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„Sie sind Pionierinnen Ihres Faches“: Erster Jahrgang des Studiengangs Hebammenwissenschaft feiert Abschluss

Wieder ist ein besonderer Meilenstein erreicht: Am Gesundheitscampus
Göttingen (GCG), einer Kooperation der Universitätsmedizin Göttingen (UMG)
und der HAWK, hat jetzt der erste Jahrgang des Studiengangs
Hebammenwissenschaft sein Studium abgeschlossen und ist bei einer
Feierstunde ins Berufsleben verabschiedet worden. Der GCG ist eine von
zwei Einrichtungen in Niedersachsen, die den Studiengang zum
Wintersemester 2020/2021 gestartet haben, nachdem der Bund aufgrund einer
EU-Vorgabe die Akademisierung des Hebammenberufes beschlossen hatte.

HAWK-Präsident Dr. Marc Hudy beglückwünschte die ersten Absolventinnen des
Studienganges Hebammenwissenschaft und würdigte sie als Pionierinnen ihres
Faches. Er dankte auch herzlich den Lehrenden: „Sie treiben den Aufbau des
Studienganges und damit die akademische Qualität des Hebammenwesens seit
Einführung des Studiengangs im Wintersemester 2020/21 mit 20 Studierenden
höchst engagiert voran. Jährlich starten jetzt bis zu 35 Erstsemester. Mit
dem Studiengang können wir nun die Hebammen qualifizieren, die die Region
Südniedersachsen braucht – insofern leistet er einen wichtigen Beitrag zur
Deckung des Fachkräftebedarfs in der Gesundheitsversorgung der Region.
Aktuell sind rund 100 Studierende eingeschrieben.“

Prof. Dr. Wolfgang Brück, Sprecher des Vorstandes der UMG und Dekan der
Medizinischen Fakultät, hob hervor: „Dieser erste Abschlussjahrgang
markiert einen wesentlichen Fortschritt für die Hebammenausbildung in
Niedersachsen und darüber hinaus. Die UMG bringt ihre fachlich-
wissenschaftliche, praktische Expertise ein und schafft damit im
Schulterschluss mit der HAWK die praxisorientierten Grundlagen für die
neue Hochschulausbildung. Die erfolgreiche Kooperation einer
Universitätsmedizin und einer Hochschule für angewandte Wissenschaften
sucht in Deutschland ihresgleichen. Hier nehmen wir bundesweit eine
Vorreiterrolle ein. Und auch mein Glückwunsch geht natürlich an die ersten
Absolventinnen.“

„Die Verantwortlichen des Studiengangs Hebammenwissenschaft haben in den
vergangenen Jahren hervorragende Aufbauarbeit geleistet", betonte auch
Prof. Dr. Christoph Rußmann, Dekan der HAWK-Fakultät
Ingenieurwissenschaften und Gesundheit. „Die ersten Semester des
Studienganges wurden auch noch von den Einschränkungen der Corona-Pandemie
begleitet. Vor diesem Hintergrund ist dies eine besondere Leistung.“

Studiengangsleiterin Prof. Dr. Anne Kasper unterstrich in ihrer Rede an
die Absolventinnen die Vorteile der reformierten Ausbildung der Hebammen:
„In diesem Jahr verabschieden wir Sie als unseren ersten Hebammen-Jahrgang
am GCG und damit als die ersten primärqualifizierten Bachelor-Hebammen in
Niedersachsen. Die Akademisierung ermöglicht es Ihnen, Ihr praktisches
Handeln und Ihre Entscheidungen mit wissenschaftlichen Erkenntnissen zu
begründen und auf diese Weise die Betreuungssituation für Familien zu
verbessern. Ich wünsche Ihnen viel Freude und Ehrfurcht bei der Ausübung
dieses elementaren und schönen Berufs.“

Studiengangskoordinatorin Inga Schlüter sagte: „Mit dem Studiengang haben
wir Sie auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse als akademische
Fachkräfte auf diesem Gebiet ausgebildet. Nun sind Sie ideal auf die
Arbeit in interdisziplinären Teams vorbereitet und können Familien
bedürfnisorientiert begleiten.“

Kasper und Schlüter sind der einhelligen Meinung: „Durch die
Akademisierung ist der Beruf der Hebamme wieder attraktiver geworden.“

Für die Absolventinnen sprachen Cecilia-Clara Modemann und Maja Burka.
Cecilia-Clara Modemann fasst für sich zusammen: „Das Studium der
Hebammenwissenschaft am Gesundheitscampus Göttingen hat mit guter
Kommunikation, Freude am Lernen und gemeinschaftlichem Meistern von
Herausforderungen den Weg zur Hebamme geprägt. Der enge Transfer von
Praxis und Theorie konnte das Heranreifen von individuellen Stärken und
Interessen in jeder Einzelnen unseres Kurses ermöglichen. Maja Burka
blickt zurück und nach vorn: „Als Teil des ersten Jahrgangs des
Hebammenwissenschaftsstudiums bin ich stolz darauf, gemeinsam mit unseren
Dozent*innen die Höhen und Tiefen, die mit der Etablierung eines neuen
Studiengangs einhergingen, gemeistert zu haben. Mit unserem
Bachelorabschluss in den Händen können 14 von uns nun endlich sagen: Wir
sind Hebammen!“

Der Studiengang Hebammenwissenschaft am GCG

Der siebensemestrige Studiengang der Hebammenwissenschaft vermittelt den
bis zu 35 jährlich startenden Erstsemestern nicht nur theoretisches
Wissen, sondern bereitet sie durch eine umfassende praktische Ausbildung
ideal auf die Arbeit in verschiedenen Einrichtungen der Geburtshilfe vor.

Eine Kooperation für die Praxiseinsätze existiert nicht nur mit dem
Partner der ersten Stunde, der UMG, mittlerweile sind wegen des hohen
Bedarfs weitere Praxisplätze in Kliniken mit geburtshilflichen Abteilungen
in Hildesheim, Braunschweig und Wolfsburg hinzugekommen.

Mit dem erfolgreichen Abschluss des Bachelorstudiengangs können die
Absolvent*innen in Kliniken, Praxen, Geburtshäusern und Beratungsstellen
arbeiten oder sich für eine selbstständige Tätigkeit entscheiden.

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4. Citizen Science-Tag 2024 in Lübeck

Einmal wie Historiker:innen arbeiten und in die frühneuzeitlichen
Handschriften der Hanse eintauchen? Beim 4. Citizen Science-Tag am 19.
April 2024 von 9.00 bis 17.00 Uhr kann man sich auf diese historische
Entdeckungsreise begeben. Interessierte erhalten erste Einblicke in das
Projekt »Hanse. Quellen. Lesen!« und können sich auch selbst einbringen.

Im Rahmen des Citizen Science-Projekts »Hanse. Quellen. Lesen!« der
Forschungsstelle für die Geschichte der Hanse und des Ostseeraums (FGHO),
die am Europäischen Hansemuseum angesiedelt ist, konnten dank des
Engagements historisch interessierter Ehrenamtlicher bereits über 1.500
Seiten aus dem 16. und 17. Jahrhundert transkribiert, das heißt in die
heutige Schrift übertragen werden. Wer jetzt neugierig geworden ist und
auch einmal mitmachen möchte, den lädt die FGHO gemeinsam mit dem Archiv
der Hansestadt Lübeck am Freitag, 19. April 2024, zum Citizen Science-Tag
ins Archiv ein. Der gemeinsame Ausflug in die Welt der Wissenschaft dauert
ca. 8 Stunden und beginnt um 9.00 Uhr.

Mithilfe der KI-Software »Transkribus« können Bürger:innen an der
Übertragung historischer Originalhandschriften in moderne Schrift
mitarbeiten und auf diese Weise ihren Beitrag dazu leisten, dass die
Hansegeschichte digital und besser erfahrbar wird. Am Citizen Science-Tag
begegnet man den Quellen jedoch nicht nur digital: Auch die
Originalhandschriften im Magazin des Archivs können an diesem Tag
besichtigt werden. Ein besonderes Highlight ist dabei der Besuch der
Lübecker Tresekammer, die als ehemalige Schatzkammer des Rates der
Hansestadt zur Aufbewahrung von Urkunden und Wertgegenständen ein
wichtiger Ort der Lübecker Geschichte ist.

Für die Teilnahme ist ein eigener, internetfähiger Laptop erforderlich und
der Eintritt ist kostenfrei. Die Anmeldung für die ganztägige
Veranstaltung erfolgt per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.; die Zahl der
Teilnehmenden ist begrenzt. Das detaillierte Programm und weitere
Informationen zum Projekt gibt es unter https://fgho.eu/de/cs-tag-2024.

Hintergrund:
Das Projekt »Hanse. Quellen. Lesen!« bietet Interessierten die
Möglichkeit, sich als Bürgerwissenschafler:innen an der Quellenarbeit zu
beteiligen – zum Beispiel zum Versammlungswesen der nordeuropäischen
Hansestädte. Hanse-Interessierte können sich so intensiv mit den
Hintergründen der erschlossenen Texte auseinandersetzen und den ehemaligen
Wirtschaftsraum der Hanse erforschen. Um die Transkriptionen gemeinsam zu
besprechen, veranstalten die Historikerinnen der FGHO alle zwei Wochen
Übungsstunden via Zoom. »Wir sind zwar eine kleine Forschungsstelle – aber
umso agiler und im ständigen Austausch mit unserer Community und der
Bevölkerung«, sagt Dr. Angela Huang, die Leiterin der FGHO.

Über das Europäische Hansemuseum:
Das 2015 eröffnete Europäische Hansemuseum ist das weltweit größte Museum
zur Geschichte der Hanse. Es umfasst einen markanten Museumsneubau, das
denkmalgeschützte, mittelalterliche Burgkloster sowie Außenanlagen mit
Ausblick auf den Lübecker Hafen. In atmosphärischen Rauminszenierungen und
klassischen Museumskabinetten mit Originalobjekten erzählt die
Dauerausstellung in vier Sprachen (DE, EN, RUS, SV) von Wagemut und Alltag
der Kaufleute, vom städtischen Leben und Handel im Mittelalter sowie von
Organisation und Versammlung der Hanse vor 800 Jahren. Sonderausstellungen
sowie ein vielfältiges Vermittlungs- und Veranstaltungsprogramm ergänzen
die Dauerausstellung und bieten ein Forum für aktuelle Fragen. Dem EHM
angegliedert ist die Forschungsstelle für die Geschichte der Hanse und des
Ostseeraums (FGHO), die historische und interdisziplinäre Forschung zur
hansischen Geschichte koordiniert.

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Ringvorlesung zu Nachhaltigkeit an der FH Dortmund / Gasthörer*innen sind willkommen

Die Ringvorlesung „Nachhaltige Entwicklung“ startet ins Sommersemester.
Immer mittwochs ab 16 Uhr besprechen Dozent*innen der Fachhochschule
Dortmund ausgewählte Aspekte der Nachhaltigkeit aus ökologischer,
ökonomischer und sozialer Sicht. Das Angebot richtet sich nicht nur an
Studierende, sondern steht allen Interessierten offen.

Zum Auftakt ins Semester erläutern am Mittwoch, 10. April 2024, Sebastian
Kreimer und Dorothee Albrecht vom CSR-Office der FH die Grundlagen von
Nachhaltigkeit und Klimaschutz – insbesondere am Beispiel der Hochschule.
Eine Woche später, am 17. April 2024, geht es um nachhaltige Mobilität und
am 24. April 2024 erklärt Prof. Dr. Sabrina Scheidler vom Fachbereich
Wirtschaft, welchen Beitrag Unternehmen leisten können und leisten müssen.

Insgesamt sind 13 Termine sowohl am Campus Sonnenstraße in der Innenstadt
als auch an der Emil-Figge-Straße angesetzt. Alle Zeiten und die
dazugehörigen Raumnummern stehen auf der Website der FH Dortmund –
Kurzlink: www.fh.do/nachhaltig

„Die Ringvorlesung ist aus der studentischen Initiative des Studium
Oecologicum entstanden und unterstreicht die Bedeutung von
Nachhaltigkeitsthemen für unsere Studierenden“, sagt FH-Rektorin Prof. Dr.
Tamara Appel. In den Vorlesungen werden Herausforderungen und Ideen für
Lösungen fachbereichsübergreifend diskutiert. Für Studierende der FH sind
sie Bestandteil des Curriculums. „Darüber hinaus haben wir die
Ringvorlesungen für alle Menschen geöffnet“, betont die Rektorin. „Wir
wollen die Herausforderungen der Klimakrise und die Konzepte der
Nachhaltigkeit nicht nur im theoretischen Diskurs behandeln, sondern mit
den Menschen vor Ort besprechen.“ Auch für diesen direkten Austausch mit
Bürger*innen, Praktiker*innen und Kooperationspartnern stehe „angewandt“
im FH-Namenszusatz „Hochschule für angewandte Wissenschaften“.

Anlässlich der gemeinsamen Nachhaltigkeitswoche von Fachhochschule und TU
Dortmund, die im Juni 2024 in Kooperation mit den Studierenden-Ausschüssen
der Hochschulen und dem Studierendenwerk läuft, findet in der
Ringvorlesung (12. Juni 2024) eine Podiumsdiskussion zur Nachhaltigkeit in
der Hochschullehre statt. Reicht es aus, das vermittelte Fachwissen
nachhaltig auszurichten oder sollte die normative Orientierung eine Rolle
in der Lehre spielen? Ist es vielleicht sogar Studierenden-Employability?
Darüber diskutieren TU- und FH-Expert*innen verschiedener Fachrichtungen
gemeinsam mit dem Publikum.

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Nationsbildung, Gewalt, Krieg und Frieden in der Ukraine

Osteuropäische Geschichte und Frühneuzeitliche Geschichte im Dialog

Lesung und Diskussion mit Anna Veronika Wendland und Christoph Kampmann am
Dienstag, 16. April 2024, 17.45 Uhr im Lesesaal der Bibliothek des Herder-
Instituts

2023 publizierte die Osteuropa-Historikerin Anna Veronika Wendland ihr
Buch „Befreiungskrieg. Nationsbildung und Gewalt in der Ukraine“, in dem
es um den Zusammenhang von kriegerischen Mobilisierungen, Gewalterfahrung
und Nationsbildung in der Ukraine geht. Das Kriegsgeschehen in Osteuropa
ist für die Geschichtswissenschaften Anlass, vergleichend zurückzublicken
und frühere Kriege des vornationalen Zeitalters in Europa in den Blick zu
nehmen, die als Staatsbildungskriege fungierten und extreme
Gewalterfahrungen mit sich brachten.

Dabei geht es auch um die Frage, die derzeit alle umtreibt: wie stehen die
Chancen einer Friedenslösung und was wären ihre Voraussetzungen? Oder
erwartet uns ein neues Kriegszeitalter verteilter, andauernder bewaffneter
Konflikte in Europa, das dem Dreißigjährigen Krieg ähnelt? Können die
Erfahrungen des Westfälischen Friedens oder anderer frühneuzeitlicher
Friedensordnungen auch die politischen Akteure der Gegenwart informieren?
Diese Fragen werden Anna Veronika Wendland und der Marburger Frühneuzeit-
Historiker Christoph Kampmann im Dialog zwischen Osteuropäischer
Geschichte und frühneuzeitlicher Geschichte beleuchten.

In Kooperation mit dem SFB/TRR 138 „Dynamiken der Sicherheit“

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
veronika.wendland@herder-institut.de

Originalpublikation:
https://www.herder-institut.de/event/nationsbildung-gewalt-krieg-und-
frieden-in-der-ukraine/

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