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Kreislaufwirtschaft: So wird Berlin zur Circular City

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Abfall als Rohstoffe begreifen und damit Ressourcen schonen – kurz:
Kreislaufwirtschaft. Mit dieser Idee wollen das IZT – Institut für
Zukunftsstudien und Technologiebewertung und das Ecologic Institut im
Rahmen des Forschungsverbundes Ecornet Berlin einen Beitrag zur
Entwicklung Berlins zu einer Circular City leisten. Für die
Innovationsfelder Zirkuläre Textilien, Circular Electronics sowie
zirkuläres Bauen sind nun drei „Transformationsroadmaps“ entstanden, die
den Weg in eine Zukunft weisen, in der Berlin urbane Ressourcenströme
langfristig nachhaltig gestaltet.

Berlin, 25. November 2021 – Abfall als Rohstoffe begreifen und damit
Ressourcen schonen – kurz: Kreislaufwirtschaft. Mit dieser Idee wollen das
IZT – Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung und das
Ecologic Institut im Rahmen des Forschungsverbundes Ecornet Berlin einen
Beitrag zur Entwicklung Berlins zu einer Circular City leisten.

Die Berliner Institute untersuchen, wie die Synchronisation von privater
und öffentlicher Nachfrage von marktreifen Angeboten wie Repair-Cafés oder
Kiez-Werkstätten optimiert werden kann. Darüber hinaus werden Akteure bei
der Umsetzung von kreislaufwirtschaftsfähigen Ideen und Geschäftsmodellen
unterstützt und wissenschaftlich begleitet. Das Projekt wird vom
Regierenden Bürgermeister Berlin, Senatskanzlei – Wissenschaft und
Forschung gefördert.

Textilien, Elektronik, Bauen: Drei Handlungsfelder im Fokus

Für die Innovationsfelder Zirkuläre Textilien, Circular Electronics sowie
zirkuläres Bauen sind drei „Transformationsroadmaps“ entstanden, die den
Weg in eine Zukunft weisen, in der Berlin urbane Ressourcenströme
langfristig nachhaltig gestaltet. „Heute ist unsere Wirtschaftsweise noch
größtenteils auf kurzfristige Effizienz statt auf Nachhaltigkeit
ausgerichtet und nicht zuletzt die Coronakrise hat die Vulnerabilität
dieses Systems verdeutlicht. Wir müssen unser Wirtschaften neu denken“,
erläutert Projektleiter Dr. Siegfried Behrendt vom IZT. „Wir sind
überzeugt, dass eine lokale und regionale zirkuläre Wertschöpfung dazu
beiträgt, unsere Stadt resilient, inklusiv und sozial-gerecht zu
gestalten.“

2. Dezember 2021: Workshop mit Berliner Politik

Damit die existierenden Ansätze in der Praxis gut umgesetzt und vor allem
auch skaliert werden können, braucht es politische Unterstützung. Wie
Berlins Weg zu einer Circular City realisiert und gestaltet werden kann,
wird am 2. Dezember 2021 mit Vertreter*innen aus dem Berliner
Abgeordnetenhaus, unterschiedlichen Senatsverwaltungen und
Praxisakteur*innen im Rahmen des Workshops „Circular City Berlin – vom
Potenzial zur Umsetzung“ diskutiert. Ziel dabei ist es, gemeinsam
zielführende Maßnahmen und Umsetzungsschritte zu skizzieren. „Die Bereiche
Textilien, Elektronik und Bauen bieten eine Vielzahl von Ansätzen,
Geschäftsmodellen und Anknüpfungspunkten, die über Produktdesign und
Produktnutzungssysteme wichtige Beiträge auf dem Weg in eine
Kreislaufwirtschaft der nächsten Generation leisten können“, so Martin
Hirschnitz-Garbers vom Ecologic Institut.

Zirkuläre Textilien

Wie kann Kleidung – statt im Müll zu landen – weitergenutzt werden oder
als Rohstoff für neue Kleidung dienen? In der Transformationsroadmap für
zirkuläre Textilien wird empfohlen, Modellprojekte angestoßen, etwa um
Sammelsysteme und Materialerkennung bei Alttextilien zu verbessern.
Strukturen mit Hebelwirkung wie Förderprogramme für nachhaltige
Geschäftsmodelle sollten ausgebaut und zirkuläre Prinzipien in die
Designausbildung integriert werden. Auch die Zusammenarbeit von Akteuren
der textilen Kette muss gestärkt werden, um Berlin gemeinsam in eine
treibhausgasneutrale und ressourcenleichte Stadt zu wandeln.

Circular Electronics

Viele nicht genutzte Handys und Laptops bergen ein enormes Potenzial für
eine Wiederverwendung und den Gebrauchthandel mit Elektro- und
Elektronikgeräten. Wie das in Berlin erschlossen werden kann, zeigt die
Transformationsroadmap Circular Electronics. Es werden Chancen der
Digitalisierung aufgezeigt, die bereits etablierte Geschäfte nutzen
können, um die Nutzung elektronischer Produkte zu verlängern und zu
intensivieren. Es bedarf niedrigschwelliger, praxisorientierter Programme,
die den Berliner Innovationsakteuren übergreifendes Know-how zugänglich
machen. Zur Förderung von Reparatur, Sharing und Upcyling sollte
flächendeckend Infrastruktur für offene Werkstätten geschaffen werden.

Zirkuläres Bauen

Im Feld zirkuläres Bauen identifiziert die Transformationsroadmap Ansätze,
die dazu beitragen können, das vielschichtige Berliner Bauwesen
langfristig nachhaltig zu gestalten. Diese umfassen unter anderem die
Förderung von Innovationsprojekten und eine Ausrichtung des rechtlichen
Rahmens auf Kreislaufwirtschaft, etwa durch eine Verpflichtung zum
selektiven Rückbau in der Berliner Bauordnung. Eine erleichterte
Darstellung von Lebenszykluskosten kann vor allem in der öffentlichen
Beschaffung dazu führen, Berlin langfristig als Circular City in der
Bauwirtschaft zu etablieren.

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Das Ecologic Institut und das IZT laden herzlich zum Workshop „Circular
City Berlin – vom Potenzial zur Umsetzung“ am ein, bei dem auch
Vertreter*innen aus Presse und Medien willkommen sind.

- Termin: 2.12.2021, 14.30 – 17 Uhr
- Online-Plattform: Zoom (plus Miro Board)
- Kontakt: Martin Hirschnitz-Garbers, Ecologic Institut; martin
.hirschnitz-garbers(at)ecologic.eu