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Psychologie trifft Ökologie - Neuer Studiengang am Umwelt-Campus Birkenfeld

Studierende am Umwelt-Campus Birkenfeld  Teresa Hell  Umwelt-Campus Birkenfeld
Studierende am Umwelt-Campus Birkenfeld Teresa Hell Umwelt-Campus Birkenfeld

Der Umwelt-Campus Birkenfeld der Hochschule Trier, bietet ab dem
Wintersemester einen neuen und zukunftsweisenden Bachelor-Studiengang an:
Kommunikationspsychologie und Nachhaltigkeit.

Dieser Studiengang richtet sich an alle die lernen möchten, die
Überzeugungskraft von Kommunikation zu erhöhen. Kommunikationspsychologie
erforscht die Prozesse menschlicher Kommunikation mit den Methoden der
Psychologie. Die Studierenden lernen, wie man Missverständnisse vermeidet,
wie man die Geheimnisse der Körpersprache entschlüsselt und wie man in
sozialen Medien erfolgreich agiert.

Studierende tauchen tief in die Welt der Medien- und
Kommunikationspsychologie ein. Sie erlernen die Kunst der
Öffentlichkeitsarbeit, erwerben Praxiswissen zur Mediengestaltung sowie
wichtige Kompetenzen im Bereich Social-Media. Zudem erlernen sie die
Grundlagen der allgemeinen Psychologie und spezifische Anwendungsfelder
der Kommunikationspsychologie. Ergänzt werden die vermittelten
psychologischen Kompetenzen durch Sozial-, Wirtschafts- und
Umweltpsychologie. Besonderes Augenmerk liegt außerdem auf den drei Säulen
der Nachhaltigkeit: Ökologie, Ökonomie und Soziales. Die Studierenden
erlangen nicht nur theoretisches Wissen, sondern auch praktische
Fertigkeiten in den Bereichen Projektmanagement, Technikfolgenabschätzung,
Umweltmonitoring und Nachhaltigkeitsberichterstattung.

„Von der Pressearbeit bis zur Leitung der Unternehmenskommunikation –
psychologisch geschulte Kommunikationsprofis werden überall gesucht. Die
einzigartige Kombination aus Kommunikationswissenschaften, Psychologie und
Nachhaltigkeit qualifiziert Absolventinnen und Absolventen auch für
Tätigkeiten in der Umwelt- und Nachhaltigkeitskommunikation. Ein Bereich,
der zunehmend an Bedeutung gewinnt.“, so der Initiator des neuen
Studiengangs Prof. Dr. Tim Schönborn.

Der Umwelt-Campus Birkenfeld der Hochschule Trier belegt im renommierten
Green Metric Ranking regelmäßig Spitzenplätze. In Deutschland gilt er als
einer der besten Studienorte rund um das Thema Nachhaltigkeit. Menschen
aus der ganzen Welt besuchen diese "Zero Emission University". Mit dem
neuen Studiengang unterstreicht der Umwelt-Campus Birkenfeld seine Stärke,
Forschung und Praxisnähe miteinander zu verbinden.

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1. Baulogistik-Forum „Schlau am Bau“: Von den gewaltigen Chancen einer noch jungen Disziplin

Erstmals veranstaltete die Akademie das Baulogistik-Forum „Schlau am Bau“. Unser Bild zeigt die Initiatoren Prof. Dr.-Ing. Michael Denzer (HBC) und Dr.-Ing. André Richter (Frankfurt Economics AG) mit ihren Referenten. (3. und 4. v.li.)  Foto: Akademie
Erstmals veranstaltete die Akademie das Baulogistik-Forum „Schlau am Bau“. Unser Bild zeigt die Initiatoren Prof. Dr.-Ing. Michael Denzer (HBC) und Dr.-Ing. André Richter (Frankfurt Economics AG) mit ihren Referenten. (3. und 4. v.li.) Foto: Akademie

Welchen rechtlichen Herausforderungen und logistischen Besonderheiten muss
sich die Vertragsgestaltung in der Baulogistik aktuell stellen, wenn es um
Planung und Ausführung geht? Welche Rolle kann die noch junge Disziplin in
punkto Nachhaltigkeit und Ökobilanz übernehmen, schließlich steht das
Bauwesen insgesamt vor einer gewaltigen Transformation und dafür weniger
CO2-Emissionen zu verursachen. Anhand konkreter Vorhaben in Deutschland
und der Schweiz zeigte die Akademie der Hochschule Biberach mit dem 1.
Baulogistik Forum „Schlau am Bau“ auf, wie dieser Weg von der Tradition in
die Moderne gelingen kann.

Dabei war es den Initiatoren Prof. Dr.-Ing. Michael Denzer, der in der
Fakultät Bauingenieurwesen und Projektmanagement der Hochschule Biberach
(HBC) die Stiftungsprofessur Baulogistik innehat, sowie seinem Kollege
Dr.-Ing. André Richter von der Frankfurt Economics AG, ein Anliegen, eine
Plattform für die Branche zu schaffen, bei der fachliche Informationen und
der Austausch unter den Teilnehmenden und Referent*innen im Vordergrund
stehen. „Die Baulogistik ist eine noch junge Fachdisziplin“, erläutert
Denzer, „deshalb ist es wichtig, Pionierarbeit zu leisten und diejenigen
weiter zu qualifizieren, die eine klassische Berufsausbildung haben und
deren Erfahrungen auf weniger komplexe Bauvorhaben beruhen“.

Dass dieser Bedarf tatsächlich besteht, belegten die Teilnehmenden, die
aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz anreisten; beruflich
tätig sind sie in den verschiedenen Sparten des Bauens, in Bauunternehmen,
bei Baulogistikdienstleistern, Baumaschinenhersteller oder
Rechtanwaltskanzleien sowie als Bauherrenvertreter*innen,
Infrastrukturanbieter*innen, Planer*innen und Architekt*innen.

Eröffnet wurde das Forum mit einem Impulsvortrag aus einer völlig anderen
Branche, dem Verlagswesen. Referent Markus Braun (Springer Nature) zeigte
auf, wie sich dieser Bereich vom Buch zur KI wandelt. Überraschende
Parallelen zur Baubranche wurden dabei deutlich. So arbeitete der Vortrag
klar heraus, dass das das eigene Unternehmen nur erfolgreich bleibt, wenn
die einzelnen Geschäftsfelder auf die veränderten technischen
Möglichkeiten angepasst werden.

Weitere Beiträge zu rechtlichen Fragestellungen, den
Nachhaltigkeitseffekten durch die Baulogistik sowie erfolgreichen
Praxisbeispielen folgten und es entstanden rege Diskussionen, aus denen
sich bereits Themenvorschläge für kommende Jahr ableiten lassen, so
Denzer. Der Termin für das 2. Baulogistik-Forum „Schlau am Bau“ steht
bereits fest: am 14. März 2025 wird die Akademie der Hochschule Biberach
erneut Branchenvertreter*innen und Baulogistikexpert*innen an den Campus
einladen, um den Status Quo der Baulogistik zu beleuchten und vor allem:
die Chancen dieser wachsenden Disziplin.

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Weltweit höchster Holzturm für Windkraftanlagen – Fraunhofer WKI berät bei der Verklebung

Ein herkömmlicher Kran kann die 14 Meter langen Viertelschalen auf der Baustelle bewegen, da sie so leicht sind.  Fraunhofer WKI I Malte Mérono
Ein herkömmlicher Kran kann die 14 Meter langen Viertelschalen auf der Baustelle bewegen, da sie so leicht sind. Fraunhofer WKI I Malte Mérono

Für die Firma Modvion AB in Göteborg haben Forschende des Fraunhofer WKI
die Klebungen des ersten Holzturms für kommerzielle Windkraftanlagen auf
der Baustelle begleitet und das Unternehmen hinsichtlich komplexer
Verklebungen beraten. Am 4. März 2024 wurde der sogenannte »Wind of Change
Tower« des Energieanbieters Varberg Energi AB eingeweiht.

Inklusive einer V90-2.0MW-Turbine von Vestas Group erreicht der Turm eine
Gesamthöhe von 150 Metern (reine Turmhöhe 105 Meter), was ihn zum höchsten
hölzernen Windkraftanlagenturm weltweit macht. Er besteht aus
vorgefertigten Modulen, die auf der Baustelle miteinander verklebt werden.
Im Vergleich zu konventionellen Windkraftanlagen aus Beton oder Stahl
ermöglicht die Holzbauweise CO2-Einsparungen von bis zu 90 Prozent.

Der Holzturm ist nicht nur nachhaltiger, sondern bietet weitere Vorteile,
zum Beispiel im Bereich Leichtbau: Bezogen auf das Eigengewicht hat Holz
eine höhere spezifische Festigkeit als Stahl, wodurch leichtere
Konstruktionen möglich sind. Dadurch lässt sich Transportenergie
einsparen. Außerdem müssen hohe Stahltürme verstärkt werden, was bei
Holztürmen nicht der Fall ist.
In Bezug auf die Wartung liegen die Vorzüge darin, dass bei Stahltürmen
zahlreiche Schrauben und Bolzen regelmäßig gewartet werden müssen, was bei
einer geklebten Holzkonstruktion entfällt.
Ein weiterer großer Vorteil liegt in der Logistik. Die großformatigen
Bauteile müssen an ihren Bestimmungsort transportiert werden. Je höher die
Türme werden, desto größer wird die Herausforderung des Transports.
Brücken und Unterführungen werden zu Hindernissen und müssen bedacht
werden. Die schwedische Firma Modvion AB hat deshalb eine patentierte
Lösung entwickelt: sie stellt vorgefertigte Module her, die mit üblichen
Lastwagen transportiert und vor Ort mit einem kleinen Kran zu einem Turm
zusammengesetzt werden können. Die einzelnen Module bestehen aus
miteinander verklebten Furnierschichtholzplatten (Laminated Veneer Lumber,
LVL).
Durch die modulare Bauweise ergibt sich außerdem der Vorteil, dass der
Holzturm in der Höhe nicht begrenzt ist. So können Höhen mit intensiveren
Luftströmungen erreicht und zusätzliche Standorte für die
Windenergieerzeugung nutzbar gemacht werden.

Bei den vorgefertigten Modulen handelt es sich um bis zu 14 Meter lange
Viertelschalen. Auf der Baustelle werden vier sich verjüngende
Viertelschalen miteinander verklebt. In einem zweiten Schritt werden die
einzelnen Sektionen aufeinandergesetzt und mit Stahlblechen verbunden.

»Für die Umsetzung des Konzepts von Modvion AB ist das Kleben der Module
auf der Baustelle unabdingbar und erfordert ein hohes Maß an Know-how,
Vorbereitung sowie Eigenkontrolle. Mitarbeiter des Fraunhofer-WKI haben
Modvion AB in klebtechnischen Fragen begleitet. Außerdem haben wir die
Klebungen auf der Baustelle begutachtet«, erklärt Malte Mérono, vom
Fraunhofer WKI.

Nach der Nutzungsphase, die von Modvion AB auf 25 bis 30 Jahre geschätzt
wird, können die Türme demontiert und die Komponenten für weitere
Anwendungen getrennt werden. Die Turmwand kann beispielsweise als
hochbelastbarer Träger für die Bauindustrie verwendet werden.

»Wir möchten die Zusammenarbeit mit Modvion AB gern fortsetzen und sie
unter anderem dabei unterstützen, bis 2025 einen neuen Turm zu errichten.
Das Konzept von Modvion AB hat ein großes Potenzial für die Energiewende
in Deutschland«, sagt Mérono.

Die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit wird das Fraunhofer WKI gemeinsam mit
Modvion AB auf dem Internationalen Holzbau-Forum vom 4. bis 6. Dezember
2024 in Innsbruck präsentieren.

Zum Hintergrund des Fraunhofer WKI
Nachhaltigkeit durch Nutzung nachwachsender Rohstoffe steht seit über 75
Jahren im Fokus des Fraunhofer WKI. Das Institut mit Standorten in
Braunschweig, Hannover und Wolfsburg ist spezialisiert auf
Verfahrenstechnik, Naturfaser-Verbundkunststoffe, Bindemittel und
Beschichtungen, Holz- und Emissionsschutz, Qualitätssicherung von
Holzprodukten, Werkstoff- und Produktprüfungen, Recyclingverfahren sowie
den Einsatz von organischen Baustoffen und Holz im Bau. Nahezu alle
Verfahren und Werkstoffe, die aus der Forschungstätigkeit hervorgehen,
werden industriell genutzt.

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Frühling ist Pollenzeit – warum es nicht immer eine Allergie ist

Dr. Marie-Luise Polk ist Fachärztin und Leiterin im Funktionsbereich Allergologie in der HNO am Uniklinikum Dresden.
Dr. Marie-Luise Polk ist Fachärztin und Leiterin im Funktionsbereich Allergologie in der HNO am Uniklinikum Dresden.

Universitäts AllergieCentrum Dresden (UAC) setzt auf interdisziplinäre
Fallkonferenzen. // Allergien und Allergiesymptome beschäftigen die
Medizinerinnen und Mediziner ganzjährig.

Jeder fünfte Mensch in Deutschland ist für Pollen, Insektengift, Milben
oder bestimmte Lebensmittel sensibilisiert. Nicht jeder oder jede davon
leidet deshalb an einer Allergie, entwickelt also Symptome aufgrund der
Sensibilisierung. Dennoch steigt die Anzahl der Menschen, die diese
beschreiben: Nasenatmungsbehinderungen, Niesen, Juckreiz, Ausschlag,
Hautverfärbungen oder Pusteln bis zu Atemnot. Wenn der Leidensdruck
mittelmäßig oder groß ausgeprägt oder die Symptome lebensbedrohlich sind,
raten Ärztinnen und Ärzte zu einer Therapie.  Das Universitäts
AllergieCentrum Dresden (UAC) am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus
Dresden setzt bei besonders komplexen Fällen auf interdisziplinäre
Fallkonferenzen. Die Patientinnen und Patienten werden ganzheitlich
betrachtet – Medizinerinnen und Mediziner aus der Dermatologie, der HNO-
Heilkunde, der Kinder- und Jugendmedizin und der Pneumologie besprechen
die individuellen Fälle und beraten das richtige Vorgehen. „Das
Universitäts AllergieCentrum Dresden reiht sich in den Kanon unserer
Zentren ein und steht für einen ganzheitlichen Ansatz. Dies zeichnet die
Arbeit der Hochschulmedizin Dresden aus und macht uns erfolgreich – im
Sinne der betroffenen Patientinnen und Patienten“, sagt Prof. Michael
Albrecht, Medizinischer Vorstand am Uniklinikum Dresden.

Die Hasel ist die erste, dann kommen die Erle und Birke, gefolgt von den
Gräsern und später den Kräutern – Allergiker spüren den Wechsel der
Jahreszeiten schon sehr früh im Jahr. Wenn die Pollen fliegen, kämpfen
Betroffene mit den körperlichen Reaktionen. Die Milbe beschäftigt
Allergologen ganzjährig. Und auch Unverträglichkeiten und Reaktionen auf
bestimmte Lebensmittel und Inhaltsstoffe sind Dauerthema in den Praxen. Im
Universitäts AllergieCentrum Dresden (UAC) am Universitätsklinikum Dresden
stellen sich jährlich über 14.000 Patientinnen und Patienten vor. Je nach
Symptomatik werden sie in den Spezialsprechstunden der Kinderklinik, der
Dermatologie, der HNO oder auch der Pulmologie behandelt. Warum eine
Allergie entsteht, darüber gibt es viele Hypothesen. Die erbliche
Komponente spielt eine Rolle, ebenso wie genetische Veränderungen oder die
Tatsache, wie viele Kinder gemeinsam in einem Haushalt aufwachsen. Genau
zuordnen lässt sich ein Grund in den wenigsten Fällen.

Bis zu 25 Prozent der Menschen in Deutschland sind für eine bestimmte
Substanz sensibilisiert. Das bedeutet nicht automatisch, dass daraus auch
eine Allergie entsteht. Von Allergien spricht die Medizin erst, wenn es zu
Symptomen bei Allergenkontakt kommt. Aber auch hier steigt die Anzahl der
Betroffenen. „Der Fokus der Bevölkerung ist heute geschärfter bei dem
Thema. Die Menschen nehmen Reaktionen des Körpers sensibler wahr“, sagt
Dr. Marie-Luise Polk, Fachärztin und Leiterin im Funktionsbereich
Allergologie in der HNO. Dann geht es darum, den Menschen Lebensqualität
zurückzugeben und Ängste zu nehmen. Die sogenannte Hyposensibilisierung
ist der einzige kausale Therapieansatz. „Wir sprechen bewusst nicht von
Desensibilisierung, es geht vielmehr um Toleranz. Wir bieten dem Körper
wiederholt ein Allergen an und helfen Ihm somit eine Toleranz zu
entwickeln. So schalten wir den überschießenden „Kampfmodus“ aus, den der
Körper wählt, wenn er in Kontakt mit den Substanzen kommt“, sagt Dr.
Marie-Luise Polk.
Bisherige Therapien funktionieren über verschiedene Wege: Zum einen werden
subkutan– über eine Spritze – die Allergene in den Körper gebracht – zum
Beispiel bei Insektenallergien, bei denen die Behandlung der Allergie
besonders wichtig ist Ebenso gibt es die Hyposensibilisierung in Form von
Tabletten und Tropfen zur sublingualen Anwendung Dabei funktioniert dieses
„Ausschalten“ der überschießenden Symptome leider nicht bei allen
Allergien gleich gut. Für Pferde und Hundehaarallergiker gibt es zum
Beispiel kaum Präparate zur Hyposensibilisierung. Hier können Medikamente
nur gegen die Symptome eingenommen werden.

Betroffene können sich Im Internet zu den Spezialsprechstunden
informieren: www.uniklinikum-dresden.de/uac

Hier gibt es auch Informationen zu aktuellen Studien und
Forschungsvorhaben. Aktuell werden für Studien Patientinnen und Patienten
mit Gräser-, Birkenpollen- und Hausstaubmilbenallergie gesucht. Das
Studienzentrum ist unter +49 351 458-13506 oder HNO-Studienzentrum
@uniklinikum-dresden.de erreichbar.

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