Berliner Weltliteraturen Öffentliche Vorlesungsreihe an der Freien Universität Berlin / erster Termin:
Die internationalen literarischen Beziehungen in Ost und West nach dem
Mauerbau stehen im Mittelpunkt einer öffentlichen Vorlesungsreihe an der
Freien Universität Berlin. Im kommenden Wintersemester vom 3. November an
referieren immer dienstags Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie
ein Zeitzeuge über „Berliner Weltliteraturen“. Die Ringvorlesung gehört
zum Programm des „Offenen Hörsaals“. Ein Livestream zu den Vorträgen ist
unter folgendem Link abrufbar: https://www.temporal-communiti
/listen-read-watch/lectures/be
kann auf der Webseite des Offenen Hörsaals sowie auf dem YouTube-Kanal der
Freien Universität aufgerufen werden.
Die Ringvorlesung „Berliner Weltliteraturen“ soll ein Schlaglicht auf die
kulturpolitischen Aktivitäten und den internationalen literarischen
Austausch im Berlin der früheren 1960er Jahre werfen. Die Referentinnen
und Referenten beschreiben jene umwälzende Phase in der Entwicklung
Berlins, in der die geteilte Stadt in der Wahrnehmung vieler zur
Vorreiterin wurde im internationalisierten Literatur- und Kulturbetrieb.
„Nach dem Mauerbau begann im geteilten Berlin eine Zeit der
kulturpolitischen ‚Aufrüstung’, in deren Zentrum die gezielte Förderung
internationaler literarischer und künstlerischer Kontakte stand“, erklärt
Prof. Dr. Jutta Müller-Tamm, Literaturwissenschaftlerin und Organisatorin
der Vorlesungsreihe. „Während im Westen führende Vertreterinnen und
Vertreter der internationalen Moderne und Avantgarde sowie
vielversprechende Nachwuchskünstlerinnen und -künstler in die Inselstadt
geholt wurden, entwarf auch der Schriftstellerverband im Osten Pläne zur
Verstärkung der Auslandsarbeit.“ Bei all diesen Aktivitäten in Ost und
West seien ehrgeizige und vielschichtige Ziele verfolgt worden, ergänzt
Jutta Müller-Tamm. Konkurrierende Literaturkreise und künstlerische
Gemeinschaften hätten dabei das Konzept der ‚Weltliteratur‘ neu
verhandelt.
Der Offene Hörsaal
Seit über drei Jahrzehnten bietet die Freie Universität mit ihren
öffentlichen Vorlesungen einem breiten Publikum die Chance, teilzuhaben an
Gesprächen und Diskussionen über Wissenschaft, Gesellschaft, Natur und
Technik. Renommierte Forscherinnen und Forscher aus Deutschland und der
ganzen Welt stellen leicht verständlich aktuelle Forschungsergebnisse vor
sowie fundierte Analysen zu allen möglichen Wissensgebieten – und eröffnen
so einen vergnüglichen Zugang zur Welt der Wissenschaft.
Zeit und Ort
„Berliner Weltliteraturen. Internationale literarische Beziehungen in Ost
und West nach dem Mauerbau“ (Konzeption: Prof. Dr. Jutta Müller-Tamm)
Dienstags, 18.15 – 19.45 Uhr; Beginn: 03. November 2020
Freie Universität Berlin, Gebäudekomplex Rost- und Silberlaube, Hörsaal
1b, Habelschwerdter Allee 45, 14195 Berlin-Dahlem
U3 Dahlem-Dorf oder Thielplatz; Bus 110, M 11, X 11
Programm
3. November 2020
Das geteilte Berlin als Katalysator der Internationalisierung des
Literaturbetriebs
Prof. Dr. Jutta Müller-Tamm, Freie Universität Berlin
10. November 2020
Zeitzeugengespräch mit Klaus Völker
17. November 2020
„In Schwingung versetzt“: Das internationale Kolloquium des
Schriftstellerverbands 1964 in Ost-Berlin
Dr. Bernadette Grubner, Freie Universität Berlin
24. November 2020
Ménage à trois: Theatertransfer zwischen Paris und dem geteilten Berlin
Prof. Dr. Nicole Colin, Aix Marseille Université
1. Dezember 2020
East East and West West. Ein russisch-amerikanisch-deutsche
Zeichen Goyas, Berlin, Januar 1967
Prof. Dr. Cornelia Ortlieb, Freie Universität Berlin
8. Dezember 2020
Literarische Völkerverständigung im Kalten Krieg: Lateinamerika-Kolloquien
in Westberlin 1962 und 1964
Prof. Dr. Susanne Klengel, Freie Universität Berlin
15. Dezember 2020
Faux amis? Der Nouveau Roman in West & Ost: die frühen Jahre
Prof. Dr. Ulrike Schneider, Freie Universität Berlin
5. Januar 2021
Übersetzungsförderung und die Formierung des Autor-Übersetzer-Diskurses am
LCB um 1966
PD Dr. Heribert Tommek, Universität Regensburg
12. Januar 2021
Die angloamerikanische Dramenwerkstatt im LCB 1964: Zirkulationen des
Absurden
Prof. Dr. Ute Berns, Universität Hamburg
19. Januar 2021
Der griechische Bürgerkrieg und das geteilte Berlin: „Weiße Rosen aus
Athen“ und Antigone lebt
Prof. Dr. Miltos Pechlivanos, Freie Universität Berlin
26. Januar 2021
„In der Situation des Radwechslers“: Ingeborg Bachmann in Berlin und das
transnationale Zeitschriftenprojekt Gulliver (1963–1964)
Prof. Dr. Valentina Di Rosa, Universität L’Orientale, Neapel
2. Februar 2021
Gombrowicz in Berlin und das DAAD-Künstlerprogramm im Ost-West-Konflikt
Dr. Olaf Kühl, Berlin
9. Februar 2021
„Ludvik Kundera hat mit Milan nicht das Geringste zu tun.“ Franz Fühmann
als deutsch-tschechischer Literaturvermittler
Prof. Dr. Alfrun Kliems, Humboldt-Universität zu Berlin
16. Februar 2021
„Die schönste Liebesgeschichte der Welt“: „Multinationale Sowjetliteratur“
auf dem Buchmarkt zwischen Ost und West
Prof. Dr. Susi Frank, Humboldt-Universität zu Berlin
Das wöchentliche Vorlesungsprogramm und weitere Informationen
www.fu-berlin.de/sites/offener
Artikel über das Programm des Offenen Hörsaals im Wintersemester 20/21 bei
campus.leben
www.fu-berlin.de/campusleben/l
hoersaal/index.html
