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Zukunft der Landwirtschaft studieren

Professor Dr. Burkhard Wrenger, Hochschulpräsident Professor Dr. Jürgen Krahl, Manuel Feldmann, Staatssekretär Dr. Martin Berges, Professor Dr. Stefan Wolf, Professor Dr. Ralf Steffen und Peter Hettlich.  TH OWL
Professor Dr. Burkhard Wrenger, Hochschulpräsident Professor Dr. Jürgen Krahl, Manuel Feldmann, Staatssekretär Dr. Martin Berges, Professor Dr. Stefan Wolf, Professor Dr. Ralf Steffen und Peter Hettlich. TH OWL

Staatssekretär Dr. Martin Berges informiert sich am Sustainable Campus
Höxter über Studienangebote.
Die Automatisierung von Arbeitsschritten oder der Einsatz von Informatik
und Ingenieurwesen haben die Arbeit in der Landwirtschaft nachhaltig
verändert. Dies spiegelt sich auch in Bildungseinrichtungen oder
Hochschulen wider. Davon konnte sich am 9. November Dr. Martin Berges ein
Bild machen. Präsident Professor Dr. Jürgen Krahl hatte den Staatssekretär
im Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz auf den
Sustainable Campus Höxter der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe
(TH OWL) eingeladen.

Junge Menschen können hier sozusagen die Zukunft der Landwirtschaft oder
auch die Landwirtschaft der Zukunft studieren sowie deren praktische
Anwendung erlernen. Besonders der in der Bundesrepublik einmalige
Studiengang „Precision Farming“ beweist, wie Digitalisierung und
Landwirtschaft ertragreich Hand in Hand gehen. Der Studiengang unter
Leitung von Professor Dr. Burkhard Wrenger befindet sich inzwischen im
sechsten Jahrgang. Neben Grundlagen in den Agrarwissenschaften –
Schwerpunkt Pflanzenbau – vermittelt er vor allem Wissen in der Informatik
und digitalen Landtechnik.

„Die Digitalisierung kann und wird starke Lösungen für aktuelle und
zukünftige Herausforderungen in der Landwirtschaft liefern. Diese
Herausforderungen lassen sich aber nur mit top ausgebildeten Landwirtinnen
und Landwirten bewältigen. Deshalb ist es dem Land Nordrhein-Westfalen
wichtig, eine zeitgemäße Aus- und Fortbildung in der Landwirtschaft zu
unterstützen, zum Beispiel durch Studiengänge wie ‚Precision Farming‘ an
der TH OWL. Hier werden junge Menschen vorbildlich auf die künftigen
Aufgaben in der Agrarwelt vorbereitet. Die Angebote der Hochschule lenken
in eine erfolgreiche Zukunft, denn gut ausgebildete junge Menschen mit
einem umfangreichen digitalen Verständnis haben in der Landwirtschaft
herausragende Chancen“, betonte Dr. Martin Berges.

Bei seinem Besuch auf dem Campus in Höxter informierte sich der
Staatssekretär über die beiden Fachbereiche Umweltingenieurwesen und
Angewandte Informatik beziehungsweise Landschaftsarchitektur und
Umweltplanung und die einzelnen Studiengänge, zudem wurde der Versuchshof
Domäne Corvey besucht.

Die Machbarkeitsstudie „Campus Corvey“ bezeichnete Hochschulpräsident
Professor Krahl als Meilenstein für die Stärkung des Standorts Höxter. Die
TH OWL benötige dringend eine Science-to-Business-Fläche, um die
Kooperation mit der Wirtschaft zu stärken. Um sich in Höxter entsprechend
weiterentwickeln zu können, soll der Sustainable Campus Höxter ins
Weltkulturerbe Kloster Corvey umziehen. „Dieses große Zukunftsprojekt ist
nur mit breiter Unterstützung aus Düsseldorf und Berlin möglich“, stellte
Professor Krahl fest. Die Mehrkosten gegenüber der Sanierung des Bestands
seien „bestens investiertes Geld im ländlichen Raum, um dessen Potenzial
vollumfänglich zu entfalten.“

Der Austausch zeigte: Viele technische Lösungen in der Landwirtschaft sind
heute bereits Realität, doch manche Herausforderungen sind noch zu
meistern. Die Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe bündelt hierzu auf
unterschiedlichen Feldern entsprechende Lehrangebote. Das sind neben dem
Studiengang „Precision Farming“ in Höxter die Fachbereiche
„Umweltingenieurwesen und Angewandte Informatik“ unter der Leitung von
Dekan Professor Dr. Ralf Hesse sowie die „Landschaftsarchitektur und
Umweltplanung“ unter der Leitung von Dekan Professor Dr. Ralf Steffen. Die
Standortleitung hat Professor Dr. Stefan Wolf inne.

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EAH Jena: Neue Studie zur Nichtinanspruchnahme von Grundsicherungsleistungen in Thüringen und Deutschland

Prof. Dr. Felix Wilke und Mareike Sielaff vom Projektteam an der EAH Jena  Laura Arndt  Ernst-Abbe-Hochschule Jena
Prof. Dr. Felix Wilke und Mareike Sielaff vom Projektteam an der EAH Jena Laura Arndt Ernst-Abbe-Hochschule Jena

Mit dem Bürgergeldgesetz ist der Bezug von Grundsicherungsleistungen
wieder verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Im Mittelpunkt
der Diskussionen stehen die Höhe der Leistungen und die Arbeitsanreize.
Dabei wird jedoch meist übersehen, dass viele Berechtigte ihren Anspruch
auf Grundsicherungsleistungen nicht wahrnehmen. Schätzungen gehen davon
aus, dass die Dunkelziffer in Deutschland sehr hoch ist (35 bis 40 Prozent
bei der Grundsicherung für Arbeitsuchende, 60 Prozent bei Rentnerinnen und
Rentner).

Um das weit verbreitete Phänomen der Nichtinanspruchnahme zu verstehen,
wurden im Forschungsprojekt „Die Nichtinanspruchnahme von
Grundsicherungsleistungen. Welche Rolle spielt die soziale Einbettung?“ an
der Ernst-Abbe-Hochschule (EAH) Jena neue Daten durch eine repräsentative
bundesweite Bevölkerungsbefragung und zusätzliche Tiefeninterviews in
Thüringen erschlossen. Das Projekt befasste sich sowohl mit Erwerbsfähigen
als auch mit Rentnerinnen und Rentnern.

Probleme auf dem Weg zur Grundsicherung

Die Forschungsergebnisse der Befragung mit rund 1.000 Personen zeigen,
dass Vorbehalte gegenüber der Inanspruchnahme von
Grundsicherungsleistungen in der Bevölkerung weit verbreitet sind. Viele
Menschen würden im Bedarfsfall bewusst auf ihre Ansprüche verzichten (50
bis 60 Prozent) und fordern dies häufig auch von anderen ein (ein Drittel
der Bevölkerung).
Um die hohe Nichtinanspruchnahme zu verstehen, lassen sich einerseits
Hürden im Leistungssystem betrachten. Dazu zählen aus Sicht der
Bürgerinnen und Bürger Informationsprobleme und komplizierte
Antragsverfahren. Von größerer Bedeutung ist jedoch die Sorge, im sozialen
Umfeld als hilfebedürftig und damit als arm zu gelten.

Wenn Grundsicherung der Alltagsbewältigung im Weg steht

Mit Hilfe von knapp 20 Tiefeninterviews in Thüringen konnten die komplexen
subjektiven Logiken der Nichtinanspruchnahme rekonstruiert werden. Dabei
wurde deutlich, dass die Frage nach den Zugangsbarrieren für die Menschen
bei der Nichtinanspruchnahme gar nicht im Vordergrund steht. Vielmehr
erscheint die Grundsicherung selbst als zentrales Hindernis für die eigene
Lebensgestaltung. Es zeigen sich vier typische Konstellationen:  Während
die einen ein höheres Selbstwertgefühl aus der Abgrenzung zu vermeintlich
unwürdigen Bezieherinnen und Beziehern generieren, erfahren andere gerade
durch einen Lebensstil ohne Grundsicherung Anerkennung. Wiederum andere
sehen in der Grundsicherung eine Überforderung und permanente Belastung,
auf die sie auch aus Angst verzichten. Ein letztes typisches Muster zeigt
sich bei denjenigen, die die Grundsicherung nicht als kurzfristige Hilfe
in schwierigen Situationen sehen, sondern als Eingeständnis des
persönlichen Scheiterns.
„Die Untersuchung macht deutlich, dass es bei der Wahrnehmung der
Grundsicherung um mehr geht, als um einen rechtlichen Anspruch auf
Geldleistungen. Der Bezug von Grundsicherung steht immer auch für eine
bestimmte soziale Position und persönliche Eigenschaften“, so Prof. Dr.
Felix Wilke vom Fachbereich Sozialwesen der EAH Jena.
Die vollständigen Ergebnisse der Studie mit sozialpolitischen Vorschlägen
zur Reduzierung der Nichtinanspruchnahme sind in einem Forschungsbericht
erschienen und stehen der Öffentlichkeit zur Verfügung. Das Projekt wurde
durch das „Fördernetzwerk Interdisziplinäre Sozialpolitikforschung“ des
Bundesministeriums für Arbeit und Soziales für eine Laufzeit von knapp
zwei Jahren (Dezember 2021 bis September 2023) gefördert.

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Auch diese Herzklappe kann jetzt mit dem Katheter ersetzt werden

Kardiologen setzen ein weltweit erstmals zertifiziertes kathetergeführtes
Trikuspidalklappen-Ersatzsystem ein. Maßgeschneiderte Therapie am Herz-
und Diabeteszentrum NRW, Bad Oeynhausen

Muss die Trikuspidalklappe ersetzt werden, so war dies bisher nur auf
chirurgischem Weg möglich. Bei zu hohem Operationsrisiko können
Herzspezialisten jetzt auch ein erstmals zugelassenes Katheter-
Klappenersatzsystem einsetzen. Prof. Dr. Volker Rudolph und sein Team der
Klinik für Allgemeine und Interventionelle Kardiologie/Angiologie bieten
einen solchen kathetergestützten Ersatz der Trikuspidalklappe im Herz- und
Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, an. Die Klappe steht damit
ab sofort außerhalb von Studien am HDZ NRW für die Routineversorgung zur
Verfügung.

„Insbesondere bei sehr starken Beeinträchtigungen der Herzklappenfunktion
stellt das neue Ersatzsystem eine Erweiterung der Therapiemöglichkeiten
für eine schonende Wiederherstellung der Trikuspidalklappe dar“, erläutert
Professor Rudolph. „Wir hoffen, zukünftig mehr Patienten mit einem solchen
maßgeschneiderten kathetergestützten Verfahren helfen zu können. Da aber
noch Langzeitergebnisse zu der neuen Klappe fehlen, wird sie derzeit nur
bei Patienten eingesetzt, bei denen ein chirurgischer Eingriff nicht
möglich ist.“

Einen erfolgreichen Eingriff des Transkatheter-Klappenersatzes führten
Professor Rudolph, Oberarzt Dr. Kai Peter Friedrichs und die Kardiologin
Maria Ivannikova gemeinsam im Herzkatheterlabor bei einem 82-jährigen
Patienten durch, dessen undicht gewordene Trikuspidalklappe ersetzt werden
musste. Dabei führten sie unter Röntgenkontrolle die aus
Rinderperikardgewebe bestehende Klappe über einen Leistenzugang mit dem
Herzkatheter bis zum Herzen vor, wo sie sich dank eines
selbstexpandierenden Nitinol-Rahmens exakt entfaltete. Der Patient hat den
Eingriff gut überstanden.

Die dreizipfelige Trikuspidalklappe ist das Einlassventil zur rechten
Herzkammer, von der das sauerstoffarme Blut in die Lunge gepumpt wird. Sie
verhindert, dass Blut während des Pumpvorgangs zurück in die rechte
Vorkammer fließt. Ist die Klappe undicht (insuffizient), leiden Betroffene
unter Atemnot, Rhythmusstörungen, Entkräftung, Trinkschwäche und
Flüssigkeitsansammlungen in der Bauchhöhle oder in den Beinen. Typisch ist
auch eine bläuliche Verfärbung der Haut.

„Eine Trikuspidalklappenerkrankung ist selten angeboren. Sie kann durch
Verschleiß, Infektionen oder meist ohne Veränderungen der Klappe selbst in
Folge anderer Erkrankungen des Herzens oder der Lunge entstehen“, sagt
Professor Rudolph. „Das ist in aller Regel durch ein charakteristisches
Herzgeräusch durch ein Stethoskop zu hören.“ Mittels einer
Herzultraschalluntersuchung (Echokardiografie) und EKG wird der
Schweregrad der Erkrankung festgestellt.

Welche Patienten profitieren von einem kathetergeführten
Trikuspidalklappenersatz?
„Die bisherigen Studien belegen eine deutliche Verbesserung der
Lebensqualität bei Betroffenen, die aufgrund des Schweregrades ihrer
Erkrankung bisher nicht adäquat behandelt werden konnten“, sagt Professor
Rudolph. „Innovationen wie diese sind daher ganz wichtig, weil sie den
Betroffenen nicht nur einen langen Leidensdruck nehmen, sondern wesentlich
dazu beitragen, die Versorgungsqualität insgesamt durch immer bessere
individuelle Therapieangebote, je nach Komplexität, Alter, Schweregrad und
Begleiterkrankungen unserer Patientinnen und Patienten, stetig zu
verbessern.“

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Hintergrundinformation:
Für die Herzmedizin am Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad
Oeynhausen, war 2023 das Jahr besonderer Premieren und Innovationen. Erst
Ende Oktober wurde hier erstmals in Europa eine neue biologische
Mitralklappenprothese implantiert, die längere Haltbarkeit verspricht. Zur
Behandlung von Herzrhythmusstörungen setzten die Herzspezialisten erstmals
einen Einkammer-Defibrillator mit Elektrode außerhalb des Herzens ein.
Ebenso innovativ ist eine neue, erstmals in diesem Jahr am HDZ eingesetzte
und besonders langlebige Generation von Kapselschrittmachern ohne Kabel.
Und auch die Allerkleinsten profitieren von der High Tech-Herzmedizin, wie
ein höchst seltener Herzkathetereingriff bei einem Frühgeborenen im
Kinderherzzentrum im April dieses Jahres zeigte.

Als Spezialklinik zur Behandlung von Herz-, Kreislauf- und
Diabeteserkrankungen zählt das Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-
Westfalen (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, mit 36.000 Patientinnen und Patienten
pro Jahr, davon 14.800 in stationärer Behandlung, zu den größten und
modernsten Zentren seiner Art in Europa.

Die Klinik für Allgemeine und Interventionelle Kardiologie/Angiologie des
HDZ NRW unter der Leitung von Prof. Dr. med. Volker Rudolph ist
spezialisiert auf die Behandlung der Koronaren Herzkrankheit,
Herzklappenfehler, Herzmuskelerkrankungen und entzündliche
Herzerkrankungen. In der Klinik werden jährlich mehr als 5.000
kathetergestützte Verfahren durchgeführt. Modernste diagnostische und
bildgebende Verfahren sowie alle modernen Kathetertechniken sichern die
bestmögliche und schonende medizinische Versorgung der Patienten. Die
Klinik ist Europäisches und Nationales Exzellenz-Zentrum zur
Bluthochdruckbehandlung, anerkanntes Brustschmerzzentrum (CPU – Chest Pain
Unit) sowie als überregionales Zentrum zur Versorgung Erwachsener mit
angeborenem Herzfehler (EMAH) zertifiziert

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Jubiläumsfest Figurentheater, 11. und 12.11.2023, Luzerner Theater besucht von Gabriela Bucher – Liechti

Jubiläumsfest Figurentheater_Luzerner Theater_Foto Ingo Hoehn

Jubiläumsfest Figurentheater_Luzerner Theater_Foto Ingo Hoehn

Ab Homepage LT:Das Figurentheater des Luzerner Theaters wird in dieser Spielzeit 40 Jahre alt – das soll gefeiert werden! Mit verschiedenen Ateliers und Produktionen kam beim Jubiläumsfest am 11. und 12. November die ganze Familie auf ihre Kosten. Der Event eröffnete zudem die Spielzeit des Figurentheaters in der Box auf dem Theaterplatz, wo bis Ende Januar verschiedenste lokale und internationale Gäste Inszenierungen für Gross und Klein präsentieren. Zitatende.

Rauschendes Jubiläumsfest des Figurentheaters Luzern

Konrad  das Kind aus der Konservenbüchse Foto Martin Volken
Konrad das Kind aus der Konservenbüchse Foto Martin Volken

Die Box des Luzerner Theaters ist für die nächsten Wochen zur «Kinderüberraschung» geworden, eine Box in der Box für Kinder. Das Figurentheater, eine Sparte des Luzerners Theaters, musste vor Kurzem seinen Standort an der Industriestrasse aufgeben, jetzt hat es sich in der Box des Luzerner Theaters eingerichtet und wird diese bis Ende Januar mit zahlreichen regionalen und internationalen Produktionen für die ganze Familie bespielen. Am letzten Wochenende wurde die Saison eröffnet und zudem auch gleich das 40-jährige Jubiläum des Figurentheaters gefeiert.

Spielerisches Warten

Konrad  das Kind aus der Konservenbüchse Foto Martin Volken 1
Konrad das Kind aus der Konservenbüchse Foto Martin Volken

Im kindergerecht eingerichteten Foyer der Box herrscht ein grosses Gewusel. Überall gibt’s Kisten mit Kinderbüchern, ein Junge winkt stolz vom «hohen Ross» aus Holz neben der Sirup-Bar, im Strandkorb liest ein Vater seinem Sohn aus einem Buch vor, zwei Kinder inspizieren das noch unbesetzte Häuschen der «Kuscheltier-Adoptionsstelle», eine Grossmutter kauft ihrem Enkel an der Sirup-Bar ein paar dieser unheimlich süss-sauren Fruchtgummischlangen und ein Grossvater macht ein Selfie mit dem Grosskind, so vertreibt man sich die Zeit bis zum Einlass in den Saal.

Unterhaltung auf allen Rängen

Jubiläumsfest Figurentheater_Luzerner Theater_Foto Ingo Hoehn
Jubiläumsfest Figurentheater_Luzerner Theater_Foto Ingo Hoehn

Sibylle Grüter und Jacqueline Surer, alias Gustavs Schwestern, zeigen dort ihr Stück «Konrad, das Kind aus der Konservenbüchse». Die Geschichte des Jungen aus der Dose hat Tiefgang, ist aktuell und mangelt nicht an Anspielungen und Seitenhieben. Gelacht wird darum genauso auf den oberen Rängen unter den Erwachsenen wie bei den Kindern unten bei der Bühne. Das sei auch ihr Anspruch, erklärt Jacqueline, mit ihren Stücken wollen sie Kinder und Erwachsene ansprechen. Die Kinder sind konzentriert, die meisten von ihnen scheinen Figurentheater-Erfahrung zu haben. Das bestätigt Jacqueline, welche zusammen mit Sibylle das Theater seit der Saison 2018/19 leitet. «Wir haben uns in den letzten Jahren ein Stammpublikum erarbeitet an der Industriestrasse, man kennt uns mittlerweile». Dass sie die nächsten Monate hier in Theaternähe spielen dürfen, sei eine gute Chance, noch besser wahrgenommen zu werden und ein neues Publikum anzusprechen. «Viele denken bei Figurentheater leider oft nur an Kasperle und Marionetten, aber es ist so viel mehr!»

Live-Erlebnis ist gefragt

Jubiläumsfest Figurentheater_Luzerner Theater_Foto Ingo Hoehn
Jubiläumsfest Figurentheater_Luzerner Theater_Foto Ingo Hoehn

Auf die Frage, welche Stücke am meisten Zuspruch hätten, meint sie lachend «alle»! Die Auslastung der letzten Saison von 98% bestätigt dies. Und nein, TV, Tablet und Co. hätten sich nicht negativ ausgewirkt für sie. «Im Gegenteil, wir erleben im Moment eine Art Umschwung. Was am Bildschirm läuft, kennen die Kinder mittlerweile. Aber hier stehen Menschen auf der Bühne und spielen. Besonders nach Corona ist dieses Live-Erlebnis zu einem grossen Bedürfnis geworden.» Vor allem beliebt seien die Stücke für Kinder ab 18 Monaten bis 6 Jahren. «Für ältere Kinder wird’s schwieriger, vor allem auch wegen deren Freizeitauslastung. Es ist uns aber wichtig, Grundlagenarbeit zu leisten, damit die Kinder auch später ins Theater kommen.»

Kreative Kinder und Väter

Konrad das Kind aus der Konservenbüchse Foto Martin Volken
Konrad das Kind aus der Konservenbüchse Foto Martin Volken

Das Jubiläums-Wochenende ist ein voller Erfolg: Die Theaterstücke am Samstag und die beiden «Jubiläums-Päckli» vom Sonntag sind ausverkauft. In Workshops dürfen am Sonntag Figuren aus einem Stück Schaumstoff geformt werden. Das Abbinden des Kopfes per Kabelbinder hat zwar etwas leicht Makabres, ist aber einfach und effizient. Etliche kämpfen mit den Tücken des Materials, das Tendenz hat, sich statisch aufzuladen und sich mit Schere nicht so leicht bearbeiten lässt. Dafür gibt’s Japanmesser, ein nicht ganz einfacher Anblick für Aussenstehende, aber die Eltern scheinen die Fähigkeiten ihrer Kinder zu kennen und es passiert nichts. Auch mit Figuren fürs Schattentheater darf experimentiert werden. Am eifrigsten am Werk ist dort ein Vater. Mit totaler Hingabe schneidet er wundervolle Fabelwesen aus dem schwarzen Karton, «under the spell» heisst es sinnigerweise auf seinem T-Shirt. Als Belohnung und Jubiläums-Geschenk improvisiert danach die Band «Frächdächs» musikalisch und verbal über Themen, die sich gerade anbieten, schräge Geschichten aus dem Moment heraus, auch hier ein Vergnügen für Jung und Alt.

Im Foyer gibt’s noch einen Sirup, bei der Kuscheltier-Adoptionsstelle hat sich was getan, Dachs «Timor» und Känguru «Benedikt» haben ein neues Zuhause gefunden, Bär «Bärnadette» ist aber leider immer noch heimatlos.

Das Figurentheater hat ein wunderbares Jubiläums-Eröffnungsfest gefeiert, bleibt nur ein grosser Wunsch offen: Ein neuer Raum fürs neue Jahr!

Programm und weitere Infos unter www.luzernertheater.ch/figurentheater

Text: www.gabrielabucher.ch

Fotos: Fotos von Ingo Hoehn und Martin Volken  www.luzernertheater.ch

Homepages der andern Kolumnisten: www.marinellapolli.ch

www.herberthuber.ch www.leonardwuest.ch www.maxthuerig.ch

Jubiläumsfest Figurentheater_Luzerner Theater_Foto Ingo Hoehn

Jubiläumsfest Figurentheater_Luzerner Theater_Foto Ingo Hoehn

Jubiläumsfest Figurentheater_Luzerner Theater_Foto Ingo Hoehn

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