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„Feuerauge“ auf dem Wasser

Im Golf von Mexiko kam es bei der Ölförderung zu einem neuerlichen Unfall.
Warum sich austretendes Gas spektakulär entzünden konnte, analysiert
Professor Michael Schlüter von der Technischen Universität Hamburg.

Elf Jahre nach der Deep-Water-Horizon-Katastrophe ist es wieder zu einem
großen Brand im Golf von Mexiko gekommen. Am 2. Juli hat ein Leck in einer
Gaspipeline im Ölfeld Ku-Maloob-Zaap des staatlichen mexikanischen
Erdölkonzerns Pemex ein gigantisches „Feuerauge“ nur 150 Meter von einer
Bohrplattform entfernt hervorgerufen. „Anders als bei der Katastrophe 2010
sind diesmal aber zum Glück keine Menschen ums Leben gekommen oder
verletzt worden, und es scheinen auch keine großen Mengen des
umweltschädlichen Rohöls ausgetreten zu sein“, erläutert Professor Michael
Schlüter vom Institut für Mehrphasenströmungen der TU Hamburg, der in den
vergangenen Jahren intensiv den „Blow out“ des Deep-Water-Horizon-Unglücks
erforscht hat. „Bei der Förderung von Rohöl kommen immer auch große Mengen
brennbarer Gase wie Methan an die Oberfläche, die häufig auf den
Ölbohrplattformen als Fackel verbrannt werden. Selten werden die Gase
gesammelt und weiter genutzt. Bei der Katastrophe 2010 sind plötzlich
große Mengen dieser Gase an die Oberfläche geraten, haben sich auf der
Plattform Deep Water Horizon entzündet und zu einer verheerenden Explosion
geführt, die auch Menschenleben gefordert hat. Durch die Explosion ist das
Bohrgestänge derart zerstört worden, dass große Mengen Rohöl in 1.500
Meter Tiefe in den Golf von Mexiko geflossen sind.

War ein Blitzschlag schuld?

Bei dem Unfall in der vergangenen Woche handelt es sich offenbar um eine
reine Gasleitung, aus der wahrscheinlich brennbares Gas durch ein Leck an
die Meeresoberfläche geraten ist. Hier hat sich das Gas – unter Umständen
durch einen Blitzschlag – entzündet. Durch die hohen Temperaturen konnte
das Feuer entlang der Gasfackel bis in größere Wassertiefen vordringen und
so das spektakuläre „Feuerauge” unter Wasser hervorrufen. Durch ein
Absperren der Gasleitung konnte das Feuer innerhalb weniger Stunden
gelöscht werden. Löschboote in der Nähe des Brandherdes haben die
Ölbohrplattform mit einer Wassernebelwand vor der großen Hitze geschützt.
„Auch wenn der Unfall diesmal glimpflich ausgegangen ist, führt er uns
einmal mehr vor Augen, dass die Förderung von fossilen Brennstoffen mit
einem großen Risiko für Mensch und Natur verbunden ist. Solange wir
unseren Energiehunger nicht drosseln und unsere Industriegesellschaft auf
fossile Energieträger angewiesen ist, werden wir solche Unfälle nicht
vermeiden können. Umso wichtiger ist es, unsere Gesellschaft jetzt schnell
und umfassend auf nachwachsende, klimaverträgliche Ressourcen umzustellen.
Die TU Hamburg hat sich diesem Ziel verschrieben und leistet mit vielen
Forschungsprojekten und ihrer zukunftsgewandten Lehre hierfür wichtige
Beiträge."

Weitere Informationen unter www.tuhh.de/ims/welcome

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AMD wird Mitglied im Cumulus-Netzwerk

„Internationalität leben“ – dieser Auszug aus dem Leitspruch der
Hochschule Fresenius wird auch an der AMD Akademie Mode & Design, dem
Fachbereich Design der Hochschule Fresenius, großgeschrieben. Daher freut
sich die AMD sehr, ihr internationales Profil durch die Aufnahme in das
Hochschulnetzwerk Cumulus Association – The leading global association to
serve art and design education and research weiter schärfen zu können.

Im Juni 2021 stellte sich der Fachbereich Design im Rahmen der hybriden
Jahreskonferenz, die unter dem Motto Design Culture(s) von der Sapienza
Università di Roma ausgerichtet wurde, auf der New Members Fair vor. Von
der Vollversammlung wurde die AMD offiziell als Mitglied bestätigt.

„Wir freuen uns sehr über die Aufnahme in das Cumulus-Netzwerk“, sagt
Prof. Dr. Tobias Engelsleben, Präsident der Hochschule Fresenius. „Die
Vielfalt des Mitglieder-Netzwerkes ist beeindruckend, ebenso wie die große
Zahl wissenschaftlicher Projekte, internationaler Initiativen und
Publikationen. Der Fachbereich Design der Hochschule Fresenius fühlt sich
geehrt über die Möglichkeit zur Partizipation und wird seine Expertise in
den Bereichen Design, Mode und Nachhaltigkeit gerne einbringen.“

Cumulus entstand 1990 aus dem Wunsch der Gründungshochschulen, die
Qualität der Bildung durch Kooperationen sowie den Austausch von
Studierenden und Lehrenden international zu verbessern. Als einziges
globales Netzwerk, das sich der Ausbildung und Forschung in den Bereichen
Kunst, Design und Medien verschrieben hat, bietet es heute mit 360
Mitgliedern aus 63 Ländern ein breites und dynamisches Forum für
Partnerschaften und Wissenstransfer. Dabei arbeitet Cumulus nicht nur mit
führenden Hochschulen zusammen, sondern fördert auch die Zusammenarbeit
mit Industrie und Wirtschaft, NGOs sowie Fachverbänden aus den genannten
Bereichen. Dank verschiedener Formate wie Konferenzen, Workshops,
Ausstellungen, Think Tanks, Arbeitsgruppen und Wettbewerben, haben sowohl
Lehrende als auch Studierende die Möglichkeit, im Cumulus-Netzwerk aktiv
zu werden.

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Präsentationen der TU Berlin vor dem Roten Rathaus vom 15. Juli bis 7. August 2021 im Rahmen der Wissensstadt Berlin

Die Fachgebiete der TU Berlin beteiligen sich mit einem vielfältigen
Programm an der Wissensstadt Berlin 2021. Das ist ein Gemeinschaftsprojekt
der Berliner wissenschaftlichen Einrichtungen zu den großen Themen unserer
Zeit: Gesundheit, Klima und Zusammenleben. Vom 26. Juni bis zum 22. August
2021 finden stadtweit über 100 Veranstaltungen für alle Interessierten
statt. Die TU Berlin, das Einstein Center for Digital Future (ECDF) und
das Berlin Institute for the Foundations of Learning and Data (BIFOLD)
bieten vom 15. Juli bis 7. August 2021 folgendes Programm an:

Themenabend: 15. Juli 2021, ab 19.30 Uhr

Menschen, Routen, Räume: Wem gehört die Stadt?

Vortrag: Visionen in der Verkehrsforschung: On-Demand-Shuttle, E-Scooter
und Citymaut - alles was der Wandel braucht
Ein Klick aufs Smartphone und schon kommt ein Fahrzeug und bringt einen
überall hin: Autos, Fahrräder, E-Roller, Busse und Bahnen - gemeinsam,
vernetzt und digital zu einer einzigen Dienstleistung verschmolzen. Könnte
die Digitalisierung überall in Deutschland Tür-zu-Tür-Verbindungen ohne
Privatautos ermöglichen? Weert Canzler untersucht, wie sich private und
öffentliche Verkehrsmittel zu einer urbanen, postfossilen Mobilitätskultur
verbinden lassen und plädiert für die Citymaut als zeitgemäßes Instrument
in großen Städten, das den Verkehrsfluss optimieren, Schadstoffe und
Klimagase senken und mehr Lebensqualität für alle schaffen könnte.
Referent: Dr. Weert Canzler, Soziologe, Leiter der Forschungsgruppe
„Digitale Mobilität und gesellschaftliche Differenzierung“ am
Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung

Vortrag: Mobilitätskonzepte in interdisziplinärem Teamwork – Wie man die
Mobilität sichern und gleichzeitig die negativen Folgen für Menschen,
Umwelt und Städte reduziert
Michael Ortgiese forscht zu neuen, kooperativen Mobilitätskonzepten für
kleinere Städte und äußere Randbezirke von Großstädten. Neben der
Entwicklung von Technologien befasst er sich dabei mit neuen Co-Creation-
Prozessen, in denen Verkehrsteilnehmer*innen, Kommunen und Unternehmen
zusammenarbeiten, um aus unterschiedlichen Perspektiven interessante
Lösungen zu entwickeln. Dabei arbeitet er interdisziplinär mit Sozial-,
Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaftler*innen zusammen.
Referent: Prof. Dr. Michael Ortgiese, ECDF-Professor für Verkehrs- und
Mobilitätsmanagement, TU Berlin, Leiter der Abteilung „Design und
Bewertung von Mobilitätslösungen“ am Institut für Verkehrssystemtechnik am
Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt

Vortrag: Open Science – Experimentelle Gestaltungsräume für eine
integrative digitale Gesellschaft
Der Begriff „Open Science“ bezeichnet einen kulturellen Wandel in der
wissenschaftlichen Arbeitsweise und Kommunikation. In offenen
interdisziplinären Forschungsumgebungen arbeiten Wissenschaftler*innen mit
Künstler*innen und Akteur*innen aus der Zivilgesellschaft zusammen. Das
Experimentieren mit freien und demokratisierten Technologien an diesen
Orten ermöglicht einen inklusiven Gestaltungsansatz und einen offeneren
Wissensaustausch an der Schnittstelle von Wissenschaft und Gesellschaft.
Im Rahmen ihrer gemeinsamen Gastprofessur für Open Science am Einstein
Center Digital Future (ECDF) untersuchen Florian Conradi und Michelle
Christensen das Potenzial von Forschung in offenen Laborstrukturen und
erproben neue Formen der Zusammenarbeit in der Wissenschaft - mit dem
Ziel, die Grenzen von Theorie und Praxis, Politik und Alltag, Wissenschaft
und Aktivismus aufzuheben. Ihre Forschungs-, Lehr- und experimentelle
Gestaltungspraxis konzentriert sich dabei auf dekoloniale,
feministische/queere und nachhaltige Ansätze in Bezug auf freie/offene
Technologien.
Referent*innen: Prof. Dr. Michelle Christensen, Soziologin und
Designforscherin, ECDF-Professorin für „Open Science“, TU Berlin. Co-
Leiterin der Forschungsgruppe „Kritische Maker-Kultur“, Weizenbaum
Institut, UdK Berlin
Prof. Dr. Florian Conradi, Designforscher, ECDF-Professor für „Open
Science“, TU Berlin. Co-Leiter der Forschungsgruppe „Kritische Maker-
Kultur“, Weizenbaum Institut

Ort: Platz vor dem Roten Rathaus, Rathausstr. 15, 10178 Berlin-Mitte,
Bühne

Weitere Informationen zum Vortragsabend:
<https://www.wissensstadt.berlin/events/menschen-routen-raume-wem-gehort-
die-stadt
>

Themenabend: 27. Juli 2021, ab 18 Uhr

Smarter, grüner, digitaler? – Kann Digitalisierung etwas zu Klimaschutz
und Nachhaltigkeit beitragen?

Vortrag: Digitalisierung im Alltag
Maschinen, Produkte und Menschen werden immer enger mit
Informationstechnik vernetzt. Doch wie lässt sich die Digitalisierung
politisch und gesellschaftlich gestalten, damit sie zum notwendigen Wandel
der Gesellschaft in Richtung Nachhaltigkeit beiträgt? Tilman Santarius
untersucht die Chancen und Risiken der Digitalisierung für eine
Verringerung des Energie- und Ressourcenverbrauchs.
Referent:
Prof. Dr. Tilman Santarius, Einstein-Professor für Sozial-Ökologische
Transformation und Nachhaltige Digitalisierung, TU Berlin,
Vorstandsmitglied bei der umwelt- und entwicklungspolitischen NGO
Germanwatch

Ort: Platz vor dem Roten Rathaus, Rathausstr. 15, 10178 Berlin-Mitte,
Bühne

Weitere Informationen zum Vortrag:
<https://www.wissensstadt.berlin/events/smarter-gruner-digitaler>

Aktionstag: 7. August 2021, 15 bis 20 Uhr

Live-Demonstration: Künstliche Intelligenz für die Mobilität der Zukunft
Die Mobilität in Städten wird auch in Zukunft aus verschiedenen
Verkehrsmitteln wie Bussen, Bahnen, Lkw, Pkw, Pedelecs, Fahrrädern und
Elektrorollern bestehen. Weitere Modalitäten wie z. B. Drohnen oder
Lieferroboter werden hinzukommen. Die meisten dieser Verkehrsmittel werden
in Zukunft sehr intelligent sein und autonom fahren. Gaspedal und Lenkrad
sowie ein*e Fahrer*in mit Führerschein sind dann im Fahrzeug nicht mehr
notwendig. Eine Vernetzung mit anderen Fahrzeugen und der Infrastruktur
(z.B. Ampeln, Parkplätze, Kameras etc.) ermöglicht eine bessere
Koordination und Kooperation untereinander und somit eine Steigerung der
Sicherheit und Effizienz des Verkehrs insbesondere in komplexen
Umgebungen. Dieser Ansatz der verteilten, künstlichen Intelligenz wird in
einer realen und ca. 10 km langen Testumgebung mitten in Berlin erprobt
und für alle Bürger*innen bspw. mittels eines entsprechend ausgestatteten
Busses entwickelt und erlebbar gemacht.
Am Aktionsstand erwartet die Besucher*innen voraussichtlich eine
Miniaturstraße mit automatisiert fahrenden Modellautos sowie ein Fahrzeug
mit Displays, die das automatisierte Fahren auf der Straße simulieren.

Ort: Platz vor dem Roten Rathaus, Rathausstr. 15, 10178 Berlin-Mitte,
Stand

Weitere Informationen:
<https://www.wissensstadt.berlin/events/erklarbare-kunstliche-intelligenz>

Aktionsstand: Erklärbare Künstliche Intelligenz
Künstliche Intelligenzen (KI) und hier vor allem sogenannte künstliche
neuronale Netzwerke lösen eine Vielzahl von Aufgaben heute schon mit
erstaunlicher Effizienz. Dabei haben aber selbst die Ingenieur*innen und
Programmierer*innen oft keine Ahnung, wie diese Systeme ihre
Entscheidungen treffen. Das wird immer dann zu einem Problem, wenn solche
Systeme auf unvorhergesehene Situationen treffen, oder wenn aktiv versucht
wird, solche Systeme zu manipulieren. In sicherheitsrelevanten Umgebungen
könnte das schnell zur Katastrophe führen. Die Forschung an erklärbaren
Künstlichen Intelligenzen will Einblicke in die Blackbox KI erlauben und
Entscheidungen rückverfolgbar machen. Ein spezieller Demonstrator, der
unter anderem am BIFOLD entwickelt wurde, zeigt Interessierten, exakt
welche Pixel eines Bildes wie viel zu der Entscheidung einer Künstlichen
Intelligenz bei der Klassifikation von Gesichtern beitragen.

Ort: Platz vor dem Roten Rathaus, Rathausstr. 15, 10178 Berlin-Mitte,
Stand

Weitere Informationen:
<https://www.wissensstadt.berlin/events/erklarbare-kunstliche-intelligenz>

Weitere Projekte und Termine unter:
<https://www.tu.berlin/themen/transfer/2021/juni/wissensstadt-berlin/>

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BWL nach über 20 Jahren wieder im Senat der DFG vertreten

Zu den vier neuen wissenschaftlichen Mitgliedern zählt BWL-Professorin und
ehemalige Vorsitzende des VHB Caren Sureth-Sloane, Universität Paderborn

Die Mitgliederversammlung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), die
am 7. Juli 2021 mit dem Stiftverband zusammen ihren 100. Geburtstag
feierte, hat vier neue Mitglieder in den Senat der größten
Forschungsförderorganisation und zentralen Selbstverwaltungseinrichtung
der Wissenschaft in Deutschland gewählt. Den Platz für
Wirtschaftswissenschaften bekam BWL-Professorin Dr. Caren Sureth-Sloane
von der Universität Paderborn, ehemalige Vorsitzende des Verbands der
Hochschullehrer für Betriebswirtschaft e.V. (VHB). Damit ist die BWL nun
nach über 20 Jahren erstmals wieder im neuen DFG-Senat vertreten.

Der Senat ist das zentrale wissenschaftliche Gremium, in dem über alle
Angelegenheiten der DFG von wesentlicher Bedeutung beraten und beschlossen
wird, soweit sie nicht dem Hauptausschuss vor­behalten sind. Von den vier
neu besetzten Senatsplätzen sind zwei im Bereich Geistes- und
Sozial­wissenschaften sowie jeweils einer in den Bereichen
Lebenswissenschaften und Naturwissenschaften angesiedelt. Insgesamt
gehören dem 39-köpfigen Senat nun 20 Wissenschaftlerinnen an.

Der Senat ist zuständig für alle wesentlichen Entscheidungen in der
Forschungsförderung im Vorfeld der konkreten Förderentscheidung sowie für
alle wesentlichen Entscheidungen zur Gestaltung der Begutachtungs-,
Bewertungs- und Entscheidungsverfahren. Der Senat beschließt zudem, welche
Fachkollegien zu bilden sind und wie sie sich gliedern.

„Wir freuen uns sehr, dass mit Caren Sureth-Sloane nach über 20 Jahren
wieder die BWL im Senat der DFG vertreten ist. Zuletzt war dies in den
90er Jahren durch unseren geschätzten Kollegen Arnold Picot der Fall.
Kollegin Caren Sureth-Sloane als Sprecherin des DFG-
Sonderforschungsbereiches TRR 266: Accounting for Transparency,
stellvertretende Vorsitzende des Vereins für Socialpolitik, ehemalige
Vorsitzende des VHB und derzeit mit den meisten Stimmen gewählte
Fachkollegiatin für BWL erfüllt die Kriterien für den Senatsplatz der
Wirtschaftswissenschaften ganz hervorragend. Damit sind die BWL und
zugleich auch die Wirtschaftswissenschaften insgesamt sehr gut
repräsentiert!“ so Prof. Dr. Hans Ulrich Buhl, Vorstandsvorsitzender des
VHB.

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