Weniger CO2, mehr Wirtschaftlichkeit: Klimaschutzpotenziale in der Milchviehhaltung

Die HAW Kiel untersuchte 250 CO2e-Fußabdrücke schleswig-holsteinischer
Milchviehbetriebe und zeigt: Bis zu 15 % Emissionsreduzierung je Kilogramm
Milch sind möglich – und die Hälfte der Maßnahmen spart Kosten. Im von der
EKSH geförderten Projekt „Inwertsetzung von CO2e-Reduzierungen“ wurden
Fütterungsverbesserungen, längere Nutzungsdauer, effizientes
Düngermanagement, Futterzusatzstoffe und Ökostrom analysiert. Ergebnisse
werden am 3. September 2026 im Osterrönfelder Agrarforum Spezial
vorgestellt. Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit sind laut Projektleiter
Prof. Holger Thiele kein Widerspruch.
Die HAW Kiel untersucht 250 CO2e-Fußabdrücke von Milchviehbetrieben in
Schleswig-Holstein und zeigt: Bis zu 15 Prozent Emissionsminderung sind
möglich – die Hälfte der untersuchten Maßnahmen kann Kosten sparen. Die
Ergebnisse des von der Gesellschaft für Energie- und Klimaschutz
Schleswig-Holstein (EKSH) geförderten Projekts werden beim Osterrönfelder
Agrarforum Spezial präsentiert.
Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit müssen in der Milchviehhaltung kein
Widerspruch sein. Das zeigt das zweijährige Praxisprojekt „Inwertsetzung
von CO2e-Reduzierungen in der Milchwirtschaft“ des Fachbereichs
Agrarwirtschaft der HAW Kiel. Für die Untersuchung hat das Team um
Projektleiter Prof. Holger Thiele insgesamt 250 CO2e-Fußabdrücke von
schleswig-holsteinischen Milchviehbetrieben betrachtet. In
Modellberechnungen wurden verschiedene Maßnahmen untersucht und ökonomisch
bewertet. Dazu zählen unter anderem Verbesserungen beim
Fütterungsmanagement und bei der Futterqualität, eine längere
Nutzungsdauer der Tiere, Wirtschaftsdüngermanagement, Futterzusatzstoffe
und der Einsatz von Ökostrom. Das Ergebnis ist für die Praxis besonders
relevant: Durch geeignete Minderungsstrategien lässt sich der CO2e-Ausstoß
kalkulatorisch um bis zu 15 Prozent je Kilogramm Milch reduzieren.
Gleichzeitig führt rund die Hälfte der untersuchten Maßnahmen zu
Kosteneinsparungen. „Die große Spannbreite der CO2e-Fußabdrücke zeigt,
dass es individuelle Minderungsstrategien für die einzelnen Betriebe
braucht. Mit der Ergebnispräsentation tragen wir die Erkenntnisse nun
direkt in die Praxis, um Klimaschutz in der Milchwirtschaft Schritt für
Schritt stärker zu verankern", so Prof. Holger Thiele.
Klimaschutz als wirtschaftliche Chance
Klimaschutz kann sich für Milchviehbetriebe damit unter bestimmten
Bedingungen auch wirtschaftlich lohnen. Warum werden solche Maßnahmen
dennoch nicht automatisch umgesetzt? Das Projekt hat neben den technischen
und ökonomischen Möglichkeiten auch mögliche Hemmnisse betrachtet. Dazu
zählen unter anderem wirtschaftlicher Druck, Beratungsbedarf, Risikoscheu
und fehlende Vergleichsmöglichkeiten. Ein weiterer Schwerpunkt des
Projekts war die Frage, wie die von Betrieben erbrachten CO2e-Minderungen
künftig in Wert gesetzt und innerhalb der Milchwirtschaft honoriert werden
können.
„Klimaschutz in der Landwirtschaft endet nicht bei der Erzeugung
erneuerbarer Energien. Gerade in der Milchwirtschaft gibt es weitere
Potenziale, Emissionen zu reduzieren und gleichzeitig wirtschaftliche
Chancen für die Betriebe zu schaffen“, sagt Dr. Thies Popp von der
Gesellschaft für Energie und Klimaschutz (EKSH), die das Projekt
finanziert hat.
Ergebnispräsentation
Gemeinsam mit den Projektpartnern Nordseemilch eG, Lactoprot GmbH und
Molkerei Struvenhütten eG werden die Projektergebnisse am Donnerstag, 3.
September 2026, von 11:00 bis 12:45 Uhr am Fachbereich Agrarwirtschaft der
HAW Kiel in Osterrönfeld vorgestellt. Die kostenfreie Veranstaltung findet
im Claus-Heller-Haus, Grüner Kamp 11, 24383 Osterrönfeld, statt.
Anmeldungen sind bis zum 1. September 2026 per E-Mail an marie-
