am Wochenende bei einer Werkschau vor und im „Thealozzi“. „Bei der Präsentation war gelebte Integration deutlich sichtbar“, freute sich Bernhard Szafranek, Leiter des Kulturbüros. „Eltern und Kinder verschiedener Nationalitäten bestaunten die Workshop-Ergebnisse. Wir sind hoch erfreut, dass das integrative Kulturcamp wieder stattfinden konnte und eine solch hohe Resonanz gefunden hat. Das gelungene Abschlussfest lässt auf die Verstetigung in kommenden Jahren hoffen.“

 

Ermöglicht haben das Sommercamp mit Spendengeldern das Kulturbüro Bochum und der Kulturausschuss der Stadt, die engagiert und erfolgreich um Sponsoren geworben hatten. In den Vorjahren hatte sich das beliebte Sommercamp vorwiegend aus Fördermitteln des Landes finanziert, die nun ausgeschöpft waren. „Das Projekt war in Gefahr“, so Andrea Homersen und Dianna Mertins. Auch dank der Unterstützung des Jugend- und des Landesjugendamtes konnte es erneut stattfinden. „Dieses Projekt setzt auf Nachhaltigkeit, denn angesichts des wachsenden Fremdenhasses und der sich stets verschlechternden Chancen für Kinder, wollen wir mit unserem Projekt beispielgebend auch in den kommenden Jahren weiter arbeiten“, sagen die „Thealozzi“-Vertreterinnen. „Wir wollen mit dem Sommercamp die Kinder zusätzlich zu mehr Toleranz und Weltoffenheit führen, sie sollen die Chancen erkennen lernen, die Vielfalt mit sich bringt.“

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