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Doppelte Preisverleihung an der EHB: Gräfin von der Schulenburg-Preis und DAAD-Preis an der EHB vergeben

Im Rahmen der hochschulweiten Veranstaltung ehb.forscht wurde am 9.
November der Gräfin von der Schulenburgpreis verliehen. Preisträgerin
Hannah Schwarz aus dem Studiengang Evangelische Religionspädagogik
untersuchte in ihrer Abschlussarbeit Jahresgespräche als
Entwicklungsinstrument im Pfarrberuf. Acht EHB-Absolvent*innen standen im
Präsentations-Wettbewerb. Erstmals erhielt im Rahmen der
Forschungsveranstaltung eine besonders engagierte internationale
Studierende den mit 1.000 Euro dotierten DAAD-Preis.

An der EHB wurde zum 15. Mal der „Gräfin von der Schulenburg-Preis“ für
die beste Arbeit eines Bachelor-Jahrgangs vergeben. Die hochschulweite
Auszeichnung 2021 ging im Rahmen von ehb.forscht an Hannah Schwarz,
Absolventin im Studiengang Evangelische Religionspädagogik und inzwischen
Masterstudentin der Hochschule. Im Wettbewerb standen acht nominierte
Absolvent*innen aus sechs Bachelorstudiengängen. Sie präsentierten in
jeweils zehnminütigen Vorträgen Forschungsarchitektur und  Ergebnisse
ihrer Thesis. Prämiert wurde der beste Vortrag, denn alle angemeldeten
Forschungsarbeiten wurden mit summa cum laude bewertet. Die Auswahl der
Beiträge spiegelte im Besonderen die gesellschaftliche Themenvielfalt der
SAGE-Hochschule wider: Neben Arbeiten zu "Queer im Alter" in der Pflege,
Sprachrassismus in der Kindheitspädagogik und einer qualitativen
Untersuchung zur klinischen Geburtsbetreuung, wurde eine Forschungsarbeit
zur Adhärenz in der Berliner Bevölkerung hinsichtlich COVID 19 Schutz- und
Präventionsmaßnahmen sowie eine kritische Untersuchung zu Anhörungen des
Kindes in familiengerichtlichen Verfahren vorgestellt. Nach den Vorträgen
verlieh die Referentin für Internationales an der EHB, Tanja Reith,
erstmals den DAAD-Preis an eine besonders engagierte internationale
Studentin. Ausgezeichnet wurde Agnieszka Pestka aus dem Studiengang
Soziale Arbeit.

Begrüßung und Moderation der zweistündigen Veranstaltung übernahm der
Rektor der EHB, Prof. Dr. Sebastian Schröer-Werner. Er betonte noch einmal
die Idee hinter ehb.forscht – das Sichtbarmachen von Forschung an
anwendungsorientierten Hochschulen und die herausragende Leistung der
Absolvent*innen.

In ihrer prämierten Abschlussarbeit untersuchte Hannah Schwarz Konzepte
von Jahresgesprächen in der Evangelischen Kirche Deutschlands. Ihre Frage
dahinter: Welches der anzuwendenden Jahresgespräche ist am besten
geeignet, Pfarrpersonen in den Herausforderungen ihres Selbstmanagements
und Rollenverständnisses zu unterstützen. Ausgangspunkt ist dabei der
Pfarrberuf im Spannungsfeld: Wie gehe ich mit Anforderungen an mich und
meine Arbeit um? Wie stärke ich meine Resilienz für die komplexen
beruflichen Herausforderungen? Gerade in sozialen Berufen sei es besonders
herausfordernd, Arbeit und Privates unter eine Hut zu bringen.

Ihren Forschungsfokus setzte Schwarz auf das Jahresgespräch, das
ursprünglich als Entwicklungsinstrument aus der Wirtschaft kommt. Dabei
verglich sie vertieft zwei Ansätze: zum einen das Konzept eines ziel- und
ergebnisorientieren Gespräches („Leading Objectivs“ der EKBO) und auf der
anderen Seite den Ansatz mit Blick auf die Arbeitsfähigkeit und
ganzheitliche Betrachtung der Person (Konzept „Arbeitsfähigkeit“ der
Evangelischen Landeskirche Bayern). Neben der Literaturrecherche flossen
auch geführte Expert*innengespräche in die Arbeit mit ein. Kriterien wie
Identifikation von persönlichen Leitbildern, das eigene Rollenverständnis
und die ganzheitliche Betrachtung sowie Gesundheitsaspekte standen
Aufgabenklarheit, Zielorientierung und dem Fokus auf Arbeitsergebnisse
gegenüber. Als ein Fazit kam sie zu dem Schluss, dass das Konzept
„Arbeitsfähigkeit“ mehr dem kirchlichen Anspruch gerecht wird, da es die
Person als Ganzes stärker in den Mittelpunkt stellt. Als weiteres Ergebnis
bietet die Arbeit erstmals eine vollständige Zusammenstellung kirchlicher
Leitfäden für Jahresgespräche; zudem flossen erste Ergebnisse aus der
Forschungsarbeit in einen zukünftigen Leitfaden der EKBO mit ein. Für
Interessierte wird die Forschungsarbeit in Kürze über den Datenbankserver
KiDoX abzurufen sein.

Zur Person

Hannah Schwarz wurde 1998 in Frankfurt/Oder geboren und wuchs in einer
Pfarrfamilie auf. Schon während der Kindheit verbrachte sie viel Zeit im
gemeindlichen Kontext und gestaltete verschiedenste Angebote mit.
Berufsbezogen liegen ihr die Mitarbeitenden der Kirche besonders am
Herzen, die, "viel Einsatz zeigten, aber dabei leider auch viel
Frustration, Resignation und Erschöpfung im Laufe ihres Engagements
erfahren". Im Studium setzte sie sich dann zunehmend mit dem Thema
"Leitung und Personalfürsorge" auseinander. Daraus entwickelte sich ihre
Bachelorarbeit mit der Fragestellung wie das Instrument "Jahresgespräch"
dabei helfen kann, im Pfarrberuf mit seinem breiten Spektrum der
Erwartungen und Rollen trotzdem gesund zu leben? Eine Frage, die in ihrem
späteren Arbeitsfeld, aber auch in anderen Leitungs- und Lebenssituation
relevant sein wird. Nach ihrem Masterstudium wird Hannah Schwarz ein
Vikariat beginnen.

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Eine Million Euro: Auszeichnung für die Entwicklung von künstlicher Photosynthese

Als einer von drei Preisträgern erhält Markus Antonietti den mit 1.000.000
Euro dotierten internationalen Forschungspreis „Lombardia è Ricerca“ in
der Mailänder Scala. Die Forschenden haben Verfahren zur sauberen
Energiegewinnung mittels „künstlicher Photosynthese“ nach dem Vorbild der
Natur entwickelt.

Wir Menschen erzeugen mehr Kohlendioxid als Pflanzen und Algen nutzen
können. In der „künstlichen Photosynthese“ liegt nun die Chance, dieses
ökologische Ungleichgewicht zu beseitigen und saubere Energie,
insbesondere grünen Wasserstoff, zu erzeugen. Für dieses Verfahren haben
die Forschenden um Markus Antonietti die Mechanismen der natürlichen
Photosynthese ergründet, nachgeahmt und weiterentwickelt.

Der Beitrag von Markus Antonietti, Direktor am Max-Planck-Institut für
Kolloid- und Grenzflächenforschung und seinen Mitarbeitenden liegt in der
Entwicklung preiswerter und nachhaltiger Katalysatoren. Sie kommen bei der
„künstlichen Photosynthese“ zur Anwendung und können die Energie des
Sonnenlichts in molekulare Prozesse umsetzen, die sonst nur aus der
Biologie bekannt sind. Aus Wasser und Kohlenstoffdioxid werden auf diese
Weise Sauerstoff- und Kraftstoffmoleküle wie Ethanol gewonnen. „Die
Kohlendioxidbindung unseres Verfahrens ist schon jetzt viel höher als die
von Bäumen“, sagt Markus Antonietti und fügt ergänzend hinzu: „In
gemeinsamen EU-Projekten mit unseren italienischen Partnern stellen wir
uns Brennstoffmolekül-Produktivitäten von 300 Tonnen pro Hektar vor.“

Die Photokatalysatoren aus der Forschung von Markus Antonietti bestehen
aus polymeren Kohlenstoffnitriden. Dabei handelt es sich um ein gelbes
Pulver, das aus einfachen Molekülen wie Harnstoff gewonnen wird. Wie die
Pflanzen nutzen sie das Sonnenlicht, um Zucker, Treibstoffe oder nützliche
Chemikalien zu synthetisieren, aber effizienter und mit einem einzigen,
robusten und umweltfreundlichen Material. Für diese Leistung erhält
Antonietti nun den Preis „Lombardia è Ricerca“ zusammen mit Marcella
Bonchio und Pierre Joliot. „Durch diesen Preis wird unsere nachhaltige und
für die Zukunft so wichtige Forschung auch einer breiteren Öffentlichkeit
bekannt“, sagt Markus Antonietti. „Für die Reaktion auf die Klimakrise
gibt es einige sehr vielversprechende Möglichkeiten, aber darüber wird
öffentlich nicht diskutiert. Deswegen ist dieser Preis für mich in der
Bedeutung ganz oben“, erklärt er. Gemeinsam haben die Preisträger auf
verschiedenen Forschungsgebieten daran gearbeitet, die Effizienz der
Photosynthese zu verstehen und künstlich zu maximieren.

Seit 2017 wird der Forschungspreis „Lombardia è Ricerca“ für die beste
wissenschaftliche Erkenntnis im Bereich der Naturwissenschaften verliehen.
Die Jury besteht aus 15 internationalen Spitzenwissenschaftlern. Markus
Antonietti ist der zweite Preisträger aus Deutschland.

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Erste hybride Diabetes Herbsttagung: Fast 4200 Teilnehmende diskutierten über Diabetes und Adipositas

15. Diabetes Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG)
in Kooperation mit der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG)
5. bis 6. November 2021 in Wiesbaden und online

Ein voller Erfolg: Rückblick auf die erste hybride Diabetes Herbsttagung
Fast 4200 Teilnehmende diskutierten über Diabetes und Adipositas

Zum ersten Mal hat die Deutsche Diabetes Gesellschaft e. V. (DDG) zusammen
mit der Deutschen Adipositas-Gesellschaft e. V. (DAG) die Diabetes
Herbsttagung als hybride Veranstaltung abgehalten. Etwa 2800 Teilnehmende
diskutierten unter dem Motto „Diabetes und Adipositas – gemeinsam durch
dick und dünn“ in Wiesbaden Aktuelles zur Entstehung, Vorbeugung und
Therapie von Diabetes mellitus und Adipositas. Weitere etwa 1400
Teilnehmende verfolgten die Vorträge online. Die Herbsttagung bot unter
Einhaltung der 2G-Regel neben Symposien, Praxisdialogen und Workshops vor
allem zahlreiche Gelegenheiten für den persönlichen Austausch. Ein großer
Erfolg war zudem das Nachwuchsförderprogramm für 37 klinische
Stipendiatinnen und Stipendiaten.

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In 85 Veranstaltungen standen aktuelle wissenschaftliche, sozialpolitische
und psychologische Aspekte der Volkskrankheiten Diabetes mellitus sowie
Adipositas im Fokus. Insgesamt konnten Interessierte bei der diesjährigen
Diabetes Herbsttagung unter anderem mehr als 40 wissenschaftliche
Symposien, 20 Industriesymposien, fünf Praxisdialoge und 16 Workshops
besuchen. „Wir freuen uns sehr, dass das neue Format und auch die
Programminhalte so gut aufgenommen wurden“, bilanziert Professor Dr. med.
Sebastian M. Meyhöfer, Tagungspräsident der DAG. Die hybriden
Veranstaltungen können von registrierten Teilnehmenden noch ein halbes
Jahr on demand auf der Online-Plattform unter <www.herbsttagung-ddg.de>
angeschaut werden.

„Neben Themen wie Prävention, Versorgung und Therapie waren auch neue
Diabetestechnologien und die Förderung junger Medizinerinnen und Mediziner
Schwerpunkte der Tagung“, so Professor Dr. med. Werner Kern,
Tagungspräsident der DDG. Die Nachwuchsförderung ist der DDG ein wichtiges
Anliegen: Auch in diesem Jahr war die Betreuung und das aktive Einbinden
von 37 wissenschaftlichen und klinischen Stipendiaten wichtiger
Kongressbestandteil.

Besonderen Erfolg verbuchte die Kongresseröffnung am 5. November 2021 mit
1972 Zuschauerinnen und Zuschauern. Mit fast 900 Interessierten war das
Symposium „(Prä-) Diabetes-Subtypen – Diagnose und Therapie neu denken?“
die meistbesuchte Veranstaltung, gefolgt von einem zertifizierten
Symposium des Verbands der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in
Deutschland e. V. (VDBD) mit knapp 850 und dem interaktiv ausgerichteten
Praxisdialog „Ernährung und Bewegung bei Adipositas“ mit etwa 750
Besucherinnen und Besuchern.

Das Highlight der Diabetes Herbsttagung stellt für die beiden
Tagungspräsidenten jedoch das Wiedersehen vor Ort in Wiesbaden dar. „Das
persönliche Gespräch vor und nach den Symposien, der intensive Austausch
untereinander und die Wiedersehensfreude haben diese Herbsttagung nach den
langen Monaten der Pandemie ganz besonders ausgezeichnet. Das haben wir
auch persönlich sehr genossen“, sind sich Meyhöfer und Kern einig.

Alle Informationen und Impressionen zur Diabetes Herbsttagung 2021 sind
auf der Homepage der Tagung unter <www.herbsttagung-ddg.de> sowie auf der
Homepage der DDG unter <www.ddg.info> zu finden. Das Pressematerial können
sich Interessierte hier ebenfalls herunterladen. Darüber hinaus sind im
DDG Blog unter <http://blog.ddg.info/> die Tagungseindrücke des
diabetologischen Nachwuchses nachzulesen.

Der im Frühjahr stattfindende Diabetes Kongress 2022 wird ebenfalls hybrid
ausgerichtet. Unter <www.diabeteskongress.de/anmeldung> können sich
Interessierte bereits jetzt registrieren.

Über die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG):
Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) ist mit mehr als 9200 Mitgliedern
eine der großen medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften in
Deutschland. Sie unterstützt Wissenschaft und Forschung, engagiert sich in
Fort- und Weiterbildung, zertifiziert Behandlungseinrichtungen und
entwickelt Leitlinien. Ziel ist eine wirksamere Prävention und Behandlung
der Volkskrankheit Diabetes, von der mehr als acht Millionen Menschen in
Deutschland betroffen sind. Zu diesem Zweck unternimmt sie auch
umfangreiche gesundheitspolitische Aktivitäten.

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Neuer Studiengang der Universität Leipzig entwickelt EU-geförderten „Crossborder Journalism Campus“ mit

Grenzüberschreitender, kollaborativer Journalismus hat in den vergangenen
Jahren zu viel diskutierten Enthüllungen geführt und zur Aufklärung der
Öffentlichkeit über globale Missstände beigetragen. Ein Beispiel dafür
sind die journalistischen Recherchen zu den sogenannten „Panama Papers“.
Für eine solche Art der Berichterstattung sind aber auch spezifische
technische, journalistische und interkulturelle Kompetenzen nötig. Um
Studierenden diese Kompetenzen zu vermitteln, entwickelt und erprobt der
Masterstudiengang Journalismus der Universität Leipzig zusammen mit fünf
europäischen Partnern ein vernetztes Ausbildungsmodell, den „Crossborder
Journalism Campus“ (CJC).

Die Federführung des CJC liegt beim Masterstudiengang Investigativer
Journalismus der Universität Göteborg in Schweden. Weitere Partner sind
neben dem Leipziger Masterstudiengang Journalismus das Centre de Formation
des Journalistes in Paris, die Non-Profit-Organisation Arena for
Journalism in Europe sowie zwei Expert:innen in Sachen
grenzüberschreitendem Journalismus und innovativer Journalismus-
Ausbildung, Maria Konow-Lund der norwegischen Universität OsloMet und Mark
Deuze von der Universität Amsterdam. Für das Projekt CJC sind kürzlich aus
dem EU-Förderprogramm Erasmus+ 340.000 Euro bewilligt worden.

„Die großen Themen unserer Zeit sind global und werden immer öfter in
internationalen Recherche-Teams bearbeitet. Dafür wollen wir unsere
Studierenden entsprechend dem Motto des Masterstudiengangs Journalismus –
‚Digital. Innovativ. Relevant‘ – fit machen“, sagt Studiengangsleiter
Prof. Dr. Markus Beiler von der Universität Leipzig. „Wir freuen uns, hier
Teil eines hochrangigen europäischen Netzwerks zu sein, das neue Wege in
der journalistischen Ausbildung beschreitet und ein Pilotmodell
erarbeitet, das dann auch von anderen Hochschulen genutzt werden kann.“

CJC-Projektkoordinatorin Brigitte Alfter ergänzt: „Unseres Wissens nach
gibt es keine andere europäische Partnerschaft, die ein solches Modell
anbietet.“ Alfter ist ehemalige Brüssel-Korrespondentin, Dozentin an der
Universität Göteborg sowie Direktorin der Organisation Arena for
Journalism in Europe, die die jährliche Tagung „Dataharvest – The European
Investigative Journalism Conference“ veranstaltet und sich auf Netzwerk-
Infrastrukturen für den Journalismus spezialisiert hat.

Über drei Jahre hinweg werden die CJC-Partner zwei Pilotprojekte für die
Studierenden aus Leipzig, Göteborg und Paris vorbereiten, durchführen und
auswerten, die jeweils ein akademisches Jahr dauern. Zu Beginn des
akademischen Jahres treffen sich die Studierenden in Amsterdam und
Brüssel, um sich kennenzulernen und Themenideen zu entwickeln.
Anschließend kehren sie an ihre jeweiligen Hochschulen zurück und arbeiten
mit ihren Kommiliton:innen in internationalen Projektteams zusammen. Am
Ende des akademischen Jahres werden sie Veröffentlichungen für Medien
vorbereiten.

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