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DIVI Kongress: Herzmedizin setzt auf Interdisziplinarität

Kongress Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und
Notfallmedizin (DIVI) 2023: Herzmedizinische Intensivmedizin bietet
wertvolle Konzepte und setzt auf Interdisziplinarität.

Unter dem Motto „Interdisziplinarität stärken – Multiprofessionalität
leben“ fand der diesjährige Kongress der DIVI in Hamburg statt, an dem
rund 6.400 Mediziner:innen verschiedener Fachgebiete und Berufe
teilnahmen. Bei der individuellen Behandlung der Patient:innen sind
multiprofessionelle, konsertierte Therapieempfehlungen Garant für eine
bestmögliche Versorgung.

In den sehr gut besuchten Sitzungen spannten die Vortragenden den Bogen
von der mechanischen Kreislaufunterstützung und Therapie in
anspruchsvollen hämodynamischen Situationen über die interdisziplinäre
Zusammenarbeit bei der präoperativen Konditionierung und postoperativen
Intensivmedizin, bis hin zu blutsparenden Therapien und Outcome-
optimierenden blood-patient-management. Sowohl aus herz- als auch aus
intensivmedizinischer Sicht ist die Bewertung unterschiedlicher Herz-
Kreislauf-Unterstützungssysteme insbesondere auch bei Anwendung in nicht
primär kardiovaskulärem intensivmedizinischem Kontext, von zentraler
Bedeutung. Die Interprofessionalität und Kooperation bei der Etablierung
von „Early Recovery After Surgery-Konzepte“, sog. ERAS, in der
herzmedizinischen Intensivmedizin und zur obligaten Einbindung
psychologischer Betreuungskonzepte im Behandlungskontext, sind besonders
relevant. Gleichzeitig gilt es, ethische und palliativmedizinische
Unterstützung für Patient:innen, deren Angehörigen, aber auch für die
behandelnden multiprofessionellen Teams zu gewährleisten.

Die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG)
sieht in der gelebten Multiprofessionalität entscheidende Vorteile für die
Patientenbehandlung: Psychologischer Support, ethische Unterstützung zur
Bewertung neuer Verfahren, palliativmedizinische Konzepte bei krisenhaftem
intensiv-medizinischem Verlauf, aber auch die psychologische Unterstützung
aller Betroffenen und Behandelnden verlangen nach modifizierten
Softskills, durch die die gemeinsame Behandlungen gewährleistet werden
können. Des Weiteren stärken Instrumente der Künstlichen Intelligenz die
medizinische Diagnostik und frühzeitige dekompensationspräventive Medizin.
Die Herzchirurgie selbst bietet hier wertvolle Therapiekonzepte und
klinischen Impact, der anderen Disziplinen nicht prima vista zur Verfügung
steht oder diesen nicht unmittelbar präsent ist. Insbesondere im Feld der
Herzinsuffizienztherapie und terminalen Herzinsuffizienz kann hierzu ein
wertvoller Beitrag durch die Herzchirurgie und ihre Intensivmediziner
geleistet werden. Die Herzchirurgie trägt im klinischen und
grundlagenwissenschaftlichen Kontext bei, da die Intensivmedizin
elementarer Bestandteil des herzchirurgischen Wirkens ist.

Die Entwicklung der Intensivmediziner aus den einzelnen Disziplinen und
Facharztspezifikationen trägt dabei den Einfluss von spezifischem
Facharztwissen über die reine intensivmedizinische Qualifikation hinaus.
Dieser multiprofessionelle Impact ist wertvoller Bestandteil der hoch
spezialisierten Intensivmedizin, und kann nicht durch einen primär nur
intensivmedizinisch spezialisierten Mediziner in gleicher Breite
abgebildet werden.

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Coburger Forschungsprojekt „AI4Coping“: mithilfe von KI Stress besser bewältigen

Wie Menschen zum Beispiel mit Stress umgehen, wird in der Wissenschaft
„Coping“ genannt. Im Forschungsprojekt „AI4Coping“ der Hochschule Coburg
geht es darum, zu untersuchen, ob und gegebenenfalls wie Stress mithilfe
der Methoden Künstlicher Intelligenz (KI) besser zu bewältigen.
Wissenschaftler:innen mit unterschiedlicher Expertise werden in den
kommenden drei Jahren interdisziplinär an diesem Thema arbeiten. Das
Projekt wird mit knapp 715.000 Euro aus dem Bayerischen Förderprogramm für
angewandte Forschung und Entwicklung gefördert.

In einer Welt, die sich ständig und rapide verändert, ist die Bewältigung
von Stress zu einer zentralen Herausforderung geworden. Insbesondere seit
der COVID-19-Pandemie hat die Stressbelastung der Bevölkerung – und damit
einhergehend auch die Häufigkeit psychischer Erkrankungen – zugenommen.
Coping ist eine Bewältigungsstrategie, die Abkürzung AI steht im
englischen für „artificial intelligence“ und entspricht im Deutschen KI,
also Künstlicher Intelligenz. Daraus setzt sich der Name des
Verbundforschungsprojektes „AI4Coping“ zusammen. Es zielt darauf ab, durch
den Einsatz von KI effiziente Stressbewältigungsansätze zu generieren und
somit dazu beizutragen, die Resilienz und Gesundheit der Menschen zu
verbessern.

Das interdisziplinäre Team des AI4Coping-Projekts wird dabei unter
Verwendung modernster Technologien wie Virtueller Realität,
Sprachmodellierung und maschinellem Lernen verschiedene Aspekte der
Stressbewältigung in den Fokus nehmen. Die Forschergruppe besteht aus neun
Professor:innen der Hochschule Coburg mit Expertise in den Bereichen
Informatik, Gesundheitsförderung und Prävention, Neurowissenschaften,
Bioanalytik, Betriebswirtschaftslehre und Sozialer Arbeit. Sie wollen zum
Beispiel ein virtuelles Stressbewältigungstraining für Studierende mit
Prüfungsangst entwickeln, Menschen mit Bewegungseinschränkungen sollen
einen Waldspaziergang virtuell durchführen können und ein virtuelles
Hygienetraining zur Minderung von Ansteckungsängsten soll entwickelt
werden. Dabei wird der Nutzen der virtuellen Unterstützung durch Messung
der Stressreaktion und Selbstregulationskompetenz bewertet und laufend
verbessert. In einem weiteren Teilprojekt werden die individuelle und
gesellschaftliche Akzeptanz der verantwortungsvollen Nutzung von KI in der
Gesundheitsförderung erforscht und ethische Aspekte diskutiert.

„Durch den Einsatz von KI und modernster Technik können maßgeschneiderte
Stressbewältigungsstrategien entwickelt werden, die auf die spezifischen
Bedürfnisse unterschiedlicher Zielgruppen zugeschnitten sind“, sagt Prof.
Dr. Karin Meißner, Sprecherin des Verbundforschungsprojekts. „KI-Systeme
zeichnen sich dadurch aus, dass sie kontinuierliches Feedback geben und
ihre Empfehlungen in Echtzeit anpassen können. Dies ermöglicht eine höchst
individuelle Vermittlung von Stressbewältigungs-Strategien, die in
virtuellen Umgebungen eingeübt werden können. Mit Hilfe der so erlernten
Fähigkeiten können die Nutzer:innen konkrete Alltagssituationen besser
bewältigen.“

Ein zentrales Ziel des AI4Coping-Projekts ist die Integration der
Forschungsergebnisse in eine Toolbox für digitale
Stressbewältigungsstrategien. Diese Toolbox ist individuell anpassbar und
lässt sich auf weitere Nutzer:innengruppen und Situationen übertragen, was
eine breite Anwendbarkeit und langfristige Nutzung der
Forschungsergebnisse ermöglicht.

Das AI4Coping-Projekt ist ein entscheidender Schritt in Richtung einer
effizienten und leicht zugänglichen Stressbewältigung. Durch die
Verknüpfung modernster Technologien mit interdisziplinärer Expertise will
es neue Maßstäbe für Prävention und Gesundheitsförderung setzen. Die
technologischen Entwicklungen, die aus dem AI4Coping-Projekt hervorgehen,
geben innovative Antworten auf aktuelle Herausforderungen in der
Stressbewältigung. Sie bieten die Grundlage für zukünftige Forschungs- und
Praxisprojekte und stärken das Profil der Hochschule Coburg in Richtung
Gesundheit und KI. Die Zusammenarbeit mit regionalen Praxis- und
Wissenschaftspartner:innen wird während der dreijährigen Projektdauer
vertieft und ausgebaut, um den Weg für nachhaltige Innovationen sowie
Firmengründungen in Oberfranken zu ebnen.

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Pflegestudierende erhalten ab Januar 2024 Vergütung – jetzt an der HSB bewerben

Ab Januar 2024 sollen Pflegestudierende in Deutschland eine angemessene
Vergütung erhalten. Das hat der Bundesrat vor kurzem im sogenannten
Pflegestudiumstärkungsgesetz beschlossen. Dies macht den
Bachelorstudiengang Pflege an der Hochschule Bremen (HSB) noch
attraktiver: Für die gesamte Dauer des Studiums erhalten die Studierenden
einen Ausbildungsvertrag bei einem Träger im Bereich der
Gesundheitsversorgung und leisten bei diesem die überwiegenden
Praxisanteile ab. Die theoretische Ausbildung erfolgt weiterhin an der HSB
im hochmodern ausgestatteten Skills- und Simulationszentrum am Brill.
Interessierte können sich bis zum 15. Januar 2024 über das HSB-Portal
campino.hs-bremen.de bewerben.

Eine Informationsveranstaltung zum Studiengang Pflege gibt es wieder am 5.
Januar 2024, um 18:00 Uhr online. Hier berichten unter anderem auch
Studierende über ihre Erfahrungen an der HSB.

Die Pflege gehört zu den wachsenden Dienstleistungsbranchen in
Deutschland. Hochqualifizierte Pflegefachkräfte, sowohl in ambulanten und
stationären Pflegeeinrichtungen als auch in Kliniken sowie in anderen
Bereichen der Gesundheitsversorgung, sind stark nachgefragt.

„Unser Internationaler Bachelorstudiengang Pflege (ISPF) qualifiziert
Studierende für die Pflege von Erwachsenen, Kindern und älteren Menschen
auf einem akademischen Niveau“, sagt Studiengangsleiterin Prof. Dr.
Claudia Stolle-Wahl. Studierende lernen in acht Semestern umfassende
Kompetenzen für unterschiedlichste Einsatzgebiete - sowohl die
wissenschaftlichen Grundlagen der Pflege als auch das praktische Know-how.
Das Studium schließen sie mit zwei Abschlüssen ab: dem Bachelor of Science
und der Berufszulassung als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann
beziehungsweise Pflegefachperson.

Die Vergütung variiert zwischen etwa 1.200 und 1.500 Euro pro Monat

„Durch die monatliche Vergütung gewinnt das Studium deutlich an
Attraktivität“, so Claudia Stolle-Wahl. Die Studierenden erhalten für das
Studium eine Finanzierung während der Theorie, der Praxisphasen sowie
während des Auslandsaufenthaltes. „Eine studienfinanzierende
Nebentätigkeit ist für viele Studierenden dann nicht mehr notwendig, so
dass sich die Studierenden ganz auf das Studium konzentrieren können.“ Je
nach Träger und Stand des Studiums variiert die Vergütung zwischen etwa
1.200 und 1.500 Euro pro Monat. Auch die bereits immatrikulierten
Studierenden profitieren durch eine Übergangsregelung bereits zum 1.
Januar 2024 von dem Pflegestudiumstärkungsgesetz. „Wir führen gerade
Gespräche, um Ausbildungsverträge zu organisieren“, so die Professorin.

Internationaler Master „Palliative Care“ der HSB bietet
Weiterqualifikation nach Bachelor
Das Gesetz wurde in längeren Gesetzgebungsprozessen besprochen und nun
Ende November 2023 final verabschiedet. Die Änderungen führen zu einer
deutlichen Attraktivitätssteigerung der akademische Pflegeausbildung und
nehmen einen bedeutenden Einfluss auf die dringend notwendige
Fachkräfteausbildung am Standort Bremen. Für die HSB, die
Kooperationspartner:innen und die Behörde entstehen entlang der nun
kurzfristigen Umsetzung dennoch Herausforderungen, die aber durch einen
sehr engen und guten Austausch aller Partner:innen genommen werden.

Mit dem internationalen Master „Palliative Care“ besteht an der HSB nach
Abschluss des Bachelors in der Pflege eine direkte Anschlussfähigkeit in
der Weiterqualifikation auf Masterebene. Beide Studienangebote tragen –
insbesondere vor dem Hintergrund des demografischen Wandels - damit für
eine nachhaltige und bessere Gesundheitsversorgung im Bundesland und
darüber hinaus bei.

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Traumberuf Raumfahrtmissionen? HSB bietet neuen Studiengang – bis 15. Januar bewerben

Zum Sommersemester 2024 startet an der Hochschule Bremen (HSB) der
internationale Doppelabschluss-Masterstudiengang „Engineering and
Management of Space Systems" (EMSS). Damit bietet die HSB ein innovatives
und zukunftsorientiertes Studienprogramm, das deutschlandweit ein
Alleinstellungsmerkmal aufweist und einen wichtigen Beitrag zur
Fachkräftesicherung in der Raumfahrtindustrie insbesondere in der Region
Bremen leistet. Bei dem Studiengang handelt es sich um eine Kooperation
mit der Technischen Universität Danzig (Gdańsk University of Technology).
Interessierte können sich bis zum 15. Januar 2024 über das HSB-Portal
campino.hs-bremen.de bewerben.

Zusätzlich läuft bis Februar 2024 eine EMSS-Vortragsreihe mit
Persönlichkeiten aus der Raumfahrtbranche.

Der Master an der Fakultät 4 - Elektrotechnik und Informatik bietet ein
interdisziplinäres Angebot und vermittelt wesentliche systemtechnische,
Management- und Sozialkompetenzen, die für den Entwurf, die Realisierung,
die Durchführung und das Management von Weltraummissionen erforderlich
sind. Das Curriculum orientiert sich an den internationalen Systems
Engineering Zertifizierungsvorgaben und berücksichtigt die aktuellen
Standards der Raumfahrtsystemtechnik (ECSS und NASA).

Studium in Bremen und Danzig

Für die Studierenden erfolgt das englischsprachige, dreisemestrige Studium
in Bremen und Danzig: So besteht das erste Studiensemester aus Modulen,
die an der Technischen Universität Danzig gelehrt werden. Das zweite
Studiensemester erfolgt an der HSB. Das dritte umfasst die gemeinsam
betreute Masterarbeit und kann an einer der beiden Hochschulen in der
Regel in Zusammenarbeit mit der Industrie durchgeführt werden. „Der neue
Master bildet eine zukunftsfähige Grundlage, um die stetig wachsende
Komplexität softwareintensiver technischer Systeme in der
Raumfahrtindustrie und Raumfahrtmissionen in der Gesamtheit als „System of
Systems“ zu beherrschen. Somit stellt der Studiengang den potentiellen
Absolvent:innen sehr gute Berufschancen in Aussicht“, sagt die
Studiengangleisterin Prof. Dr. Jasminka Matevska.

Studiengang berücksichtigt erstmals interdisziplinäre Aspekte

„Systems Engineering Studiengänge sind bislang überwiegend im Bereich des
Maschinenbaus angesiedelt“, erläutert die Wissenschaftlerin. „Dabei werden
Methoden zum Konzipieren, Konstruieren und Zusammenbauen eines
physikalischen/mechanischen Systems vermittelt. Somit steht zwar das
Engineering als Kompetenz im Mittelpunkt, jedoch werden interdisziplinäre
Aspekte wenig beziehungsweise unzureichend berücksichtigt.“ Durch die
zunehmende Digitalisierung und Vernetzung der technischen Systeme bestehe
jedoch ein enormer Bedarf, die Gesamtsysteme mit deren
Interdisziplinarität als Einheit im gesamten Lebenszyklus zu betrachten.
„Aktuelle Systeme bestehen aus verschiedenen Hardware- und Software-
Komponenten, die abhängig von der Einsatzdomäne und den
Anwendungsszenarien unterschiedliche Kompetenzen voraussetzen“, so die
Ingenieurin. Klassische Vorgehensweisen werden zunehmend mit agilen
Methoden kombiniert beziehungsweise durch agile Methoden ersetzt. Dies,
ergänzt durch Management- und Sozialkompetenzen, bildet eine
zukunftsfähige Grundlage, um die stetig wachsende Komplexität der
zunehmend softwareintensiven Systeme zu beherrschen. Der internationale
Doppelabschluss-Masterstudiengang EMSS der HSB adressiert diese Themen und
vermittelt die notwendigen Kompetenzen, um komplexe Raumfahrtmissionen als
„System of Systems“ zu begreifen.

In Vorbereitung der Einrichtung des Studiengangs wurden in einer
Pilotphase für erste Kohorten Doppelabschlüsse in ausgewählten bestehenden
Studiengängen der beiden Hochschulen ermöglicht. Dazu wurden entsprechend
des avisierten Qualifikationsziels des geplanten EMSS-Studiengangs
geeignete existierende Pflicht- und Wahlpflichtmodule zusammengestellt,
die sich für die Anrechnung auf bestehende Programme der Hochschulen
anrechnen lassen. HSB-seitig waren die Masterstudiengänge Informatik,
Electronics Engineering und Aerospace Technologies beteiligt.

Vortragsreihe mit Persönlichkeiten aus der Raumfahrtbranche

Bis Februar 2024 bietet der neue Studiengang eine englischsprachige
Vortragsreihe mit Persönlichkeiten aus der Raumfahrtbranche. Die nächste
Veranstaltung findet am Montag, 8. Januar 2024, um 17:15 Uhr statt (HSB,
Campus Airportstadt, Flughafenallee (ZIMT-Gebäude, Erdgeschoss, Raum
032a).

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