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Fachkliniken Radeburg und Universitätsklinikum Dresden kooperieren in der Alterstraumatologie

Gerade bei älteren Menschen können schon leichte Unfälle schwere und lang andauernde Folgen haben.  iStock.com/kzenon
Gerade bei älteren Menschen können schon leichte Unfälle schwere und lang andauernde Folgen haben. iStock.com/kzenon
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Gerade bei älteren Menschen können schon leichte Unfälle schwere und lang andauernde Folgen haben.  iStock.com/kzenon
Gerade bei älteren Menschen können schon leichte Unfälle schwere und lang andauernde Folgen haben. iStock.com/kzenon

Die Fachklinik für Geriatrie in Radeburg und das Universitätsklinikum Carl
Gustav Carus Dresden schließen eine Kooperationsvereinbarung für
alterstraumatologische, geriatrische Patientinnen und Patienten. Damit
komplettiert sich bereits ab diesem Monat die Versorgungskette nach der
unfallchirurgischen Fachversorgung um eine hochspezialisierte Nachsorge im
etablierten Zentrum für Altersmedizin.

Gerade bei älteren Menschen können schon leichte Unfälle schwere und lang
andauernde Folgen haben. Ein Stolpern über einen Teppich oder einen
unebenen Untergrund kann zu einem Knochenbruch, einer so genannten
Fraktur, führen. Begünstigt wird dies durch die im Alter zunehmende
Instabilität der Knochen, z. B. durch Osteoporose. Oberschenkelhalsbrüche
zählen zu den häufigsten Knochenbrüchen in Deutschland. Jährlich werden in
Deutschland mehr als 100.000 Schenkelhalsbrüche, so die medizinisch
korrekte Bezeichnung des Oberschenkelhalsbruches, verzeichnet. Bei dieser
Form des Bruches ist nicht selten die gesamte Hüftregion betroffen. Gerade
bei älteren Menschen gipfelt die Behandlung häufig in das Einsetzen eines
künstlichen Hüftgelenkes.  Das ist zwar eine heutzutage häufig
durchgeführte Operation und damit in der Geriatrie Routine, allerdings
treten bei älteren Patienten durchaus Komplikationen in der anschließenden
Genesung und Rehabilitation auf. „Hier entstehen Versorgungslücken, die
geschlossen werden müssen“, erklärt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer
Vorstand des Universitätsklinikums Dresden. „Diese Folgebehandlungen sind
in der Spitzenmedizin kapazitär nicht sinnvoll aufgehoben, weshalb wir
hier eine, auf den Kompetenzen beider Häuser basierende, Partnerschaft
angestrebt haben.“

Die nun etablierte Kooperation der Fachklinik Radeburg und des
Universitätsklinikums Dresden setzt genau hier und auch gerade in Sachsen
an, einem der Bundesländer mit dem höchsten Durchschnittsalter von 46,9
Jahren. „Nach der Operation und der anschließenden Wundversorgung, können
betroffene Patienten in die geriatrische Fachklinik in Radeburg verlegt
werden“, so Prof. Lorenz Hofbauer, Ärztlicher Direktor des Zentrums für
Altersmedizin der Fachklinik Radeburg und Leiter des Zentrums für Gesundes
Altern am Universitätsklinikum Dresden. „In Radeburg werden die
frischoperierten Patientinnen und Patienten professionell weiterversorgt
und nach Möglichkeiten wieder mobilisiert.“ Gerade in der Geriatrie kann
dies ein aufwändiger und vor allem zeitintensiver Prozess sein.
Patientinnen und Patienten müssen lernen, das künstliche Hüftgelenk zu
belasten, es müssen Muskelgewebe auf- und Unsicherheiten abgebaut werden.
„Die Patientinnen und Patienten sollten in erster Linie wieder gangsicher
werden, damit sie später in ihrem Umfeld wieder mobil sein können“, so
Prof. Hofbauer. „Genau hier ist die Fachklinik Radeburg ein erfahrener,
verlässlicher, leistungsfähiger und kompetenter Partner in der Versorgung
einer alternden Bevölkerung.“

Die Fachkliniken Radeburg setzen mit der Kooperation einen weiteren
Meilenstein auf dem Weg zur Zertifizierung als alterstraumatologisches
Zentrum gemäß des Bundesverbandes Geriatrie e.V.. Anhand dieser Evaluation
werden zertifizierte und qualifizierte Prozesse nachgewiesen, die sich an
für die Geriatrie spezifischen, verbindlichen Standards ausrichten und
unabhängig geprüft werden. „Wir schätzen diese Kooperation sehr, die in
dieser Qualität eine Benchmark darstellt“, so Prof. Klaus-Dieter Schaser,
Ärztlicher Direktor des UniversitätsCentrums für Orthopädie, Unfall- und
Plastische Chirurgie (OUPC), das er gemeinsam mit Prof. Klaus-Peter
Günther leitet. „Es ist eine klassische Win-Win Situation. Die
geriatrischen Patientinnen und Patienten profitieren von unserer
chirurgischen und orthopädischen Expertise sowie der hier vorhandenen
hochschulmedizinischen Infrastruktur. Sie werden nach dem Eingriff schnell
in eine spezialisierte Nachsorge überführt, um wiederum Kapazitäten für
andere chirurgisch-orthopädische Eingriffe freizumachen. Davon profitieren
beide Standorte und vor allem die Patientinnen und Patienten.“ Zudem ist
angedacht, die Kooperation beider Kliniken weiter auszubauen.
„Perspektivisch könnte die Zusammenarbeit auch auf geriatrische
Patientinnen und Patienten mit ausversorgten plastisch-chirurgisch
rekonstruierten Immobilisationsschäden ausgedehnt werden“, so Prof. Adrian
Dragu, Direktor für Plastische und Handchirurgie am OUPC.

Bereits im Oktober werden die ersten Patientinnen und Patienten, die
aufgrund einer proximalen Fremurfraktur am Universitätsklinikum Dresden
behandelt wurden, in die Fachklinik Radeburg zur Weiterbehandlung und
Rehabilitation überwiesen.

Fachkliniken Radeburg und Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden –
Eine bisher einmalige Kooperation im Freistaat Sachsen

Beide Einrichtungen kooperieren seit vielen Jahren auf dem Gebiet der
Altersmedizin, was bislang einmalig und beispielgebend im Freistaat
Sachsen ist. Die klinische Versorgung erfolgt hierbei auf höchstem
Qualitätsniveau patientenorientiert, klinikübergreifend und
versorgungsintegriert. Sie wird durch eine umfassende Nachsorge,
engmaschige Untersuchungen und spezialisierte Therapien auf die jeweilige
Situation der Patientinnen und Patienten abgestimmt. Die enge Kooperation
baut auf den drei Säulen Akutgeriatrie, Rehabilitation und
Weiterbehandlung in der Tagesklinik auf.