Zum Hauptinhalt springen

Zwei VHS-Vorträge: Verhältnis von Religion und Gesellschaft

Die Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Tine Stein referiert am Montag, 22. April,
um 20 Uhr in einem Online-Vortrag über das Thema „Gleichheit vor Gott und
Gleichheit vor dem Recht – Religiöse Voraussetzungen des freiheitlichen
Verfassungsstaates“. Dabei geht es um die Wurzeln der heute geltenden
Menschenrechte im Religiösen.
Der Eintritt zu dieser Gemeinschaftsveranstaltung mit dem Verein „Gegen
Vergessen – Für Demokratie e.V.“ ist frei. Eine vorherige Anmeldung ist
erforderlich.
Eine Woche später, am Montag, 29. April, ebenfalls um 20 Uhr, wird Prof. Dr.
Volker Steinkamp in einem Präsenzvortrag in der VHS im Stadtfenster,
Steinsche Gasse 26 in der Duisburger Innenstadt, über den „Laizismus in
Frankreich – Geschichte und Gegenwart“ referieren. Dort ist zwar die
Trennung von Religion und Staat verbrieft, doch das bedeutet nicht, dass es
in der Gesellschaft nicht zu Friktionen kommt.
Das Teilnahmeentgelt zu diesem Vortrag beträgt 5 Euro. Eine vorherige
Anmeldung ist ebenfalls notwendig.
Weiter Informationen gibt es telefonisch bei der VHS, Josip Sosic, unter 0203
283-3725.

  • Aufrufe: 53

Schabenbefall: Umfangreiche Maßnahmen eingeleitet – Unterricht sichergestellt

Aufgrund eines Schabenbefalls in der Grundschule Leithe hatte die Stadt die Schule am Dienstag, 9. April, geschlossen.

 

Eine der drängendsten Aufgaben bestand darinwar, geeignete Alternativen für die mehr als 400 Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Mitarbeitende im Sekretariat zu finden. Dies ist durch den intensiven Einsatz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt gelungen: die Jahrgangsstufe 1 wird in dem räumlich getrennten OGS-Gebäude und noch zwei  Klassenraumcontainer auf dem Schulgelände an der Schulstraße unterrichtet. Dort findet auch am Nachmittag die OGS-Betreuung statt. Die Jahrgänge 2, 3 und 4 werden in den Räumlichkeiten der ehemaligen Feldsieper Schule unterrichtet. Ausreichend Mobiliar, notwendige Technik und weitere Ausstattung wurden schnellstmöglich eingerichtet, der Bustransfer organisiert.

 

Neben der Sicherstellung des Unterrichts war es wichtig, unmittelbar die Schädlinge zu bekämpfen. Obwohl keine unmittelbare Gesundheitsgefährdung bestand, ist klar, dass Schabenbefall in einem städtischen Schulgebäude auf keinen Fall geduldet wird. Deshalb ist ein Schädlingsbekämpfer beauftragt worden. Das Ziel ist, die Schädlinge intensiv, wirksam und dauerhaft zu bekämpfen. Vier Klassenräume sind befallen. Dazu sind folgende Maßnahmen eingeleitet worden: ein für Menschen ungefährliches, aber für Schaben tödliches Mittel wird versprüht und auch als Fressfallen aufgestellt. Es handelt sich um ein mikroverkapseltes Spray, das beim Kontakt mit der Schabe für diese tödlich wirkt. Weiterhin dienen Klebefallen als zuverlässige Kontrolle, ob sich weitere Schaben in den Räumen befinden. Mit zusätzlichen baulichen Maßnahmen wie weitere Versiegelung wird ergänzend der Lebensraum der Schaben zerstört. Das gesamte restliche Gebäude ist frei von Schabenbefall. Dennoch wird das das gesamte Gebäude weiterhin engmaschig kontrolliert.

 

Wie lange der Einsatz dauert und das Gebäude gesperrt bleiben muss, ist aktuell noch nicht genau zu sagen. In 2 bis 3 Wochen könnten die betroffenen Räume schädlingsfrei sei.  Danach wird geprüft, ob Unterricht wieder am alten Standort stattfinden kann.

 

Die getroffenen Entscheidungen finden stets in Absprache und mit Zustimmung der Schulleitung und der Schulaufsicht statt.

 

Wie es zu dem Befall kommen konnte, ist nicht bekannt.

  • Aufrufe: 35

Wissen unplugged: Protest-Power

Diskussionsveranstaltung von ZEIT STIFTUNG BUCERIUS, Leibniz-Gemeinschaft,
ZEIT Campus und Deutschlandfunk Nova zu Protest und Widerstand am 23.
April 2024 um 18 Uhr im Berliner Medizinhistorischen Museum der Charité

Von der Stilllegung der Atomkraft in Deutschland über das Wahlrecht für
Schwarze Bürgerinnen und Bürger in den USA bis hin zur Ehe für alle in 37
Ländern – hinter all diesen großen Zeitenwenden standen Menschen, die
lautstark „Nein“ zum Status quo sagten. Sie haben sich
zusammengeschlossen, ihre Stimmen erhoben und gezeigt, dass Veränderung
möglich ist. Protestieren ist also nicht nur ein Recht, sondern ein
wichtiges Mittel zur gesellschaftlichen Erneuerung. Doch wie zündet man
den Funken des Wandels?

Dieses Mal tauchen wir bei Wissen unplugged tief in die Welt der Proteste
ein. Was bewegt sie wirklich? Was macht ikonische Figuren oder Heldinnen
wie Mahsa Amini und Malala Yousafzai aus? Wie bauen Organisatorinnen und
Organisatoren langfristig wirkende Widerstandsstrukturen auf, um ihren
Aktivismus fest in gesetzlichen, sozialen und kulturellen
Wandlungsprozessen zu verankern? Welche Protestformen sind am
effektivsten? Wie wirkt ziviler Ungehorsam?

Zusammen mit Forschenden schauen wir uns die Geheimnisse erfolgreicher
Protest- und Widerstandsbewegungen der Geschichte an und blicken in die
Gegenwart: Seit Wochen protestieren hunderttausende in Deutschland gegen
Rechtsextremismus und die AfD. Werden diese Proteste erfolgreich sein oder
müsste noch mehr getan werden? Und weil Theorie ohne Praxis nur halb so
spannend ist, sprechen wir natürlich auch mit engagierten Aktivistinnen
und Aktivisten, um von ihren Erfahrungen zu lernen. Seien Sie dabei, wenn
wir ausloten, wie aus lauten Rufen echter Wandel wird.

Wir laden ein zu:

Wissen unplugged:
Protest-Power - Was macht Proteste erfolgreich? Und wann wirkt Widerstand?

im Berliner Medizinhistorischen Museum der Charité, Virchowweg 16-17,
Hörsaalruine, 10117 Berlin
am 23. April 2024, 18-20 Uhr, Einlass 17.30 Uhr

Es diskutieren:
• Sabrina Zajak, Leiterin der Abteilung Konsens & Konflikt am Deutschen
Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM)
• Lennart Schürmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für
Zivilgesellschaftsforschung am Wissenschaftszentrum Berlin für
Sozialforschung (WZB), Forschungsbereiche: Protest und politische
Radikalisierung in Deutschland
• Tareq Alaows, flüchtlingspolitischer Sprecher von PRO ASYL
Moderiert wird der Abend von Amna Franzke, Ressortleiterin der Jungen
Angebote von ZEIT Online, und Rahel Klein, Moderatorin Deutschlandfunk
Nova.

Im Anschluss laden wir Sie bei kostenlosen Drinks und Snacks dazu ein, mit
den Referentinnen und Referenten sowie anderen Teilnehmenden ins Gespräch
zu kommen und eure Fragen zu stellen.

Anmeldung und weitere Informationen
Der Eintritt ist kostenfrei, aber aufgrund begrenzter Plätze ist eine
Anmeldung erforderlich unter <www.eventbrite.de/e/wissen-unplugged-
protest-power-event-podcast-tickets-860902351107
>

Über Wissen unplugged
Wissen unplugged ist eine neue Veranstaltungsreihe von der ZEIT STIFTUNG
BUCERIUS, der Leibniz-Gemeinschaft, ZEIT Campus und Deutschlandfunk Nova.
Die Reihe bringt Rising Stars und bekannte Persönlichkeiten der
Wissenschaft und Gesellschaft zusammen und in den Austausch mit dem
Publikum. Gemeinsam wollen wir uns den größten Herausforderungen unserer
Zeit stellen. Die Aufzeichnung des Events wird später im Podcast "Hörsaal"
von DLF Nova ausgestrahlt.

Pressekontakt für die Leibniz-Gemeinschaft:
Christoph Herbort-von Loeper
Tel.: 030 / 20 60 49 - 471
Mobil: 0174 / 310 81 74
<herbort@leibniz-gemeinschaft.de>

Die Leibniz-Gemeinschaft
Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 96 eigenständige
Forschungseinrichtungen. Ihre Ausrichtung reicht von den Natur-,
Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und
Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute
widmen sich gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevanten Fragen.
Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Forschung, auch in den
übergreifenden Leibniz-Forschungsverbünden, sind oder unterhalten
wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte
Dienstleistungen an. Die Leibniz-Gemeinschaft setzt Schwerpunkte im
Wissenstransfer, vor allem mit den Leibniz-Forschungsmuseen. Sie berät und
informiert Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Leibniz-
Einrichtungen pflegen enge Kooperationen mit den Hochschulen   u.a. in
Form der Leibniz-WissenschaftsCampi, mit der Industrie und anderen
Partnern im In- und Ausland. Sie unterliegen einem transparenten und
unabhängigen Begutachtungsverfahren. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen
Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft
gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 20.500 Personen,
darunter 11.500 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Das
Finanzvolumen liegt bei zwei Milliarden Euro.
<www.leibniz-gemeinschaft.de>

  • Aufrufe: 33

EU fördert bahnbrechende Forschung an Mitochondrien in Potsdam

Prof. Dr. Ralph Bock am Max-Planck-Institut für Molekulare
Pflanzenphysiologie in Potsdam erhält einen Advanced Grant des European
Research Council (ERC) über 2,5 Mio € zur Entwicklung bahnbrechender
molekulargenetischer Forschungsmethoden. Das Forschungsprojekt „PlaMitEng“
soll es erstmals ermöglichen, gezielt gentechnische Veränderungen im Genom
von Mitochondrien durchzuführen.

Pflanzen haben drei Genome

Die Entwicklung der modernen Gentechnik revolutionierte die biologische
Forschung und eröffnete insbesondere in der Pflanzenforschung und
Pflanzenzüchtung bis dahin ungeahnte Möglichkeiten. Die grundlegenden
Techniken der molekularbiologischen Forschung sind so fundamental, dass
sie längst in Schulbüchern angekommen sind. Aber es gibt noch immer
ungelöste Herausforderungen in der Molekularbiologie.  Einer dieser
Herausforderungen widmet sich jetzt die Forschungsgruppe um Ralph Bock am
Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie in Potsdam in ihrem
Projekt PlaMitEng (Plant Mitochondrial Engineering), welches aktuell mit
einem ERC Advanced Grant in Höhe von 2,5 Millionen € von der Europäischen
Union gefördert wird.

Gentechnische Arbeit an Pflanzen ist kompliziert. Wenn man genau
hinschaut, haben Pflanzen nicht nur ein Genom, sondern gleich drei!
Der Großteil der pflanzlichen Gene liegt im Zellkern. Doch zusätzlich
besitzen Pflanzenzellen noch weitere Bestandteile (Organellen) mit einem
eigenen Genom, hierzu gehören Chloroplasten und Mitochondrien.
Chloroplasten fangen Energie aus dem Sonnenlicht ein und speichern sie
mithilfe der Photosynthese als Zucker. In den Mitochondrien
verstoffwechseln die Pflanzenzellen diesen Zucker wieder und nutzen die
Energie für Wachstum und Fortpflanzung.
Da Chloroplasten und Mitochondrien von Bakterien abstammen, die vor mehr
als einer Milliarde Jahren vom Vorläufer der Pflanzenzelle eingefangen
wurden, um fortan als Lebensgemeinschaft zu funktionieren, tragen beide
Organellen noch ihre eigene Erbinformation und vermehren sich innerhalb
der Pflanzenzellen durch Teilung. Als Umschlagorte für Energie sind
Chloroplasten und Mitochondrien essenziell für Stoffwechsel und Wachstum
der Pflanzen.

Mitochondrien sind noch nicht gezielt genetisch veränderbar

Ausgerechnet diese Organellen sind aber für gentechnische Forschung
besonders schwer zugänglich. Gezielte Veränderungen mithilfe der Genschere
CRISPR sind in Organellen nicht möglich, da die Schere im Zellkern
produziert werden muss und nicht alle ihre Teile den Weg in die Organellen
finden. Erschwerend kommt hinzu, dass sogenannte Selektionsmarker für
Organellen sehr schwierig zu entwickeln sind. In molekularbiologischen
Experimenten werden meist hunderttausende oder Millionen von Zellen
eingesetzt. Selektionsmarker erlauben es, die wenigen erfolgreich
genetisch veränderten Zellen vom Großteil der Zellen zu unterscheiden, die
nicht erfolgreich verändert wurden. Üblicherweise sind Selektionsmarker
Gene, die Resistenz gegen ein Antibiotikum vermitteln. Werden die
Pflanzenzellen im Experiment diesem Antibiotikum ausgesetzt, überleben nur
die erfolgreich veränderten Zellen, welche den Selektionsmarker tragen.
Der Rest wird "ausselektiert". Fast die gesamte molekulargenetische
Forschung an Chloroplasten wurde durch die Entdeckung eines einzigen
Selektionsmarkers in den 1990er Jahren ermöglicht, der den veränderten
Chloroplasten Resistenz gegen das Antibiotikum Spectinomycin verleiht.
Dieses Gen ermöglichte es, gezielt Zellen zu isolieren, die genetische
Veränderungen in ihrem Chloroplastengenom tragen. Die Entdeckung dieses
Markers war u.a. maßgeblich dafür, dass wir heute viel besser verstehen,
wie der für unser Überleben wichtigste Stoffwechselprozess auf der Erde,
die Photosynthese, funktioniert.

Neue Methode wird neue Forschungsfelder eröffnen

Für Mitochondrien konnte trotz mehr als 30 Jahren intensiver Forschung
bisher kein solcher Selektionsmarker gefunden werden. Daher gibt die
Funktionsweise des Mitochondriengenoms auch heute noch viele Rätsel auf.
Die Forschungsgruppe um Ralph Bock hat sich nun vorgenommen, diesem Rätsel
auf den Grund zu gehen. Das ERC-Projekt PlaMitEng wird neue Methoden
entwickeln, um gezielt Veränderungen an Genen in den Mitochondrien
vornehmen zu können, ähnlich wie die Genschere CRISPR dies im Zellkern
erlaubt. Es sollen Selektionssysteme entwickelt werden, die es erlauben,
Pflanzenzellen mit veränderten Mitochondrien von solchen mit veränderten
Chloroplasten oder Zellkernen zu unterscheiden. „Die Möglichkeit,
pflanzliche Mitochondriengenome zu verändern, wird sowohl in der
Grundlagenforschung als auch in der angewandten Forschung völlig neue
Möglichkeiten eröffnen. Mitochondrien und ihre Genome bieten auch ein
einzigartiges Potenzial für Biotechnologie und synthetische Biologie, und
dieses Potenzial ließe sich dann endlich umfassend nutzen,“ so Ralph Bock,
der Leiter des Forschungsprojekts.

Advanced Grants des European Research Council (ERC) gehören zu den
prestigeträchtigsten und kompetitivsten Förderprogrammen der EU. Gefördert
werden führende Spitzenforscher mit ambitionierten Projekten, die zu
großen wissenschaftlichen Durchbrüchen führen können. In dieser
Förderperiode wurden insgesamt 652 Millionen € an ERC Advanced Grants an
Forschende vergeben. Die Erfolgsrate bei der Antragstellung lag bei 13,9%.

Ralph Bock ist Direktor am Max-Planck-Institut für Molekulare
Pflanzenphysiologie in Potsdam Golm. Er leitet die Abteilung
„Organellenbiologie, Biotechnologie und molekulare Ökophysiologie“, welche
sich insbesondere mit Stoffwechselprozessen in Mitochondrien und
Chloroplasten und den Wechselwirkungen der Erbsubstanz in den Organellen
mit dem Zellkern beschäftigt. Er gehört zu den weltweit führenden
Wissenschaftlern auf dem Gebiet der Organellenforschung und ist u.a.
Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften (Leopoldina) in
Deutschland und der National Academy of Sciences der Vereinigten Staaten
von Amerika.

  • Aufrufe: 25