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Deutsche Leberstiftung zum Jahreswechsel: So wird das neue Jahr lebergesund

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Jeder dritte Deutsche gibt an, für das Jahr 2024
Neujahrsvorsätze zu fassen. Wie immer sind in der Rangliste diese
Klassiker ganz oben: gesünder ernähren, mehr Sport treiben und Gewicht
reduzieren. Doch allzu häufig wird bereits im Januar der vertraute,
ungesunde Lebensstil mit den alten Gewohnheiten wieder aufgenommen – und
oftmals macht das unter anderem das lebenswichtige Organ Leber krank. Die
Deutsche Leberstiftung nimmt den Jahreswechsel zum Anlass, über die
Lebergesundheit zu informieren und gibt Tipps zum erfolgreichen
Durchhalten einer Lebensstiländerung.

„Eine Angewohnheit kann man nicht aus dem Fenster werfen. Man muss sie die
Treppe hinunterprügeln, Stufe für Stufe.“ Dieses Zitat des amerikanischen
Schriftstellers Mark Twain umschreibt, wie schwierig es ist, liebgewonnene
und bequeme Angewohnheiten zu verändern. Was Mark Twain so bildhaft
beschreibt, bestätigt sich beim Blick auf die Zahlen für Übergewicht und
Adipositas (starkes Übergewicht) in Deutschland. Obwohl die Vorsätze, sich
gesünder zu ernähren, mehr Sport zu treiben und Gewicht zu reduzieren in
jedem Jahr zu den meist genannten zählen, werden die Deutschen immer
dicker: Nach Angaben der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG) sind
hierzulande rund zwei Drittel der Männer und die Hälfte der Frauen
übergewichtig. Stark übergewichtig (adipös) ist circa ein Viertel der
Erwachsenen. Auch immer mehr Kinder und Jugendliche sind übergewichtig
oder adipös.

Übergewicht und Adipositas sind keine „optischen oder kosmetischen
Probleme“, sie sind Risikofaktoren für weitere Erkrankungen und
Gesundheitseinschränkungen wie der Entstehung einer Metabolischen
dysfunktions-assoziierten steatotischen Lebererkrankung (Metabolic
Dysfunction-associated Steatotic Liver Disease – MASLD, bislang als nicht-
alkoholische Fettlebererkrankung – NAFLD bezeichnet). MASLD ist bei
Erwachsenen und Kindern die am stärksten zunehmende Lebererkrankung in
Deutschland. Wenn sich die geschädigte Leber entzündet, spricht man von
einer Metabolischen dysfunktions-assoziierten Steatohepatitis (Metabolic
dysfunction-associated steatohepatitis – MASH, vormals als nicht-
alkoholische Steatohepatitis – NASH bezeichnet). Bei den meisten
chronischen Lebererkrankungen ist das Risiko einer Tumorbildung im Stadium
einer Leberzirrhose erhöht: Es kann sich ein Leberzellkrebs entwickeln
(Hepatozelluläres Karzinom, HCC). Bei der MASH kann Leberzellkrebs jedoch
schon auftreten, bevor eine Zirrhose vorliegt.

Doch es gibt auch einen positiven Aspekt bei Erkrankungen des
lebenswichtigen Organs: Die Leber kann sich relativ schnell wieder
erholen, wenn sie noch nicht stark entzündet und nicht vernarbt ist. „Es
gibt noch keine pharmakologische Therapie, das Forschungsgebiet MASLD ist
ein sehr dynamisches Feld und aktuell sind viele Medikamente in der
Entwicklung. Der Grundbaustein der Therapie einer MASLD liegt in der
Lebensstiländerung. Wichtig bei einer Umstellung von Ess- und
Bewegungsgewohnheiten ist, dass man zunächst mit kleinen Veränderungen
beginnt, die realistisch und erreichbar sind. Möglichst wenig
hochverarbeitete Lebensmittel, Softdrinks und Fast Food verzehren, die
alle sehr viel Zucker, Fett und Salz oder schnell verfügbare Kohlenhydrate
beinhalten. Empfehlenswert ist beispielsweise eine traditionell-
mediterrane Ernährung mit Gemüse, Früchten, Nüssen, Getreide und Fisch“,
erklärt Prof. Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen
Leberstiftung, und gibt Tipps für mehr Bewegung im Alltag: „Es gibt fast
immer alternative und gesündere Fortbewegungsmöglichkeiten, beispielsweise
kann man die Treppe anstatt den Lift wählen, mit dem Rad zur Arbeit fahren
oder zu Fuß gehen. Und im Büro kann man – wenn möglich – beim Telefonieren
herumgehen und anstatt die Kollegin anzurufen, bringt ein persönlicher
Besuch in ihrem Büro zusätzliche Bewegungseinheiten. Und für die
Joggingrunde oder den Spaziergang sollte man sich verabreden, das erhöht
die Motivation und senkt die Ausfallquote.“

Eine weitere Versuchung und gleichzeitig ein Gesundheitsrisiko sind die
kleinen Snacks zwischendurch. Wer kennt nicht den Griff in die
Schreibtischschublade, um im stressigen Büroalltag den Heißhunger auf
Süßes zu befriedigen? Anfang Dezember 2023 meldete das Statistische
Bundesamt unter der Rubrik „Zahl der Woche“, dass im Jahr 2022 fast 13
Kilo Schokolade pro Kopf produziert und wahrscheinlich auch verzehrt
wurden. Diese Schokoladenmenge entspricht in etwa zweieinhalb Tafeln
wöchentlich pro Kopf. Auch beim Zwischendurch-Snack ist es wichtig, sich
selbst ehrlich zu beobachten und bewusst eine Alternative zu einer der
kleinen Kalorienbomben zu wählen: Beispielsweise kann auch der Verzehr
eines Apfels, einer Karotte oder Gurke als Snack dienen.

Und für alle Kaffee-Fans hat der Leberexperte Prof. Manns noch eine gute
Nachricht: „Studien zeigen, dass Kaffee die Leberfunktion unterstützt und
schützt. Kaffeekonsum ist sogar zur Empfehlung in den Leitlinien der
Fachgesellschaften geworden. Er senkt das Risiko für das Metabolische
Syndrom und die Entstehung einer MASLD, die Entwicklung einer
Leberzirrhose sowie die Entstehung von Leberzellkrebs bei allen
Lebererkrankungen. Um diese Wirkung zu erreichen, müssen mindestens vier
Tassen Kaffee pro Tag getrunken werden.“

Offensichtlich ist es gar nicht so schwer, im Jahr 2024 ein lebergesundes
Leben zu führen. Weitere Unterstützung, Informationen und Ernährungstipps
bieten diese beiden Bücher der Deutschen Leberstiftung: „Das große
Kochbuch für die Leber“ (ISBN 978-3-8426-3100-7) und „Das Leber-Buch“
(ISBN 978-3-8426-3043-7).

Rezensionsexemplare können über <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.> angefordert werden.

Deutsche Leberstiftung

Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen
und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung durch
Forschungsförderung, Forschungsvernetzung und wissenschaftliche Projekte
zu verbessern. Mit intensiver Öffentlichkeitsarbeit steigert die Stiftung
die öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen, damit diese früher
erkannt und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet
außerdem Information und Beratung in medizinischen Fragen. Auf der Website
finden Sie umfangreiche Informationen sowie Bildmaterial für Betroffene,
Interessierte, Angehörige der Fachkreise und Medienvertreter: https://www
.deutsche-leberstiftung.de.