„Die Folgen des Streiks werden sicher noch lange spürbar sein. Es ist
derzeit nicht absehbar, wann ausgefallene Operationen nachgeholt werden
können“, blickt Prof. Dr. Benedikt Pannen, stellvertretender Ärztlicher
Direktor des Universitätsklinikums Düsseldorf (UKD), auf die aktuelle
Streikaktion der Gewerkschaft verdi am größten Düsseldorfer Krankenhaus.
„Unser Mitgefühl gilt allen Patientinnen und Patienten, deren Behandlung
durch diese Arbeitskampfmaßnahmen jetzt nicht in der gewünschten Weise
erfolgen kann."
Die Gewerkschaft verdi hat heute (19. Juni) einen 48-stündigen Streik
begonnen. Etwa 8.000 Menschen arbeiten am UKD und in den
Tochtergesellschaften. Rund 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben
sich nun am Streik beteiligt, darunter rund 100 Pflegende. Verdi hatte 600
Streikende erwartet. Trotz dieser geringen Beteiligung brachte der Streik
spürbare Beeinträchtigungen im Klinikbetrieb, da ganz gezielt zentrale
Funktionsbereiche bestreikt wurden. Ein Instrument, das in der
Vergangenheit auch schon bei den Streiks von Lokführern oder Fluglotsen
angewendet wurde.
Die Gewerkschaftsfunktionäre hatten sich zuvor geweigert, einer
angemessenen und gemeinsam getragenen Notdienstvereinbarung zuzustimmen.
So konnten nur neun der 30 Operationssäle betrieben werden. Alleine am
Dienstag mussten rund zwei Drittel der Operationen verschoben werden.
„Trotzdem ist es uns, dank sehr vieler engagierter Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter gelungen, die nötige Notfallversorgung in dieser
Krisensituation aufrecht zu erhalten. Das war ein Kraftakt, für den ich
mich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Namen des Vorstandes
ausdrücklich bedanke“, so Ekkehard Zimmer, Kaufmännischer Direktor und
stellvertretender Vorstandsvorsitzender.
„Das gilt auch speziell für die Pflegekräfte auf den Stationen, die auf
ihr Recht auf Streik heute verzichtet haben und die Versorgung
sichergestellt haben. Wir haben alleine in den letzten zwei Jahren 80
zusätzliche Stellen in der Pflege geschaffen und wir wollen auch weiter
die Pflege und weitere Berufsgruppen entlasten“, betont Torsten Rantzsch,
Pflegedirektor des UKD.
Verdi fordert das UKD zu eigenständigen Tarifverhandlungen für einen
Tarifvertrag Entlastung auf und ignoriert dabei sowohl den Personalzuwachs
am UKD und die aktuelle Rechtslage. Denn: Das UKD darf keine
eigenständigen Tarifverhandlungen führen. Es ist Mitglied des
Arbeitgeberverbandes NRW und damit über die Tarifgemeinschaft deutscher
Länder (TdL) organisiert. Diese Tatsache ist den Gewerkschaftsfunktionären
von verdi seit langem bekannt, wird jedoch ignoriert. Auch gemeinsame
Mediationsgespräche unter externer Moderation hatte die Gewerkschaft
platzen lassen.