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Senkrechtpflanzer haben Anteil an künftiger Lebensmittelproduktion“

Alternative Produktionssysteme zur Versorgung der wachsenden
Weltbevölkerung mit gesunden, nährstoffreichen und nachhaltig produzierten
Lebensmitteln ernten aktuell viel Aufmerksamkeit. Senthold Asseng,
Professor für Digital Agriculture an der Technischen Universität München
(TUM) spricht im Interview über den noch neuen Denkansatz des Vertical
Farmings, die Landwirtschaft der Zukunft unter vollkommen kontrollierten
und automatisierten Bedingungen stattfinden zu lassen.

Professor Asseng, Vertical Farming ermöglicht eine Lebensmittelproduktion,
die komplett von Boden und äußeren Klimaeinflüssen entkoppelt ist. Welche
Möglichkeiten und Chancen sehen Sie bei diesem Indoor-Anbausystem?

Der Anbau der Pflanzen erfolgt innerhalb von Räumen, deren Größe von
kleinen Kästen, die man sich ins Büro oder Haus stellen kann, bis hin zu
industriellen Werkhallen mit mehreren Tausend Quadratmetern Anbaufläche
reicht. Vertical Farming bietet das Potential, auf einem Hektar Fläche in
bis zu 100 Schichten Pflanzen senkrecht übereinander anzubauen und dabei
auch landwirtschaftliche Fläche zu sparen.

Das klingt revolutionär. Was wären denn weitere konkrete Vorteile dieser
Anbaumethode?

Vertical Farming erlaubt mehrfache Ernten einer Kultur pro Jahr und kann
wesentlich zur Ernährungssicherheit auf der Welt beitragen. Wenn wir die
äußeren Rahmenbedingungen für die Pflanze im geschlossenen und von der
Außenwelt abgeschirmten System optimieren, kann bis zu 90 Prozent an
Wasser eingespart und auch auf chemischen Pflanzenschutz verzichtet
werden.

Der Ertrag kann durch optimale Versorgungs- und Wachstumsbedingungen um
ein Vielfaches erhöht werden. Dazu gehört eine hohe Technisierung, zum
Beispiel durch vollautomatisches Transportieren der Pflanzen innerhalb der
Räume sowie Licht und Bewässerungssysteme. Der Betriebsaufwand kann so auf
ein Minimum zurück gefahren werden.

Wo sehen Sie noch Hindernisse und Herausforderungen?

Vertical Farming benötigt bisher sehr viel Energie. Dies macht es für die
klassische Landwirtschaft mit Getreideanbau zunächst nicht rentabel, auch
wenn bei Weizen eine bis zu 6000-fach höhere Jahreserntemenge auf einem
Hektar Ackerboden durchaus denkbar wäre.

Ich sehe hier ein großes Potential beim Anbau von Pharma- und
Eiweißpflanzen. Die Qualität, wie auch der Nährstoffgehalt und der
Geschmack, lassen sich im Vertical Farming genau steuern. Neue
Pflanzensorten, extra für diesen Anbau gezüchtet, bringen
vielversprechende Ansätze in der Qualität. Fest steht, dass Pflanzen
rentabel produziert werden müssen.

Wo sehen Sie den größten Forschungsbedarf?

Da gibt es schon noch einige Fragen mit großem Forschungsbedarf. Welche
Faktoren begrenzen zum Beispiel das Pflanzenwachstum im Vertical Farming?
Und es geht auch um die Einsparung und effiziente Verwertung von Energie.
Wenn wir diese offenen Fragen beantworten können, können wir in diesen
Indoor-Anlagen Energie durch Anbau und Ernte der Pflanzen veredeln.

Bislang wird Vertical Farming im Gemüseanbau eingesetzt. Wird diese
Indoor-Variante auch den Pflanzenbau auf dem Acker irgendwann ersetzen?

Der Erfolg des Vertical Farmings hängt davon ab, dass die Produkte daraus
den Markt erfolgreich erobern. Da spielt die Verbraucherakzeptanz eine
große Rolle. Hier müssen wir den Menschen eventuelle Vorbehalte nehmen.
Dies kann nur durch Transparenz und Wertschätzung erfolgen. Ebenso
brauchen wir Landwirtinnen und Landwirte, die Vertical Farming für sich
nutzen wollen. Sie haben das wichtige Know-how im praktischen Anbau und
bringen viel Pflanzensystemerfahrung mit. Daher sollten sie in die
Weiterentwicklung der Vertical Farming-Technologien einbezogen werden.

Ich sehe eine große Chance des Vertical Farmings für die Herstellung
gesunder und nachhaltiger Lebensmittel. Die klassische Landwirtschaft auf
dem Acker wird sie jedoch nicht komplett ersetzen können. Aber die
Senkrechtpflanzer können und werden in der Zukunft einen wesentlichen
Anteil in der Lebensmittelproduktion ausmachen.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Senthold Asseng
Technische Universität München
Direktor des Hans Eisenmann-Forums für Agrarwissenschaften
Professur für Digital Agriculture
Liesel-Beckmann-Str. 2
85354 Freising
Tel: 08161 71 - 3464
senthold.asseng(at)tum.de

Originalpublikation:
Asseng S. et al. (2021): Implications of new technologies for future food
supply systems. In: The Journal of Agricultural Science 159, 315-319.
https://doi.org/10.1017/S0021859621000836


Asseng S. et al. (2020): Wheat yield potential in controlled-environment
vertical farms. In: PNAS 117 (32) 19131-19135.
https://doi.org/10.1073/pnas.2002655117

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FIZ Karlsruhe und Landesarchiv Baden-Württemberg gestalten den digitalen Wandel

Innovative Kooperationsprojekte sollen neue Maßstäbe für die
wissenschaftliche Archivierung setzen und die Forschungsinfrastruktur
substanziell voranbringen.

Karlsruhe, 12. April 2022 — Der digitale Wandel bietet große Chancen für
Archive, stellt sie aber auch vor erhebliche Herausforderungen. Denn
Archivnutzung im digitalen Zeitalter heißt: Recherche und Online-
Verarbeitung von Archivalien von jedem Ort zu jeder Zeit. Dazu müssen
jedoch vielfältige Voraussetzungen für die Übernahme, Erschließung,
Verwaltung, Digitalisierung, Bestandserhaltung und den
zielgruppengerechten Zugang zu den Dokumenten geschaffen werden.

Das Landesarchiv Baden-Württemberg und FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut
für Informationsinfrastruktur wollen die Vision digitaler
Forschungsarchive Realität werden lassen. Dazu haben die beiden
renommierten Infrastruktureinrichtungen nun einen Kooperationsvertrag
geschlossen, der die erfolgreiche Zusammenarbeit weiter vertiefen soll. So
entstand beispielsweise gemeinsam mit weiteren Partnern das Archivportal-D
als deutschlandweites Rechercheportal mit Beständen aus mehr als 400
Archiven. Derzeit entwickeln beide Partner eine einfach zu nutzende
Erschließungssoftware für kleine und mittlere Archive. Die Kombination aus
archivischer Kompetenz und strategischer Vernetzung auf Seiten des
Landesarchivs Baden-Württemberg und der Stärke von FIZ Karlsruhe im
Bereich der Softwareentwicklung und Forschung schafft erhebliche
Synergien. Sie kommt allen Institutionen zugute, die sich der Bewahrung
und Präsentation des Kulturerbes verschrieben haben. Nächster Schritt ist
die gemeinsame Entwicklung eines neuartigen Archivischen
Fachinformationssystems (AFIS), mit dem die technische Grundlage der
Archivarbeit erstmals von Beginn an digital gedacht wird: „AFIS Next
Generation“ dient der Erschließung, Verwaltung und Präsentation von
Archivgut — mit Kartenmodul, Linked Data, User generated Content und KI-
Funktionen. Es soll intern sämtliche archivischen Arbeitsprozesse des
Landesarchivs unterstützen. Nach außen ermöglicht das neue AFIS eine
umfassende Onlinepräsentation sowie die Nutzung von Erschließungsdaten und
Digitalisaten.

Sabine Brünger-Weilandt, Geschäftsführerin und Direktorin von FIZ
Karlsruhe, betont die strategische Bedeutung: „Mit dieser Kooperation
betreten wir Neuland. Ich bin überzeugt, dass ein virtueller Lesesaal als
vernetzter Lern- und Arbeitsort eine Dimension der Archivnutzung aufzeigen
wird, die bisher nicht vorstellbar war. Für die Wissenschaft eröffnen sich
gänzlich neue Frage- und Erkenntnismöglichkeiten. Zugleich stärken wir
damit in umfassender Weise Citizen Science.“

Prof. Dr. Gerald Maier, Präsident des Landesarchivs Baden-Württemberg,
unterstreicht: „Unsere Zusammenarbeit geht über den konkreten Nutzen für
beide Partner hinaus. Die Ergebnisse sollen auf andere Einrichtungen,
nicht nur in Baden-Württemberg, ausstrahlen. Sie sollen neue Maßstäbe für
ein archivisches Informationssystem setzen und damit insgesamt für die
Arbeit der Archive und für die Sicherung und Bereitstellung unseres
kulturellen Erbes.”

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Kooperation im Bereich der digitalen
Langzeitarchivierung. Sie kann auf bestehenden, etablierten Services
aufbauen: So betreibt das Landesarchiv seit 2006 mit DIMAG (Digitales
Magazin) ein IT-System für die dauerhafte Erhaltung seiner digitalen
Archivalien. FIZ Karlsruhe wiederum ist Entwickler und Betreiber des
Forschungsdatenrepositoriums RADAR (Research Data Repository), das der
disziplinübergreifenden Archivierung und Veröffentlichung von
Forschungsdaten dient (https://radar.products.fiz-karlsruhe.de).

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite von FIZ Karlsruhe
(https://www.fiz-karlsruhe.de/de/forschung/e-research) sowie auf der AFIS-
Projektseite (https://www.landesarchiv-bw.de/de/landesarchiv/projekte
/afis-next-generation/73994
) des Landesarchivs Baden-Württemberg.

FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur ist eine
der führenden Adressen für wissenschaftliche Information und
Dienstleistung und Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Unsere Kernaufgaben
sind die professionelle Versorgung von Wissenschaft und Wirtschaft mit
Forschungs-    und    Patentinformation sowie die Entwicklung von
innovativen Informationsinfrastrukturen, z. B. mit den Schwerpunkten
Forschungsdatenmanagement, Wissensgraphen und digitale Plattformen. Dazu
betreiben wir eigene Forschung, kooperieren mit renommierten Universitäten
und Forschungsgesellschaften und sind international und interdisziplinär
vernetzt. FIZ Karlsruhe ist eine GmbH mit gemeinnützigem Charakter und
eine der größten außeruniversitären Einrichtungen ihrer Art.

Das Landesarchiv Baden-Württemberg sichert die archivalische Überlieferung
Baden-Württembergs und macht sie Interessierten zugänglich. Es übernimmt,
verwahrt, erhält und erschließt alle Unterlagen von den Behörden,
Gerichten und sonstigen Stellen des Landes von bleibendem Wert. Als
landeskundliches Kompetenzzentrum macht das Landesarchiv das Archivgut
allgemein nutzbar und wertet es aus. Es wirkt damit aktiv an der
kulturellen und historisch-politischen Bildung mit. Die Nutzung und
Vermittlung erfolgt sowohl vor Ort in den Staatsarchiven als auch über ein
umfassendes Online-Angebot.

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Ein Kind auf das Krankenhaus vorbereiten - aber wie?

Empfehlungen der Stiftung Kindergesundheit für den Fall, wenn ein
Klinikaufenthalt notwendig wird

Ein Krankenhausaufenthalt bedeutet für Kinder eine außergewöhnlich starke
Belastung: Das Kind wird oft zeitweise von seinen Eltern getrennt, kommt
in eine fremde Umgebung und wird von unbekannten Erwachsenen betreut. Die
vielen Instrumente und Untersuchungen werden als Bedrohung empfunden,
hinzu kommen noch Schmerzen und Krankheitsgefühl. Je jünger die Kinder
sind, desto weniger verstehen sie, was mit ihnen geschieht, desto
ängstlicher und unsicherer sind sie. Die Zahl der betroffenen Kinder ist
groß: Jedes Jahr ist für rund zwei Millionen Kinder und Jugendliche unter
18 Jahre ein Krankenhausaufenthalt erforderlich, berichtet die Stiftung
Kindergesundheit in ihrer aktuellen Stellungnahme.

„Wenn Kinder in ein Krankenhaus müssen, brauchen sie nicht nur eine
optimale und kindgerechte medizinische Versorgung“, betont Professor Dr.
Berthold Koletzko, Vorsitzender der Stiftung Kindergesundheit: „Darüber
hinaus ist es sehr wichtig, dass sie von geschulten Kinderkrankenpfleger
und gut ausgebildeten Kinderärzten betreut werden, andere Kinder um sich
haben, und so wenig wie möglich von ihren Eltern getrennt werden“.

Beim Kind bleiben, wenn es möglich ist
Kranke Kinder profitieren maßgeblich davon, wenn eine vertraute
Begleitperson während des Krankenhausaufenthaltes an ihrer Seite ist,
berichtet die Stiftung Kindergesundheit. Heute haben fast alle
Kinderkliniken und -stationen tägliche Besuchszeiten. In vielen
Krankenhäusern ist den ganzen Tag Besuch erlaubt. Fast jede
Kinderabteilung ist bereit, einen Elternteil mit aufzunehmen und wo dies
nicht möglich ist, behelfen sich manche Kliniken mit Extra-Häusern, wo
Mütter oder Väter zumindest in der Nähe wohnen.

Eltern können viel dazu beitragen, den Aufenthalt des Kindes in der Klinik
zu erleichtern, unterstreicht die Stiftung Kindergesundheit: Vor allem bei
kleinen Kindern unter etwa acht Jahren besteht nämlich die Gefahr, dass
sie sich im Krankenhaus ungeliebt, verlassen und bestraft fühlen. Dieser
Gefahr können Eltern begegnen, wenn sie das Kind behutsam auf das
Krankenhaus vorbereiten und jede Möglichkeit nutzen, im Krankenhaus bei
ihm zu sein.

Was das Kind über Krankenhäuser wissen sollte
Weiß ein Kind darüber Bescheid, was es in der Klinik erwartet, können
unbestimmte Angstgefühle bewusst gemacht und dadurch auch leichter
überwunden werden.

Das Kind sollte wissen, wozu ein Krankenhausaufenthalt nötig ist, am
besten schon bevor es dort aufgenommen werden muss, empfiehlt die Stiftung
Kindergesundheit. Dazu eignen sich Rollenspiele, Bilderbücher zum Thema,
oder auch eine Puppenstube, die zum Krankenhaus umgestaltet wird.

Am besten spricht man mit dem Kind über das Thema bereits in „gesunden
Zeiten“, wenn das Problem Krankheit und Krankenhaus nicht akut ist. Dann
fällt es leichter, entspannt und sachlich darüber zu sprechen, was ein
Krankenhaus ist und was dort geschieht. Dazu gehören:

•       Untersuchungen, zum Beispiel Blutdruck messen, Blut abnehmen,
Röntgen oder EKG.
•       Welche Maßnahmen oft gemacht werden, warum sie nötig sind und
welche unangenehmen Begleiterscheinungen eventuell damit verbunden sind.
•       Behandlungsmethoden, zum Beispiel Spritzen, Infusionen oder eine
Operation.
•       Beschreibung des Klinikalltags, wie frühes Wecken und ärztliche
Visite.

Kindgerechte Bücher oder Broschüren über das Thema Krankenhaus bieten eine
gute Gelegenheit, mit dem Kind darüber ins Gespräch zu kommen.

Eine weitere Möglichkeit ist das „Kinderklinik spielen“, zum Beispiel mit
Puppen oder anderen Figuren. Kinder freuen sich, wenn die Erwachsenen
dabei mitmachen, denn beim Spielen bietet sich die Chance, miteinander zu
reden.

Falls dies möglich ist, sollten die Eltern vor einer geplanten Aufnahme
zusammen mit dem Kind das Krankenhaus und die Station anschauen und mit
Pflegekräften sprechen. Viele Kliniken haben auch Broschüren mit
Informationen über die Abläufe, die zur Vorbereitung hilfreich sein
können.

Keine falschen Versprechungen, bitte!
Bei ihren Erklärungen sollten die Eltern weder übertreiben noch
verniedlichen, empfiehlt die Stiftung Kindergesundheit. Sie sollten mit
ihrem Kind ausführlich alles besprechen, auch Maßnahmen, die eventuell weh
tun. Notlügen und falsche Versprechungen können das Vertrauen des Kindes
erschüttern.

Bei der Aufnahme des Kindes sollten die Eltern das zuständige
Pflegepersonal auch über die Eigenarten und Vorlieben ihres Kindes
informieren. Hilfreich ist es, Wichtiges in kurzen Stichworten
übersichtlich aufzuschreiben und bei der Stationsaufnahme abzugeben, damit
es die betreuenden Pflegekräfte sehen können.

Auch die Schmusedecke muss mit
Wichtig ist auch, dem Kind etwas Vertrautes von zu Hause mit in die Klinik
zu geben. Die gewohnte Schmusedecke oder das abgegriffene Schlaftier
helfen dabei mehr als ein neues Spielzeug.

Das Wichtigste für das Kind bleibt aber die Gewissheit, dass die Eltern es
weiter liebhaben und es nicht verlassen haben, dass es ihm nach der
Behandlung im Krankenhaus besser gehen wird und dass es bald wieder nach
Hause kommt.

Diese Gewissheit können die Eltern durch tägliche, regelmäßige Besuche
vermitteln. Während diese Möglichkeit bei den meisten Kinderkliniken
besteht, müssen besonders in manchen Bereichen wie einigen Augen-, Hals-
Nasen-Ohren- und Hautkliniken, die auch Kinder betreuen, noch
Schwierigkeiten überwunden werden, räumt die Stiftung Kindergesundheit
ein.

Eltern sollten wissen: Mütter und Väter können sich in die Kinderklinik
mit aufnehmen lassen, sofern die räumlichen Bedingungen das erlauben. Sie
sollten aber bedenken: eine Klinik ist kein Hotel, und die Aufgabe der
Pflegekräfte ist nicht die Bedienung der Eltern, sondern die Betreuung der
kranken Kinder. Eltern sollten gerade angesichts des Personalmangels in
Kliniken nach Kräften versuchen, die Pflegekräfte zu unterstützen und
ihnen nicht zusätzliche Arbeit aufbürden.

Sowohl berufstätigte Mütter als auch Väter haben einen Anspruch auf
Freistellung durch den Arbeitgeber, betont die Stiftung Kindergesundheit.
Die Kosten für die Mitaufnahme eines Elternteils übernimmt die
Krankenkasse. Auch den Verdienstausfall muss sie übernehmen.

Das Problem: Wer kümmert sich um die Geschwister?
Wird eine Aufnahme des Kindes im Krankenhaus nötig, stehen Eltern
plötzlich auch vor einem weiteren akuten Problem: Wer betreut die anderen
Geschwister, versorgt die Restfamilie, wenn ein Elternteil mit dem Kind in
die Klinik muss?

Können für die Betreuung der restlichen Familienmitglieder keine
Großeltern, Verwandte oder Freunde einspringen, besteht die Möglichkeit,
bei Wohlfahrtsverbänden Hilfe zu holen. Auch die Unterstützung durch eine
Haushaltshilfe kann in bestimmten Fällen bei der Krankenkasse beantragt
werden.

Hier gibt es mehr Rat und Information:
Seit vielen Jahren setzt sich der gemeinnützige Verein „Aktionskomitee
KIND IM KRANKENHAUS“ (AKIK) für das Wohlergehen von kranken Kindern in
Krankenhäusern ein.

Der Verein informiert und unterstützt betroffene Kinder und Eltern vor,
während und nach einem Krankenhausaufenthalt und stellt dazu auf seiner
Webseite umfangreiche Informationen auch über die rechtlichen
Rahmenbedingungen bereit.

Im Internet zu erreichen unter www.akik.de

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Nominierte des Weltwirtschaftlichen Preises verkündet

Die Preisträger des Weltwirtschaftlichen Preises 2022 sind offiziell
benannt. Die Auszeichnung steht in diesem Jahr unter dem Leitmotiv:
Standortpolitik zwischen Staat und Markt. Der Weltwirtschaftliche Preis
soll einen Anstoß geben, die großen globalen Herausforderungen
grenzüberschreitend zu bewältigen. Er ist undotiert.

Das Kiel Institut für Weltwirtschaft verleiht den Weltwirtschaftlichen
Preis in diesem Jahr zusammen mit seinen Partnern, der Landeshauptstadt
Kiel und der IHK Schleswig-Holstein, mittlerweile zum 17. Mal.

Für ihre Verdienste um eine effiziente Standortpolitik sowie als Vordenker
einer weltoffenen, marktwirtschaftlichen und sozialen Gesellschaft sollen
folgende Preisträgerinnen und Preisträger geehrt werden:

Dr. Dalia Grybauskaitė, ehemalige Staatspräsidentin der Republik Litauen
und ehemalige EU-Kommissarin für Finanzplanung und Haushalt; Kategorie:
Politik.

Hans-Julius Ahlmann, geschäftsführender Gesellschafter der ACO-Gruppe;
Kategorie: Wirtschaft.

Prof. Ufuk Akcigit, Ph.D., University of Chicago; Kategorie: Wissenschaft.

Die Verleihung des Weltwirtschaftlichen Preises findet während der Kieler
Woche statt am Sonntag, 19. Juni 2022, im Haus der Wirtschaft der IHK zu
Kiel. Alle Preisträger werden persönlich erwartet.

­Die Preisträger werden aus dem Netzwerk des IfW Kiel vorgeschlagen und
schließlich von der Jury des Weltwirtschaftlichen Preises ausgewählt und
nominiert. Diese besteht unter anderem aus dem Vizepräsidenten des Kiel
Instituts für Weltwirtschaft Stefan Kooths, Kiels Oberbürgermeister Ulf
Kämpfer sowie dem Vizepräsidenten der IHK Schleswig-Holstein Knud Hansen.
Entsprechend ihrer Profession stehen die genannten Jurymitglieder für
den/die Preisträger/in der Kategorie Politik, Wirtschaft und
(Wirtschafts-)Wissenschaft Pate.

Zur Nominierung in der Kategorie Politik sagte Kämpfer: „Dalia
Grybauskaitė hat sich als hervorragende Haushaltspolitikerin,
entschlossene Krisenmanagerin, verantwortungsbewusste Staatspräsidentin
und engagierte Europäerin hervorgetan. Sie hat Litauen erfolgreich aus der
Finanzkrise geführt und in die Europäische Integration und auch die NATO
integriert. Ihre Weitsicht und Durchsetzungskraft sind bewundernswert.“

Hansen sagte über den kommenden Preisträger der Kategorie Wirtschaft:
“Hans-Julius Ahlmann ist eine starke Unternehmerpersönlichkeit und ein
engagierter Philanthrop. Er machte die ACO-Gruppe zu einem Global Player,
sogar zum Weltmarktführer in der Entwässerungstechnik. Nur wenige
Unternehmen geben ihrem Standort so viel zurück wie Ahlmanns ACO-Gruppe,
etwa über die von ihm initiierte und international viel beachtete NordArt
in Büdelsdorf.”

Kooths begründete die Nominierung in der Kategorie Wissenschaft wie folgt:
„Ufuk Akcigits Forschung zu Wirtschaftswachstum, Innovation und
Unternehmensdynamik findet weltweit Beachtung und bietet konkrete
Entscheidungsgrundlagen für die Politik. Er hilft etwa zu verstehen, warum
die Wirtschaft in Ostdeutschland bis heute hinter der westdeutschen
zurückbleibt. Ufuk Akcigit ist ein „Rising Star“ der
Wirtschaftswissenschaften.”


­Weitere Informationen über den Weltwirtschaftlichen Preis sowie die
nominierten Preisträger: https://www.ifw-
kiel.de/de/institut/veranstaltungen/preisverleihungen
/weltwirtschaftlicher-preis/
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