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Handys individueller nutzen: So geht’s!

Handys individueller nutzen Symbolbild
Handys individueller nutzen Symbolbild

Für viele Menschen stellt das Handy heutzutage weitaus mehr als nur Mittel zum Zweck dar. Die technischen Geräte helfen unter anderem dabei, den beruflichen Alltag zu strukturieren, seine Freizeit zu planen und im Internet zu surfen, ohne hierfür vor einem PC Platz nehmen zu müssen.

Dementsprechend verwundert es nicht, weshalb mittlerweile viele Menschen sogar zwei Handys haben, um zum Beispiel Privates von Geschäftlichem zu trennen. Doch unabhängig davon, für welche Zwecke ein Smartphone letztendlich benutzt wird, steht häufig eine individuelle Nutzung im Fokus.

Dies hat unter anderem zur Folge, dass etliche Handybesitzer dazu in der Lage sind, ihr Gerät auf den ersten Blick zu erkennen. Aber welche Individualisierungsmöglichkeiten gibt es eigentlich, wenn es darum geht, ein Smartphone noch besser auf den eigenen Bedarf abzustimmen? Die folgenden Abschnitte liefern hierzu einige Inspirationen.

 

Tipp Nr. 1: Den passenden Tarif wählen

Wie teuer oder wie günstig ein Smartphone im Alltag ist, ist unter anderem davon abhängig, ob der gewählte Tarif zum eigenen Nutzerverhalten passt. Die Auswahl ist groß. Dementsprechend ist es sinnvoll, einzelne Varianten miteinander zu vergleichen. Verschiedene Modelle, wie der Prepaid LTE Tarif, ermöglichen es zudem, wie die Bezeichnung bereits vermuten lässt, einen bestimmten Betrag aufzuladen.

Nutzer, die sich vor unvorhergesehenen Kosten, zum Beispiel in Form einer hohen Handyrechnung, schützen möchten, können gut beraten sein, diese Option zu wählen.

Tipp Nr. 2: Handyhüllen in verschiedenen Varianten

Der Umstand, dass viele Handys heutzutage als eine Art „Computer“ genutzt werden, hat zur Folge, dass die Geräte im Laufe der Zeit immer teurer geworden sind. Dementsprechend gilt es, die darunterliegende Technik zu schützen.

Spannenderweise erfüllen die Handyhüllen, die hierzu genutzt werden, nicht nur diese Aufgabe. Ganz nebenbei eignen sie sich super dazu, um einem Smartphone eine individuelle optische Note zu verleihen. Wer im großen Sortiment der Hersteller keine Hülle für sein Handy findet, die ihn persönlich anspricht, hat häufig die Möglichkeit, sein eigenes Design zu verwirklichen. Obwohl auch ein Smartphone mit Hülle selbstverständlich nicht zu 100 % vor Defekten und Kratzern gefeit ist, lässt sich das Risiko rund um teure Schäden mit dieser Schutzoption häufig reduzieren.

Tipp Nr. 3: Anwendungen für individuelle Bereiche des Alltags

Mittlerweile gibt es zahlreiche Apps, die unterschiedliche Bereiche des Alltags ansprechen. Vor allem mit Hinblick auf einen aktiven Lebensstil hat sich hier im Laufe der letzten Jahre einiges getan. Diejenigen, die einer Karriere im Sportmanagement nachgehen, dürften sich in letzter Zeit immer wieder über spannende Neuerungen gefreut haben. Von absoluten Klassikern, wie dem Schrittzähler bis hin zu Rezeptvorschlägen, Kalorien-Übersichten und Sportprogrammen ist hier so gut wie alles vertreten.

Aber: Auch Menschen, die sich für eine gesunde Ernährung interessieren, werden mit vielen Anwendungen konfrontiert, die es zum Beispiel ermöglichen, Lebensmittel im Supermarkt mit Hinblick auf Inhaltsstoffe und Co. zu scannen.

Tipp Nr. 4: Accessoires für ein unkompliziertes Handling

Der Umstand, dass Smartphones im Laufe der Zeit nicht nur vielseitiger, sondern zudem größer und schwerer geworden sind, hat dafür gesorgt, dass sich mit Hinblick auf das Handling der unterschiedlichen Gerätschaften neue Herausforderungen ergeben. Wer diesen optimal vorbereitet entgegentreten möchte, sollte sich in Bezug auf Accessoires für einen möglichst unkomplizierten Umgang informieren.

Wie wäre es zum Beispiel mit einer Handykette, die dafür sorgt, dass das Smartphone, ähnlich wie eine Tasche, um die Schulter gehängt werden kann? Oder mit einem Griff, der weitestgehend wackelfreie Selfies erlaubt? Wie so oft sind es die individuellen Ansprüche, die die Basis für das, was als „unbedingt nötig“ empfunden wird, schaffen.

Tipp Nr. 5: Ein Aufsteller für alle, die ihr Handy immer suchen

In gewissen Teilen ist das Verhältnis zwischen Brille und Gesellschaft sicherlich mit dem Verhältnis zwischen Gesellschaft und Smartphone vergleichbar. Denn: Viele Handybesitzer wissen, wie anstrengend es sein kann, immer wieder nach ihrem Telefon suchen zu müssen. Hier sind diejenigen im Vorteil, die sich angewöhnen, dieses immer an derselben Stelle, zum Beispiel in einem stilsicheren Handyhalter auf dem Schreibtisch, zu verstauen. Wer sich hier für die richtigen Accessoires entscheidet, sichert sich einen echten eigenen Eyecatcher.

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Stadt- und Regionalentwicklun: Zukunft gestalten in unsicheren Zeiten

Zu einer Tagung über die „Transformative Kraft europäischer Städte und
Regionen“ trafen sich Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft,
Politik und Praxis. Im schweizerischen Basel ging es darum, Leitlinien für
eine zukunftsorientierte Stadt- und Regionalentwicklung zu entwickeln. Der
Internationale Hochschultag der Nationalen Stadtentwicklungspolitik wurde
vom Coburger Architektur- und Stadtplanungs-Professor Mario Tvrtkovic
mitorganisiert. Seit Jahren engagiert er sich für das Thema, vermittelt es
an der Hochschule Coburg in der Lehre und war vergangene Woche auch mit
einer Studierendengruppe in Basel vertreten.

Den Universitäten und Hochschulen kommt als Orten der Bildung zukünftiger
Expertinnen und Experten eine Schlüsselrolle zu: Ihr Engagement und der
Wissenstransfer sind entscheidend für die Umsetzung einer Kultur sozialer,
ökologischer und wirtschaftlicher Verantwortlichkeit. Sie fördern und
entwickeln Grundsätze einer transformativen Planung und entfalten Wirkung
in der Gesellschaft. Gemeinsam mit Prof. Mario Tvrtkovic von der Fakultät
Design der Hochschule Coburg nahmen vergangene Woche Studierende in Basel
an der Tagung „Transformative Kraft europäischer Städte und Regionen.
Zukunft gestalten in unsicheren Zeiten“ teil. Hier wurden aus
internationaler Perspektive ein gemeinsames Verständnis europäischer
Planungskultur für eine transformative Regional- und Stadtplanung und
-gestaltung diskutiert und Wege für eine gemeinsame Umsetzung entwickelt.
Im Zentrum stand die Frage, wie die Hochschulen als wertvolle Ressourcen
für die Realisierung einer nachhaltigen Entwicklung von Städten und
Regionen besser genutzt werden können.

Unter den Vorzeichen vieler Krisen wurden bereits auf den Hochschultagen
der Nationalen Stadtentwicklungspolitik in Coburg und Berlin 2022 und 2023
die veränderten, komplexen Herausforderungen für die Gestaltung räumlicher
Entwicklung diskutiert. Gleichzeitig wurden Impulse für eine notwendige
Neuausrichtung unseres Handelns gegeben. Daran knüpfte nun die Tagung in
Basel an. Der Coburger Architektur- und Stadtplanungs-Professor Tvrtkovic
hat sie wie auch die vergangenen Tagungen wieder mitorganisiert. Er
betont: „Nur mit vorausschauendem, planerischen Handeln der Kommunen,
Städte und der Bundesländer lässt sich die räumliche und bauliche
Entwicklung so lenken, dass gesellschaftspolitische Wertvorstellungen über
eine angemessene Lebensumwelt jetzt und für die kommenden Generationen
umgesetzt werden.“

Seit Ende vergangenen Jahres ist Tvrtkovic Wissenschaftlicher Sekretär und
Präsidiumsmitglied der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung
(DASL), von der die Tagung in Basel federführend und in enger Kooperation
mit dem Institut für Raumentwicklung (IRAP) der Ostschweizer
Fachhochschule in Rapperswill veranstaltet wurde. In der DASL haben sich
Fachleute aus Städtebau und Landesplanung zusammengeschlossen, die
besondere Leistungen in Forschung und praktischer Planung erbracht haben.
„Die Fachdisziplinen, die für die räumliche Entwicklung zuständig sind,
tragen auch für die Transformation zur Nachhaltigkeit eine Verantwortung.
Die DASL fördert diese Themen in Wissenschaft und Praxis und macht sie der
Öffentlichkeit zugänglich“, erklärt der Coburger Wissenschaftler.

Die Tagung wurde vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und
Bauwesen (BMWSB) im Rahmen der Nationalen Stadtentwicklungspolitik
gefördert.

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S3-Leitlinie zum Pankreaskarzinom aktualisiert – ab jetzt als Living Guideline mit jährlicher Aktualisierung

Das Leitlinienprogramm Onkologie hat die S3-Leitlinie zum exokrinen
Pankreaskarzinom aktualisiert. Die Schwerpunkte der nunmehr dritten
Aktualisierung lagen in den Bereichen Risikofaktoren, Risikogruppen und
Screening, Chirurgische Therapie sowie Palliativversorgung und supportive
Therapien. Die S3-Leitlinie entstand unter Federführung der Deutschen
Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und
Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und unter Mitwirkung von 29
Fachgesellschaften und Organisationen. Diese Leitlinie wurde nun auf eine
Living Guideline mit regelmäßigen Updates umgestellt.

„Mit der vorliegenden Aktualisierung der S3-Leitlinie zum Pankreaskarzinom
wollen wir eine evidenzbasierte, flächendeckende, optimale Versorgung von
Patient*innen mit Bauchspeicheldrüsenkrebs sicherstellen“, sagt Prof. Dr.
Thomas Seufferlein, Universitätsklinikum Ulm und Vorstandsmitglied der
Deutschen Krebsgesellschaft. Er ist Koordinator der Leitlinie, zusammen
mit Prof. Dr. Julia Mayerle, Universitätsklinikum München. Und er ergänzt:
„Um die vielen neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse zeitnah
berücksichtigen zu können, haben wir diese Leitlinie auf eine „Living
Guideline“ umgestellt und streben nun eine jährliche Aktualisierung an.“

Epidemiologie
Bösartige Tumoren der Bauchspeicheldrüse verursachen im Frühstadium kaum
Beschwerden, weshalb sie häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium
diagnostiziert werden. Deshalb gehört Bauchspeicheldrüsenkrebs zu den
Tumoren mit einer sehr schlechten Prognose. Laut dem Robert Koch-Institut
sind im Jahr 2020 rund 20.200 Menschen am Pankreaskarzinom erkrankt und
fast ebenso viele verstarben daran. Die Anzahl der Neuerkrankungen wie
auch der Sterbefälle nimmt kontinuierlich zu – auch aufgrund der
demografischen Entwicklung. Das mittlere Erkrankungsalter liegt für Männer
bei 72, für Frauen bei 76 Jahren. Das Pankreaskarzinom hat neben dem
Mesotheliom die niedrigste Überlebensrate unter allen Krebserkrankungen
und ist bei Männern wie auch bei Frauen die vierthäufigste
Krebstodesursache.

Surveillance-Untersuchungen bei bestimmten Risikogruppen
Um die Früherkennung von Bauchspeicheldrüsenkrebs zu verbessern, wurden
einige Empfehlungen der Leitlinie modifiziert und weitere gänzlich neue
aufgenommen. Bislang nicht erkrankte Personen mit einem familiär erhöhten
Risiko, an Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken, sollen genetische
Untersuchungen angeboten werden. Zudem sollen Hochrisiko-Individuen – dazu
zählen etwa Patient*innen mit Peutz-Jeghers Syndrom oder Träger*innen
bestimmter Mutationen im Erbgut – Kontrolluntersuchungen angeboten werden.
Bei einer derartigen Erstuntersuchung im Rahmen einer Surveillance sollte
eine MRT/MRCP und/oder der endoskopische Ultraschall als bildgebendes
Verfahren eingesetzt werden. Diese Screening-Untersuchungen sollten an
spezialisierten Zentren angeboten werden.

Chemotherapie
Zur Therapie von Bauspeicheldrüsenkrebs gibt es mehrere Optionen, die
Operationen, Bestrahlungen und medikamentöse Therapien beinhalten. In der
Erstlinientherapie des fortgeschrittenen oder metastasierten
Pankreaskarzinoms hat sich gezeigt, dass sich eine Chemotherapie günstig
auf den Krankheitsverlauf auswirken kann. Hierbei können verschiedene
Chemotherapie-Regime eingesetzt werden. Aufgrund jüngster Studiendaten
wurden diese um einen neuen Wirkstoff erweitert.

Palliativversorgung und supportive Therapie
Alle Patient*innen mit einem Pankreaskarzinom sollen unabhängig vom
Krankheitsstadium Zugang zu Informationen über Palliativversorgung haben.
Und Betroffenen soll nach der Diagnose einer nicht-heilbaren
Pankreaskarzinomerkrankung eine Palliativversorgung angeboten werden,
unabhängig davon, ob eine tumorspezifische Therapie durchgeführt wird.
Zudem soll ihnen ein Bedarfsassessment durch ein Team der spezialisierten
Palliativversorgung angeboten werden. Supportive Therapien sollen in allen
Phasen der Diagnostik und Therapie von Patient*innen mit Pankreaskarzinom
eingesetzt werden. Mayerle fordert: „Alle Patient*innen mit
Bauchspeicheldrüsenkrebs sollen ein Screening auf typische belastende
Symptome erhalten. Dieses soll frühestmöglich stattfinden und wiederholt
im Krankheitsverlauf durchgeführt werden. Außerdem sollen alle Erkrankten
ein Screening auf psychosoziale Belastungen erhalten. Diese Empfehlungen
haben wir neu in die Leitlinie aufgenommen. Wir möchten mit dazu
beitragen, dass das Überleben von Patient*innen mit Pankreaskarzinom bei
guter Lebensqualität verlängert wird.“

Die S3-Leitlinie zum exokrinen Pankreaskarzinom ist auf dieser Webseite
abrufbar: https://www.leitlinienprogramm-
onkologie.de/leitlinien/pankreaskarzinom/

Zudem sind die Inhalte in der kostenfreien Leitlinien-App integriert.
Weitere Informationen unter: https://www.leitlinienprogramm-
onkologie.de/app/

Das Leitlinienprogramm Onkologie
Leitlinien sind systematisch entwickelte Entscheidungshilfen für
Leistungserbringer und Patient*innen zur angemessenen Vorgehensweise bei
speziellen Gesundheitsproblemen. Sie stellen ein wesentliches Instrument
zur Förderung von Qualität und Transparenz medizinischer Versorgung dar.
Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen
Fachgesellschaften (AWMF), die Deutsche Krebsgesellschaft e. V. und die
Deutsche Krebshilfe haben sich mit dem im Februar 2008 gestarteten
Leitlinienprogramm Onkologie das Ziel gesetzt, gemeinsam die Entwicklung
und Fortschreibung sowie den Einsatz wissenschaftlich begründeter und
praktikabler Leitlinien in der Onkologie zu fördern und zu unterstützen.
Mittlerweile umfasst das Leitlinienprogramm 36 S3-Leitlinien, die zu einem
großen Teil auch als laienverständliche Patientenleitlinien vorliegen.
Mehr unter: https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/home

Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und
Stoffwechselkrankheiten (DGVS) e.V.
Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und
Stoffwechselkrankheiten wurde 1913 als wissenschaftliche Fachgesellschaft
zur Erforschung der Verdauungsorgane gegründet. Heute vereint sie mehr als
7000 in Klinik und Forschung tätige Ärztinnen und Ärzte unter einem Dach.
Die DGVS fördert sehr erfolgreich wissenschaftliche Projekte und Studien,
veranstaltet Kongresse und Fortbildungen und unterstützt aktiv den
wissenschaftlichen Nachwuchs. Ein besonderes Anliegen ist der DGVS die
Entwicklung von Standards und Behandlungsleitlinien für die Diagnostik und
Therapie von Erkrankungen der Verdauungsorgane – zum Wohle der
Patientinnen und Patienten. https://www.dgvs.de/

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Informationsfreiheit: Wie zugänglich sind öffentliche Archive?

Im Jahr 2000 veröffentlichte der Europarat eine Empfehlung, die den Zugang
zu Archiven in den Mitgliedsländern verbessern sollte. Das Fraunhofer ISI
evaluierte nun gemeinsam mit dem Vera and Donald Blinken Open Society
Archives (OSA) Budapest, wie es über 20 Jahre danach um die Umsetzung
dieser Empfehlung und die Zugangsbedingungen zu Archiven steht. Darüber
hinaus gingen die Forschenden der Frage nach, welche technologischen,
rechtlichen und politischen Herausforderungen für die Informationsfreiheit
bestehen.

Archive sind für funktionierende Demokratien von zentraler Bedeutung, denn
sie bewahren nicht allein wichtige historische Dokumente auf, sondern
tragen hierdurch maßgeblich zur Transparenz staatlicher Institutionen bei.
Gerade in der Zeit nach Ende des Kalten Krieges wurde der Öffentlichkeit
über Archive Zugang zu vorher unzugänglichen Dokumenten und Informationen
verschafft, was bei der Aufarbeitung der Vergangenheit sowie der Bewahrung
kulturellen Erbes eine wichtige Rolle spielte.

Empfehlung des Europarats für einen besseren Zugang zu Archiven

In diesem Kontext verabschiedete der Europarat im Jahr 2000 die
»Empfehlung R(2000)13«, die eine harmonisierte europäische Politik für
einen besseren Zugang zu Archiven sowie mögliche Maßnahmen hierfür
vorschlug. Um zu erfahren, inwiefern sich der Zugang und mit ihm die
Informationsfreiheit seither entwickelt haben, hat ein Team aus
Forschenden des Fraunhofer ISI sowie des Open Society-Archivs an der
Zentraleuropäischen Universität Budapest eine Erhebung als Online-Umfrage
unter Archiven und ihren Nutzenden durchgeführt, die von qualitativen
Experteninterviews ergänzt wurde. Die Umfrage richtete sich an alle 46
Nationalarchive der Mitgliedstaaten des Europarats, 40 regionale oder
kommunale Archive sowie 77 akademische Einrichtungen und 103
zivilgesellschaftliche Organisationen als wichtigste Nutzergruppen von
Archiven.

Die Ergebnisse der Befragung zeigen, dass die nationalen Gesetzgebungen in
den meisten Ländern nach über 20 Jahren zwar mit der Empfehlung weitgehend
übereinstimmen, die tatsächlichen Zugangsbedingungen dies aber nicht immer
widerspiegeln. So hat sich etwa die Zahl der Länder, in denen öffentliche
Archiveinrichtungen von allgemeinen Zugangsregeln ausgenommen sind, im
Vergleich zur Situation vor der Verabschiedung der Empfehlung nicht
sonderlich verändert und liegt bei 39 Prozent. Auch existieren in 12
Ländern noch immer geheime Archive. Für einige ehemalige Ostblockländer
stellte sich heraus, dass hier teilweise keine Informationen zu nicht-
öffentlichen Beständen in den Archiven auffindbar sind, sodass Forschende
keine Sondergenehmigungen oder Freigaben für derartige Dokumente
beantragen können. Auch verweigern einige Archive Forschenden wegen
»unzureichender Qualifikationen« immer noch den Zugang, ohne dies näher zu
begründen oder lehnen diesen ab, weil das jeweilige Forschungsthema nicht
nahe genug in Verbindung mit den Dokumenten und Themen des Archives steht.

Darüber hinaus brachte die Befragung gewisse grundsätzliche Zielkonflikte
zwischen dem Wunsch nach Zugänglichkeit und dem Schutz von Rechten zutage:
In 87 Prozent der Länder ist etwa aus Datenschutzgründen der Zugriff auf
bestimmte Dokumente eingeschränkt, was sowohl Archive als auch
wissenschaftliche Archiv-Nutzende bemängeln. Auch geben etwa 73 Prozent
der befragten Archive an, in der Online-Verfügbarkeit von Dokumenten
prinzipiell Vorteile zu sehen, weisen hier aber auch auf rechtliche
Unsicherheiten wie etwa bei Copyright-Fragen hin. Viele Archive beklagen
in diesem Kontext das Fehlen von Richtlinien, mit denen sich diese
Interessenkonflikte auflösbar wären.

Digitalisierung und KI als Herausforderung

Auch wurde bisher oft nur ein geringer Teil der Dokumente, etwa 5 Prozent,
digitalisiert und Nutzende sehen hier noch große Potenziale. Die
Erwartungen mit Blick auf die Nutzung Künstlicher Intelligenz sind
ebenfalls hoch, etwa bei der Strukturierung unsortierter
Dokumentkollektionen. Der Einsatz von KI könnte aber auch zu Problemen
führen, wenn etwa Algorithmen für Verzerrungen sorgen.

Dr. Michael Friedewald, der am Fraunhofer ISI das Geschäftsfeld
Informations- und Kommunikationstechniken leitet und die Europarat-Studie
koordinierte, fasst die zentralen Ergebnisse wie folgt zusammen:
»Insgesamt haben die Mitgliedsländer des Europarats die Empfehlung zum
Zugang zu Archiven weitestgehend in ihren jeweiligen nationalen
Rechtsvorschriften verankert. Dies gilt zum Beispiel für Kroatien, Estland
oder die Schweiz, wo die Empfehlung sehr umfänglich umgesetzt wurde und
der Zugang zu Informationen heute sehr gut ist. Andere Länder wie Rumänien
oder Österreich schnitten hier weniger gut ab. In manchen Ostblock-Staaten
wie Bulgarien ist die staatssozialistische Vergangenheit zum Teil noch
stark spürbar und die Zugänglichkeit zu Archiven und ihren
Informationsangeboten gestaltet sich schwieriger. In den meisten
westeuropäischen Ländern steht es erwartungsgemäß gut um die
Informationsfreiheit, aber auch hier wurden längst nicht immer alle
Aspekte der Europarat-Empfehlung umgesetzt. Dies liegt zum Teil daran,
dass es keinen Druck von außen gab, hieran etwas zu ändern, wie es in
Ostmitteleuropa durch die Aufarbeitung der staatssozialistischen
Vergangenheit der Fall war. Wenngleich der Europarat über keine
rechtsverbindlichen Instrumente verfügt, könnte er die Mitgliedsländer
dennoch zu einer verstärkten Zusammenarbeit zwischen Archiven und anderen
Gedächtnisinstitutionen wie Bibliotheken und Museen aufrufen. Daraus
könnten dann etwa Konzepte entstehen, wie sich individuelle Archivbestände
besser zusammenbringen oder neue Gruppen von Nutzenden erschließen lassen.
Um den Zugang zu Archiven und die Informationsfreiheit weiter zu
verbessern, sollten auch die Rechte zum Schutz personenbezogener Daten
sowie der informationellen Selbstbestimmung von den hierfür zuständigen
EU-Institutionen besser miteinander in Einklang gebracht werden.«

Medienkontakt:
Dr. Jacob Leidenberger
Stellvertretender Leiter Presse und Kommunikation
Telefon +49 721 6809-172
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI
analysiert Entstehung und Auswirkungen von Innovationen. Wir erforschen
die kurz- und langfristigen Entwicklungen von Innovationsprozessen und die
gesellschaftlichen Auswirkungen neuer Technologien und Dienstleistungen.
Auf dieser Grundlage stellen wir unseren Auftraggebern aus Wirtschaft,
Politik und Wissenschaft Handlungsempfehlungen und Perspektiven für
wichtige Entscheidungen zur Verfügung. Unsere Expertise liegt in der
fundierten wissenschaftlichen Kompetenz sowie einem interdisziplinären und
systemischen Forschungsansatz.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Dr. Michael Friedewald
Leiter des Geschäftsfelds Informations- und Kommunikationstechniken
Telefon: +49 721 6809-146
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.fer.de

Originalpublikation:
Access to Public Archives in Europe: progress in the implementation of CoE
Recommendation R (2000)13 on a European policy on access to archives:
<https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/23257962.2023.2285954>

Preserving the Past, Enabling the Future: Assessing the European Policy on
Access to Archives in the Digital Age
<https://www.degruyter.com/document/doi/10.1515/pdtc-2024-0003/html>

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