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Gefährdet, doch das Studentenvisum fehlt

Die Refugee Law Clinic Regensburg, eine 2015 an der Universität Regensburg
gegründete gemeinnützige Organisation, bietet Geflüchteten kostenfreie
Rechtsberatung. Ein Spin-off der Refugee Law Clinic ist die Strategic
Litigation Unit (SLU) am Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Politik von
Professor Dr. Alexander Graser: Sie begleitet Fälle, in denen es um
Menschenrechte geht. Derzeit beschäftigt sie der Fall einer Studentin, die
aus Afghanistan in den Iran geflüchtet ist und schon seit Oktober 2023 im
Masterstudium „European Studies“ an der Universität Regensburg studieren
könnte. Wäre da nicht ein Visumsproblem, das sie daran hindert.

Wer vor Krieg und Verfolgung flieht, muss sich für das Leben in einem
anderen Land mit vielen rechtlichen Fragen auseinandersetzen. Die Refugee
Law Clinic Regensburg, eine 2015 an der Universität Regensburg gegründete
gemeinnützige Organisation, bietet Geflüchteten kostenfreie
Rechtsberatung. Ein Spin-off der Refugee Law Clinic ist die Strategic
Litigation Unit (SLU) am Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Politik von
Professor Dr. Alexander Graser: Sie begleitet Fälle, in denen es um
Menschenrechte geht.

Derzeit beschäftigt sie der Fall von Zaafirah (Name von der Redaktion
geändert), die aus Afghanistan in den Iran geflüchtet ist und schon seit
Oktober 2023 im Masterstudium „European Studies“ an der Universität
Regensburg studieren könnte. Wäre da nicht ein Visumsproblem, das sie
daran hindert.Dies sei kein Einzelfall, berichtet Graser, aber einer, „der
wegen der akuten Bedrohungslage besonders dringlich ist“.

Denn die angehende UR-Studentin hat sich bereits während ihres Studiums in
Kabul für das Thema Frauenrechte engagiert und auch nach erneuter
Übernahme der Macht durch die Taliban öffentlich für das Recht auf Bildung
und gesellschaftliche Partizipation eingesetzt. Die Folge waren Drohungen
gegen Zaafirah und weitere politisch engagierte Familienmitglieder, die
ebenfalls aus ihrem Heimatland geflüchtet sind. Die SLU kennt Details und
Hintergründe, behandelt sie aber vertraulich, um Zaafirah und ihre Familie
zu schützen.

Im Sommer 2023 hat sich Zaafirah für ein Studium im Master European
Studies an der Universität Regensburg beworben und wurde angenommen. Doch
zum Studienbeginn im Oktober konnte sie nicht nach Deutschland einreisen,
weil ihr Antrag auf ein Visum bei der deutschen Botschaft in Teheran nicht
behandelt wird, bevor sie sich nicht mindestens sechs Monate (rechtmäßig)
im Iran aufgehalten hat.

„Bis dahin wäre nach der internen Zuständigkeitsverteilung des Auswärtigen
Amts die deutsche Botschaft in Islamabad zuständig, die für sehr lange
Wartezeiten für die Visumsbeantragung bekannt ist“, sagt Dr. Christoph
Lindner, UR-Alumnus und Rechtsanwalt, der den Fall mit der SLU begleitet.

Aber ohnehin wäre das für die angehende UR-Studentin keine Option, erklärt
Lindner: „Wenn man Afghanistan umfahren will, sind das knapp dreieinhalb
tausend Kilometer und eine risikoreiche 50-Stunden-Fahrt. Und es ist ja
nicht so, dass man dann in Islamabad einfach in die Botschaft läuft und
sich sein Visum holt. Vielmehr gibt es auch dort beträchtliche
Wartezeiten, die man dann in Islamabad verbringen muss.“

Die SLU wird Zaafirah nun bei einer Klage vor dem Verwaltungsgericht
Berlin unterstützen, mit dem Ziel, dass das Auswärtige Amt die Botschaft
in Teheran anweist, in diesem Fall umgehend zu entscheiden. „Der
Prozessausgang lässt sich schwer prognostizieren,“ sagt Lindner, der
ebenso wie Lehrstuhlinhaber Graser und die anderen Mitglieder der SLU ohne
Entgelt in der Sache tätig ist. Er hofft ebenso wie Graser gemeinsam mit
der universitären Gemeinschaft, dass Zaafirah bald ihr Studium in
Sicherheit und Freiheit an der UR aufnehmen kann.

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Buchvorstellung: Claudia Gatzka präsentiert "Demokratie und Diktatur"

Geschichte und Gegenwart einer Grenzziehung

Danilo Scholz im Gespräch mit Claudia Gatzka

Dienstag, 07. Mai 2024, 18.00 Uhr
Online (Zoom) & Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI), Gartensaal
Goethestraße 31, 45128 Essen

Über Demokratie und Diktatur. Geschichte und Gegenwart einer Grenzziehung
(Hamburger Edition, Mai 2024)

„Merkel-Diktatur“, „Meinungsdiktatur“, eine drohende „Ökodiktatur“ – 75
Jahre nach ihrer Gründung wird die demokratische Qualität der
Bundesrepublik in aktuellen Debatten immer wieder infrage gestellt. Selbst
der Chef des Umfrageinstituts Forsa warnt vor einer „Diktatur der
Minoritäten“. Doch das ist nicht neu. Die Unterscheidung zwischen
Demokratie und Diktatur, aber auch das Verwischen ihrer Grenzen begleiten
die deutsche Demokratiegeschichte seit dem frühen 20. Jahrhundert.

Claudia Gatzka zeichnet nach, welche Logiken und Kriterien dieser
Unterscheidung zugrunde lagen, welche politischen Funktionen damit
verbunden waren und wo die Grenzziehung nicht mehr ohne weiteres möglich
war. Dazu blickt sie auf Alltagserfahrungen und auf die politische
Kommunikation bei Kundgebungen, in Parlamenten, in Presse und Zuschriften
von Bürgerinnen und Bürgern in Zeiten des Übergangs oder des drohenden
Umsturzes: vom Kaiserreich zur Weimarer Republik und dann zum
Nationalsozialismus, in der Bundesrepublik um 1968, von der SED-Diktatur
zur Demokratie in der (vereinigten) Bundesrepublik. Ihr Buch bietet
Orientierung in aktuellen Debatten und klare Kriterien zur Abgrenzung von
„Diktatur“ und „Demokratie“.

REFERENTIN
Claudia Gatzka, Universität Freiburg

MODERATION
Danilo Scholz, KWI

TEILNAHME IN PRÄSENZ
Die Veranstaltung ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

TEILNAHME VIA ZOOM
Für eine Teilnahme via Zoom folgen Sie dem Link auf der KWI Homepage.

VERANSTALTER
Eine Veranstaltung des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI).

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DDG Medienpreis: Integration von Menschen mit Diabetes am Arbeitsplatz auch im Fokus

Nationale und internationale Gesundheitstage lenken die Aufmerksamkeit auf
einzelne Gesundheitsthemen – so auch der Welttag für Sicherheit und
Gesundheit am Arbeitsplatz am 28. April. Die Deutsche Diabetes
Gesellschaft (DDG) möchte die Öffentlichkeit anlässlich des Aktionstages
für dieses wichtige Thema sensibilisieren – auch mit ihrer diesjährigen
Medienpreisausschreibung, die 2024 unter dem Motto „Diabetes und dann?!
Behandlung, Leben, Begleiterkrankungen“ steht.  Wie kann die Integration
von Menschen mit Diabetes am Arbeitsplatz gelingen? Wie wird
Diabetesprävention am Arbeitsplatz gelebt?

Medienschaffende aus dem deutschsprachigen Raum sind erneut aufgerufen,
ihre Beiträge in den Kategorien Lesen, Hören und Sehen bis zum 31. Juli
2024 einzureichen.

„Ob Pflegekraft, Busfahrerin oder Lehrer: Menschen mit Diabetes – und die
täglichen Herausforderungen, die ihnen begegnen, – sind im Arbeitsalltag
häufig nicht sichtbar. Wir möchten dies mit der Medienpreisausschreibung
ändern und freuen uns über qualitativ hochwertige Beiträge, die den Fokus
auch auf die Arbeitswelt richten “, erläutert DDG-Mediensprecher Professor
Dr. med. Baptist Gallwitz.

Die Inklusion von Menschen mit Diabetes am Arbeitsplatz ist oftmals eine
Herausforderung. Betroffene sind zwar genauso leistungsfähig wie ihre
Kolleginnen und Kollegen, doch sie fühlen sich oft isoliert. Durch die
blutzuckersenkenden Medikamente kann es unter ungünstigen Umständen zu
Unterzuckerungen (Hypoglykämien) kommen – deshalb muss es für Menschen mit
Diabetes am Arbeitsplatz möglich sein, ihre Arbeit zu unterbrechen, um den
Blutzucker zu messen oder Insulin zu spritzen. Arbeitgebende sowie
Kolleginnen und Kollegen sollten wissen, was im Notfall zu tun ist;
möglicherweise ist ein Arbeitsplatztraining sinnvoll. „Wir interessieren
uns dabei sowohl für die ehrliche Darstellung von Herausforderungen, mit
denen Menschen mit Diabetes am Arbeitsplatz kämpfen, als auch für
mutmachende, positive Beispiele gelungener Inklusion“, sagt Gallwitz.

Die Inklusion von Menschen mit Diabetes ins Berufsleben fällt in den
Themenbereich „Leben“. Eine weitere Kategorie des diesjährigen
Medienpreises ist die „Behandlung des Diabetes“ – hier können etwa die
Situation von Menschen mit Diabetes im Krankenhaus- und Praxisalltag oder
die Auswirkungen der Krankenhausreform auf die Diabetesversorgung im Fokus
stehen. Ein weiteres zentrales Thema der diesjährigen Ausschreibung sind
auch Begleiterkrankungen des Diabetes, wie etwa das diabetische
Fußsyndrom, diabetesbedingte Augen-, Nieren- Gefäß- oder
Nervenerkrankungen.

Der Medienpreis wird wieder in drei Kategorien verliehen: Hören, Sehen und
Lesen. Zur Kategorie „Hören“ gehören neben Sendungen im Radio auch
Podcasts; zu der Kategorie „Sehen“ zählen TV-Beiträge oder YouTube-Videos
und in der Kategorie „Lesen“ sind Artikel in Zeitungen und Zeitschriften
oder Blogbeiträge willkommen. Die Beiträge müssen zwischen dem 1. August
2023 und 31. Juli 2024 im deutschsprachigen Raum veröffentlicht worden
sein/werden. „Als Preisgeld winken in jeder Kategorie 2.000 Euro“, so
Gallwitz abschließend.

Die Preisvergabe erfolgt auf der Herbsttagung der DDG, die vom 22. bis 23.
November 2024 in Hannover stattfindet. Über die eingesendeten Beiträge
entscheidet eine Jury unter Leitung der DDG. Über weitere Details können
sich Journalistinnen und Journalisten unter
https://www.ddg.info/pressebereich/medienpreis informieren.

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DANK-Kommentar: Zukunftsweisende Empfehlungen des Bürgerrates als Chance für mehr Prävention

Anlässlich des heutigen Treffens des Ausschusses für Ernährung und
Landwirtschaft mit Teilnehmer*innen des Bürgerrates „Ernährung im Wandel:
Zwischen Privatangelegenheit und staatlichen Aufgaben“ äußert sich Barbara
Bitzer, Sprecherin der Deutschen Allianz Nichtübertragbare Krankheiten
(DANK) und Geschäftsführerin der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG):

„Die Empfehlungen des Bürgerrates zeigen deutlich, was den Menschen in
Deutschland in Hinblick auf ihre Ernährung wirklich wichtig ist. Sie
sollten in der Ernährungspolitik gehört werden. Wir begrüßen es daher,
dass der Bundestagsausschuss Ernährung sich so intensiv mit den
Empfehlungen auseinandersetzt. Die Vorschläge sind ein erster wichtiger
Schritt hin zur Bekämpfung von ernährungsbedingten Krankheiten in
Deutschland, wie Adipositas, Diabetes oder Herz-Kreislauferkrankungen.
Der Bürgerrat hat sich mehrheitlich für eine einheitliche Besteuerung von
Zucker und zuckerhaltigen Produkten auf 19 Prozent ausgesprochen.
Angesichts der Tatsache, dass in Deutschland bereits fast 9 Millionen
Menschen mit Diabetes leben und etwa zwei Drittel (67 Prozent) der Männer
sowie über die Hälfte (53 Prozent) der Frauen übergewichtig sind, ist es
unerlässlich, auch fiskalische Präventionsmaßnahmen umzusetzen.
Steuerliche Regelungen, die die gesunde Wahl zur einfachen Wahl machen,
fördern nicht nur die Gesundheit, sondern sind auch wirtschaftlich
sinnvoll, da sie in Zeiten knapper Haushaltsmittel potenzielle
Steuereinnahmen schaffen können. Im Gegenzug könnten gesunde Lebensmittel,
z. B. Obst und Gemüse, komplett von der Mehrwertsteuer befreit werden.
Das Argument, dass steuerliche Anpassungen die Lebensmittelindustrie
unverhältnismäßig belasten, ist nicht haltbar und wird durch die dringende
Notwendigkeit, gesamtgesellschaftlich Gesundheit zu fördern und
Gesundheitskosten langfristig zu senken, entkräftet. Beispiele aus anderen
Ländern, beispielsweise Großbritannien, zeigen, dass Abgaben die
Hersteller dazu animieren, Rezepturen gesünder zu gestalten.
Wir appellieren daher an die Politik, die Vorschläge des Bürgerrates
ernsthaft zu prüfen und auch die Einführung einer Herstellerabgabe auf
gesüßte Getränke aktiv voranzutreiben.“

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