Zwei neue berufsbegleitende Weiterbildungsangebote der Leuphana Universität Lüneburg gehen auf den aktuellen Bedarf von nachhaltigkeitsorientierten Unternehmen ein. Im Oktober starten die jeweils sechsmonatigen Zertifikatsstudiengänge „Sustainability Accounting & Management Control“ und „Zirkuläres Wirtschaften“. Studierende erwerben mit diesen Angeboten praxisnahe Nachhaltigkeitskompetenzen von transparenter Berichterstattung bis zu kreislauffähigem Produktdesign. Bewerbungen sind noch bis zum 31. Juli möglich.
Von 2025 an sind rund 15.000 Unternehmen in Deutschland aufgrund von EU- Vorgaben dazu verpflichtet, umfassende Nachhaltigkeitsberichte zu veröffentlichen. „Das stellt Unternehmen vor große Herausforderungen und verlangt nach spezialisiertem Wissen und entsprechenden Handlungskompetenzen“, ist Leuphana-Nachhaltigkeitsexperte Prof. Dr. Stefan Schaltegger überzeugt. Die neuen Zertifikatsstudiengänge wenden sich vor dem Hintergrund der notwendigen Transformation zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise an Fachkräfte aller Branchen und Organisationen. Vorausgesetzt werden eine Hochschulzugangsberechtigung und mindestens ein Jahr Berufserfahrung.
Im Zertifikatstudium Sustainability Accounting & Management Control geht es darum, die ökologischen und sozialen Nachhaltigkeitsleistungen eines Unternehmens ganzheitlich zu erfassen und darzustellen. „Studierende lernen, sowohl positive wie negative Beiträge eines Unternehmens zur Nachhaltigkeitstransformation zu ermitteln und beschäftigen sich damit, wie die Berichterstattung im Einklang mit europäischen und globalen Standards funktionieren kann“, erläutert BWL-Professor Dr. Patrick Velte, der zusammen mit Professor Schaltegger für das Angebot verantwortlich ist. Gerade mittelständische Unternehmen haben auf diesem Gebiet noch einen großen Nachholbedarf.
Mit Methoden und Ansätzen wie Ökodesign, Cradle-to.Cradle und Design Thinking beschäftigen sich die Studierenden im Zertifikatsstudium Zirkuläres Wirtschaften. Das Angebot zielt darauf ab, Wirtschaften konsequent kreislauffähig zu denken, Rohstoffe effizienter zu nutzen und das Wiederverwenden zum Standard werden zu lassen. Zu den Schwerpunkten des Programms zählen auch neuartige und nachhaltige Geschäftsmodelle. Die Teilnehmenden sollen dazu eigene Ideen entwickeln und mit Expert*innen diskutieren.
Die Teilnehmenden lernen in beiden Programmen vielfältige Methoden und Werkzeuge kennen, die es für die nachhaltige Entwicklung eines Unternehmens braucht. Innerhalb eines halben Jahres entsteht so handlungsorientiertes Fachwissen für das unternehmerische Nachhaltigkeitsmanagement. Das Studium kann flexibel online absolviert werden. Ein direkter Transfer des Fachwissens in den Berufsalltag ist damit möglich.
Physikerin Sonja Schöning erklärt dem Wirtschaftsexperten Tim Kampe die Nutzung eines sogenannten Zug-Knochens. Patrick Pollmeier P. Pollmeier/HSBI
InCamS@BI will dem Transfer der HSBI neue Impulse verleihen. Im Zentrum des Projekts steht die Frage, wie Unternehmen in OWL das Handling von Kunststoffen in einer zirkulären Wertschöpfung gestalten können. Unverzichtbar: ein interdisziplinärer Ansatz von Wirtschaftswissenschaften und Naturwissenschaften sowie eine enge Kooperation mit den Forschenden der Universität Bielefeld. Bei einem Besuch in zwei Universitätslaboren wird deutlich, wie Oberflächenstrukturen von Kunststoffen analysiert werden, um unter anderem ihre Recyclingfähigkeit einschätzen zu können – und wie eine „grüne Chemie“ aufgezogen wird, die nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion steht.
Bielefeld (hsbi). Weißes Hemd mit hochgekrempelten Ärmeln, in der Hand einen sogenannten Zug-Knochen aus weißem Kunststoff und im Hintergrund einen Bildschirm voller Graphen und Diagramme, rechts daneben ein kompliziert aussehendes Gerät, das an ein Mikroskop erinnert – insgesamt ein eher ungewöhnliches Setting für Prof. Dr. Tim Kampe. Er lehrt Allgemeine BWL an der Hochschule Bielefeld (HSBI), ist Wirtschaftsprüfer und Steuerberater und engagiert sich für Unternehmensgründungen. Seit Anfang 2023 ist er zudem Mentor der Forschungsgruppe Innovationsmanagement im interdisziplinären Projekt InCamS@BI, dem Innovation Campus for Sustainable Solutions. Das Ziel: InCamS@BI will eine Circular Economy, also eine zirkuläre Wertschöpfung, für Kunststoffe in OWL schaffen – und dabei den Transfer der HSBI modernisieren. Damit einhergehen soll eine Verbesserung der Langlebigkeit und Robustheit von Kunststoffprodukten sowie eine ressourcenschonende Herstellung. Das Projekt besteht insgesamt aus sieben Forschungsgruppen, in denen Technologiescouts und Referentinnen und Referenten mit Mentorinnen und Mentoren gemeinsam an Lösungen arbeiten. Dabei sind einige im Creative Lab tätig, in dem die Ideen generiert, und einige im Innovation Lab, in dem diese weiterentwickelt werden sollen.
Heute ist Kampe gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus dem Projekt zu Gast in den Laboren der Experimentalphysik an der Universität Bielefeld. Das Labor, in dem sich die Gruppe trifft, gehört zur InCamS@BI- Forschungsgruppe Analytik und Materialentwicklung. Gastgeber für ihre Kolleginnen und Kollegen sind Prof. Dr. Andreas Hütten und Prof. Dr. Dario Anselmetti. „Das Gebäude hier ist gebaut wie ein Bunker. Die Decken sind einen Meter dick, damit die Magnetfelder nicht gestört werden und sich Vibrationen von Straßenbahn und Baustelle nicht übertragen – denn das wäre fatal für unsere sehr genauen Messungen“, erklärt Hütten. Neben den Mentoren Kampe, Anselmetti und Hütten sind auch Prof. Dr. Sonja Schöning, Physikerin, Prof. Dr. Harald Gröger, Chemiker, sowie Melanie Wilde, Projektleitung und Soziologin, vor Ort. Hütten und Anselmetti zeigen ihren fachfremden Kolleginnen und Kollegen, welche Potenziale sich in den Laboren der Experimentalphysik für das Projekt bieten.
Kunststoffe als wertvolle und vor allem wiederverwendbare Ressourcen betrachten
Am Rasterkraftmikroskop zeigt Andreas Hütten der Gruppe, wie Oberflächenstrukturen analysiert werden – zum Beispiel die Oberfläche des Zug-Knochens. „Aus der Produktsicht haben Kunststoffe eine enorme Vielzahl positiver Eigenschaften – das erklärt den Erfolg dieser Materialgruppe“, so Sonja Schöning. Allerdings schaut die Produktentwicklung derzeit noch zu wenig darauf, wie es mit den Kunststoffen am Ende des Produktlebenszyklus weitergeht. Der unbefriedigende Status Quo ist ein umständliches Recycling von Kunststoffen, bei dem die Wiederverwertung je nach Material anspruchsvoll oder gar nicht möglich ist. „Deshalb sehen wir den größten Stellhebel von InCamS@BI darin, Kunststoffe als wertvolle Rohstoffe zu betrachten, die von Beginn an im Sinne der zirkulären Wertschöpfung entwickelt, designt, produziert und weiter- bzw. wiederverwendet werden“, erklärt die Leiterin des Innovation Labs eines der Ziele des Projekts.
Innovationen ermöglichen
Tim Kampe kennt die Sicht der Wirtschaft: „Für die Unternehmen ist es eine Herausforderung, das Thema ganzheitlich zu betrachten, da ihnen oft Ressourcen und teilweise auch das Know-how fehlen.“ Sie wissen daher oft nicht, wo sie beginnen sollen und haben keine Mittel, Innovationen zu entwickeln, die den Einstieg in eine Circular Economy ermöglichen. „Da besteht Bedarf nach Unterstützung, beispielsweise wenn die Produktentwicklung kundenorientiert erfolgen soll. Es ist immer eine Herausforderung, im Innovationsprozess die verschiedenen Perspektiven zu erfassen, zusammenzubringen und schlussendlich auch zu berücksichtigen“, berichtet der Wirtschaftsexperte.
Die Aufgabe von Kampe und dem Team Innovationsmanagement ist es, solche Innovationen zu ermöglichen. Mit Kreativität wollen sie Unternehmen beim Finden und Umsetzen neuer Lösungen unterstützen. „Transfer sollte weniger ein ‚Wie bekommen wir das Wissen aus den Hochschulen in die Unternehmen?‘ sein, sondern mehr ein ‚Wo und wie finden wir Unternehmen, mit denen wir gemeinsam Wissen hervorbringen können?‘“, lautet Kampes Standpunkt. „Wir wünschen uns, dass die HSBI von Unternehmen als Ressource für Innovationsentwicklung gesehen wird – dafür müssen und möchten wir uns jetzt entsprechend positionieren.“
Das subatomare Level
Die Gruppe zieht weiter: Im nächsten Raum ist ein Gerät zu sehen, dass aus zahlreichen Stahlrohren besteht. Die Oberfläche glänzt. An einigen Stellen lassen kleine Fenster einen Blick in das Innere zu. Mit speziellen Greifzangen, den sogenannten Wobble-Sticks, kann man eine Probe von einer Unterdruckkammer in die nächste schleusen. Insgesamt vier Kammern gibt es, in jeder sinkt der Druck weiter, bis die Probe schließlich in der Messkammer ankommt. Dort gibt es nahezu keinen Sauerstoff mehr und vor allem keine Feuchtigkeit. Perfekte Bedingungen, um die subatomare Auflösung der Oberflächenstruktur von Kunststoffen zu analysieren.
Einige der InCamS@BI-Mentorinnen und Mentoren kennen sich schon aus anderen Projekten: Sonja Schöning und Andreas Hütten haben beispielweise schon im CiMT, dem Centrum für interdisziplinäre Materialforschung und Technologieentwicklung, gemeinsam an der Alterung von Kunststoffoberflächen geforscht. „Unser Fokus lag dabei auf Polypropylen- Werkstoffen. Jetzt möchten wir sozusagen unsere Datenbank erweitern und auch die Alterung anderer Kunststoffe untersuchen. Gemeinsam mit den Forschenden aus der organischen Chemie der Universität Bielefeld haben wir die Möglichkeit, hochauflösende Analytik sowohl aus chemischer als auch physikalischer Sicht durchzuführen. Das Wissen über die Alterungsprozesse, und auch über die Rolle der zugefügten Additive, wollen wir Unternehmen zur Verfügung stellen“, so Hütten.
Harald Gröger, der sich schon seit vielen Jahren mit „grüner Chemie“ beschäftigt, sieht eine Schlüsselfrage in der gezielten Nutzung einer bio- basierten Rohstoffbasis für die Kunststoffproduktion: „Welche neuen Verfahren zur Herstellung und zum Abbau von Kunststoffen gibt es? Wie können wir Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen in nachhaltiger Weise herstellen? Und: Wie können wir diese auf nachwachsenden Rohstoffen basierenden Kunststoffe ökonomisch im industriellen Maßstab produzieren?“ Eine weitere Aufgabe: Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen müssen für viele Anwendungsfelder dieselben Eigenschaften aufweisen, wie die aktuellen – sonst können sie von den Unternehmen oft nicht verwendet werden. Die Herausforderung liegt hier zusätzlich darin, bei bio-basierten Rohstoffen auf Nutzpflanzen zu verzichten, die zur Nahrungsmittelherstellung verwendet werden.
Um ein gemeinsames Verständnis für die Inhalte und die Teammitglieder zu gewinnen, ist auch Melanie Wilde heute das erste Mal in einem waschechten Labor. Wilde ist Soziologin und hat zusätzlich Psychologie und Informatik studiert – für ihre Forschung brauchte sie keine komplizierten Geräte, Reinräume oder Apparaturen. Jetzt ist sie Projektleiterin. Bei ihrer aktuellen Aufgabe hilft ihr akademischer Hintergrund: Ihr Fokus lag auf Transformationsprozessen und deren Wechselwirkungen – und genau das ist das Ziel des Projekts: eine gemeinsame Veränderung herbeizuführen. „Soziologie beschäftigt sich mit Strukturen. Sie betrachtet Prozesse auf unterschiedlichen Ebenen, was wir auch im Projekt brauchen – denn der Wandel hin zur zirkulären Wertschöpfung kann nur gelingen, wenn alle Ebenen sich beteiligen. Die großen, wie Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft, aber eben auch jede einzelne Person.“ Für Wilde ist ganz klar die Interdisziplinarität der Schlüssel zum Erfolg von InCamS@BI: „Die Diversität der Forschenden und wirtschaftlichen Kooperationspartner erlaubt uns, homogene disziplinäre Denkmuster zu durchbrechen und innovative Lösungen für eine Kreislaufwirtschaft der Kunststoffe zu entwickeln.“
Trial and Error
In allen Gesprächen heute klingt immer wieder durch: Dieses Projekt wird agil gedacht. Das sogenannte „Trial and Error“, also ausprobieren, validieren, überarbeiten und neu denken soll hier nicht nur auf dem Papier stehen, sondern in vielen Formaten umgesetzt werden. Dass heute so viele verschiedene Disziplinen zusammengekommen sind, die Spaß an der gemeinsamen Arbeit haben, ist ein guter Anfang.
Weitere Informationen
Mit InCamS@BI, dem Innovation Campus for Sustainable Solutions, positioniert sich die HSBI als innovative Transferakteurin im Feld der Kreislaufwirtschaft. In dem fächerübergreifenden Projekt werden Ideen generiert und Lösungen entwickelt, um Kunststoffe und deren Handhabung für eine Kreislaufwirtschaft zu optimieren. Mit innovativen Formaten und einem interdisziplinären Team gestaltet InCamS@BI den Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Es ist das erste Projekt, in dem forschungsbasierte Transferstrukturen systematisch entwickelt, aufgebaut und erprobt werden. InCamS@BI wird im Rahmen der Bund-Länder- Initiative „Innovative Hochschule” von 2023 bis 2027 gefördert. https://hsbi.de/incamsbi
Was steht mehr für den Sommer als eine Mohnblume, hier die Blüte des Schlaf-Mohns (Papaver somniferum, opiatfreie Sorge). HHU / Arne Claussen
Pflanzenpracht, soweit das Auge reicht: Der Sommer ist im Botanischen Garten der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) eingezogen. Ein Weg in die Nutzpflanzenabteilung lohnt sich ganz besonders, aber auch sonst sind viele botanische Kleinode zu finden. Wen es in den Düsseldorfer Süden verschlägt: Der Botanische Garten hat täglich geöffnet.
Gelegentliche Regentage brauchen die Pflanzen im Botanischen Garten im Sommer, so auch den Tag Ende Juni. Danach präsentieren sich die Pflanzen im satten Grün und mit leuchtenden Farben.
Gerade die Nutzpflanzenabteilung hat davon profitiert. Verschiedene Kohlsorten sind zu finden, die Zucchinis (Cucurbita pepo subsp. pepo convar. giromontiina) setzt Blüten an, aus denen dann die Früchte entstehen. Aber auch Exoten wie drei kleine Papayabäumchen (Carica papaya) sind zu finden; in diesem Jahr sind aber noch keine Früchte zu erwarten.
Besonders auffällig sind die kräftig-violetten Blüten des Schlaf-Mohns (Papaver somniferum). Es handelt sich hier um eine Sorte, die keine Opiate enthält. Dr. Sabine Etges, wissenschaftliche Leiterin des Botanischen Gartens: „Auch für den Anbau von solchen Sorten benötigt man eine behördliche Genehmigung. Die Opiate sind normalerweise im Milchsaft enthalten und dienen den Pflanzen als Schutz, zum Beispiel vor Fressfeinden."
An verschiedenen Stellen trifft der Besucher auf Lauchpflanzen (Allium), die auch in Gärten immer beliebter werden. Besonders auffällig sind die rot-violetten Blütenstände der Sorte Allium amethystinum ‚Red Mohican‘. „Wer Platz im Garten hat, sollte ruhig einmal eine Lauchpflanze über den Winter stehen lassen“, rät Etges, „im Folgejahr wird sie die typischen kugeligen Blütenstände ansetzen.“
In einem kleinen Teich in der Nutzpflanzenabteilung wachsen Lotosblumen (Nelumbo nucifera) mit ihren schwimmenden Blättern. Ein typischer Effekt dieser Pflanze brachte es bis zur technischen Anwendung, der gleichnamige ‚Lotoseffekt‘. Denn die Blätteroberflächen weisen eine regelmäßige Mikrostruktur auf, so dass Wasser nur eine sehr geringe Auflagefläche hat und einfach von den Blättern abfließt. Dabei reißt das Wasser auch Schmutzpartikel mit und reinigt die Blätter. Eine solche Oberflächenrauigkeit – realisiert durch spezielle Farben – schützt auch technische Oberflächen vor Verschmutzungen.
„Sehr haben wir uns gefreut, als wir Anfang Juni eine botanische Rarität im Garten fanden, die sich selbst ausgesät hat“, berichtet Etges. Es handelt sich um eine seltene heimische Orchidee, den Bienen-Ragwurz (Ophrys apifera). „Solche Pflanzen auszusähen ist sehr schwierig, denn jede Orchidee braucht einen ganz spezifischen Bodenpilz, mit dem sie in Symbiose lebt. An dem Standort, an dem die Bienen-Ragwurz aufgegangen ist, muss diese Konstellation zufällig gepasst haben.“
Prof. Dr. Klaus-Rudolf Lunau, pensionierter Biologieprofessor der HHU, verrät ein weiteres spannendes Detail: „Die Bienen-Ragwurz ist eine ‚Sexualtäuschorchidee‘. Ihre Blüte imitiert ein Langhornbienenweibchen. Sie duftet – für Menschen nicht wahrnehmbar – nach den Weibchen und sieht auch so aus, indem sie den Glanz der Flügel imitiert und die bei der Paarung erhobenen Mittelbeine.“ Landete ein Langhornbienenmännchen auf der Blüte, käme es zu einer Pseudokopulation, bei der die Biene mit Pollinien beladen wird und diese zu weiteren Blüten trägt. Prof. Lunau: „Findet sich kein Bienenmännchen, so ist die Pflanze darauf eingestellt: Sie kann sich auch selbst bestäuben und sich so fortpflanzen.“
Und wer bei seinem Sommerrundgang die Augen offenhält, der wird auch eine Reihe von tierischen Bewohnern des Botanischen Gartens finden. Etges: „Ein Besucher hat vor Jahren einmal Rotwangen-Schildkröten bei der Eiablage beobachtet. Andere Schildkröten-Arten wie die Gelbwangen- Schmuckschildkröten (Trachemys scripta) haben sich schon zu einer beträchtlichen Größe entwickelt. Mit etwas Glück kann man am Teich bei den Konifereninseln auch den leuchtend blauen Eisvogel beim Fischen beobachten.“
Der Botanische Garten der HHU
Der rund acht Hektar große Botanische Garten wurde 1979 eröffnet. Er dient der Bevölkerung ganzjährig als Stätte der Bildung und Erholung, der Pflanzenforschung und der Studierendenausbildung an der HHU. Die umfangreichen, größtenteils öffentlichen Pflanzensammlungen werden als Arbeits- und Anschauungsmaterial für Forschung und Lehre vor allem in der Biologie und der Pharmazie genutzt.
Ein besonderer Schwerpunkt des Düsseldorfer Botanischen Gartens ist die sogenannte Kalthauskultur. In ihrem Zentrum steht das Wahrzeichen des Gartens, das 1.000 Quadratmeter große Kuppelgewächshaus mit einer Höhe von 18 Metern. Es beherbergt Pflanzen des Mittelmeerraums und der Kanaren, aber auch solche aus Ozeanien, Asien und Amerika.
In den Jahren 2004 und 2008 wurde die Einrichtung um drei neue Gebäude erweitert, die Orangerie, das Südafrikahaus und einen Forschungsgewächshauskomplex. Neben dem großen Sammlungs- und Forschungshaus und Versuchsflächen betreibt der Botanische Garten auch die hochmodernen Forschungsgewächshäuser auf dem Dach des Biologie-Neubaus.
Die im Botanischen Garten zu entdeckende Pflanzenwelt ist äußert vielfältig. Dort finden sich äußerst seltene Pflanzen wie die Wollemie, von denen in Ursprungsland Australien nur circa 100 ausgewachsene Exemplare wild in einem sehr kleinen, gut geschützten Gebiet vorkommen. In Düsseldorf wird damit ein Beitrag zur Erhaltung bedrohter Arten und zur Sicherung der Biodiversität geleistet.
Alljährlich besuchen rund 100.000 Bürgerinnen und Bürger den Botanischen Garten. Er ist für die Öffentlichkeit von März bis Oktober täglich und von November bis Februar montags bis freitags geöffnet. Den Besuchenden steht ein kostenfreier Audioguide zur Verfügung, der sie auf Rundgängen zu allen Besonderheiten führt.
Mit einem vielfältigen Vortrags- und Führungsprogramm werden Pflanzeninteressierte jeden Alters an die Geheimnisse, die im Garten zu finden sind, herangeführt und die Bedeutung von Pflanzen für die menschliche Zivilisation verdeutlicht. Mit diesem Wissenstransfer ist der Botanische Garten in das Selbstverständnis der HHU als Bürgeruniversität eingebunden.
Unterstützt wird die Arbeit durch den Freundeskreis, mit dessen Hilfe bereits viele Projekte realisiert werden konnten.
Ebenso ist der Botanische Garten eine Ausbildungsstätte für Gärtnerinnen und Gärtner. Bis zu zehn Auszubildende erlernen in der Fachrichtung „Staudengärtnerei“ den Betrieb eines wissenschaftlich orientierten Gartens.
Prof. Dr. Melanie Diermann, Online-Marketing-Expertin und Leiterin des neuen Studiengangs der IST-Hochschule für Management. IST-Hochschule für Management
Unternehmen können langfristig am Markt nur erfolgreich sein, wenn sie im Marketing und Online-Marketing professionell aufgestellt sind. Dafür brauchen sie qualifizierte Expert:innen, die in der Lage sind, das Marketing von morgen anzubieten und das Marketing von übermorgen zu denken und zu konzipieren. Der neue Bachelor-Studiengang „Online-Marketing & Marketingmanagement“ der IST-Hochschule für Management vermittelt genau diese Expertise. Erstmaliger Start ist im Oktober 2023.
Unternehmen, die Produkte und Dienstleistungen verkaufen möchten, müssen gute Strategiearbeit und aufmerksamkeitsstarke Werbung machen. Früher ging das mit Printanzeigen in Zeitschriften, Flyern und Radiowerbung. Heute braucht es Online- und Social-Media-Marketing. Was sich verändert hat, weiß Prof. Dr. Melanie Diermann, Leiterin des neuen Studiengangs an der IST-Hochschule: „Wenn 2023 noch von ‚neuen Medien‘ gesprochen wird, muss ich manchmal schmunzeln. Denn die sind ja schon seit über zwanzig Jahren nicht mehr neu. Neu ist höchstens noch die Dynamik, die sie entfalten und da geht die Entwicklung ungebrochen weiter. Unternehmen müssen heute Multi-Channel-präsent sein, das ist der Standard. Und sie müssen ihre Präsenz strategisch steuern können, das ist die Kür.“
Genau an dieser Stelle knüpft der neue Bachelor-Studiengang „Online- Marketing & Marketingmanagement“ der IST-Hochschule an. „Studierende lernen bei uns das Marketing der Zukunft. Wir denken aus der Perspektive von Touchpoints, User Experience und Customer Journey, sodass die Teilnehmer:innen ihr im Studium erworbenes Wissen aktiv und gewinnbringend im Unternehmensprozess einbringen können“, sagt Diermann.
Moderne Studieninhalte für Marketeers von morgen
Neben vielen inhaltlichen Aspekten im Trendbereich des Online-Marketing wie Data-driven Marketing, KI und Extended Reality zeichnet den Studiengang insbesondere die große Praxisnähe aus. An der IST-Hochschule werden die Studierenden von Praktiker:innen mit umfassender Berufserfahrung unterrichtet. Die Dozent:innen kommen sowohl aus dem Agenturumfeld als auch von internationalen Unternehmen wie Amazon und IBM. An ausgewählten Seminartagen besuchen die angehenden Marketingmanager:innen gemeinsam mit den Professor:innen und Dozent:innen Fachveranstaltungen und erhalten exklusive Einblicke hinter die Kulissen spannender Unternehmen.
Ideal ist das Marketing-Studium für alle, die sich im Online-Marketing praxisnah qualifizieren und dabei die Vorteile einer Business School und einer Fernhochschule für sich nutzen möchten. Es ist möglich, in Vollzeit, in Teilzeit und dual – also in Kombination mit einer betrieblichen Ausbildung – zu studieren. Der Blended-Learning-Ansatz mit modernen Lehrmethoden wie Online-Vorlesungen und -Tutorien und der IST-App bietet maximale Flexibilität. So entscheiden die Studierenden selbst, wann und wo sie lernen. Prüfungen können digital oder vor Ort an verschiedenen Prüfungsstandorten im gesamten Bundesgebiet und weltweit abgelegt werden.
Ausgezeichnete Berufsaussichten
Berufsperspektiven nach dem Studium gibt es viele. „Mit erfolgreichem Abschluss des Studiums sind unsere Absolvent:innen optimal aufgestellt für einen Berufsstart in Unternehmen, Verbänden und Non-Profit-Organisationen, bei Agenturen oder in der Selbstständigkeit gleichermaßen. Sie können in die Arbeitsbereiche des Online-Marketing, der Social-Media-Arbeit, in der Kampagnenplanung oder in der Unternehmenskommunikation einsteigen“, ergänzt Diermann.