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25 Jahre Beutenberg-Campus Jena e.V. - Festvortrag zur Biodiversität von Prof. Dr. Christian Wirth

Prof. Dr. Christian Wirth  Antje Gildemeister  Universität Leipzig
Prof. Dr. Christian Wirth Antje Gildemeister Universität Leipzig

Anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Beutenberg-Campus Jena e.V.
findet am Mittwoch, den 15. November 2023 im Rahmen der Öffentlichen
Vortragsreihe „Noble Gespräche“ ein Festakt im Abbe-Zentrum Beutenberg in
Jena statt. Zu der Jubiläumsveranstaltung werden Gäste aus Politik,
Wissenschaft und Hochschulen erwartet. Den öffentlichen Festvortrag hält
der renommierte Pflanzenökologe Prof. Dr. Christian Wirth. Musikalisch
wird die Festveranstaltung von dem Vokalensembles „Octavians“ begleitet.

Die Jubiläumsveranstaltung bringt die Perspektiven von Wissenschaft,
Forschung und Entwicklung sowie Politik und Hochschulen zusammen. Als
Vertreter der Carl-Zeiss-Stiftung eröffnet Thüringens Minister für
Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft, Wolfgang Tiefensee,
das Programm. Anschließend spricht der Vizepräsident für Digitalisierung
der Friedrich-Schiller-Universität, Prof. Dr. Christoph Steinbeck, bevor
der Vorstandsvorsitzende des Beutenberg-Campus Jena e.V., Prof. Dr. Peter
Zipfel, einen kurzen Rückblick auf die vergangenen 25 Jahre werfen und
Zukunftsperspektiven aufzeigen wird. Danach wird erstmalig ein neuer
Wissenschaftspreis des Vereins in der Kategorie „Exzellente
interdisziplinäre Kooperation“ verliehen. Mit diesem Preis soll die gute
fachübergreifende Zusammenarbeit am Beutenberg Campus gewürdigt und das
Zusammenspiel der Institute gefördert werden, mit dem Ziel, durch optimale
Synergien Mehrwerte zu schaffen. Musikalisch wird die Festveranstaltung
von dem Vokalensemble „Octavians“ begleitet. Höhepunkt der Veranstaltung
ist ein Festvortrag des renommierten Pflanzenökologen, Prof. Dr. Christian
Wirth.

Prof. Dr. Christian Wirth ist Pflanzenökologe und leitet zusammen mit
Prof. Dr. Alexandra Weigelt die Arbeitsgruppe für Spezielle Botanik und
Funktionelle Biodiversität an der Universität Leipzig. Er ist
Gründungsdirektor und Sprecher des DFG-Zentrums „Deutsches Zentrum für
integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig“, Direktor
des Botanischen Gartens der Universität Leipzig und war von 2012-2022 Max-
Planck-Fellow am Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena. Nach dem
Studium der Pflanzenökologie an der Universität Bayreuth galt sein
Interesse zunächst dem Kohlenstoffkreislauf und der Feuerökologie borealer
Wälder in Sibirien und Alaska. Anschließend entwickelte er – mit Stationen
in Princeton, Fairbanks und Jena – merkmalsbasierte Ansätze zur
Untersuchung der Beziehung zwischen Biodiversität und Ökosystemfunktionen
in Wald- und Graslandökosystemen. Er kombinierte Beobachtungen,
Experimente und Modelle auf verschiedenen Ebenen und war einer der
Begründer der TRY-Datenbank für funktionelle Pflanzeneigenschaften.

Seit den 1990er Jahren hat sich unser Blick auf die biologische Vielfalt
verändert. Angesichts der globalen Biodiversitätskrise rückte die Frage in
den Vordergrund, was mit Ökosystemen geschieht, die an biologischer
Vielfalt verlieren. Die Frage "Wie viele Arten braucht ein Ökosystem, um
optimal zu funktionieren?" leitete einen Paradigmenwechsel ein: Die
biologische Vielfalt reagiert nicht nur auf die Umwelt, sondern prägt sie
auch als Akteur. Sie liefert wichtige Mehrwerte für die Menschen, wie z.B.
Nahrung, Rohstoffe, Schutz und Erholung.

Mit der Beschleunigung des Klimawandels nimmt der Druck auf die
Artenvielfalt zu. Die Arten reagieren, indem sie ihre Verbreitungsgebiete
anpassen und sich zu neuen Gemeinschaften zusammenschließen. Weltweit hat
eine gezielte Einführung von Arten begonnen, die besser an künftige
Klimazonen angepasst sind („assisted migration“). Diese neuen
Gemeinschaften sind nicht unbedingt weniger vielfältig, sie enthalten neue
Arten mit anderen funktionellen Merkmalen, was die Frage aufwirft: "Welche
Arten werden für ein optimales Funktionieren benötigt?“ Zu diesem
optimalen Funktionieren gehört heute auch die Fähigkeit von Ökosystemen,
den Klimawandel einzudämmen und seine Auswirkungen abzufedern.

Prof. Wirth wird in seinem Vortrag Belege für die Rolle und das
Zusammenspiel von funktionaler Biodiversität und Identität auf
verschiedenen Ebenen vorstellen und daraus resultierende Strategien für
eine nachhaltige Landnutzung diskutieren.

Zu der Festveranstaltung zum 25-jährigen Bestehen des Beutenberg-Campus
Jena e.V.  sind alle Interessierten am Mittwoch, den 15. November 2023 um
17:00 Uhr (Einlass ab 16:30 Uhr) ganz herzlich in den Hörsaal des Abbe-
Zentrums am Beutenberg, Hans-Knöll-Straße 1, 07745 Jena eingeladen. Der
Vortrag wird auf Deutsch gehalten. Der Eintritt ist frei. Kostenlose
Parkplätze stehen unterhalb des Abbe-Zentrums zur Verfügung. Bitte nutzen
Sie auch die öffentlichen Verkehrsmittel! Alternativ kann die
Veranstaltung auch im Livestream verfolgt werden.

Die öffentliche Vortragsreihe „Noble Gespräche“ wird aus Mitteln der Carl-
Zeiss-Stiftung gefördert.

Hintergrundinfo:

Der Beutenberg-Campus Jena e.V. bildet ein Kompetenznetz aller auf dem
Jenaer Beutenberg zusammengeschlossenen Forschungs-, Betreiber- und
Gründerzentren und bündelt die Interessen von neun Forschungseinrichtungen
und zwei bereits mehr als 50 Firmen betreuenden Technologiezentren sowie
einer biotechnologisch ausgerichteten Firma. Der Verein wurde am 17.
Dezember 1998 gegründet.

Mit der öffentlichen Vortragsreihe „Noble Gespräche“ werden am Beutenberg
Campus zweimal jährlich namhafte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
präsentiert, die ihre Forschung einem breit gefächerten Publikum in
allgemeinverständlicher Form vorstellen. Die Vorträge behandeln aktuelle
Themen aus Wissenschaft und Technik und werden in der Regel auf Deutsch
gehalten.

Der Beutenberg-Campus Jena e.V. schreibt seit 2005 jährlich die
Wissenschaftspreise „Lebenswissenschaften und Physik“ aus. Dabei werden
hervorragende Arbeiten von Wissenschaftler:innen des Beutenbergs
gewürdigt. Neben den beiden bereits bestehenden Kategorien
„Nachwuchswissenschafts¬preis“ und „Dissertationspreis“ wurde im Jahr 2023
eine weitere Preiskategorie „Exzellente interdisziplinäre Kooperation“
aufgenommen.

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Von Krebsmedizin bis Ausbildung: 2.500 Gäste beim Tag der offenen Tür der MHH

Interessant für Groß und Klein: der Tag der offenen Tür der MHH.  Karin Kaiser  Karin Kaiser / MHH
Interessant für Groß und Klein: der Tag der offenen Tür der MHH. Karin Kaiser Karin Kaiser / MHH

Spannendes und vielseitiges Programm aus Klinik, Forschung, Lehre und
Ausbildung als Beitrag der MHH zum November der Wissenschaft 2023

Medizin zum Anfassen, Ausprobieren und Mitmachen präsentierten Expertinnen
und Experten der MHH unter dem Motto „Jeden Tag für das Leben“ am 11. November beim
Tag der offenen Tür. An 50 Infoständen und bei Führungen konnten sich die
rund 2.500 Besucherinnen und Besucher einen Überblick über neueste
Behandlungsmethoden, aktuelle Forschungsprojekte sowie Karrierechancen
verschaffen, zusätzlich standen MHH-Expertinnen und -Experten Rede und
Antwort. Besondere Schwerpunkte waren in diesem Jahr die Krebsmedizin
sowie die Ausbildungsmöglichkeiten und Karrierechancen an der Hochschule.

„Wir haben allgemein Interesse an medizinischen Themen und verschaffen uns
einen Überblick über die Behandlungsmethoden bei verschiedenen
Krankheiten“, erklärte Susanna Höltge aus Laatzen. Sie war gemeinsam mit
ihrem Mann Heiko zum Tag der offenen Tür gekommen. Am Stand der Klinik für
Unfallchirurgie informierte sich das Ehepaar über die Bandscheiben. Zuvor
hatte es schon Einiges über Ultraschall, Lungenfunktion und Onkologie
erfahren. Über dieses Thema gab die „Straße der Krebsmedizin“ von der
Prävention über die Früherkennung bis zu innovativen Krebsoperationen
einen umfassenden Überblick. Habe ich ein erbliches Risiko für
Krebserkrankungen? Wie kann die komplementäre Pflege dabei helfen,
Symptome zu lindern und Selbstheilungskräfte zu stärken? Auch diese Fragen
wurden von den Expertinnen und Experten beantwortet.

Ein weiteres Highlight war der Ausbildungscampus, bei dem sich alle
Ausbildungsberufe der MHH präsentierten. Die Gäste erhielten aus erster
Hand sowohl von erfahrenen MHH-Kolleginnen und Kollegen als auch von
Auszubildenden spannende Einblicke in die unterschiedlichen beruflichen
Welten, von der Pflege über die Arbeit im Labor bis zu
Industriemechanikerinnen und -mechanikern. Und immer wieder wurden die
Besucherinnen und Besucher zum Mitmachen eingeladen. Am Stand der
Bildungsakademie Pflege konnten Interessierte beispielsweise üben, eine
Wunde zu versorgen.

Nach dem Motto „Erkunden, entdecken und mit allen Sinnen erfahren“ wurden
Technik und Medizin zum Anfassen sowie Campus-Touren angeboten. Eine neue
Erfahrung machte dabei Nico Brandes aus Hannover. Am Stand der
Intensivpflege durfte er eine beatmete Schweinelunge – der Lunge eines
Menschen in Größe und Anatomie sehr ähnlich – anfassen. „Über die Funktion
der Lunge wusste ich schon vorher Bescheid, aber so ein Organ zu berühren,
ist schon etwas Besonderes“, sagte er begeistert. Mit VR-Brillen konnte
die Gäste ganz neue Welten entdecken – am Stand der Unfallchirurgie
konnten sie die navigierte Chirurgie selbst ausprobieren und erfahren, wie
mit Hilfe von VR-Brillen 3D-Rekonstruktionen in der Anatomie gelingen. Die
Pathologie wiederum zeigte die Live-Mikroskopie der Lunge. Darüber hinaus
gab es Aufklärung und Beratung zum Thema Organspende.

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Restaurierung ist ein Exportartikel „Made in Hildesheim“

Dr. Angela Weyer freut sich mit Dr. Marc Hudy darüber, dass sich das EXPO-Projekt so eindrucksvoll weiterentwickelt hat.  HAWK
Dr. Angela Weyer freut sich mit Dr. Marc Hudy darüber, dass sich das EXPO-Projekt so eindrucksvoll weiterentwickelt hat. HAWK

Das Hornemann Institut gehört seit stolzen 25 Jahren fest zum
Kulturbetrieb der Stadt Hildesheim mit ihren Weltkulturerbestätten und
trägt als „Global Player“ der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft
und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen auch international maßgeblich
zum Erhalt von Kulturgut bei.

„Das Hornemann Institut zeigt sehr gut die ‚DNA‘ einer Hochschule für
angewandte Wissenschaften – sich mit der Region gut zu vernetzen, in der
Stadtgesellschaft beheimatet zu sein, in der sie ihre Standorte hat, aber
eben auch den Transfer der Erkenntnisse zu befördern – häufig auch online-
basiert und international“, erklärte HAWK-Präsident Dr. Marc Hudy beim
Jubiläumsfestakt vor rund 160 Gästen in der Aula der Hochschule.

Was einst 1998 als Projekt für die EXPO 2000 in Hannover begann, könne als
etabliertes Institut am heutigen Tag auf eine beeindruckende Bilanz
zurückblicken, so der Präsident. Das Resümee umfasst 25 öffentliche
Online-Kurse zur Konservierung und Restaurierung in 3 Sprachen, 22 meist
internationale Tagungen mit rund 2640 Teilnehmenden, 54 öffentliche
Vorträge in Hildesheim mit rund 3240 Teilnehmenden, 10 Forschungsprojekte,
23 Bücher, rund 4200 E-Publications, 15 Ausstellungen, 2 Schulprojekte in
der Stadt und ein europäisches, deutsche Newsletter mit rund 2550
Abonnierenden und einen englischen Newsletter, den Menschen in 44 Ländern
lesen. Er dankte der Institutsleiterin Dr. Angela Weyer, die über die 25
Jahre das Hornemann Institut maßgeblich geprägt habe. „Ihr
Aufgabenspektrum ist dabei einfach zu nennen: ‚Alles‘“.

„Ich freue mich sehr, dass mit dem Hornemann Institut eine bedeutende,
weltweit operierende Institution in Hildesheim ansässig ist, die den
Erfahrungsaustausch im Bereich der Restaurierung und der Denkmalpflege
fördert, sowie die Aus - und Weiterbildung von Fachkräften anbietet“,
sagte der Hildesheimer Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer. Als beeindruckend
zukunftsweisend und innovativ benannte er die weichenstellende
Institutsgründung, die die vorhandenen Ressourcen in der Stadt zum ersten
Mal bündelte. Und zwar die heutige HAWK (damals Fachhochschule
Hildesheim), mit ihren sehr bekannten Restaurierungsstudiengängen, die
Universität Hildesheim mit Wissen über internetbasierte Fernlehre und
Weiterbildung und die Stadt Hildesheim mit dem Roemer- und Pelizaeus-
Museum, dessen ehemaliger Leiter Prof. Dr. Arne Eggebrecht die Idee zu dem
auf Weltkulturerbe konzentrierten EXPO-Projekt entwickelte.

„Als kleine Einrichtungen, lokal, sind wir eigentlich kaum lebensfähig.
Auch Forschung braucht immer größere Zusammenhänge und insofern empfinde
ich gerade den internationalen Aspekt des Hornemann Institutes als etwas
extrem Wichtiges. Als Stadt, als Forschungseinrichtungen oder Hochschulen
wollen wir natürlich gesehen werden, aber es ist einfach auch die
Zusammenarbeit, die Weiterentwicklung, Transfer, Austausch und Forschung
erst wirklich möglich macht“, so Prof. Dr. May-Britt Kallenrode. Die
Präsidentin der Universität Hildesheim arbeitete in ihrem Grußwort heraus,
dass es dem Institut, namentlich auch Dr. Weyer, durch ein
außergewöhnliches gutes Gespür vorbildlich gelungen sei, zu
differenzieren, was im Digitalen möglich sei und was im Gegenzug die
persönliche Begleitung brauche.

Gefragt nach den Highlights in den 25 Jahren durch HAWK-Moderator Dr. Ralf
Buchholz, überlegt Dr. Angela Weyer lange, so viel ist in den vergangenen
Jahrzehnten „erstmalig“ in Hildesheim eindrucksvoll an den Start gegangen.
„In jedem Fall die Online-Kurse zu den beiden Alleinstellungsmerkmalen der
HAWK-Studiengänge der Konservierung und Restaurierung an der Fakultät
Bauen und Erhalten: Mikrobiologie und Ethik der Restaurierung von HAWK-
Professorin Dr. Ursula Schädler-Saub und unser Buch ‚1000 Jahre St.
Michaelis in Hildesheim‘. Es ist in einer hohen Auflage gedruckt worden,
längst ausverkauft, und wird nahezu täglich von unserem Fachportal
heruntergeladen“. Auch beim EU Projekt ‚EwaGlos‘ lassen sich tägliche
Downloadzahlen verzeichnen. Das Glossar zur Terminologie der Konservierung
von Wandmalerei mit 70 Mitwirkenden liegt inzwischen digital in 17
Sprachen vor. „So können Fachleute der Konservierung und Restaurierung
sehr schnell international auf einem Niveau diskutieren, weil der
englische Begriff gemeinsam definiert und dann in die einzelnen Sprachen
übersetzt wurde“. Das „EwaGlos“ gilt inzwischen als das Standardwerk in
der Konservierung und Restaurierung von Wandmalerei, fast jährlich kamen
bislang neue Sprachen hinzu.

Das Ziel im Gründungsjahr des Hornemann Institutes lautete,
Restaurierungs-Know-how weltweit via Online-Lernkurse zu verbreiten und
allgemein für die Notwendigkeit der Erhaltung unseres Kulturerbes zu
sensibilisieren und dies in einer Zeit, als das Internet noch in den
Kinderschuhen steckte. „Ich habe damals bewusst auch auf eine analoge
Schriftenreihe gesetzt, weil der Onlinebereich in den 2000ern zu
experimentell war, gerade für Restauratorinnen und Restauratoren“, so
Weyer. Alle Beteiligten haben sich da didaktisch und technisch erst
einarbeiten müssen.

Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter der vergangenen 25 Jahre ließen dann
„25 Jahre Hornemann“ aus ihrer Sicht wieder lebendig werden. Dabei waren
Dr. Annamaria Geiger, ehemalige Kultur- und EXPO-Dezernentin der Stadt
Hildesheim, Prof. Dr. Erwin Wagner, ehemaliger Leiter des Zentrums für
Fernstudium und Weiterbildung der Universität Hildesheim, Prof. Dr. Ursula
Schädler-Saub, vormals ordentliche Professorin der HAWK in den
Studiengängen der Konservierung und Restaurierung, Prof. Dr. Thomas
Vogtherr vom Historischen Seminar der Universität Osnabrück, Dr. Dörthe
Jakobs, Leiterin der Restaurierungswerkstätten des Landesdenkmalamtes
Baden-Württemberg, Prof. Dr. Steffen Laue von der Fachhochschule Potsdam,
Naturwissenschaftler im Studiengang Konservierung und Restaurierung und
Jennifer Oster, Alumna der HAWK-Studiengänge der Konservierung und
Restaurierung und heutige Lehrbeauftragte der HAWK.

Dem Festakt vorangegangen war eine interdisziplinäre Tagung zu
„Pigmentveränderungen in Mal- und Fassungsschichten“. „Das Thema ist in
idealer Weise geeignet, das 25-jährige Bestehen des Hornemann Instituts
würdig zu feiern, da wir uns von Anfang an um eine interdisziplinäre
Objekterforschung und um Erhaltung durch Restaurierungswissenschaften,
Kunstgeschichte sowie Ingenieur- und Naturwissenschaften bemühten. Analog
zur Themenbreite unserer Online-Kurse und des E-Publishings sind auch hier
wieder verschiedene Fachrichtungen der Restaurierung mit einbezogen
worden“, so Dr. Angela Weyer. Pigmentveränderungen könnten die
ursprüngliche Farbwirkung einer Malerei oder Fassung grundlegend
verwandeln und dadurch massiv in die künstlerische Aussage eingreifen. So
könne sich beispielsweise das Pigment Mennige in Bleioxid umwandeln,
wodurch sich ehemals leuchtend rote Bereiche braun bis schwarz einfärben
würden. Im Fokus der vollständig ausgebuchten Tagung standen die
materialwissenschaftliche Analytik und der restauratorische Umgang mit den
Veränderungen.

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Dr. Manuela Fritz von der Universität Passau erhält Kulturpreis Bayern

Dr. Manuela Fritz und Prof. Dr. Michael Grimm, Inhaber des Lehrstuhls für Development Economics an der Universität Passau.  Universität Passau
Dr. Manuela Fritz und Prof. Dr. Michael Grimm, Inhaber des Lehrstuhls für Development Economics an der Universität Passau. Universität Passau

Wissenschaft im Fokus: Am Donnerstag, 16. November, um 19 Uhr vergibt die
Bayernwerk AG (Bayernwerk) wieder den Bayerischen Kulturpreis. In der
Sparte Wissenschaft erhalten 33 Absolventinnen und Absolventen sowie
Doktorandinnen und Doktoranden bayerischer Hochschulen, Universitäten und
Kunsthochschulen den begehrten Preis. Auch Dr. Manuela Fritz, Absolventin
der Universität Passau, wird für ihre wissenschaftliche Leistung geehrt.

Die aus Berlin stammende Dr. Manuela Fritz wird für ihre Doktorarbeit im
Bereich der Entwicklungsökonomie geehrt. In ihrer Arbeit untersucht sie,
wie sich der Klimawandel in Entwicklungsländern auf die Gesundheit von
Menschen auswirkt, die an sogenannten nicht übertragbaren chronischen
Krankheiten (NCDs) leiden, und welche Maßnahmen zur Prävention von NCDs
beitragen können.

Gesundheits-Vorsorge mit Social Media

Manuela Fritz analysiert in ihrer Dissertation die Herausforderung durch
chronische Krankheiten wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen in
Entwicklungsländern auf drei Ebenen: Zum einen zeigt sie, für den Kontext
Südostasiens, mit welchen Maßnahmen derzeit NCD-Risikofaktoren bekämpft
werden. Anschließend liefert sie Zahlen, wie stark das Gesundheitssystem
Indonesiens durch den Klimawandel und damit einhergehende
Gesundheitsprobleme für chronisch Kranke belastet werden wird. Und
schließlich untersucht sie mit Erkenntnissen aus einer Diabetes-
Aufklärungskampagne auf Facebook, welche Form von Social-Media-Anzeigen
Betroffene zur Vorsorge motivieren könnte.

„Chronische Krankheiten gehören schon jetzt im südostasiatischen Raum zu
den häufigsten Todesursachen und kosten die Gesundheitssysteme der
entsprechenden Länder Milliarden von Euro, die folglich nicht für andere
drängende Probleme wie etwa Bildung, Ernährungssicherheit und
Infrastruktur zur Verfügung stehen“, sagt Prof. Dr. Michael Grimm, Inhaber
des Lehrstuhls für Development Economics, der die Dissertation an der
Universität Passau betreute. „Es braucht kosteneffiziente Lösungen, die
skalierbar sind. Zudem ist es wichtig zu verstehen, wie der Klimawandel
die Herausforderungen durch chronische Krankheiten verändert. Manuela
Fritz liefert in ihrer Arbeit für beide Aspekte wichtige neue
Erkenntnisse.“

Begabung, Mut und Kreativität

„Wir leben in einer Zeit mit neuen Aufgaben und Herausforderungen. Um sich
diesen zu stellen, braucht es von uns allen den Mut zu Neuem und zu
Veränderungen. Entscheidende Impulse schenkt uns neben der Kunst die
Wissenschaft. Die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger aus der
Hochschullandschaft liefern wieder mal ein Feuerwerk der Wissenschaften.
Das ist beeindruckend. Mit unserer Auszeichnung wollen wir alle dazu
motivieren, ihren Weg ambitioniert weiterzugehen“, sagt Dr. Egon Leo
Westphal, Vorstandsvorsitzender der Bayernwerk AG.

Der Bayerische Kunst- und Wissenschaftsminister Markus Blume betont: „33
neue Sterne am bayerischen Forschungshimmel: Die Preisträger beleben mit
ihrem Ideenreichtum unseren Wissenschaftsstandort. Hier zeigt sich: Unsere
Hochschulen sind Talent- und Innovationschmieden. Allen Absolventinnen und
Absolventen wünsche ich das Beste für ihren Lebensweg. Machen Sie weiter
so – Sie sind die Zukunft unseres Landes!“

In der Sparte Wissenschaft werden die besten Absolventinnen und
Absolventen der 33 staatlichen Hochschulen Bayerns geehrt. Die Preise in
der Sparte Wissenschaft werden mit jeweils 2.000 Euro honoriert. Alle
Preisträgerinnen und Preisträger erhalten die von dem Schwandorfer
Bildhauer Peter Mayer geformte Bronzestatue „Gedankenblitz“. Während eine
Fachjury die fünf Kunstpreisträgerinnen und -preisträger auswählt,
benennen die staatlichen bayerischen Hochschulen, Kunsthochschulen und
Universitäten ihre besten Absolventinnen und Absolventen sowie
Doktorandinnen und Doktoranden.

Kulturpreisverleihung am 16. November, 19:00 Uhr, im Stream und im lokalen
TV

Der Kulturpreis Bayern soll eine Bühne für die Kunst und Wissenschaft
Bayerns sein. Neben der Auszeichnung der Preisträgerinnen und Preisträger
sorgen auch die Live-Auftritte von den Pianisten Leatitia & Philip Hahn,
der Kabarettistin Christl Sittenauer, der Künstlerin LOI und dem Musiker
Kamrad für ein rundes Unterhaltungsprogramm und machen die Veranstaltung
zu einem besonderen Abend. Den Abend moderiert Nina Sonnenberg.

Interessierte sehen die Kultursendung live um 19 Uhr auf Oberpfalz TV,
Niederbayern TV, TVA Ostbayern, TV Mainfranken, TV Oberfranken, Franken
Fernsehen, München TV, Ingolstadt TV, RFO – Regional Fernsehen Oberbayern,
Regio TV Schwaben, Augsburg TV und Allgäu TV, im Stream unter https
://bayernwerk-live.de/kulturpreis-bayern/ oder auf den Social-Media-
Kanälen des Bayernwerks.

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