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„Die Digitalisierung der Religion – bisher kaum erforscht“

Plakat zum Themenjahr
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Plakat zum Themenjahr "Die Digitalisierung der Religion" Exzellenzcluster "Religion und Politik"

Neues Themenjahr am Exzellenzcluster „Religion und Politik“ über Religion
in digitalen Welten – Virtuelle Gebete, Online-Beichtstühle, Fatwas im
Web: Forschungen über neue Formen religiöser Zugehörigkeit – Digital
Humanities erweitern die Religionsforschung – Ab 24.10. Programm mit
Werkstattberichten, Webquest, Podien, Vortrags- und Filmreihen

Die Digitalisierung der Religion steht im Mittelpunkt des Themenjahres
2023/24 am Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der Universität
Münster. „Das Feld ist noch wenig erforscht, obwohl Digitalisierung die
Gesellschaft umfassend verändert – auch in der Religion und
Religionsforschung“, sagt die Ägyptologin und Themenjahrkoordinatorin
Prof. Dr. Angelika Lohwasser. Ab 24. Oktober wird in vielfältigen Formaten
beleuchtet, wie digitale Instrumente die Religionsforschung um innovative
Ansätze erweitern können. Außerdem gilt das Augenmerk der Religion in
digitalen Welten. „Ob digitale Gebete, Online-Beichtstühle oder Fatwas im
Internet: Traditionelle Religionsgemeinschaften erproben Formen in Web und
Social Media, Apps und AI. Zugleich verbreiten neue ideologische
Bewegungen Verschwörungstheorien mit religiösen Versatzstücken im Web.
Solche Formen der Zugehörigkeit, aber auch der Mobilisierung sind bisher
kaum untersucht.“

Das Themenjahr präsentiert in Werkstattberichten, Webquests,
Vortragsreihen, Film- und Diskussionsabenden aktuelle Forschungen aus dem
Exzellenzcluster, es lässt Forschende vieler Fächer zu Wort kommen und
bringt sie untereinander sowie mit religiösen Gruppen und Bürgerinnen und
Bürgern ins Gespräch. Das Jahresprogramm, das mit dem Center for Digital
Humanities (CDH) der Uni Münster entstand, trägt den Titel „Die
Digitalisierung der Religion. Teilhabe und Zugehörigkeit in einer
vernetzten Welt“. Angelika Lohwasser, die die Digital Humanities-Projekte
am Exzellenzcluster koordiniert, entwickelte es mit den Historikern Prof.
Dr. Jan Keupp und Dr. Marcel Bubert, Kommunikationswissenschaftler Prof.
Dr. Thorsten Quandt, Ethnologin Prof. Dr. Dorothea Schulz und SCDH-Leiter
Dr. Jan Horstmann.

Den Auftakt am 24.10. macht ein öffentlicher Vortrag zum Thema
„Abstellgleis oder Überholspur? Theologische Forschung in den Bahnen der
Digital Humanities“ von PD Dr. Frederike van Oorschot und Dr. Christopher
Nunn aus der evangelischen Theologie. (Der Vortrag im Hörsaal JO 1,
Johannisstraße 1, 48143 Münster beginnt um 16.15 Uhr. Anmeldung zur Zoom-
Teilnahme unter veranstaltungenEXC@uni-muenster.de.) Ab 7.11. folgt die
Reihe „Werkstattberichte aus den Digital Humanities“ (mit Webquest), in
der Mitglieder des Exzellenzclusters Projekte vorstellen, darunter die
Kirchenhistoriker Prof. Dr. Hubert Wolf und Prof. Dr. Holger Strutwolf,
der Judaist Prof. Dr. Lutz Doering, die Historikerinnen Prof. Dr. Ines
Weinrich und PD Dr. Felicity Jensz.

Damit steht im Wintersemester 2023/24 im Themenjahr der Einsatz digitaler
Mittel für Religion und deren Erforschung im Mittelpunkt. „Die DH-
Instrumente eröffnen neue Erkenntnisse über historische Quellen, religiöse
Schriften und materielle Kulturgüter. Die Digital Humanities erschließen,
edieren und analysieren sie“, erläutert Angelika Lohwasser. „Verknüpft mit
geographischen, personalen und kulturellen Daten, entfaltet sich ein
weltweites Wissensnetz.“

Im Sommersemester 2024 lenkt das Themenjahr den Blick auf vielfältige
religiöse Praktiken in digitalen Welten. Religiöse Organisationen,
Autoritäten und Gruppierungen gehen unterschiedlich mit den Möglichkeiten
der Digitalisierung um, das Spektrum reicht von einem widerständigen
Verharren im Analogen bis zum umfassenden Einsatz von Social Media, Apps
und Künstlicher Intelligenz, wie Kommunikationswissenschaftler Prof. Dr.
Thorsten Quandt darlegt.  Die Themen der Vorträge und Diskussionen reichen
von „Religion und Gaming“ bis zu islamischen Social-Media-Praktiken in
Südostasien. Eine Filmreihe unter dem Titel „Digital und transhuman?“
zeigt, wie die Popkultur die Durchdringung von Religion und Digitalität
thematisiert. (vvm/tec/fbu)