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Neuer Masterstudiengang „Sustainable Chemistry“

Grüne“ Chemie steht im Fokus des internationalen Masterstudiengangs „Sustainable Chemistry“, der zum Wintersemester 2024/2025 an der JLU startet.  Elisa Monte
Grüne“ Chemie steht im Fokus des internationalen Masterstudiengangs „Sustainable Chemistry“, der zum Wintersemester 2024/2025 an der JLU startet. Elisa Monte

Nachhaltiger Umgang mit Rohstoffen im Fokus – Internationaler Studiengang
startet zum Wintersemester 2024/2025 an der Universität Gießen – Bewerbung
ab 1. Juni 2024 möglich

Wie lassen sich chemische Prozesse, Produkte und Methoden so gestalten,
dass sie möglichst nachhaltig sind? Diese Expertise erlangen die
Studierenden des neuen Masterstudiengangs „Sustainable Chemistry“, der zum
Wintersemester 2024/2025 an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU)
startet. In dem internationalen Studiengang werden ökologische,
ökonomische und soziale Aspekte wie Ressourcenverbrauch, Energieeffizienz,
Klimaschutz, Gesundheit und Sicherheit bei der Entwicklung und Anwendung
chemischer Produkte und Verfahren behandelt. Das Angebot richtet sich an
deutsche und internationale Absolventinnen und Absolventen des
Bachelorstudiums Chemie oder eines verwandten Bachelorstudiengangs.

„Für eine nachhaltige globale Entwicklung ist die Chemie unverzichtbar“,
so Prof. Dr. Tom Wilke, Dekan des Fachbereichs 08 – Biologie und Chemie.
„Es besteht ein hoher Bedarf an Fachleuten, die über das notwendige
chemische Fachwissen verfügen, aber auch mit den Kriterien der
Nachhaltigkeit vertraut sind.“

Der neue Studiengang dauert vier Semester und ist englischsprachig. Die
Module des ersten Studienjahrs umfassen neben einer Einführung in die
Prinzipien der Nachhaltigkeit Themen wie nachhaltige organische Chemie,
nachhaltige Energietechnologien und Kreislaufwirtschaft für chemische
Prozesse. Die Lehre erfolgt durch international renommierte Expertinnen
und Experten der JLU für verschiedene Bereiche der nachhaltigen Chemie.
Darüber hinaus steht die Entwicklung wichtiger Soft Skills wie
Innovationsmanagement im Fokus.

Neben Vorlesungen und Seminaren werden die Studierenden frühzeitig in
zukunftsweisende Forschungsprojekte an der JLU eingebunden: Ab dem zweiten
Studienjahr werden sie fest in Arbeitsgruppen integriert, die in den
modernen Laboren des Fachgebiets Chemie forschen. Dabei fertigen sie ein
Laborprojekt in nachhaltiger Chemie an. Behandelt werden darüber hinaus
fortgeschrittene Themen der anorganischen, organischen und physikalischen
Chemie wie schwermetallfreie Synthese und Katalyse, Photochemie und
Elektrochemie.

Gemeinsam mit den Universitäten Padua (Italien), Ljubljana (Slowenien) und
Zagreb (Kroatien) des Netzwerks „DigiChem – Creating a Digital Study
Environment for Sustainable Chemistry“ bietet der Masterstudiengang
„Sustainable Chemistry“ zudem verschiedene Möglichkeiten für den
internationalen Austausch.

Den Absolventinnen und Absolventen des neuen Studiengangs steht eine
breite Palette an Karrieremöglichkeiten in der Industrie, der Wissenschaft
und dem öffentlichen Dienst offen.  Mit ihrer Expertise können sie nicht
nur in der chemischen Forschung, sondern auch in Umwelt- und
Bildungsorganisationen, in Behörden und in der Politik bei der Entwicklung
und Bewertung von Prozessen im Kontext der Nachhaltigkeit tätig sein. „Der
Studiengang ‚Sustainable Chemistry‘ bietet den Studierenden nicht nur die
Möglichkeit, einen positiven Einfluss auf die Umwelt und die Gesellschaft
zu nehmen“, so Studienfachberater Prof. Dr. Hermann A. Wegner vom Institut
für Organische Chemie der JLU. „Aufgrund seiner internationalen
Ausrichtung eröffnet er ihnen auch globale Karrierechancen.“ Diese werden
durch internationale Netzwerke mit Partneruniversitäten sowie Expertinnen
und Experten für nachhaltige Chemie gefördert.

Die Bewerbung für den Masterstudiengang „Sustainable Chemistry“ ist vom 1.
bis 15. Juni 2024 möglich unter bewerbung.uni-giessen.de bzw. ab 1. Mai
2024 unter www.uni-assist.de (internationale Bewerberinnen und Bewerber).
Internationale Studieninteressierte können sich im Akademischen
Auslandsamt der JLU vorab beraten lassen, für alle anderen steht die
Zentrale Studienberatung der Universität für weitere Informationen zur
Verfügung.

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72 Prozent der Unternehmen der M+ E-Industrie zahlen ihren Beschäftigen Urlaubsgeld

Verbreitung von Urlaubsgeld
Verbreitung von Urlaubsgeld

Laut einer aktuellen Studie des ifaa – Institut für angewandte
Arbeitswissenschaft e. V. zahlen rund dreiviertel der Unternehmen der
Metall- und Elektroindustrie ihren Beschäftigten ein zusätzliches
Urlaubsgeld. Wer keine Führungsverantwortung trägt, erhält diese
freiwillige Leistung des Arbeitgebers besonders häufig. „Damit kann sich
ein Großteil der fast 4 Millionen Beschäftigten der Branche über einen
Zuschuss zur Urlaubskasse freuen,“ so Amelia Gahmann, Studienleiterin und
wissenschaftliche Mitarbeiterin am ifaa. Mehr Infos unter:
https://www.arbeitswissenschaft.net/verguetungsstudie-2023.

Auch unter Führungskräften ist diese Zusatzleistung verbreitet. Hier liegt
der Anteil auf der Ebene der Team- und Abteilungsleitung bei knapp 50 %,
bei der Bereichs- und Gesamtleitung bei unter 30 Prozent. Ein Vergleich
der Ergebnisse mit anderen Branchen zeigt deutlich: In der Metall- und
Elektroindustrie ist der Anteil der Unternehmen, die Urlaubsgeld zahlen,
deutlich höher als in anderen Branchen, wo er bei 50 % liegt.

Unternehmensgröße und Tarifbindung spielen eine Rolle

Die genauere Analyse verdeutlicht, dass die Wahrscheinlichkeit,
Urlaubsgeld zu erhalten, mit der Unternehmensgröße zunimmt. Auch die
Tarifbindung eines Unternehmens spielt eine entscheidende Rolle.

Spitzenreiter sind die Unternehmen im Straßenfahrzeugbau: Hier zahlen etwa
86 % der Unternehmen ihren Beschäftigten ohne Führungsverantwortung ein
Urlaubsgeld. Im Gegensatz dazu liegt dieser Wert in industrienahen
Dienstleistungen bei lediglich 35 %.

Zur Verbreitung von Urlaubsgeld sowie anderen monetären und nicht
monetären Zusatzleistungen lesen Sie in der Broschüre „ifaa-Studie:
Anreiz- und Vergütungssysteme in der Metall- und Elektroindustrie 2023“
(https://www.arbeitswissenschaft.net/verguetungsstudie-2023.

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Universitätsmedizin Leipzig: Neues Zentrum für Personalisierte Medizin ermöglicht maßgeschneiderte Krebstherapien

Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow, Prof. Florian Lordick, Rektorin Prof. Eva Inés Obergfell, Dekan Prof. Ingo Bechmann, UKL-Vorstand Dr. Robert Jacob und MF-Verwaltungsdirektorin Dr. Kerstin Grätz eröffnen das Zentrum für Personalisierte Medizin.  Christian Hüller  Universität Leipzig
Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow, Prof. Florian Lordick, Rektorin Prof. Eva Inés Obergfell, Dekan Prof. Ingo Bechmann, UKL-Vorstand Dr. Robert Jacob und MF-Verwaltungsdirektorin Dr. Kerstin Grätz eröffnen das Zentrum für Personalisierte Medizin. Christian Hüller Universität Leipzig

Der wissenschaftliche Fortschritt in der Krebsmedizin bietet noch nicht
allen Erkrankten eine optimale Therapie. Mit finanzieller Förderung durch
das Staasministerium für WIssenschaft und Kunst (SMWK) wird nun ein
Zentrum für Personalisierte Medizin (ZPM) an der Universitätsmedizin
Leipzig etabliert. Dieses hat die Aufgabe, Betroffenen einer
Krebserkrankung eine individuell passgenaue Behandlung zu ermöglichen.
Verschiedene Fachdisziplinen aus der Grundlagen- und klinischen Forschung
arbeiten dafür unter einem Dach zusammen. Das Zentrum für Personalisierte
Medizin eröffnet damit eine erfolgversprechende Perspektive für die
Versorgung von Krebspatient:innen in der Region.

Im molekularpathologischen Labor arbeitet lautstark ein schwarzer
Kunststoffkasten, das Tumor-Sequenziergerät. Das vergleichsweise kleine
Gerät beinhaltet verschiedene chemische Reagenzien, in denen Tumorproben
parallel von bis zu 12 Patient:innen gelesen werden können: Millionen von
DNA-Molekülen werden innerhalb von 24 Stunden analysiert und liefern
Auskünfte über mögliche therapierbare Mutationen der Tumore. Nebenan wird
Blut darauf untersucht, ob es zum Beispiel Anzeichen für ein erblich
bedingtes Tumorleiden gibt. Grundlagenforschende bringen ihr Wissen um
zelluläre, genetische und molekulare Mechanismen ein. Diese an vielen
Stellen gesammelten Daten sollen künftig im Zentrum für Personalisierte
Medizin zusammengeführt werden. Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow
sagte bei der Eröffnung: „Mit ihrer hohen Innovationskraft schaffen die
beiden sächsischen universitären Krebszentren in Leipzig und Dresden auf
höchstem Niveau eine enge Verbindung von Forschung und Krankenversorgung.
So profitieren Patientinnen und Patienten fast unmittelbar von neuesten
Erkenntnissen und auch Technologien, die für den Kampf gegen Krebs
entwickelt werden. Nicht zuletzt wird so auch sichergestellt, dass
angehende Ärztinnen und Ärzte in der Lehre beste Bedingungen und höchstes
fachliches Niveau auf dem neuesten Stand der Forschung vermittelt
bekommen. Ich freue mich, dass wir mit dem neuen Zentrum für
personalisierte Medizin am Standort Leipzig die Krebsforschung und
-versorgung in Sachsen insgesamt weiter stärken.“

Jeder Tumor und jede Tumorentwicklung hat individuelle Besonderheiten. Auf
der Basis komplexer Diagnostik und interdisziplinärer Beratung wird das
Zentrum für Personalisierte Medizin Leipzig individuelle
Therapiestrategien erforschen, weiterentwickeln und unmittelbar in die
klinische Anwendung bringen. Die enge Zusammenarbeit verschiedener
Fachdisziplinen, wie zum Beispiel die Pathologie, Humangenetik, Biologie
und Biochemie, Bioinformatik, Pharmakologie, Pharmazie und verschiedenen
Bereiche der klinischen Onkologie, ist wesentlicher Bestandteil. Im
Universitären Krebszentrum (UCCL) befindet sich auch die zentrale
Anlaufstelle für Tumorpatient:innen des UKL.

„Ich gratuliere der Universitätsmedizin Leipzig zur Gründung des Zentrums
für personalisierte Medizin. Insbesondere danke ich allen Beteiligten, die
dieses so bedeutende Projekt für die Krebsmedizin auf den Weg gebracht
haben, allen voran Dekan Prof. Dr. Ingo Bechmann und UCCL-Direktor Prof.
Dr. Florian Lordick. Mit dem Mitteldeutschen Krebszentrum mit
universitären Geschäftsstellen in Leipzig und Jena wurde bereits eine
wichtige Weichenstellung für die hiesige Krebsforschung gelegt.
Wissenschaft lebt von Vernetzung und Austausch von Expertisen“, betonte
Prof. Dr. Eva Inés Obergfell, Rektorin der Universität Leipzig. Forschende
und Ärzte werden im Schulterschluss unter anderem die Resistenzentwicklung
von Tumoren untersuchen, Biomarker identifizieren und Vorhersagen zum
Therapieansprechen bei verschiedene Tumorerkrankungen entwickeln. Ziel
ist, die Tumorresistenz künftig vermeiden zu können. Patient:innen, bei
denen die Standardtherapien versagen, sollen personalisierte
Therapiekonzepte mit weniger Nebenwirkungen angeboten werden können.

Prof. Dr. Christoph Josten, Medizinischer Vorstand des
Universitätsklinikums Leipzig: „Unser Ziel als Mediziner war es immer,
Menschen jeweils individuell optimal zu behandeln. Dieses Ziel wird dank
der personalisierten Medizin nun auf ganz neue Weise greifbar, weil wir
heute dank genauer Informationen maßgeschneiderte Therapien anbieten
können. Dies für den Standort Leipzig voranzutreiben und breit zu
etablieren wird Aufgabe des neuen Zentrums, das damit einen enormen
Beitrag zur weiteren Verbesserung der Patientenversorgung leisten wird.“
Darüber hinaus wird es Beratungsleistungen und qualitätsgesicherte
Therapieempfehlungen anbieten.

Das Zentrum für Personalisierte Medizin ist eingebettet in die Strukturen
des Universitären Krebszentrums am Universitätsklinikum Leipzig unter der
Leitung von Prof. Dr. Florian Lordick, der die Professur für Klinische
Onkologie an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig innehat.
Neue Erkenntnisse werden regelmäßig im „Molekularen Tumorboard“
besprochen. Mit der finanziellen Förderung durch das SMWK wird die
Kernstruktur des ZPM etabliert. Innerhalb von zwei Jahren erfolgt die
Zertifizierung des Zentrums durch die Deutsche Krebsgesellschaft.

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HoF-Publikation: Vielfalt und Chancengerechtigkeit – ein Thema in Fachgesellschaften

Arndt/Mielke: Vielfalt und Chancengerechtigkeit
Arndt/Mielke: Vielfalt und Chancengerechtigkeit

Fachgesellschaften organisieren Fachcommunities und stellen einen
zentralen Ort für die Institutionalisierung von Fachkulturen dar. Sollen
Vielfalt und Chancengerechtigkeit in der Wissenschaft stärker verankert
werden, bedarf es ihrer fachkulturellen Abstützung in und durch die
Fachcommunities. Daher ist es von Interesse, welche Rolle Vielfalt und
Chancengerechtigkeit in der Arbeit der Fachgesellschaften spielt.

Fachgesellschaften sind als Form, in der sich wissenschaftliche
Gemeinschaften organisieren, nur wenig erforscht (abgesehen von meist
historiografisch angelegten Darstellungen zu einzelnen Gesellschaften).
Wenn es von Interesse ist, wie bestimmte Anliegen und Orientierungen
Eingang in eine Fachkultur finden, dann muss interessieren, wie die
zentralen fachkulturellen Agenturen – die Fachgesellschaften – dies
fördern, behindern oder durch Neutralität nicht fördern bzw. nicht
behindern. Ein Thema, das sowohl innerwissenschaftliche Entwicklungen als
auch gesellschaftliche Erwartungen betrifft, ist das der Vielfalt und
Chancengerechtigkeit.

Innerwissenschaftlich geht es hierbei darum, Talente zu erkennen und
Talententfaltungen zu fördern, verschiedene Arten von Produktivität zu
ermöglichen und für den Erkenntnisfortschritt zu nutzen, letztlich: die
dynamische Entwicklung der jeweiligen Disziplin dadurch zu sichern, dass
keine personellen Potenziale verschenkt werden. Dies trifft auf die
gesellschaftliche Erwartung, dass die Wissenschaft keine Barrieren gegen
Chancenwahrnehmung aufbaut oder kontinuiert, dass sie für Heterogenität
aufgeschlossen ist und entsprechend inklusiv agiert.

Grundsätzlich können sich Fachgesellschaften dem Handlungsfeld in
doppelter Weise widmen: (a) indem sie ihre je eigene Struktur und
Arbeitsweise vielfalts- und diskriminierungsbewusst gestalten; (b) indem
sie darauf hinwirken, dass sich ihre Disziplin und Professionen vielfalts-
und diskriminierungsbewusst entwickeln. Dabei ist in Rechnung zu stellen,
dass Fachgesellschaften Freiwilligenorganisationen sind. Dementsprechend
können Aktivitäten der Mitglieder niemals erzwungen, sondern allenfalls
durch Überzeugungs- und Motivationsarbeit angeregt werden.

Hierzu wurde eine entsprechende Ersterschließung unternommen. Im Ergebnis
können der Aktivitätsstatus der Fachgesellschaften zu Vielfalt und
Chancengerechtigkeit umrissen, typische und untypische Formen der
Befassung dargestellt, limitierende Rahmenbedingungen herausgearbeitet und
Handlungsoptionen formuliert werden.

Insgesamt lassen sich drei relevante Entwicklungen der letzten Jahre
herausstellen: ein generell gestiegenes Bewusstsein für Vielfalt und
Chancengerechtigkeit; erhöhte Anteile von Frauen und damit einhergehend
erhöhte Sichtbarkeit von Frauen in den einzelnen Fächern und
Fachgesellschaften; schließlich eine stärkere Selbstorganisation der
Mitglieder – vor allem des ‚Nachwuchses‘ –, die über Arbeitsgruppen und
Netzwerke Vielfaltsthemen einbringen. Hier fließen gesellschaftliche
Prozesse der Bewusstmachung, wissenschaftliche Diskurse, einschlägige
Rechtsetzungen und Rechtsprechungen, verbesserte Datenlagen,
wissenschaftspolitische Initiativen sowie die verstärkte Präsenz von
personalisierten Rollenmodellen in Wissenschaft und Gesellschaft zusammen.

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