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Langfristig bessere Versorgung von Neugeborenen bei bekannten Risiken vor der Geburt

Juliane Fischer und ihr Partner Marko Ott freuen sich über Töchterchen Marta. Dank der Unterstützung von Prof. Mario Rüdiger und Prof. Cahit Birdir aus dem Uniklinikum Dresden geht es der Kleinen langsam besser.  UKD / Michael Kretzschmar
Juliane Fischer und ihr Partner Marko Ott freuen sich über Töchterchen Marta. Dank der Unterstützung von Prof. Mario Rüdiger und Prof. Cahit Birdir aus dem Uniklinikum Dresden geht es der Kleinen langsam besser. UKD / Michael Kretzschmar

Anlässlich des Welt-Frühgeborenentages am 17. November weisen Experten und
Expertinnen darauf hin, dass nicht nur Frühgeborene von einer
zentralisierten Versorgung profitieren. Interdisziplinäres Pränatal-Board
am Uniklinikum Dresden sorgt für optimale Betreuung während der
Schwangerschaft und nach der Geburt.

Die Grundlagen einer langfristigen Gesundheit werden bereits vor der
Geburt gelegt. Wenn Kinder schon im Mutterleib umfassend versorgt sind und
es den Müttern ebenfalls gut geht, ist eine gesunde Entwicklung
wahrscheinlicher. Auf diesen Zusammenhang machen die Expertinnen und
Experten des Zentrums für feto-neonatale Gesundheit am
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden anlässlich des Welt-
Frühgeborenentages (17. November 2023) aufmerksam. Denn nicht nur zu früh,
sondern auch krank geborene Kinder haben oft eine verzögerte Entwicklung.
„Dank modernster pränatalmedizinischer Diagnostik ist heute ein
frühzeitiges Erkennen kindlicher Erkrankungen bereits im Mutterleib
möglich. Dann ist es wichtig, dass die Schwangere von einem
interdisziplinären Team versorgt wird, welches die weitere Betreuung der
Schwangerschaft und des Neugeborenen plant,“ sagt Prof. Mario Rüdiger,
Direktor des Zentrums für feto-neonatale Gesundheit am
Universitätsklinikum Dresden. Deshalb kommen am Uniklinikum regelmäßig
Expertinnen und Experten aus den Bereichen Pränatalmedizin, Neonatologie,
Kinderradiologie, Kinderchirurgie, Genetik, Psychologie, Kinderkardiologie
und Neuropädiatrie zusammen, um Schwangere zu besprechen, die im Rahmen
der Pränataldiagnostik aufgefallen sind. Durch diese Boards kann Eltern
und ihren ungeborenen Kindern frühzeitig, gezielt und individuell geholfen
werden.

Marta macht ihren Eltern Freude. Noch ist das Mädchen ein wenig zu leicht.
Sie muss das Trinken über das Fläschchen noch lernen und dann genügend zu
sich nehmen. Das macht sie aber schon prima. Bald kann sie mit ihren
Eltern nach Hause umziehen. Marta ist Anfang November in der 36.
Schwangerschaftswoche zur Welt gekommen – einen Monat vor dem errechneten
Geburtstermin. Ihre Mama, Juliane Fischer, hatte sich Ende September im
Universitätsklinikum mit Zeichen einer Schwangerschaftsvergiftung
(Präeklampsie) vorgestellt. Zu diesem Zeitpunkt bestand bei Marta auch der
Verdacht auf eine schwere Zwerchfellhernie, die mit einer zu kleinen Lunge
einhergeht. Nach intensiven Untersuchungen sowie der Diskussion des Falles
im Interdisziplinären Pränatal-Board am Uniklinikum Dresden konnte diese
Diagnose entkräftet werden. „Zum Glück durfte ich dann wieder nach Hause“,
sagt die 33-Jährige. Als es ihr jedoch Ende Oktober schlechter ging, wurde
sie im Uniklinikum aufgenommen und schließlich der Kaiserschnitt
durchgeführt. Nach der Geburt wurde Marta dann nochmals genau untersucht,
wobei sich zeigte, dass die Gefäße der Lunge teilweise falsch einmünden –
ein Krankheitsbild, welches erst nach der Geburt erkannt und im ersten
Lebensjahr operativ behandelt werden muss. Aber jetzt hoffen Juliane
Fischer und ihr Partner Marko Ott zunächst, dass sie gemeinsam mit ihrem
Baby bald nach Hause dürfen.

„Der Fall zeigt deutlich, wie wichtig eine große Expertise und das
Zusammenwirken verschiedener Disziplinen bei Risikoschwangerschaften und
Frühgeburten ist“, sagt Prof. Mario Rüdiger, Direktor Zentrum für feto-
neonatale Gesundheit am Universitätsklinikum Dresden. Deshalb sind ihm und
dem Team der Geburtshilfe die gemeinsamen Boards so wichtig. Hier werden
die Patientinnen von der Pränataldiagnostik um Prof. Cahit Birdir,
Leitender Oberarzt für Geburtshilfe und Pränataldiagnostik, oder aus den
kooperierenden niedergelassenen Praxen vorgestellt. Gemeinsam diskutieren
Expertinnen und Experten aus der Pränatalmedizin, Neonatologie
Kinderradiologie, Kinderchirurgie, Genetik, Psychologie, Kinderkardio-
oder -nephrologie sowie Neuropädiatrie, wie die optimale Betreuung während
der Schwangerschaft beziehungsweise nach der Geburt aussehen sollte. „Die
Pränataldiagnostik kann heute sehr viel entdecken, wichtig ist aber auch
zu besprechen, wie die weitere Versorgung erfolgen sollte“, so Prof.
Birdir.

„Diese Versorgung aus einer Hand ist ein wichtiger Bestandteil am
Universitätsklinikum Dresden. Hier zeigt sich wieder exemplarisch, dass
eine Konzentration von Expertise sowie eine Zentralisierung der Versorgung
erforderlich ist, um eine langfristig bessere Versorgung dieser Kinder zu
realisieren“, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand am
Universitätsklinikum Dresden.

Ein Zeichen der Solidarität
Einmal im Jahr machen betroffene Familien, sowie Expertinnen und
Expertinnen aus der Neonatologie und Pränatalmedizin auf die besonderen
Bedürfnisse von Frühgeborenen aufmerksam. Am Welt-Frühgeborenentag, der
regelmäßig am 17. November begangen wird, finden Infoveranstaltungen statt
und werben Betroffene für eine adäquate Versorgung der kleinen Patienten.
In diesem Jahr steht insbesondere die zentralisierte Versorgung extrem
unreif geborener Kinder im Mittelpunkt des Interesses. „Die Geschichte von
Marta zeigt, wie wichtig eine Zentralisierung der Versorgung ist. Diese
umfangreiche Expertise können nur Zentren vorhalten, die im Jahr sehr
viele Frühgeborene betreuen; alles andere wäre eine
Ressourcenverschwendung,“ so Prof. Rüdiger. Von Frühgeborenen spricht man
bei einer Geburt vor der 37. Woche. Etwa jedes zehnte Kind wird so zeitig
geboren. Sehr unreif, das heißt vor der 32. Schwangerschaftswoche, kommen
etwa ein Prozent aller Kinder zur Welt.

Im Uniklinikum wurden im vergangenen Jahr (2022) 71 Kinder mit einem
Geburtsgewicht unter 1.250 Gramm geboren. Zahlenmäßig ist das Uniklinikum
damit das größte Perinatalzentrum in Sachsen – neben Dresden werden
Frühgeborene auch in Leipzig und Chemnitz behandelt. Die große Erfahrung
ermöglicht es, dass auch Kinder, die bei Geburt weniger als 500 Gramm
wiegen, gesund überleben. Sachsen hat die niedrigste
Säuglingssterblichkeit in Deutschland. Das Universitätsklinikum Dresden
ist das einzige ostsächsische Perinatalzentrum der höchsten
Versorgungsstufe – dem sogenannten ‚Level 1‘. Dies garantiert Müttern und
Vätern die Sicherheit einer optimalen ärztlichen wie pflegerischen
Versorgung, vor, während und nach der Geburt, unabhängig davon, ob es sich
um eine Risiko- oder Mehrlingsschwangerschaft handelt oder um eine ganz
normal verlaufende Schwangerschaft.

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Der Wettbewerb geht in die nächste Runde: Medienpreis Urologie 2024 ausgeschrieben

Auch 2024 vergibt die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) den
Medienpreis Urologie: Medienschaffende sind herzlich eingeladen, sich an
dem bekannten Wettbewerb zu beteiligen. Der mit 2500 Euro dotierte Preis
zeichnet einen herausragenden Beitrag zu einem urologischen Thema in einem
deutschsprachigen Publikumsmedium aus. Die Preisverleihung erfolgt im
Rahmen des 76. DGU-Kongresses, der vom 25. bis 28. September 2024 unter
der Präsidentschaft von Prof. Dr. Jürgen Gschwend im Congress Center
Leipzig stattfindet.

„Angesichts der Vielfalt und Häufigkeit urologischer Erkrankungen, die
Frauen, Männer und Kinder jeden Alters betreffen, bleibt es unserer
Fachgesellschaft ein wichtiges Anliegen, Anreize für seröse Aufklärung zu
setzen und qualitativ hochwertige Berichterstattung zu würdigen. Wir
danken allen bisherigen Teilnehmenden, die mit ihren bemerkenswerten
Wettbewerbsbeiträgen dazu beigetragen haben, urologisches Wissen zu
vermitteln und Tabus zu brechen und freuen uns, den Medienpreis Urologie
nun bereits zum elften Mal in Folge auszuschreiben“, sagt DGU-
Pressesprecher Prof. Dr. Axel Merseburger.

Das Themenspektrum in der Urologie reicht von Volkskrankheiten wie
Harninkontinenz und Harnsteinerkrankungen, wie gutartiger
Prostatavergrößerung oder erektiler Dysfunktion bis hin zu seltenen
urologischen Erkrankungen wie der Interstitiellen Zystitis. Die
Fruchtbarkeit des Mannes stellt ein zunehmend wichtiges urologisches
Forschungs- und Handlungsfeld dar. Bei der Jungengesundheit haben
Urologinnen und Urologen den Hodenhochstand, das Klinefelter-Syndrom, die
HPV-Impfung und den Hodencheck im Blick. Sie transplantieren Nieren und
behandeln rund ein Viertel aller Krebserkrankungen in Deutschland, deren
Häufigkeit aufgrund der demografischen Entwicklung erwartbar zunimmt. Hier
bedarf es Aufklärung über Prävention, Symptome sowie aktuelle Diagnostik
und Therapiemöglichkeiten urologischer Tumorerkrankungen von Prostata,
Harnblase und Nieren, von Hoden und Penis. Auch im Bereich
Geschlechtsinkongruenz, Geschlechtsdysphorie und Trans-Gesundheit ist
seriöses Wissen gefragter denn je.

Die Fülle relevanter Themen spiegelt sich nicht zuletzt in den bisher
ausgezeichneten Wettbewerbsbeiträgen, die auf dem Urologenportal unter
diesem Link abrufbar sind. Im Jahr 2023 ging der Medienpreis Urologie an
Niels Walker vom NDR für seinen TV-Beitrag zur Früherkennung von
Hodenkrebs, der am 15. November 2022 in der Sendung „Visite“ ausgestrahlt
wurde.

Der Medienpreis Urologie richtet sich ausschließlich an Medienschaffende.
Ob klassischer Artikel, Bewegtbild, Rundfunkbeitrag oder Podcast – für den
Wettbewerb können alle laienverständlichen Beiträge zu einem urologischen
Thema eingereicht werden, die zwischen dem 16. Juli 2023 und dem 15. Juli
2024 in einem deutschsprachigen Publikumsmedium gedruckt, in Radio oder TV
gesendet oder im Internet veröffentlicht wurden. Alle Wettbewerbsbeiträge
werden von einer Jury aus Urologinnen und Urologen sowie erfahrenen
Journalistinnen und Journalisten unter Aspekten wie Qualität der Recherche
und journalistischer Aufbereitung bewertet.

Wettbewerbsbeiträge müssen bis zum 31. Juli 2024 samt Kontaktdaten des
Autors oder der Autorin sowie des Datums der Veröffentlichung oder der
Ausstrahlung schriftlich - postalisch oder online - übermittelt werden an:
Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V., Stichwort „Medienpreis Urologie
2024“, Uerdinger Str. 64, 40474 Düsseldorf, E-Mail: preise(at)dgu.de

Für weitere Fragen steht die DGU-Pressestelle unter Tel. 040-79140560 zur
Verfügung.

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Deutsche Leberstiftung zum Jahreswechsel: So wird das neue Jahr lebergesund

Jeder dritte Deutsche gibt an, für das Jahr 2024
Neujahrsvorsätze zu fassen. Wie immer sind in der Rangliste diese
Klassiker ganz oben: gesünder ernähren, mehr Sport treiben und Gewicht
reduzieren. Doch allzu häufig wird bereits im Januar der vertraute,
ungesunde Lebensstil mit den alten Gewohnheiten wieder aufgenommen – und
oftmals macht das unter anderem das lebenswichtige Organ Leber krank. Die
Deutsche Leberstiftung nimmt den Jahreswechsel zum Anlass, über die
Lebergesundheit zu informieren und gibt Tipps zum erfolgreichen
Durchhalten einer Lebensstiländerung.

„Eine Angewohnheit kann man nicht aus dem Fenster werfen. Man muss sie die
Treppe hinunterprügeln, Stufe für Stufe.“ Dieses Zitat des amerikanischen
Schriftstellers Mark Twain umschreibt, wie schwierig es ist, liebgewonnene
und bequeme Angewohnheiten zu verändern. Was Mark Twain so bildhaft
beschreibt, bestätigt sich beim Blick auf die Zahlen für Übergewicht und
Adipositas (starkes Übergewicht) in Deutschland. Obwohl die Vorsätze, sich
gesünder zu ernähren, mehr Sport zu treiben und Gewicht zu reduzieren in
jedem Jahr zu den meist genannten zählen, werden die Deutschen immer
dicker: Nach Angaben der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG) sind
hierzulande rund zwei Drittel der Männer und die Hälfte der Frauen
übergewichtig. Stark übergewichtig (adipös) ist circa ein Viertel der
Erwachsenen. Auch immer mehr Kinder und Jugendliche sind übergewichtig
oder adipös.

Übergewicht und Adipositas sind keine „optischen oder kosmetischen
Probleme“, sie sind Risikofaktoren für weitere Erkrankungen und
Gesundheitseinschränkungen wie der Entstehung einer Metabolischen
dysfunktions-assoziierten steatotischen Lebererkrankung (Metabolic
Dysfunction-associated Steatotic Liver Disease – MASLD, bislang als nicht-
alkoholische Fettlebererkrankung – NAFLD bezeichnet). MASLD ist bei
Erwachsenen und Kindern die am stärksten zunehmende Lebererkrankung in
Deutschland. Wenn sich die geschädigte Leber entzündet, spricht man von
einer Metabolischen dysfunktions-assoziierten Steatohepatitis (Metabolic
dysfunction-associated steatohepatitis – MASH, vormals als nicht-
alkoholische Steatohepatitis – NASH bezeichnet). Bei den meisten
chronischen Lebererkrankungen ist das Risiko einer Tumorbildung im Stadium
einer Leberzirrhose erhöht: Es kann sich ein Leberzellkrebs entwickeln
(Hepatozelluläres Karzinom, HCC). Bei der MASH kann Leberzellkrebs jedoch
schon auftreten, bevor eine Zirrhose vorliegt.

Doch es gibt auch einen positiven Aspekt bei Erkrankungen des
lebenswichtigen Organs: Die Leber kann sich relativ schnell wieder
erholen, wenn sie noch nicht stark entzündet und nicht vernarbt ist. „Es
gibt noch keine pharmakologische Therapie, das Forschungsgebiet MASLD ist
ein sehr dynamisches Feld und aktuell sind viele Medikamente in der
Entwicklung. Der Grundbaustein der Therapie einer MASLD liegt in der
Lebensstiländerung. Wichtig bei einer Umstellung von Ess- und
Bewegungsgewohnheiten ist, dass man zunächst mit kleinen Veränderungen
beginnt, die realistisch und erreichbar sind. Möglichst wenig
hochverarbeitete Lebensmittel, Softdrinks und Fast Food verzehren, die
alle sehr viel Zucker, Fett und Salz oder schnell verfügbare Kohlenhydrate
beinhalten. Empfehlenswert ist beispielsweise eine traditionell-
mediterrane Ernährung mit Gemüse, Früchten, Nüssen, Getreide und Fisch“,
erklärt Prof. Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen
Leberstiftung, und gibt Tipps für mehr Bewegung im Alltag: „Es gibt fast
immer alternative und gesündere Fortbewegungsmöglichkeiten, beispielsweise
kann man die Treppe anstatt den Lift wählen, mit dem Rad zur Arbeit fahren
oder zu Fuß gehen. Und im Büro kann man – wenn möglich – beim Telefonieren
herumgehen und anstatt die Kollegin anzurufen, bringt ein persönlicher
Besuch in ihrem Büro zusätzliche Bewegungseinheiten. Und für die
Joggingrunde oder den Spaziergang sollte man sich verabreden, das erhöht
die Motivation und senkt die Ausfallquote.“

Eine weitere Versuchung und gleichzeitig ein Gesundheitsrisiko sind die
kleinen Snacks zwischendurch. Wer kennt nicht den Griff in die
Schreibtischschublade, um im stressigen Büroalltag den Heißhunger auf
Süßes zu befriedigen? Anfang Dezember 2023 meldete das Statistische
Bundesamt unter der Rubrik „Zahl der Woche“, dass im Jahr 2022 fast 13
Kilo Schokolade pro Kopf produziert und wahrscheinlich auch verzehrt
wurden. Diese Schokoladenmenge entspricht in etwa zweieinhalb Tafeln
wöchentlich pro Kopf. Auch beim Zwischendurch-Snack ist es wichtig, sich
selbst ehrlich zu beobachten und bewusst eine Alternative zu einer der
kleinen Kalorienbomben zu wählen: Beispielsweise kann auch der Verzehr
eines Apfels, einer Karotte oder Gurke als Snack dienen.

Und für alle Kaffee-Fans hat der Leberexperte Prof. Manns noch eine gute
Nachricht: „Studien zeigen, dass Kaffee die Leberfunktion unterstützt und
schützt. Kaffeekonsum ist sogar zur Empfehlung in den Leitlinien der
Fachgesellschaften geworden. Er senkt das Risiko für das Metabolische
Syndrom und die Entstehung einer MASLD, die Entwicklung einer
Leberzirrhose sowie die Entstehung von Leberzellkrebs bei allen
Lebererkrankungen. Um diese Wirkung zu erreichen, müssen mindestens vier
Tassen Kaffee pro Tag getrunken werden.“

Offensichtlich ist es gar nicht so schwer, im Jahr 2024 ein lebergesundes
Leben zu führen. Weitere Unterstützung, Informationen und Ernährungstipps
bieten diese beiden Bücher der Deutschen Leberstiftung: „Das große
Kochbuch für die Leber“ (ISBN 978-3-8426-3100-7) und „Das Leber-Buch“
(ISBN 978-3-8426-3043-7).

Rezensionsexemplare können über <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.> angefordert werden.

Deutsche Leberstiftung

Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen
und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung durch
Forschungsförderung, Forschungsvernetzung und wissenschaftliche Projekte
zu verbessern. Mit intensiver Öffentlichkeitsarbeit steigert die Stiftung
die öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen, damit diese früher
erkannt und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet
außerdem Information und Beratung in medizinischen Fragen. Auf der Website
finden Sie umfangreiche Informationen sowie Bildmaterial für Betroffene,
Interessierte, Angehörige der Fachkreise und Medienvertreter: https://www
.deutsche-leberstiftung.de.

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Mit „RUDi“ mehr Umweltschutz

Mehrweg-Warenpräsentation in Supermärkten – DBU-Projekt

Osnabrück. Es geht um eine kleine Revolution in der Logistik des
Lebensmitteleinzelhandels – und um eine Abkehr von kaum nachhaltigen
Gewohnheiten für besseren Klimaschutz: Die Innovation heißt „RUDi“
(reusable display, auf Deutsch wiederverwendbare Präsentation), soll in
Supermärkten und anderen Geschäften die bisherigen für Sonderware
genutzten Warenpräsentationen aus Papier, Pappe und Verbundstoffen
ersetzen und folgt der Devise Mehrwert durch Mehrweg. Mit rund 125.000
Euro hat die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) die Entwicklung der Idee
gefördert. Davon überzeugt ist eine große Supermarktkette: Ab 2024 will
sie RUDi schrittweise bundesweit an ihren Tausenden Standorten einsetzen.

Riesige Produktpalette für Aufsteller in Supermärkten: von Katzenfutter
bis Karottensaft

„Das ist unser Beitrag für mehr Kreislaufwirtschaft im Einzelhandel,
stärkeren Ressourcenschutz und zugleich Vorbereitung auf neue in Europa
geplante Verpackungsgesetze“, so DBU-Generalsekretär Alexander Bonde. DBU-
Experte Dr. Volker Berding vom Referat Ressourcenmanagement ergänzt: „RUDi
spart Geld, Müll und macht die Abläufe effizienter.“ Auch wenn RUDi
Erinnerungen an die berühmte Weihnachtsgeschichte um das Rentier Rudolph
mit der roten Nase weckt: Anlässe für die bisher üblichen Papp-Aufsteller
sind keineswegs nur Weihnachtszeit und Jahreswechsel. Der Blickfang, um
den Verkauf von Saisonartikeln anzukurbeln, funktioniert auch bei anderen
Gelegenheiten wie Ostern und Karneval. Die Produktpalette ist riesig und
reicht von Pralinen über Schokohasen und -nikoläuse bis hin zu
Silvesterknallern, Katzenfutter, Konfitüre und Karottensaft.

DACH-Region: jedes Jahr rund 165.000 Tonnen Abfall durch rund 30 Millionen
Einweg-Displays

„Dabei gibt es bisher aber einen gewichtigen Nachteil“, sagt Hajo
Geugelin, Geschäftsführer des achtköpfigen Betriebs EcoRetail im nordrein-
westfälischen Troisdorf und gewissermaßen RUDis Schöpfer. Das stimmt sogar
sprichwörtlich. Geugelin: „Jedes Jahr werden in Deutschland, Österreich
und der Schweiz, der sogenannten DACH-Region, rund 30 Millionen Einweg-
Displays hergestellt. Das sind jährlich rund 165.000 Tonnen Abfall.“ Die
Folge auch: rund 315.000 Tonnen klimaschädliches Treibhausgas Kohlendioxid
(CO2). „Das entspricht dem CO2-Ausstoß von etwa 118.000 Autos“, so
Geugelin. Für diese Einweg-Displays in der DACH-Region werden ungefähr
165.000 Tonnen Wellpappe und Kartonage produziert, der zum Müll wird. Dazu
Bonde: „Das ist ein viel zu hoher Energie- und Ressourcenaufwand für ein
Ex-und-Hopp-Produkt.“

Zusammenklappbare Boxen aus vollkommen recyceltem Kunststoff

Geugelin erklärt, wie solche wenig nachhaltigen Logistik-Gewohnheiten
mithilfe von RUDi bald Geschichte sein sollen: Statt Wegwerf-Aufstellern
sind zusammenklappbare Boxen aus vollkommen recyceltem Kunststoff im
Einsatz, die je nach gewünschter Displayhöhe übereinander gestapelt und
entweder auf einem rollfähigen Untersatz oder einer Viertelpalette
montiert werden, beides ebenfalls zu 100 Prozent aus Rezyklat. Danach wird
RUDi mit Ware bestückt, bei Bedarf kann der Mehrweg-Aufsteller leicht im
Laden verschoben werden. „Die Haltbarkeit ist quasi unbegrenzt“, erläutert
der EcoRetail-Geschäftsführer. „Sind Teile nicht mehr zu reparieren, kann
man sie schreddern und in ein neues Produkt verwandeln.“

70 bis 80 Prozent Einsparungen bei Kohlendioxid und Kosten

Nach Geugelins Worten ist RUDi Teil eines ausgeklügelten Mehrwegsystems
und trägt so zu mehr Kreislaufwirtschaft im Lebensmittel-Einzelhandel bei.
Möglich geworden sei all das auch durch die Kooperation mit einem
Konsortium verschiedener Logistik- und Technologiefirmen, allen voran IPP.
Dieses Unternehmen bietet Logistiklösungen für Lieferketten an;
Kreislaufwirtschaft spielt dabei eine wichtige Rolle. Kurzum: „Die
Handelslogistik steuert auf eine neue Ära zu“, ist Geugelin überzeugt. Der
Effekt könne sich sehen lassen: „Wir gehen von 70 bis 80 Prozent
Einsparungen sowohl beim CO2 als auch bei den Kosten aus. Transportwege,
Lagerhaltung und Materialmengen werden erheblich reduziert.“

Europäischen Verpackungsverordnung schon bald neue Herausforderung für den
Handel

Neben mehr Umweltschutz sind das auch wirtschaftlich gesehen rosige
Aussichten für Supermärkte. „Tatsächlich haben noch andere Handelsketten
Interesse an RUDi gezeigt“, sagt Geugelin. Doch das ökonomische
Einsparpotenzial dürfte nicht das einzige Argument für den Aufbruch in
eine neue Ära der Handelslogistik sein. Denn in der Europäischen Union
(EU) steht dem Handel per Gesetz bald die nächste Herausforderung ins
Haus: die in Arbeit befindliche europäische Verpackungsverordnung (EU-
VerpackV). Als Bestandteil des europäischen Grünen Deals, mit dem die EU
bis 2050 der erste klimaneutrale Kontinent werden will, wird die EU-
VerpackV die seit fast 30 Jahren geltende europäische
Verpackungsrichtlinie grundlegend novellieren – und voraussichtlich schon
ab 2025 neue Maßstäbe für das Inverkehrbringen, die Rücknahme sowie die
Verwertung von Verpackungen setzen. DBU-Generalsekretär Bonde:
„Kreislaufwirtschaft ist ein Erfolgsrezept, damit die Transformation zu
mehr Umweltschutz und Ressourcenschonung gelingt. Für die Umsetzung
brauchen wir besonders die mittelständische Wirtschaft. Und je eher sich
Unternehmen in diese Richtung auf den Weg machen, desto größere
Marktchancen haben sie.“

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