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Mehr Chancen als Bedrohungen: Künstliche Intelligenz bei Wahlen

Das Whitepaper
Das Whitepaper "KI-Systeme und die individuelle Wahlentscheidung" der Plattform Lernende Systeme Plattform Lernende Systeme

Künstliche Intelligenz (KI) begegnet uns in allen Lebensbereichen – auch
bei demokratischen Wahlen. KI-gesteuerte Social Bots in den sozialen
Medien oder Deepfakes haben das Ziel, die Wahlentscheidung zu
beeinflussen. Andererseits können KI-Systeme individuelle Wahlempfehlungen
geben und Fake News auffinden. Welche KI-Anwendungen bei Wahlen zum
Einsatz kommen können und wo ihre Potenziale und Herausforderungen liegen,
untersuchen Expertinnen und Experten der Plattform Lernende Systeme in
einem aktuellen Whitepaper. Ihr Fazit: Eine Bedrohung für Wahlen geht von
KI-Systemen kaum aus. Vielmehr überwiegen die Chancen, mit KI eine offene
Meinungsbildung im Vorfeld von Wahlen zu stärken.

München, 08. September 2021 – Falschnachrichten oder
Desinformationskampagnen erschweren die Meinungsbildung im Vorfeld von
Wahlen. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz lassen sich diese
Informationen insbesondere in den sozialen Medien effizienter und
zielgerichteter verbreiten. Die Manipulation von Wahlen durch KI-Systeme
gehöre deshalb zu den gesellschaftlich immer wieder geäußerten
Befürchtungen, heißt es in dem Whitepaper „KI-Systeme und die individuelle
Wahlentscheidung. Chancen und Herausforderungen für die Demokratie“.

Für den Wahlprozess selbst gehen nach Ansicht der Autorinnen und Autoren
bislang keine Gefahren von KI-Systemen aus. „Insbesondere die Stimmabgabe
ist in Deutschland durch den Verzicht auf Wahlcomputer und ähnliche
Technik sehr sicher. Vereinzelt mögliche Angriffe auf die Auswertung der
Stimmen haben nichts mit KI zu tun. Wo KI Risiken birgt, ist im Wahlkampf
und für die Meinungsbildung vor Wahlen“ sagt Tobias Matzner, Professor für
Medien, Algorithmen und Gesellschaft an der Universität Paderborn und
Mitglied der Arbeitsgruppe „IT-Sicherheit, Privacy, Recht und Ethik“ der
Plattform Lernende Systeme.

Risiken für die Meinungsbildung

Eines der Risiken besteht in der KI-getriebenen Verbreitung von
Informationen. KI-Systeme können Fake-Accounts in den sozialen Medien
betreiben, die Inhalte mit Likes versehen oder teilen und ihr
manipulatives Verhalten so aussehen lassen, als stamme es von einem
Menschen. Auf diese Weise verhelfen die sogenannten Social Bots
Falschinformationen oder bestimmten Personen zu großer Reichweite. Beim
sogenannten Microtargeting werden mithilfe von KI-Verfahren Nutzerdaten
ausgewertet und – ähnlich wie in der Werbung – verschiedene Zielgruppen
mit personalisierten Informationen angesprochen. Inwieweit auf diese Weise
die Wahlentscheidung beeinflusst werden kann, ist allerdings noch nicht
geklärt. Auch mit KI gefälschte Videos und Bilder können auf die
Meinungsbildung der Wahlberechtigten einwirken. Einmal enttarnt, sind KI-
Systeme allerdings auch dazu in der Lage, diese Deepfakes zu finden und zu
löschen.

Neben den Deepfakes kann auch weiteren Risiken mithilfe von KI-
Instrumenten begegnet werden. „Insbesondere im Vorfeld von Wahlen steigt
die Gefahr von absichtlich eingesetzten Desinformationskampagnen im
Internet, um irreführende Informationen zu verbreiten. Zur Verstärkung
werden häufig Social Bots eingesetzt. Trotzdem können gerade KI-Systeme
einen ersten wertvollen Beitrag für die Detektion von Falschnachrichten
leisten“, sagt Jessica Heesen, Medienethikerin an der Eberhard Karls
Universität Tübingen und Leiterin der Arbeitsgruppe „IT-Sicherheit,
Privacy, Recht und Ethik“ der Plattform Lernende Systeme. Zu einseitigen
Inhalten oder in algorithmischen Filterblasen können zudem alternative
Links und Gegenargumente bereitgestellt werden.

Mit KI die Wählerinformation verbessern

In politischen Prozessen fallen heute großen Mengen an Daten an, die sich
mithilfe von KI-Methoden auswerten lassen. Die Autorinnen und Autoren des
Whitepapers betonen das Potenzial der KI-basierten Datenanalyse, um die
Wählerinformation und -mobilisierung zu verbessern. Dies sei noch nicht
ausgeschöpft. Als Beispiel nennt das Whitepaper Wahlempfehlungs-Apps wie
den Wahl-O-Mat. Aktuelle Anwendungen könnten mithilfe von KI-Methoden die
individuellen Einstellungen der Menschen stärker berücksichtigen und ihre
Empfehlungen mit jeder Nutzung verbessern. Auch Wahlkampf-Apps der
Parteien sowie Wahlprognosen können von KI profitieren.

Damit die Chancen von KI-Systemen für eine offene Meinungsbildung
realisiert und Risiken abgeschwächt werden können, adressieren die
Autorinnen und Autoren Gestaltungsoptionen. So empfehlen sie,
Microtargeting gesetzlich weiter einzuschränken, etwa durch eine
Kennzeichnungspflicht. Zur konsequenten Verfolgung von Straftaten in den
sozialen Medien fordern die Expertinnen und Experten,
Strafverfolgungsbehörden und Justiz personell besser auszustatten. Zudem
müssen die Kompetenzen der Menschen zur Bewertung von Informationen im
Internet gestärkt werden.

Über das Whitepaper

Das Whitepaper „KI-Systeme und die individuelle Wahlentscheidung. Chancen
und Herausforderungen für die Demokratie“ wurde von Expertinnen und
Experten der Arbeitsgruppe „IT-Sicherheit, Privacy, Recht und Ethik“ der
Plattform Lernende Systeme verfasst. Es steht zum kostenfreien Download
zur Verfügung.

Über die Plattform Lernende Systeme

Die Plattform Lernende Systeme wurde 2017 vom Bundesministerium für
Bildung und Forschung (BMBF) auf Anregung des Fachforums Autonome Systeme
des Hightech-Forums und acatech gegründet. Sie vereint Expertinnen und
Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft aus
dem Bereich Künstliche Intelligenz. In Arbeitsgruppen entwickeln sie
Handlungsoptionen und Empfehlungen für den verantwortlichen Einsatz von
Lernenden Systemen. Ziel der Plattform ist es, als unabhängiger Makler den
gesellschaftlichen Dialog zu fördern, Kooperationen in Forschung und
Entwicklung anzuregen und Deutschland als führenden Technologieanbieter
für Lernende Systeme zu positionieren. Die Leitung der Plattform liegt bei
Bundesministerin Anja Karliczek (BMBF) und Karl-Heinz Streibich (Präsident
acatech).

Originalpublikation:
AG3_WP_KI_und_Wahlen.pdf - Das Whitepaper "KI-Systeme und die individuelle
Wahlentscheidung" der Plattform Lernende Systeme

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Die Geschäftsstelle des Modellprojekts „Zukunftswerkstatt Kommunen – Attraktiv im Wandel“ (ZWK)“ nimmt die Arbeit auf

Logo ZWK
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Das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
geförderte Modellprojekt „Zukunftswerkstatt Kommunen – Attraktiv im
Wandel“ (ZWK)“ ist gestartet. Ziel des Projekts ist es, ausgewählte
Kommunen bei der Gestaltung des demografischen Wandels zu unterstützen, so
dass starke und attraktive Orte für Jung und Alt geschaffen werden.  Die
Geschäftsstelle der ZWK ist im Kompetenzzentrum Technik-Diversity-
Chancengleichheit e. V. angesiedelt.

„Wir freuen uns, gemeinsam mit den 40 Kommunen die Arbeit in dem neuen
Modellprojekt ZWK aufzunehmen“, so die Geschäftsführerin des
Kompetenzzentrums Sabine Mellies. „Bis 2024 wird das Team der
Geschäftsstelle die beteiligten Gemeinden, Städte und Landkreise
systematisch dabei begleiten, den demografischen Wandel entsprechend ihrer
Bedarfe vor Ort zu gestalten. Darüber hinaus wird die Website www
.zukunftswerkstatt-kommunen.de auch weiteren interessierten Kommunen die
Möglichkeit bieten, sich mit unterschiedlichen Formaten und Tools
Ergebnisse und Werkzeuge aus dem Projekt zu erschließen und für die eigene
Arbeit nutzbar zu machen. Als Kompetenzzentrum ist es unser Anliegen, dass
alle an gesellschaftlichen Entwicklungen partizipieren können. Der
demografische Wandel ist eine der großen Herausforderungen der Zukunft:
Wir werden weniger, älter und bunter. Wir freuen uns sehr, im Rahmen der
ZWK diese Entwicklung konkret mitgestalten zu können.“

Ausführliche Informationen über die ZWK finden Sie in der Pressemitteilung
des BMFSFJ https://www.zukunftswerkstatt-kommunen.de/projekt/aktuelles/m
/modellprojekt-fuer-lebenswerte-kommunen-gestartet-pressemeldung-

veroeffentlicht

Ansprechpartnerin für die Presse / ZWK-Geschäftsstelle:
Christina Haaf
Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V.
Geschäftsstelle Zukunftswerkstatt Kommunen (ZWK) / Öffentlichkeitsarbeit
haaf@zukunftswerkstatt-kommunen.de

„Das Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V. fördert
bundesweit die Chancengleichheit von Frauen und Männern sowie Vielfalt als
Erfolgsprinzip in Wirtschaft, Gesellschaft und technologischer
Entwicklung.“

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Die neue Radstation an der HSD - ein Projekt von Studierenden für Studierende

Nachhaltige Mobilität entwickelt sich immer mehr zu einem für weite Teile
der Bevölkerung wichtigen Thema – auch und gerade in einer Großstadt wie
Düsseldorf. Um noch mehr Studierende für das Fahrradfahren zu begeistern,
gleichzeitig aber auch sichere Stellplätze zu bieten, errichtet die
Hochschule Düsseldorf nun eine Radstation auf dem Campus.

Das Besondere daran: Die bereits im Bau befindliche Radstation wurde nicht
nur in weitgehender Eigenregie planerisch und konstruktiv von Studierenden
der Hochschule entwickelt, sie besteht auch komplett aus Holz und trägt
damit zum nachhaltigen Bauen bei. Insgesamt werden hier 144 abschließbare
Stellplätze für Fahrräder und E-Bikes zur Verfügung stehen sowie 30
Ladeflächen für E-Bike-Akkus.

Entstanden ist das interdisziplinäre Projekt der Fachbereiche Architektur
und Elektro- und Informationstechnik innerhalb einer Lehrveranstaltung von
Prof. Jochen Schuster und dem wissenschaftlichen Mitarbeiter Philip
Behrend. Die Studierenden haben zunächst das Haus entworfen und die
Fassade digital sowie über Modelle entwickelt. Im vergangenen Semester
wurde dann durch die hochschuleigene Modellbauwerkstatt mit neuester CNC-
Frästechnik ein 1:1-Modell gefertigt. Im kommenden Wintersemester werden
die Studierenden nun noch einmal selbst Hand anlegen und die Fassadenteile
für den 4,30 Meter hohen Bau selbst herstellen.

Durch die Fassadenelemente mit unterschiedlichen Formen entsteht eine
organische Fassadenstruktur, die an Motive der Natur erinnert. Ergänzt
wird das „grüne Gebäude“ durch eine extensive Dachbegrünung sowie eine
Photovoltaikanlage, die den Strom für die E-Bikes liefert.

Finanziert wird der Bau nicht nur aus Mitteln der Hochschule, sondern auch
durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare
Sicherheit – was einmal mehr die Qualität der Radstation in ökologisch-
nachhaltiger Hinsicht unterstreicht, die insgesamt mit einer Summe von
203.430,00 € gefördert wird. Fertiggestellt werden soll sie bis zum
Jahresbeginn 2022. Zugleich werden in der Tiefgarage der HSD einige PKW-
Stellplätze in zusätzliche 292 Stellplätze für Fahrräder (und weitere zehn
Lastenräder) umgewandelt. Eine weitere Maßnahme, die zeigt, dass die
Hochschule den Wandel zur nachhaltigen Mobilität ernst nimmt.

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Universität Hildesheim: UNESCO Chair startet Vortragsreihe mit der documenta fifteen

Julius Heinicke (UNESCO-Lehrstuhl für Kulturpolitik an der Universität
Hildesheim) kuratiert gemeinsam mit Ernst Wagner (Projekt Exploring Visual
Cultures / Akademie der Bildenden Künste München) und dem documenta
fifteen-Projekt CAMP notes on education, unter der Leitung von Susanne
Hesse-Badibanga (Leiterin der Abteilung Bildung und Vermittlung), eine
Online-Vortragsreihe, in der internationale Ansätze und Konzepte an der
Schnittstelle von Kultur, Kunst, Bildung und Kulturpolitik erkundet
werden.

In der Vortragsreihe stellen internationale Expert*innen verschiedene
Konzeptionen und Verständnisse von Kunst, Kultur und Bildung vor, um sie
im Kontext der kommenden documenta zu reflektieren. Die Reihe wurde mit
Studierenden der Universität Hildesheim und der Akademie der Bildenden
Künste München in einem gemeinsamen Seminar entwickelt und vorbereitet.
Die Vorträge werden von den Studierenden moderiert.

Die documenta ist eine globale Ausstellung zeitgenössischer Kunst, die
alle fünf Jahre in Kassel stattfindet. Im Jahr 2022 wird sie von dem
indonesischen Kollektiv ruangrupa kuratiert. Ruangrupas Arbeitsweise
stellt tradierte westliche Konzepte von Kunst, Kuratieren, Bildung und
Kultur in Frage. Die Vortragsreihe soll den Dialog über diese Ideen mit
Expert*innen weltweit initiieren und einen gemeinsamen Austausch fördern.

Die Vorträge finden zweimal monatlich online in englischer Sprache statt.

Sie finden das Programm und den ZOOM-Raum unter folgendem Link: www.camp-
notesoneducation.de

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