Hochschule Hannover erforscht klimafreundliches Bierbrauen mit Solaranergie und Wärmepumpe

Mit erneuerbaren Energien statt fossiler Brennstoffe: Forschende der
Hochschule Hannover entwickeln ein innovatives Energiesystem, das den
Brauprozess klimafreundlicher machen soll. Das Projekt „RenewBrew“
verbindet moderne Wärmepumpentechnologie mit Solarenergie und könnte
künftig auch in vielen weiteren Industriezweigen zum Einsatz kommen.
Wie lässt sich Bier künftig klimafreundlicher brauen? Dieser Frage widmet
sich das innovative Forschungsprojekt „RenewBrew“, das Anfang des Jahres
am Forschungszentrum Energie – Mobilität – Prozesse der Hochschule
Hannover (HsH) gestartet ist. Ziel ist es, ein nachhaltiges Energiesystem
zu entwickeln, das den für den Brauprozess benötigten Wasserdampf künftig
weitgehend ohne fossile Energieträger erzeugt.
Im Zentrum des Projekts steht die Entwicklung eines Systems aus
Hochtemperaturwärmepumpen, Wärmespeichern, Photovoltaik und
konzentrierender Solarthermie, bei der die Sonnenstrahlen mithilfe
spezieller Spiegel gebündelt werden, um hohe Temperaturen zu erzeugen.
Gemeinsam ermöglichen die Technologien die Bereitstellung von Wasserdampf
mit Temperaturen deutlich über 100 Grad Celsius – ein zentraler
Bestandteil des Brauprozesses.
Eine nahezu autarke und treibhausgasfreie Wärmeversorgung
Aktuell entsteht an der Hochschule Hannover eine wissenschaftliche
Testanlage. Auf dieser Grundlage wird anschließend ein Demonstrator für
das Norderneyer Brauhaus entwickelt und dort installiert. Die entwickelte
Technologie könnte künftig nicht nur in Brauereien, sondern auch in
zahlreichen anderen Industriebereichen eingesetzt werden, in denen
Prozesswärme und Wasserdampf bislang überwiegend mit Erdgas erzeugt
werden. Durch die Nutzung von Solartherme zur Wärmeerzeugung und
Photovoltaik zur Stromversorgung der Hochtemperaturwärmepumpen eröffnet
sich perspektivisch die Möglichkeit einer nahezu vollständig autarken und
treibhausgasfreien Wärmeversorgung.
Neben Anwendungen im Brauereiwesen besitzt die Technologie großes
Potenzial für zahlreiche weitere Industriezweige, in denen Prozesswärme
und Wasserdampf bislang überwiegend durch Erdgas erzeugt werden. Damit
leistet das Projekt nicht nur einen Beitrag zum Klimaschutz, sondern
adressiert zugleich wirtschaftliche Herausforderungen kleinerer
energieintensiver Betriebe. Langfristig könnten Unternehmen ihre
Abhängigkeit von fossilen Energieträgern reduzieren und Produktionskosten
senken.
Forschungsprojekt läuft bis Ende 2028
Das Forschungsprojekt läuft vom 01.01.2026 bis zum 31.12.2028 und wird mit
insgesamt 1.088.153,29 Euro gefördert. Fördermittelgeber sind das
Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), die
Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) im Rahmen des Programms „Forschung
an HAW“.
Projektleiter ist Prof. Dr. Lutz Meyer aus der Fakultät II der Hochschule
Hannover. Zusammen mit Kolleginnen und Kollegen des Forschungszentrums
bearbeitet er das Projekt. „Die Kopplung von Solarthermie und
Hochtemperaturwärmepumpe eröffnet neue Synergien und ermöglicht
signifikante Effizienzsteigerungen. Wir freuen uns, dieses Potenzial nun
für einen konkreten Anwendungsfall zu untersuchen und zu realisieren.
Gerade für die Dekarbonisierung der Prozesswärmeerzeugung in kleinen
Leistungsbereichen fehlen bislang praktikable Lösungen. Mit diesem Projekt
möchten wir einen nachhaltigen Beitrag zur industriellen Wärmewende
leisten“, so Meyer.
Neben dem Norderneyer Brauhaus und seinem Geschäftsführer Tobias Pape ist
die Firma Jaske & Wolf Verfahrenstechnik unter der Leitung von Wolfgang
Jaske als weiterer externer Projektpartner maßgeblich an der Umsetzung des
Projekts beteiligt. Als hochschulinterne Partnerin ist aus der Fakultät IV
der HsH (Wirtschaftswissenschaften) Prof. Dr. Nadja Kiehne im Projekt
aktiv und leitet die ökonomischen Betrachtungen.
erstellt mit KI-Unterstützung
Im Nachgang wurde KI zum Redigieren des Textes genutzt.
