Zum Hauptinhalt springen

Konjunktur: Deutschland schrumpft gegen den globalen Trend

Nach einer Prognose des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) wird das deutsche Bruttoinlandsprodukt im laufenden Jahr um 0,5% schrumpfen. Deutschland verliert damit im internationalen Vergleich deutlich an Boden. „Die aktuellen Zahlen des IW zeigen eine besorgniserregende Lage für die deutsche Wirtschaft", warnt NRW-Landesgeschäftsführer Politik Herbert Schulte vom Mittelstandsverband BVMW. Wir haben uns vom globalen Trend entkoppelt und schrumpfen, während die Weltwirtschaft wächst.  Die rezessive Inlandsnachfrage und die Inflation beeinflussen den Konsum negativ. Dies, in Verbindung mit einer Schwemme unnützer Regulierungsmaßnahmen und Markteingriffen, belastet besonders den Mittelstand.“ Schulte fordert die Politik auf, Schritte zur Belebung der Investitionsnachfrage zu ergreifen. „Steuersenkungen und Bürokratieabbau sowie die Stabilisierung der Energiepreise sind dringend erforderlich, um die Wirtschaft wieder auf das Wachstumsgleis zu stellen. Wir fordern eine steuerliche Obergrenze für unsere Betriebe von 25 Prozent sowie die Abschaffung der Stromsteuer als Sofortmaßnahmen.“
BVMW-Pressestelle

Thomas Kolbe
Pressesprecher BVMW NRW
  • Aufrufe: 15

YES!-Bundesfinale 2023: Junge Talente präsentieren in Hamburg Lösungsideen für ökonomische Fragestellungen

Bei „YES! – Young Economic Solutions“, Deutschlands größtem
Schulwettbewerb im Bereich Wirtschaft und Gesellschaft, entwickelten etwa
600 Schüler:innen aus der gesamten Bundesrepublik innovative Lösungen für
globale ökonomische Herausforderungen. Nach den erfolgreichen
Regionalfinalen 2023 wird Hamburg vom 18. bis 20. September 2023 Gastgeber
des YES!-Bundesfinales sein. Dort werden die 14 besten Schulteams aus
Deutschland und drei Teams aus den USA, insgesamt 160 Schülerinnen und
Schüler, ihre besten Lösungsideen zu aktuellen ökonomischen und
gesellschaftlichen Fragen im Wettstreit präsentieren. Schirmherr des YES!
ist Bundeswirtschaftsminister Dr. Robert Habeck.

Auftakt zum 9. Bundesfinale von „YES! – Young Economic Solutions“ in
Hamburg: Am 18. September 2023 beginnt das Gipfeltreffen von Deutschlands
besten Jungökonominnen und Jungökonomen der Klassenstufen 10+ in der
Bucerius Law School. Bis Mittwoch, 20. September 2023, treten 160
Schülerinnen und Schüler mit insgesamt 17 Lösungsideen in den Wettstreit
um die beste Idee zur Lösung ökonomischer, ökologischer und
gesellschaftlicher Probleme. Sie alle haben sich als Regionalsiegerinnen
und Regionalsieger für den Bundeswettbewerb 2023 qualifiziert und werden
ihre Lösungsideen beim Bundesfinale mit Expert:innen aus Wirtschaft,
Politk und Gesellschaft diskutieren. Zu Gast sind auch drei Schulteams aus
den USA, die ebenfalls im Wettbewerb antreten.

Die Veranstaltung wird gemeinsam ausgerichtet von der ZBW – Leibniz-
Informationszentrum Wirtschaft und der Joachim Herz Stiftung.

Im Finale werden folgende Schulen dabei sein (alphabetische Reihenfolge):

•       Albertus-Magnus-Gymnasium Stuttgart
•       Deutsche Berufsschule Hong Kong
•       Evangelische Schule Spandau Berlin
•       Fond du Lac High School
•       German International School New York
•       Gymnasium bei St. Michael Schwäbisch-Hall
•       Gymnasium Köln-Pesch
•       Gymnasium Leopoldinum Passau
•       Gymnasium Osterbek Hamburg
•       Gymnasium Othmarschen Hamburg
•       Helene-Lange-Gymnasium Rendsburg
•       High School of Math Science and Engineering at City College New
York
•       Johann Philipp Bronner Schule Wiesloch
•       Laurentius Gymnasium Neuendettelsau
•       Nils-Stensen-Schule Schwerin
•       Ortenburg Gymnasium Oberviechtach
•       Werner-Heisenberg-Gymnasium Bad Dürkheim

Alle Lösungsideen der Finalist:innen 2023 und das Programm finden sich
hier: <https://young-economic-solutions.org/yes_2023>

Die ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft und die Joachim Herz
Stiftung als Veranstalter des YES! laden Medienvertreter:innen herzlich
ein, über das YES!-Finale 2023 zu berichten.

Um Akkreditierung wird gebeten: <https://young-economic-solutions.org
/anmeldung-finale>

•       Veranstaltungsort: Bucerius Law School, Jungiusstraße 6, 20355
Hamburg
•       Beginn: 18. September 2023, 10.00 Uhr
•       Ende: 20. September 2022, 14.00 Uhr

Die Bekanntgabe der drei Preisträgerteams ist am 20. September 2022 um
13:00 Uhr. Die feierliche Preisverleihung wird im Dezember 2023 beim
Schirmherrn der Veranstaltung, dem Bundesminister Dr. Robert Habeck, im
Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz stattfinden.

Über das YES!:
Das „YES! – Young Economic Solutions“ ist einer der größten
Schulwettbewerbe rund um wirtschaftliche und gesellschaftliche
Herausforderungen für die junge Generation. Schüler:innen erarbeiten
eigenständig Lösungen für globale ökonomische, ökologische und
gesellschaftliche Herausforderungen und präsentieren diese im Rahmen eines
Schulkongresses, dem „YES! – Young Economic Solutions“ in englischer
Sprache. Im Diskurs mit Führungspersönlichkeiten und anderen Schüler:innen
schärfen sie ihren Blick auf globale Zusammenhänge und entwickeln eigene
innovative Lösungsvorschläge. Über die besten Lösungen wird demokratisch
abgestimmt. Auf dem Weg zum YES! werden alle teilnehmenden Schulen
kontinuierlich zu den Themen Recherche, Forschung, Präsentation und
Medienarbeit unterstützt und begleitet. Damit nimmt das YES! Empfehlungen
der Kultusministerkonferenz auf, Schüler:innen darin zu befähigen,
Medienanwendungen kritisch einzusetzen. Das „YES! – Young Economic
Solutions“ steht unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für
Wirtschaft und Klimaschutz und ist ein gemeinsames Projekt der ZBW –
Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft und der Joachim Herz Stiftung.

Über die ZBW:
Die ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft (ZBW) ist die weltweit
größte Informationsinfrastruktur für die Wirtschaftswissenschaften. Die
Einrichtung beherbergt rund 4 Millionen Medieneinheiten und ermöglicht den
Zugang zu Millionen wirtschaftswissenschaftlicher Online-Dokumente. Allein
2022 wurden mehr als 14 Millionen digitale Volltexte heruntergeladen.
Daneben stellt die ZBW eine rasant wachsende Sammlung von Open-Access-
Dokumenten zur Verfügung. EconStor, der digitale Publikationsserver,
verfügt aktuell über 250.000 frei zugängliche Aufsätze und Working Papers.
Mit EconBiz, dem Fachportal für wirtschaftswissenschaftliche
Fachinformationen, können Studierende oder Forschende in über 11 Millionen
Datensätzen recherchieren. Zudem gibt die ZBW die beiden
wirtschaftspolitischen Zeitschriften Wirtschaftsdienst und Intereconomics
im Gold Open Access heraus. Die ZBW ist eine forschungsbasierte
wissenschaftliche Informationsinfrastruktur. Mit Professuren in der
Informatik, Wirtschaftswissenschaft und Informationswissenschaft und deren
international besetzter Doktorandengruppe beschäftigt sich die ZBW
transdisziplinär mit dem Thema Open Science. Die ZBW ist in ihrer
Forschung international vernetzt. Hauptsächliche Kooperationspartner
kommen aus DFG- bzw. BMBF-Projekten sowie aus dem Leibniz-Strategieforum
Open Science. Die ZBW ist Teil der Leibniz-Gemeinschaft und Stiftung des
öffentlichen Rechts.

  • Aufrufe: 19

Kaufkraft der Beschäftigten erstmals wieder gestiegen – wenn auch noch verhalten

Dr. Dominik Groll (https://www.ifw-kiel.de/de/unsere-expertinnen-und-
experten/detail/dominik-groll/
), Leiter Arbeitsmarktanalyse am IfW Kiel,
kommentiert die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zur
Lohnentwicklung im 2. Quartal 2023, wonach die Reallöhne um 0,1 Prozent
gegenüber dem Vorjahresquartal gestiegen sind:

„Zum ersten Mal seit sechs Quartalen sind die Reallöhne gestiegen. Das
Plus der um die Inflation bereinigten Löhne fällt allerdings noch minimal
aus. Dass die Kaufkraft nicht weiter gesunken ist, liegt sowohl am
beschleunigten Anstieg der nominal gezahlten Löhne als auch an einer
nachlassenden Verbraucherpreisinflation.

Die allgemeine Teuerung wird im Laufe dieses Jahres weiter nachlassen. Die
Nominallöhne werden zudem weiter kräftig steigen. Ein starkes Indiz
hierfür sind die Tarifabschlüsse in der Metall- und Elektroindustrie, im
öffentlichen Dienst von Bund und Gemeinden, bei der Deutschen Post oder
der Deutschen Bahn, bei denen sowohl kräftige Tarifverdienstzuwächse als
auch hohe Einmalzahlungen („Inflationsausgleichsprämien“) vereinbart
wurden. Der Einzelhandel, der Groß- und Außenhandel und der öffentliche
Dienst der Länder dürften diesen Beispielen in den kommenden Monaten
folgen.

Ob die Reallöhne im Durchschnitt des laufenden Jahres bereits wieder höher
ausfallen werden als im vergangenen Jahr, ist noch nicht ausgemacht. Ein
leichtes Plus ist dabei ebenso denkbar wie ein leichtes Minus. Spätestens
im kommenden Jahr werden die Nominallöhne dann aller Voraussicht nach aber
deutlich stärker steigen als die Verbraucherpreise. Mit etwas Glück
könnten die Reallohnverluste, die sich zwischen 2020 und 2022 aufsummiert
haben, dann sogar wettgemacht sein. Vom Vorkrisentrend – also dem
Reallohnniveau, das ohne Pandemie und Energiekrise realistisch wäre – wäre
man allerdings auch im kommenden Jahr noch weit entfernt.”

  • Aufrufe: 20

Krankenhausstrukturreform bedarf neuer Methoden zur Qualitätsmessung

Krankenhausstrukturreform muss auf Basis messbarer Qualitätsparameter
umgesetzt werden.
Vielfalt an Erhebungen, Rankings bei geringer Transparenz der
Bewertungskriterien, methodische Mängel der Vergleichbarkeit bleiben ein
Problem für Ratsuchende.
WiZen-Studie zeigt deutliches Potenzial von validen
Zertifizierungsprozessen auf Versorgungsqualität.

Die Krankenausstrukturreform hat das übergeordnete Ziel, die
Versorgungsqualität in Deutschland zu erhöhen. Woran sich diese bemisst,
ist allerdings bislang weitestgehend ungeklärt. „Eine transparente und
valide Darstellung von Qualitätsparametern ist eine zentrale, aber vor
allem gemeinsame Aufgabe aller Krankenhäuser, der Politik und weiterer
Partner“, so Prof. Dr. Michael Abrecht, Medizinischer Vorstand des
Universitätsklinikum Dresden. „Wir vertreten seit vielen Jahren die
Position, dass es objektiver Qualitätsvergleiche bedarf.“ So war das
Universitätsklinikum Dresden 2008 Gründungsmitglied der Initiative
Qualitätsmedizin (IQM), einem träger- und länderübergreifenden
gemeinnützigen Verein, in dem sich derzeit über 500 Krankenhäuser aus
Deutschland und der Schweiz für mehr Qualität in der Medizin und
Patientensicherheit engagieren.

Krankenhausrankings dienen in den wenigsten Fällen der Transparenz
Selbst etablierte Institutionen schaffen es nicht, valide, wegweisende
Rankings zum Qualitätsvergleich zu etablieren. „Es gibt nahezu überall
Schwierigkeiten mit den Verfahren und der Methodik“, erklärt Michael
Albrecht. „Die Erhebungen erfolgen methodisch nicht transparent und sind
wissenschaftlich demnach nicht oder schwer nachvollziehbar, was uns dazu
zwingt, von diesen Verfahren Abstand zu nehmen.“ Das Universitätsklinikum
Dresden hat sich 2022 entschieden, nicht mehr an der zentralen Abfrage des
Rankings zur Focus Klinikliste 2024 teilzunehmen.

„Auch wir haben in den vergangenen Jahren versucht, mit unserem
hervorragenden Abschneiden in diesem Ranking eine Orientierung für unsere
Patientinnen und Patienten zu schaffen, dies ist aber auch aufgrund der
unklaren Methodik sowie der zunehmenden Kommerzialisierung für uns
zukünftig nicht mehr vertretbar. Wir setzen daher unter anderem auf
bewährte und etablierte Zertifizierungsverfahren, und zwar vor allem auf
solche, bei denen verschiedene medizinische Fachdisziplinen auf Basis
wissenschaftlich fundierter Kriterien betrachtet und dann vor Ort von
Experten geprüft werden. Darüber hinaus stellen wir uns regelmäßig den
Anforderungen der internationalen Qualitätsmanagementnorm, der DIN EN ISO,
mit der vor allem strukturelle und prozessuale Normkriterien begutachtet
werden“, so Prof. Michael Albrecht.

Man wolle es aber nicht dabei belassen, sondern mit Partnern im Deutschen
Gesundheitssystem in den Austausch gehen, professionelle Verfahren zur
Qualitätsbewertung entwickeln und mit der Politik weiter vorankommen. Ein
erster Schritt war 2012 die Gründung des Zentrums für evidenzbasierte
Gesundheitsversorgung (ZEGV) in Dresden. „Unser Ziel war es, medizinische
Qualität messbar und transparent zu gestalten, Potenziale zu
identifizieren und zu heben“, erklärt Prof. Michael Albrecht.

Qualität messbar machen
Am ZEGV wird seit mehr als zehn Jahren die bundespolitische
Versorgungssituation wissenschaftlich untersucht. Die Experten um Prof.
Dr. Jochen Schmitt beschäftigen sich mit der Auswertung von Daten, um
ergebnisorientierte Qualität sichtbar zu machen. Wie relevant diese
Erhebungen sind, zeigt die jüngste Studie „Wirksamkeit der Versorgung in
onkologischen Zentren“ (WiZen), von Versorgungsforschern des
Universitätsklinikums Dresden und der Universität Regensburg, die am 21.
August 2023 im Deutschen Ärzteblatt erstveröffentlicht worden ist. Die
Studie zeigte, dass Krebspatientinnen und -patienten, die sich in
zertifizierten Krebszentren erstbehandeln lassen, Vorteile im
Gesamtüberleben haben.

Versorgungwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus dem ZEGV, der
Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren und dem Zentrum für
Qualitätssicherung und Versorgungsforschung an der Universität Regensburg
haben dafür in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftlichen Institut der AOK
(WIdO) die Daten von Betroffenen aus ganz Deutschland ausgewertet. Auf
Basis kontrollierter Kohortenstudien wurde ermittelt, ob die
Erstbehandlung in Krankenhäusern mit und ohne Zertifikat der Deutschen
Krebsgesellschaft (DKG) ein unterschiedliches Gesamtüberleben zur Folge
hat. Die Grundlage bildeten Daten von rund 22 Millionen volljähriger AOK-
Versicherter, sowie von vier großen klinischen Krebsregistern aus Bayern,
Berlin, Brandenburg, Sachsen und Thüringen. Für alle 11 untersuchten
Krebsarten zeigen sich demnach Vorteile im Gesamtüberleben bei der
Erstbehandlung in einer zertifizierten Klinik. Damit wird erstmals die
Evidenz von Zertifizierungsverfahren auf die Behandlungsqualität von
Patientinnen und Patienten bewiesen. „Insofern lohnt der genaue Blick auf
die Vielzahl der Zertifizierungsangebote auf dem QM-Markt und im Übrigen
auch die Information an die Patientinnen und Patienten“, so Prof. Dr.
Maria Eberlein-Gonska, Leiterin des Bereichs Qualitäts- und Medizinisches
Risikomanagement am Universitätsklinikum Carl Gustav Dresden.

Eine exzellente Versorgung auf Spitzenniveau orientiert sich an neuesten
Erkenntnissen aus der Wissenschaft – so auch das Leistungsportfolio der
Hochschulmedizin Dresden. „Dennoch mussten wir über viele Jahre erleben,
wie unheimlich schwer es ist, objektive Verfahren mit Evidenznachweis zu
etablieren“, sagt Prof. Michael Albrecht. „Vergleichsparameter müssen aber
spätestens jetzt transparent, für den aufgeklärten Patienten zur Verfügung
stehen.“ Man hoffe, dass mit dem aktuellen Antritt der Politik im Rahmen
notwendiger Vergleichsfaktoren innerhalb der Krankenhausstrukturreform
neuer Schwung in das Thema kommt, um den Patientinnen und Patienten
Entscheidungshilfen anbieten zu können.

  • Aufrufe: 83