Zum Hauptinhalt springen

Wissenschaftler*innen tauschen sich an der TH Lübeck über nachhaltige Wasserbewirtschaftung aus

Vom 18.-20. April 2024 waren Expert*innen aus der Wasserforschung an der
TH Lübeck für einen Workshop der Deutschen Forschungsgemeinschaft zu Gast.
Ziel der Veranstaltung ist der Austausch und die Entwicklung längfristiger
Forschungskooperationen zwischen jordanischen und deutschen
Wissenschaftler*innen in der Wasserforschung.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert mit der Initiative
„Unterstützung der Internationalisierung von Forschung an Hochschulen für
Angewandte Wissenschaften (UDIF-HAW)“ HAWs, die sich für internationale
Forschungskooperationen interessieren oder diese ausbauen möchten. In
verschiedenen Veranstaltungsformaten tauschen sich Forschende deutscher
HAWs mit internationalen Forscher*innen aus verschiedenen Zielländern aus,
mit dem Ziel Forschungspartnerschaften zu bilden. In diesem Rahmen fand
vom 18.-20. April 2024 an der Technischen Hochschule Lübeck bereits der
zweite DFG Workshop zum Thema nachhaltiger Wasserbewirtschaftung in
Zusammenarbeit mit Jordanien statt.

Die Präsidentin der TH Lübeck, Dr. Muriel Helbig, eröffnete die
Veranstaltung: „Es ist großartig, dass dieser Austausch stattfindet. Im
Hinblick auf die zahlreichen Krisen und Kriege, die in diesem Moment die
Welt erschüttern, ist es umso wichtiger, dass die internationale
Wissenschaftsgemeinschaft zusammenarbeitet und voneinander lernen kann.
Die Ressourcen sind knapp und werden gerade in wärmeren Regionen der Erde
noch knapper. Wasserforschung international zu betreiben und die Stärken
der jordanischen Universitäten und deutschen Hochschulen für Angewandte
Wissenschaften zu nutzen, ist genau der richtige Ansatz.“

Wasserbewirtschaftung: Strategien für eine nachhaltige Zukunft

In der DFG Veranstaltungsreihe „Water nexus research – challenges and
strategies for a sustainable future“ (Wasser-Nexus-Forschung -
Herausforderungen und Strategien für eine nachhaltige Zukunft) kamen am
15. Februar 2022 erstmals rund 70 Forschende deutscher HAWs und
jordanischer Hochschulen zu einem Austausch ihrer Forschungsschwerpunkte
und –ideen zusammen. Dr. Christoph Külls, Professor für Hydrologie und
Internationale Wasserwirtschaft vertrat dabei die Technische Hochschule
Lübeck. Er erläuterte den ganzheitlichen Ansatz von „Water Nexus
Research“.

Alles ist miteinander verbunden: der Nexus-Ansatz

Nexus ist ein lateinisches Wort und bedeutet Verbindung/Gefüge. Der Nexus-
Ansatz ist neben der Integration von sozioökonomischen Aspekten eines der
zentralen Leitbilder des integrierten Wasserressourcenmanagements (IWRM).
Der Ansatz berücksichtigt die Wechselwirkungen zwischen den eng
verbundenen Sektoren Wasserwirtschaft, Energie- und
Nahrungsmittelerzeugung. Das heißt, dass im Hinblick auf
Ressourcenknappheit, die Bewirtschaftung der Ressourcen Wasser, Energie,
Land gemeinsam betrachtet werden, um eine nachhaltige Sicherung der
Grundversorgung zu erreichen.

Gemeinsame Wasserforschung

Der zweite DFG Workshop vertiefte die Vernetzung der jordanischen und
deutschen Wissenschaftler*innen nach einer Delegationsreise in Jordanien
weiter. Über zwei Tage hinweg vernetzten sich die internationalen
Expert*innen an der TH Lübeck, gaben sich gegenseitig Einblicke in ihre
Forschungstätigkeiten und analysierten, welche Faktoren zu einer
erfolgreichen Forschungskooperation zwischen Jordanien und Deutschland
beitragen können.

  • Aufrufe: 45

Deutscher Erdüberlastungstag: Ein Umdenken ist mehr denn je erforderlich

Ein Statement von Prof. Manfred Fischedick, Präsident und
wissenschaftlicher Geschäftsführer des Wuppertal Instituts.

Zwei Tage früher als im letzten Jahr: Am 2. Mai 2024 hat Deutschland so
viele Ressourcen verbraucht, wie dem Land bezogen auf die globale
Biokapazität rechnerisch für das ganze Jahr zur Verfügung stehen. Der Tag
wird als "Erdüberlastungstag" oder "Earth Overshoot Day" bezeichnet. Er
beschreibt den Zeitpunkt, an dem so viele natürliche Ressourcen – wie
Holz, Pflanzen oder Nahrungsmittel – verbraucht sind, wie innerhalb eines
Jahres nachwachsen können. In die Rechnung geht zudem ein, wie viel CO2
die Natur innerhalb eines Jahres binden kann, etwa in Wäldern und Ozeanen.

Der Ressourcenverbrauch in Deutschland liegt deutlich oberhalb des
globalen Mittelwerts. Dies macht sich auch dadurch bemerkbar, dass der
globale Erdüberlastungstag „erst“ Anfang August liegt. Es bedeutet aber
auch, dass wir weltweit über unsere Verhältnisse leben: Wir bräuchten
rechnerisch 1,7 Erden, um unseren globalen Ressourcenbedarf zu decken und
die Regenerationsfähigkeit des Planeten nicht zu überschreiten. Wenn die
gesamte Weltbevölkerung so leben würde wie die Deutschen, dann bräuchte
die Menschheit sogar drei Erden. Die Unterschiede zwischen den einzelnen
Nationen sind groß: Während der französische Erdüberlastungstag wie in
Deutschland auf Anfang Mai fällt, liegt er für Katar oder Luxemburg
bereits Mitte Februar, in den USA und Kanada bei Mitte März, in China
Anfang Juni, in Marokko dagegen erst Ende November und in Indonesien
Anfang Dezember. In Indien ist der durchschnittliche Ressourcenverbrauch
nach wie vor so gering, dass die dem Land rechnerisch zustehende
Biokapazität im Jahresverlauf nicht überschritten wird.

Mit der Ausweisung des Erdüberlastungstags soll die Begrenztheit und
Endlichkeit der natürlichen Ressourcen ins Bewusstsein der Menschen
gerückt werden. Die aktuellen Zahlen zeigen: Ein Umdenken ist mehr denn je
erforderlich – und zwar nicht nur global, sondern insbesondere auch auf
der nationalen Ebene. Denn Deutschland liegt mit seinem Pro-Kopf-
Ressourcenverbrauch und seinen CO2-Emissionen im obersten Viertel aller
Länder. Damit tragen wir wesentlich zur weltweiten Übernutzung bei.

Was können, was müssen wir tun?

Um das Datum des Erdüberlastungstags nach hinten zu verschieben, müssen
wir unseren ökologischen Fußabdruck verringern, indem wir etwa den
CO2-Ausstoß drastisch reduzieren und weniger verschwenderisch leben. Dazu
kann jede und jeder einen Beitrag leisten. Gründe für den frühen Zeitpunkt
sind unter anderem der weiterhin viel zu hohe Energieverbrauch, die nach
wie vor zunehmende Versiegelung von Flächen, der übermäßige Fleischkonsum
und der damit einhergehende Bedarf an Futtermitteln, die zu großen Teilen
importiert werden müssen.

Eine Verringerung des ökologischen Fußabdrucks ließe sich entsprechend
beispielsweise erreichen, indem wir weniger Fleisch konsumieren und
weniger Essen wegwerfen, Energie sparen und Ökostrom nutzen, nachhaltiger
reisen, natürliche Baustoffe wie Holz nutzen oder auf öffentliche
Verkehrsmittel umsteigen. Wichtig ist aber vor allem, sukzessive in
geschlossenen Stoffkreisläufen zu denken und eine Kreislaufwirtschaft zu
etablieren. Das fängt bei einem adäquaten Produktdesign an, erfordert eine
intensivere Nutzung von Produkten – etwa durch langlebige, modulare und
reparaturfähige Produkte sowie Sharing-Konzepte – und schließt
Wiederverwendung und Umnutzung ebenso ein wie das mechanische und
chemische Recycling am Ende der Nutzungskette.

Dass Einspareffekte möglich sind, hat die Energiepreiskrise im Zuge des
Angriffskriegs Russlands auf die Ukraine gezeigt: Im Jahr 2022 ging der
Erdgasverbrauch in allen Sektoren, auch in den Haushalten, um mehr als 15
Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück. Dazu beigetragen hat nicht nur der
vergleichsweise milde Winter, sondern vor allem auch energiesparendes
Verhalten der Energieverbraucher*innen, angetrieben durch einen
drastischen Anstieg der Energieträgerpreise und eine drohende physische
Knappheit von Erdgas im Winter durch den Ausfall der Erdgasimporte aus
Russland. Die Raumtemperatur leicht zu senken und auf das Heizen wenig
genutzter Zimmer vollständig zu verzichten sowie Warmwasser zu sparen, zum
Beispiel durch kürzeres Duschen, ist in vielen Haushalten flächendeckend
als Strategie zur Anwendung gekommen. Aber: Leider haben sich diese
Verhaltensänderungen nicht verstetigt. Entsprechend ist der spezifische
Heizenergiebedarf im letzten Jahr wieder gestiegen, nicht zuletzt aufgrund
der wieder gesunkenen Energieträgerpreise. Das zeigt wie schwierig es ist,
Routinen wirklich zu ändern. Und darum geht es letztlich: Wir brauchen
eine dauerhafte Umstellung unseres energieverschwenderischen Verhaltens –
im Bereich der Wärmeversorgung genauso wie bei der Mobilität.

Die Emissionen sinken viel zu langsam und nicht nachhaltig

Auch ein weiterer Faktor aus dem letzten Jahr muss bedenklich stimmen:
Nämlich die Frage, ob wir uns im Bereich des Klimaschutzes wirklich auf
dem richtigen Pfad befinden. Die deutschen Treibhausgasemissionen sind im
vergangenen Jahr zwar um mehr als zehn Prozent gegenüber 2022 gesunken.
Das klingt erst einmal nach einem großen Erfolg. Aber: Es lag nur zu einem
kleineren Teil an strukturellen Maßnahmen wie dem weiter dynamisch
fortschreitenden Ausbau erneuerbarer Energien. Haupttreiber waren vielmehr
der milde Winter, der verstärkte Import von Strom aus den Nachbarländern
und vor allem der energiepreisbedingt starke Rückgang der industriellen
Produktion. Die energetische Sanierungsrate bei Gebäuden hingegen ist noch
weiter gesunken: Sie liegt jetzt bei nur noch 0,7 Prozent jährlich. Auch
im Pkw-Bereich sind, trotz aller technischen und verhaltensbedingten
Optionen, so gut wie keine Emissionsminderungen zu verzeichnen. Hier
besteht großer Nachholbedarf!

Bedenklich stimmt dies auch, weil das letzte Jahr wieder geprägt war durch
eine Vielzahl an Wetterextremen. Und zwar auf allen Kontinenten:
Starkregenereignisse und Überflutungen haben immense Schäden angerichtet.
Langanhaltende Dürreperioden haben zu massiven Ausfällen
landwirtschaftlicher Erzeugnisse geführt, zum Teil auch zu verheerenden
Waldbränden. Die viel zu geringe Geschwindigkeit, mit der Emissionen
reduziert werden – nicht nur in Deutschland, sondern weltweit –
manifestiert sich auch in der Tatsache, dass die Weltmitteltemperatur im
Jahr 2023 um 1,48 Grad höher lag als in vorindustrieller Zeit. Damit ist
das 2015 von der Staatengemeinschaft auf dem Pariser Klimagipfel
formulierte Ziel, den Temperaturanstieg auf möglichst 1,5 Grad zu
begrenzen, praktisch schon jetzt unerreichbar geworden.

Mehr in Synergiepotenzialen denken – Klimaschutz anders motivieren

Offensichtlich braucht es neben dem Klimaschutz andere Argumente und
Überzeugungskräfte, die zur beschleunigten Umsetzung von Maßnahmen und zu
Verhaltensänderungen motivieren. Synergieeffekte zu identifizieren und
kommunikativ stärker hervorzuheben, kommt daher zukünftig eine große
Bedeutung zu. Klimaschutz kann so gewissermaßen „Huckepack“ genommen
werden: Weniger Fleischverzehr ist schon aus Gründen des
Gesundheitsschutzes sinnvoll und reduziert nebenbei den
Treibhausgasausstoß. Weniger Autos in den Innenstädten, mehr Radfahren und
zu Fuß gehen? Trägt ebenfalls zum Gesundheitsschutz bei, erhöht die
Lebens- und Wohnqualität – und schützt zusätzlich das Klima.

Dabei steckt der Teufel meist im Detail. Beim Fleischverzehr
beispielsweise kommt es nicht nur auf die Menge an, sondern auch darauf,
welches Fleisch gegessen wird: Ein Kilo Rindfleisch hat eine etwa zehnmal
höhere Klimawirkung als ein Kilo Geflügel. Das liegt an den Emissionen in
der Verarbeitungskette, vor allem aber auch am Methanausstoß der Rinder:
Alle Wiederkäuer stoßen im Rahmen ihres Verdauungsprozesses Methan aus.
Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen
schätzt den Anteil der Viehwirtschaft an den weltweiten
Treibhausgasemissionen auf 14,5 Prozent, also rund ein Siebtel des
Gesamtausstoßes. Hinzu kommt der enorme Flächenverbrauch für den Anbau der
Futtermittel: Rund 40 Prozent des global verfügbaren Ackerlands werden zum
Anbau von Futtermitteln genutzt. Auch hier entfällt ein Großteil auf die
Rinderzucht. Dabei sind die bestehenden Minderungspotenziale sehr groß –
und können durch das Anstoßen von Verhaltensänderungen, basierend auf
Aufklärung und durch geschickte Kommunikation, vergleichsweise einfach
aufgegriffen werden: Die Anzahl der Menschen, die bereit sind, eine
Portion Rindfleisch durch eine Portion Hühnerfleisch zu ersetzen, dürfte
deutlich höher sein als die Zahl der Menschen, die sich für einen
vegetarischen oder veganen Lebensstil begeistern lassen.

Global gesehen: Ressourcenverbrauch liegt seit 1971 über dem Limit, sechs
von neun planetaren Grenzen sind überschritten

Bereits seit mehr als 50 Jahren übersteigt der jährliche Verbrauch die
global nachhaltig verfügbaren Ressourcen. Genauer gesagt seit 1971 – quasi
das Geburtsjahr des Erdüberlastungstags. Errechnet wird er jedes Jahr vom
internationalen Forschungsinstitut Global Footprint Network, sowohl für
einzelne Länder als auch für den ganzen Planeten. Die Basis dafür ist das
Konzept des ökologischen Fußabdrucks, eine Art Buchhaltungssystem für die
natürlichen Ressourcen. Der globale Erdüberlastungstag fiel 2023 auf den
2. August. Damit ist er im Vergleich zum Vorjahr um fünf Tage nach hinten
gerückt. Auf den ersten Blick ein Grund zum Feiern – auf den zweiten Blick
leider erklärbar durch eine Optimierung der Berechnungsmethoden auf Basis
verbesserter Datensätze, vor allem aber durch die weltweit schwächelnde
Konjunktur. Auch ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass es keinen
Grund zur Entwarnung gibt: Vor 20 Jahren lag der Erdüberlastungstag noch
Mitte September. Der Trend geht also noch immer in die falsche Richtung,
die Überlastung des Planeten ist nach wie vor immens – und der daraus
resultierende Handlungsdruck wächst weiter und weiter.

Doch die Überbelastung unseres Planeten wird nicht nur bei Betrachtung des
ökologischen Fußabdrucks deutlich, sondern auch mit Blick auf das Konzept
der planetaren Grenzen: Dieses 2009 eingeführte Konzept wird jedes Jahr
angepasst und, falls notwendig, erweitert. Die aktuellen Daten zeigen: In
sechs von neun Bereichen sind die planetaren Grenzen bereits
überschritten. Auch dieses Modell zeigt also deutlich die Übernutzung der
Erde. Neben der Klimakrise erfasst es folgende zentrale Problemfelder, in
denen die Lage besonders dramatisch ist:

- Unversehrtheit der Biosphäre, ehemals bezeichnet als
Biodiversitätsverluste

- Veränderung der Landnutzung

- Süßwasserverbrauch

- Biogeochemische Kreisläufe, vor allem der zu hohe Phosphor- und
Stickstoffeintrag in die Böden

- Einbringung neuartiger Substanzen, ehemals bezeichnet als Belastung
durch Chemikalien

Die hinter dem Konzept stehenden Wissenschaftler*innen formulieren es so:
„… the earth is now well outside of the safe operating space“ – die Welt
befindet sich außerhalb des sicheren Betriebsbereichs.

Können wir daran etwas ändern? Grundsätzlich ja: mit Mut, den richtigen
Ambitionen und mit Konsequenz. Die Reaktionen auf das immer größer
werdende Ozonloch ist dafür ein gutes Beispiel und ein Lichtblick: Als das
Ozonloch in den 1980er Jahren zum medialen Dauerthema wurde, weil die
Menschen die Auswirkungen in Form von Sonnenbränden und Hautkrebsgefahr
unmittelbar zu spüren bekamen und Wissenschaftler*innen aus aller Welt
geschlossen vor den immensen Gefahren eines “Weiter so” warnten, wurde die
Staatengemeinschaft endlich aktiv. 1987 unterzeichneten 24 Staaten und die
Europäische Gemeinschaft das Montrealer Protokoll und leiteten so den
verpflichtenden Ausstieg aus der Verwendung von FCKW ein. Auch wenn weder
die Lösung noch die Umsetzung perfekt sind: Sie stellen die Grundlage für
die heutige Erholung der Ozonschicht dar – und zeigen eindrücklich, was
durch gute Kommunikation und entschlossenes politisches Handeln möglich
ist.

  • Aufrufe: 39

TU Dresden startet neuen internationalen Masterstudiengang „Water Security and Global Change“

Die Technische Universität Dresden (TUD) hat mit dem Indian Institute of
Technology Madras (IITM) und der RWTH Aachen den neuen gemeinsamen
Masterstudiengang „Water Security and Global Change" gestartet. Inhalte
sind z.B. Wasserressourcenmanagement, Wasserpolitik und Governance,
Wasserqualität und -verschmutzung, Verständnis des Wassersystems sowie
allgemeine Fragen u.a. zu den Auswirkungen des globalen Wandels, ethischen
und sozialen Dimensionen, Kommunikation und Führung. Die Bewerbungsfrist
endet am 30. April 2024.

Die Technische Universität Dresden (TUD) hat mit dem Indian Institute of
Technology Madras (IITM) und der RWTH Aachen den neuen gemeinsamen
Masterstudiengang „Water Security and Global Change" gestartet. Er wird
unter dem Dach des „Global Water and Climate Adaptation Centre – ABCD-
Centre” organisiert. Weitere Partner sind das Asian Institute of
Technology (AIT), Bangkok, und das Institute for Integrated Management of
Material Fluxes and of Resources der Universität der Vereinten Nationen
(UNU-FLORES), Dresden. Das Programm wird vom Deutschen Akademischen
Austauschdienst (DAAD) mit Mitteln des Auswärtigen Amtes gefördert.

Der Studiengang bündelt das wasserspezifische Fachwissen aller
Partnerinstitute und konzentriert sich auf die Bedürfnisse der regionalen,
nationalen und internationalen Akteure. Inhalte sind z.B.
Wasserressourcenmanagement, Wasserpolitik und Governance, Wasserqualität
und -verschmutzung, Verständnis des Wassersystems sowie allgemeine Fragen
u.a. zu den Auswirkungen des globalen Wandels, ethischen und sozialen
Dimensionen, Kommunikation und Führung. Das interdisziplinäre Studium und
die aktuelle Forschung befähigen die Studierenden in diesem
Masterprogramm, die Herausforderungen der Wassersicherheit und der
Klimaanpassung in einem globalen Umfeld anzugehen.

Prof. Jürgen Stamm, Sprecher des Bereichs Bau und Umwelt der TUD und
Leiter des ABCD-Centre, ermutigt Studierende, sich für den
Masterstudiengang zu bewerben: „Der Klimawandel ist in vollem Gange. Wir
brauchen geeignete Strategien und Anpassungsmaßnahmen, um die Folgen des
Klimawandels jetzt anzugehen und unsere Zukunft zu sichern. Studieren Sie
den neuen internationalen Masterstudiengang und werden Sie eine künftige
Führungspersönlichkeit im Umweltbereich, die sich dafür einsetzt, die
Wassersicherheit für Mensch und Natur zu gewährleisten."

Die Bewerbungsfrist für das Programm läuft bald ab, der Stichtag ist der
30. April 2024. Die Studierenden beginnen das Akademische Jahr am 29. Juli
2024 am IIT Madras und verbringen mindestens ein Semester an der TU
Dresden und der RWTH Aachen, wobei das IITM fünf und die TUD und RWTH
jeweils sechs Kurse anbieten. Der Studiengang ist modular aufgebaut und
beinhaltet ein Mobilitätsfenster für ein Auslandsstudium sowie
Möglichkeiten zur Spezialisierung. Abschließend haben die Studierenden die
Möglichkeit, ihre Masterarbeit an einer Universität ihrer Wahl unter der
Betreuung eines oder mehrerer Partner, d.h. Unternehmen,
Regierungsbehörden und Nichtregierungsorganisationen und/oder assoziierten
Universitäten, zu schreiben. Weitere Einzelheiten zum Programm,
Informationen über die Zulassungskriterien und den Link zur Bewerbung
finden Sie unter https://abcd-centre.org/master-program.

Prof. Veezhinathan Kamakoti, Direktor des IIT Madras, betont die Bedeutung
des Studiengangs für die globale Perspektive der Sustainable Development
Goals (SDG): „Da wir uns alle gemeinsam auf die Erreichung der
Meilensteine der Nachhaltigkeitsziele zubewegen, ist es sehr wichtig, dass
wir menschliche Fähigkeiten entwickeln. Insbesondere vermitteln wir den
Studierenden Wissen, das sich nicht auf eine einzelne Nation bezieht,
sondern auf eine globale Perspektive der SDGs."

Prof. Holger Schüttrumpf, Leiter des Instituts für Wasserbau und
Wasserwirtschaft der RWTH Aachen, betont die entscheidende Rolle des
Wassers: „Klimaanpassung beginnt mit Wasser. Um dieser Herausforderung zu
begegnen, wurde vom ABCD-Centre, einer Initiative von fünf namhaften
Universitäten aus drei Ländern auf zwei Kontinenten, ein neues globales
gemeinsames Masterprogramm entwickelt."
Dieser internationale Masterstudiengang mit dem IITM, der RWTH und der TUD
als abschlussverleihende Partner ist ein Novum und ein Aushängeschild für
die akademische Zusammenarbeit zwischen Indien und Deutschland und damit
eine große Chance für nationale und internationale Studierende
gleichermaßen.

Die ABCD-Centre-Gemeinschaft lädt motivierte Studierende ein, sich für
dieses Programm zu bewerben, um zukünftige Führungskräfte in der
Klimaanpassungswissenschaft zu werden.

Unter anderem wird die TUD das neu gestartete Masterprogramm im Juni auch
auf ihrem Messestand beim Global Sustainable Development Congress (GSDC)
in Bangkok, Thailand, einem breiten Publikum vorstellen. Der GSDC bringt
Vertreter:innen aus Wissenschaft, Regierung, NGOs, Wirtschaft und
Gesellschaft zusammen.
Das Engagement der TUD für Nachhaltigkeit zeigt sich auch im bereits
bestehenden Angebot an nachhaltigkeitsbezogenen Masterstudiengängen (z.B.
Hydro Science and Engineering und Tropical Forestry), in Projekten und
Initiativen sowie der kürzlich veröffentlichten Nachhaltigkeitsstrategie.

Bereits 1977 gründete die TUD das Centre for International Postgraduate
Studies of Environmental Management (CIPSEM), das für die Durchführung des
internationalen Postgraduierten-Ausbildungsprogramms von UNEP/UNESCO/BMUV
im Bereich Umweltmanagement für Experten aus dem globalen Süden
verantwortlich ist.
Kürzlich haben die TUD und ihr Bereich Bau und Umwelt auch die bestehende
Partnerschaft speziell mit der neu gegründeten School of Sustainability am
IITM erweitert. Deren Ziel ist es, ein führendes Institut für
Nachhaltigkeitslehre und -forschung im globalen Süden zu werden.

Im Juli 2024 wird der Freistaat Sachsen ein wissenschaftliches
Verbindungsbüro (Scientific Liaison Office) in Chennai, Indien, eröffnen,
das von der TUD geleitet wird. Unter anderem soll ein Onboarding-Campus
eingerichtet werden, in dem indische Studierende auf ein Studium an der
TUD vorbereitet werden, um einen echten Fachkräftetransfer zu ermöglichen.

  • Aufrufe: 62

Universität des Saarlandes bietet Zertifikat Betreuung an: Sachkundenachweis für Berufsbetreuerinnen und -betreuer

Die Universität des Saarlandes startet ab Mai 2024 das neue Zertifikat
Betreuung, das speziell auf die Anforderungen der Tätigkeit als
Berufsbetreuerin und Berufsbetreuer zugeschnitten ist. Die
Rechtswissenschaftliche Fakultät entwickelte das Angebot in Zusammenarbeit
mit dem Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit des
Saarlandes, das die Einrichtung der Zertifikatsausbildung auch finanziell
unterstützt. Das Zertifikat steht allen Interessierten offen, es kann
jederzeit begonnen werden. Am 29. April um 19.30 Uhr findet online eine
Info-Veranstaltung statt.

Das Universitätszertifikat richtet sich an alle, die den Betreuungsberuf
ergreifen wollen oder bereits in der Betreuung tätig sind, auch in
Behörden oder Vereinen, und ihre Kompetenzen professionalisieren wollen.
Rechtliche Betreuerinnen und Betreuer kommen zum Einsatz, wenn Menschen
etwa durch Alter, Krankheit oder Unfall ganz oder teilweise ihre
Angelegenheiten nicht mehr selbstständig regeln können, und sie auch keine
Angehörigen oder Vertrauenspersonen für diesen Fall bestimmt haben. Die
vom Gericht eingesetzten Berufsbetreuer handeln im Interesse der
Betroffenen und unterstützen sie in allen Gesundheits-, Vermögens-,
Rechts- und Vertragsfragen oder auch beim Umgang mit Behörden.

Angesichts des steigenden Bedarfs rechtlicher Betreuung in unserer
Gesellschaft soll das Weiterbildungsangebot Fachkräfte für die
Unterstützung und Betreuung von Menschen in rechtlichen, finanziellen,
medizinischen, sozialen und persönlichen Angelegenheiten qualifizieren.

„Uns ist es als Landesregierung ein großes Anliegen, dass auch im Saarland
ein Programm für den Erhalt des verbindlichen Sachkundenachweises für neue
Berufsbetreuerinnen und Berufsbetreuer angeboten wird, um die Nachfrage an
neuen Fachkräften unterstützen zu können. Es ist wichtig, dass
interessierte Menschen das Programm neben Beruf und Familie absolvieren
können“, betont der saarländische Sozialminister Dr. Magnus Jung. „Mit der
Universität des Saarlandes wurde ein Partner gefunden, der ein qualitativ
hochwertiges und flexibles Angebot mit anerkannten Expertinnen und
Experten geschaffen hat. Die zügige Umsetzung der Einrichtung der
Zertifikatsausbildung haben wir gerne mit einem Betrag von 20.000 Euro
seitens des Sozialministeriums unterstützt“, erklärt Minister Jung weiter.

Seit Anfang 2023 erfordert die Berufsausübung einen Sachkundenachweis, den
das Zertifikat Betreuung der Universität des Saarlandes staatlich
anerkannt erfüllt. Die flexiblen Strukturen ermöglichen es den
Teilnehmerinnen und Teilnehmern, das Programm berufsbegleitend zu
absolvieren.

Die Zulassung erfordert keine Hochschulzugangsberechtigung, das Zertifikat
steht allen Interessierten offen. Dies gilt auch für Privatpersonen, die
eine Betreuung im privaten Umfeld übernehmen und die hierfür
erforderlichen Kompetenzen erwerben möchten. Die Gesamtkosten belaufen
sich auf 1.990 Euro. Das Programm kann jederzeit begonnen werden. Die
Regelstudienzeit beträgt zwei Semester. Das Studium ist als sogenanntes
Blended Learning konzipiert, das flexibel Selbstlernelemente mit Online-
als auch Präsenzphasen kombiniert. Innovative Lehr- und Lernmaterialien
stehen den Teilnehmenden in einem digitalen Lern-Management-System zur
Verfügung. Dozierende sind deutschlandweit anerkannte Expertinnen und
Experten aus der Praxis, darunter erfahrene Richterinnen und Richter,
Rechtsanwältinnen und -anwälte, Ärztinnen und Ärzte sowie
Sozialpädagoginnen und -pädagogen.

Online-Infoveranstaltung mit den Fachlichen Leitern des Zertifikats Bernd
Klasen (Direktor des Amtsgerichts Homburg) und Professor Michael Anton
(Universität des Saarlandes, Rechtsanwalt Saarbrücken):
Montag, 29. April 2024, 19:30 Uhr.
Den Teilnahme-Link zur Online-Veranstaltung finden Sie unter <https://www
.uni-saarland.de/veranstaltungen>

Bewerbung an Programm-Managerin Christine Hauser:
E-Mail: weiterbildung-recht@uni-saarland.de

Weitere Informationen und Registrierung: Universitätszertifikat Betreuung
| Rechtswissenschaftliche Fakultät | Universität des Saarlandes (uni-
saarland.de)

Fragen beantwortet:
Christine Hauser, Programm-Managerin:
Tel.: +49 (0) 681 302 3555, E-Mail: weiterbildung-recht@uni-saarland.de

Fachliche Leitung:
Bernd Klasen (Direktor des Amtsgerichts Homburg)
Prof. Dr. Michael Anton (Universität des Saarlandes, Rechtsanwalt
Saarbrücken)

  • Aufrufe: 60