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“Nicht über uns, sondern mit uns.“ – Leitfaden zu guter Praxis digitaler Teilhabe erschienen

Abbildung Leitfaden
Abbildung Leitfaden "Barrieren digitaler Teilhabe erkennen und überwinden"

Arbeitsplätze werden digitaler und flexibler, mobiles Arbeiten gehört in
vielen Branchen inzwischen zum Alltag. Hierdurch entstehen zwar neue
Möglichkeiten der Teilhabe für Menschen mit Einschränkungen, allerdings
gibt es auch neue Hürden digitaler Teilhabe – und diese sind vielfältig.
Genau diese Punkte wurden durch das Forschungsinstitut Betriebliche
Bildung (f-bb) im Projekt „Digitale TeilhaBe: Zwischen Chancen und
Herausforderungen digitaler Teilhabe von Menschen mit Behinderung“
beleuchtet. Gefördert wurde es vom Bundesministerium für Bildung und
Forschung. Nach 26 Monaten Untersuchung und Analyse kann festgehalten
werden: Ohne digitale Teilhabe gibt es keine vollumfassende Teilhabe.

Ganz nach dem Motto „Nicht über uns, sondern mit uns“ war das Herzstück
des Projektes die partizipative Arbeit mit Betroffenen selbst. Im Rahmen
von Zukunftswerkstätten wurde viel diskutiert und kreativ nach Lösungen
für bestehende Probleme gesucht – mit anwendungsorientierten Ergebnissen.
Konkrete Lösungen und Handlungsempfehlungen können im jetzt erschienenen
Praxisleitfaden „Barrieren digitaler Teilhabe erkennen und überwinden“
nachgelesen werden.

Dr. Iris Pfeiffer, Geschäftsführerin des f-bb resümiert: "Es gibt viele
Bereiche, in denen digitale Teilhabe weitergedacht werden sollte, nicht
zuletzt auch aus einer gesellschaftlichen Verantwortung heraus. Erster
Ausgangspunkt können die Ergebnisse unseres Projektes sein. Auch in
Zukunft müssen sich aber relevante Akteure weiter besser vernetzen und
systematisch Menschen mit Behinderungen in Entscheidungs- und
Entwicklungsprozesse einbeziehen."

Der Leitfaden ist im Open Access hier erhältlich:
https://www.wbv.de/shop/Barrieren-digitaler-Teilhabe-erkennen-und-
ueberwinden-I76744


Ebenso als kostenpflichtige Print-Version verfügbar.

Originalpublikation:
https://dx.doi.org/10.3278/9783763976744

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Stabswechsel: Dr. René Backes übernimmt DBFZ-Forschungsbereich „Bioenergiesysteme“ von Prof. Dr. Daniela Thrän

Prof. Dr. Daniela Thrän übergibt den DBFZ-Forschungsbereich „Bioenergiesysteme“ an Dr. René Backes (links) Prof. Dr. Daniela Thrän übergibt den DBFZ-Forschungsbereich „Bioenergiesysteme“ an Dr. René Backes (links)  Paul Trainer / DBFZ
Prof. Dr. Daniela Thrän übergibt den DBFZ-Forschungsbereich „Bioenergiesysteme“ an Dr. René Backes (links) Prof. Dr. Daniela Thrän übergibt den DBFZ-Forschungsbereich „Bioenergiesysteme“ an Dr. René Backes (links) Paul Trainer / DBFZ

Personalwechsel am Deutschen Biomasseforschungszentrum in Leipzig: Die
langjährige Leiterin des Forschungsbereichs „Bioenergiesysteme“ und
stellvertretende wissenschaftliche Geschäftsführerin des DBFZ, Frau Prof.
Dr. Daniela Thrän, fokussiert sich mit Wirkung zum 1. April 2024 auf ihre
Tätigkeiten am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) und übergibt
die Leitung des DBFZ-Forschungsbereiches „Bioenergiesysteme“ an Dr. René
Backes (vormals BASF). Noch bis Ende 2024 wird Daniela Thrän mit
reduziertem Stundenumfang am DBFZ tätig sein.

Prof. Dr.-Ing. Daniela Thrän studierte Technischen Umweltschutz an der
Universität Berlin und promovierte anschließend an der Bauhaus Universität
Weimar. Seit 2008 war sie Leiterin des Bereichs "Bioenergiesysteme" am
DBFZ in Leipzig. Zusätzlich leitet sie seit 2011 das Department
„Bioenergie“ am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig
sowie den Lehrstuhl „Bioenergiesysteme“ an der Universität Leipzig. Ihre
Expertise über eine nachhaltige Nutzung und Produktion von Biomasse bringt
sie in zahlreiche Gremien ein. Als in der wissenschaftlichen Fachwelt
hochgeschätzte Expertin leistet Frau Prof. Dr. Daniela Thrän einen
maßgeblichen Beitrag zur Erarbeitung nachhaltiger Bioökonomiestrategien.
Neben der Leitung verschiedenster Forschungsprojekte im Bereich der
Bioenergie und der Bioökonomie hat sie u. a. den "Smart Bioenergy"-Ansatz
entwickelt und in einem Buch veröffentlicht.

Der wissenschaftliche Geschäftsführer des DBFZ, Prof. Dr. Michael Nelles,
hebt den persönlichen und fachlichen Beitrag besonders lobend hervor: “Wir
danken Frau Prof. Dr. Thrän ganz ausdrücklich für ihre langjährige, sehr
engagierte und wissenschaftlich ausgezeichnete Arbeit, die in einem hohen
Maße zur Sichtbarkeit des DBFZ sowie zur erfolgreichen Entwicklung unseres
Institutes beigetragen hat. Gleichzeitig freuen wir uns, dass wir mit Dr.
René Backes sehr schnell einen hervorragenden und sehr versierten
Nachfolger mit großer Expertise gefunden haben, und sind uns sicher, dass
er den eingeschlagenen Weg mit seinem Team erfolgreich weitergehen und
hierbei insbesondere die stoffliche Nutzung von Biomasse weiterentwickeln
wird“.

Dr. René Backes kann auf eine 18jährige Karriere, zuletzt als Business
Development Specialist für nachwachsende Rohstoffe in der chemischen
Industrie bei BASF zurückblicken, von der er 51/2 Jahre am Standort in
Göteborg/Schweden verbracht hat. Schwerpunkte seiner Arbeit war u. a. die
Erschließung neuer Geschäftsmöglichkeiten für die chemische Industrie auf
der Basis biogener und recyclierter Rohstoffe. Zusätzlich zählte die
Vertretung der BASF auf verschiedenen akademischen und öffentlichen
Konferenzen zu den Themen "Rohstoffwandel" und "Kreislaufwirtschaft" zu
seinen Aufgaben. Dies führte zum Management von F&E-Kooperationen der
BASF-Geschäftseinheiten mit der Industrie und der akademischen Welt in
mehreren Projekten.

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Masterstudierende präsentieren innovative Denkansätze für die Gesellschaft des Jahres 2070

Eine Vision für die Nahrungsversorgung der Zukunft – modular, autonom lokal und flexibel einsatzbar  Hirsch, Haueise, Khoei  Bendix Hirsch, Christian Haueisen, Ali Rezazdeh Khoei
Eine Vision für die Nahrungsversorgung der Zukunft – modular, autonom lokal und flexibel einsatzbar Hirsch, Haueise, Khoei Bendix Hirsch, Christian Haueisen, Ali Rezazdeh Khoei

Semesteraufgabe des Studiengangs Integrales Planen und Bauen an der THWS
Unter dem Motto „Teilung 2070“ haben sich die Studierenden des
Masterstudiengangs Integrales Planen und Bauen an der Technischen
Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) mit der Frage beschäftigt, wie die
globale Gesellschaft den Herausforderungen der Zukunft begegnen kann. Ihre
innovativen Ideen für eine sinnvolle Nutzung von Ressourcen im Jahr 2070,
die sie im Lauf des Wintersemesters entwickelt hatten, wurden nun
vorgestellt.

Die Aufgabenstellung von Prof. Daniel Halswick und Prof. Stephan Häublein
von der Fakultät Architektur und Bauingenieurwesen sah vor, Themen wie
Bevölkerungswachstum, Urbanisierung und Digitalisierung, die ungleiche
Verteilung von Ressourcen, Klimawandel und Energiewende mit in Betracht zu
ziehen. Die Studierenden sollten zunächst die jeweilige Problematik
analysieren und darauf basierend Innovationsansätze für die gebaute Umwelt
der Zukunft entwickeln. Die Auseinandersetzung mit der Verteilungsfrage
durfte sowohl im verhältnismäßig wohlhabenden Deutschland als auch im
internationalen Rahmen stattfinden.

„Ob zukunftsweisende, visionäre Konzeption oder konkrete
Machbarkeitsstudie mit marktfähigem und wirtschaftlichem Nutzungskonzept,
herausgekommen sind Lösungsansätze mit der Fragestellung, wie wir 2070
leben wollen und wie wir die Ressource ,Welt‘ neu aufteilen“, beschreibt
Prof. Halswick. „Welche Veränderungen werden sich also gesellschaftlich,
stadträumlich, baulich und für den Verkehr ergeben? Dürfen wir überhaupt
noch neu bauen oder ist die Aufgabe der Zukunft nur die Umverteilung im
Bestand?“ Mit diesen Fragen setzten sich 36 Masterstudierende ein Semester
lang auseinander. Entstanden ist eine Vielzahl an Konzepten, von denen
fünf kurz vorgestellt werden.

Vielfältige Konzept-Ideen

Mit der Zukunft der Nahrungsproduktion haben sich Bendix Hirsch, Christian
Haueisen und Ali Rezazdeh Khoei auseinandergesetzt: Das TERRA-MODUL
verspricht durch modulare Bauweise, autonomen Betrieb und flexiblen
Einsatz eine sichere und lokale Nahrungsversorgung mit maximaler
Produktivität. Der Einsatz des Moduls reicht von Einzelpersonen bis hin
zur Versorgung ganzer Städte.

Melanie Wiecek und Miriam Schneider untersuchten für ihr Projekt  – unter
Berücksichtigung des Klimawandels – globale Migrationsbewegungen, um
Regionen mit starkem Bevölkerungszuwachs oder starker Abnahme zu
identifizieren. Anschließend wurden langfristige Integrationsstrategien
für Migrierte erarbeitet, inklusive der Bereiche Bildung, Gesundheit und
Arbeitsmarkt. Das übergeordnete Ziel bestand darin, eine ausgewogene und
nachhaltige Bevölkerungsverteilung in Europa und Deutschland zu erreichen
und die Integration der Migrantinnen und Migranten erfolgreich zu
gestalten.

Wie sich die Welt im Jahr 2070 durch die Nutzung des digitalen Raums
verändert, lautete die Ausgangsfrage für Christina Ullrich, Maximilian
Bauer und Eslam Mohamed. Unter der Annahme, dass der persönliche Wohnraum
in Zukunft auf 20 Quadratmeter pro Person eingeschränkt werde, entwarfen
die Studierenden neue Nutzungsideen für den digitalen Raum, um so
Ressourcen effizienter zu nutzen. Neben dem Wohnraumaspekt untersuchten
sie auch den Bildungs- und Arbeitsbereich.

Genossenschaft als Lösungsansatz

Ideen für eine nachhaltige und soziale Landwirtschaft untersuchten Johanna
Becker und Jan Bechtgold mit ihrem Projekt „permaconnect“. Permakultur in
der Landwirtschaft berücksichtigt nicht nur ökonomische, sondern auch
ökologische, soziale und ethische Prinzipien. Um die Landwirtschaft in
Einklang mit der Natur zu bringen, entwarfen die Studierenden das
genossenschaftliche Koordinationsnetzwerk permaconnect, das Gemeinschaften
und Experten miteinander verbindet und auch Finanzierungsmöglichkeiten bei
der Flächennutzung einbezieht.

Den Wandel der Lebensbedingungen in den informellen Siedlungen (Slums) von
Megastädten untersuchten Stephanie Fell und Senta Mill am Beispiel von
Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesch. Die Studierenden identifizierten
soziale und städtebauliche Defizite, fehlende medizinische Versorgung und
Umweltverschmutzung als drängende Probleme der Bevölkerung. Ihr Projekt
„Der Turm“ soll Hilfe zur Selbsthilfe bieten: Darin vorgesehen sind Räume
für Bildung, Kinderbetreuung, soziale Dienste und medizinische Versorgung.
Hinzu kommen Niederschlagsspeichersysteme, Fassadenbegrünung,
Trinkwasserversorgung und eigenständige Stromerzeugung durch Photovoltaik.

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Gemeinschaftsausstellung "Points of View"

Künstlerische und wissenschaftliche Perspektiven auf die deutsche
Kolonialgeschichte im
Westpazifik - eine Gemeinschaftsausstellung des Deutschen
Schifffahrtsmuseum (DSM) / Leibniz-Institut für Maritime Geschichte in
Bremerhaven und dem Hafenmuseum Bremen, zu sehen vom 14. April bis 18.
August 2024 im Hafenmuseum Bremen.

Die Geschichte der Tolai im Bismarck-Archipel ist eng mit der Geschichte
Bremens
verbunden: Bremer Kaufleute und Reedereien waren von Anbeginn an deutschen
Kolonialprojekten in Papua-Neuguinea beteiligt. Als Knotenpunkt
überseeischer
Verbindungen profitierten Bremen und Bremerhaven vom wachsenden weltweiten
Handel
mit Waren und Rohstoffen und erlebten Ende des 19. Jahrhunderts einen
unvergleichlichen Aufschwung. Der Norddeutsche Lloyd spielte dabei eine
entscheidende Rolle: Die größte Bremer Reederei unterhielt während der
Kolonialzeit einen Liniendienst nach Ostasien und einen Inseldienst im
Westpazifik. Diese regelmäßigen Schifffahrtsverbindungen schufen die
Voraussetzung dafür, dass die pazifischen Kolonien für die heimische
Volkswirtschaft nutzbar gemacht werden konnten.

Die Ausstellung „Points of View“ experimentiert mit unterschiedlichen
Zugängen aus Kunst
und Wissenschaft und zeigt einen vielschichtigen Blick auf Deutsche
Kolonialgeschichte im
Bismarck-Archipel. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die
künstlerischen Arbeiten von
Lisa Hilli (Melbourne): Die Künstlerin beschäftigt sich in ihrer Kunst mit
der Geschichte
Papua- Neuguineas, der sie biografisch-familiär verbunden ist. Lisa Hilli
arbeitet
multidisziplinär und reflektiert in ihren Arbeiten die (Un-)Sichtbarkeit
Schwarzer und
melanesischer Frauen. Mit großer historischer Sensibilität arbeitet sie in
verschiedenen
Sprachen und setzt unterschiedliche Formate ein, wie Fotografie, Video,
Textilien und
Installationen. Ihre eigene Geschichte, die sich auch aus der Erfahrung
als Tolai/Gunantuna-Frau speist, ist untrennbar mit dem Wirken und Kämpfen
von Frauen aus Papua-Neuguinea verwoben.

Lisa Hilli: „Meine Kreativität speist sich daraus, tief in Archive
einzutauchen, biografischen
Erzählungen meiner Interviewpartner:innen zu lauschen – in einer Art
Zustand des
Wachtraumes. Ich möchte Individuen und Gesellschaften stärken, deren
Geschichte(n)
übersehen werden und sie ermutigen, ihre Geschichte(n) in ihrer eigenen
Weise mit anderen zu teilen.“

Die Ausstellungstexte des Bremer Historikers Tobias Goebel basieren auf
aktueller
Kolonialismusforschung und reflektieren, wie sich der Ausbau maritimer
Infrastruktur auf
das politische, soziale und wirtschaftliche Leben im Kolonialgebiet
auswirkte und welche
Auswirkungen noch heute spürbar sind.

Goebels Forschungsinteresse gilt der Aufarbeitung der deutschen
Kolonialgeschichte im
Pazifik und seiner Verbindungen nach Bremen.
Tobias Goebel: „Obwohl sich die politische Lage langsam ändert und der
deutsche
Kolonialismus mehr als noch vor wenigen Jahren auch in der Öffentlichkeit
diskutiert wird,
fristen die sogenannten Südseekolonien in der Auseinandersetzung um das
koloniale Erbe
noch immer ein eher randständiges Dasein.“

Lisa Hilli und Tobias Goebel arbeiten seit 2018 zusammen, unter anderem in
einem
Forschungsprojekt zum Norddeutschen Lloyd am Deutschen Schifffahrtsmuseum
DSM. Beide eint die Begeisterung, die kolonialen Archive auf ihre bisher
im Verborgenen gebliebenen Geschichten zu durchforsten und Schicksale
sichtbar zu machen.

Die Ausstellung entstand in enger Kooperation mit dem Deutschen
Schiffahrtsmuseum DSM in Bremerhaven. Kuratiert wurde sie von Anne
Schweisfurth (Hafenmuseum Bremen), Prof. Dr. Ruth Schilling
(Geschäftsführende Direktorin DSM), Lisa Hilli und Tobias Goebel,
gestaltet wurde sie von dem Bremer Künstler Rainer Weber und dem Grafiker
Axel Stiehler.

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