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Neue Leuphana-Weiterbildungsstudiengänge zu Nachhaltigkeitsreporting und Kreislaufwirtschaft

Zwei neue berufsbegleitende Weiterbildungsangebote der Leuphana
Universität Lüneburg gehen auf den aktuellen Bedarf von
nachhaltigkeitsorientierten Unternehmen ein. Im Oktober starten die
jeweils sechsmonatigen Zertifikatsstudiengänge „Sustainability Accounting
& Management Control“ und „Zirkuläres Wirtschaften“. Studierende erwerben
mit diesen Angeboten praxisnahe Nachhaltigkeitskompetenzen von
transparenter Berichterstattung bis zu kreislauffähigem Produktdesign.
Bewerbungen sind noch bis zum 31. Juli möglich.

Von 2025 an sind rund 15.000 Unternehmen in Deutschland aufgrund von EU-
Vorgaben dazu verpflichtet, umfassende Nachhaltigkeitsberichte zu
veröffentlichen. „Das stellt Unternehmen vor große Herausforderungen und
verlangt nach spezialisiertem Wissen und entsprechenden
Handlungskompetenzen“, ist Leuphana-Nachhaltigkeitsexperte Prof. Dr.
Stefan Schaltegger überzeugt. Die neuen Zertifikatsstudiengänge wenden
sich vor dem Hintergrund der notwendigen Transformation zu einer
nachhaltigen Wirtschaftsweise an Fachkräfte aller Branchen und
Organisationen. Vorausgesetzt werden eine Hochschulzugangsberechtigung und
mindestens ein Jahr Berufserfahrung.

Im Zertifikatstudium Sustainability Accounting & Management Control geht
es darum, die ökologischen und sozialen Nachhaltigkeitsleistungen eines
Unternehmens ganzheitlich zu erfassen und darzustellen. „Studierende
lernen, sowohl positive wie negative Beiträge eines Unternehmens zur
Nachhaltigkeitstransformation zu ermitteln und beschäftigen sich damit,
wie die Berichterstattung im Einklang mit europäischen und globalen
Standards funktionieren kann“, erläutert BWL-Professor Dr. Patrick Velte,
der zusammen mit Professor Schaltegger für das Angebot verantwortlich ist.
Gerade mittelständische Unternehmen haben auf diesem Gebiet noch einen
großen Nachholbedarf.

Mit Methoden und Ansätzen wie Ökodesign, Cradle-to.Cradle und Design
Thinking beschäftigen sich die Studierenden im Zertifikatsstudium
Zirkuläres Wirtschaften. Das Angebot zielt darauf ab, Wirtschaften
konsequent kreislauffähig zu denken, Rohstoffe effizienter zu nutzen und
das Wiederverwenden zum Standard werden zu lassen. Zu den Schwerpunkten
des Programms zählen auch neuartige und nachhaltige Geschäftsmodelle. Die
Teilnehmenden sollen dazu eigene Ideen entwickeln und mit Expert*innen
diskutieren.

Die Teilnehmenden lernen in beiden Programmen vielfältige Methoden und
Werkzeuge kennen, die es für die nachhaltige Entwicklung eines
Unternehmens braucht. Innerhalb eines halben Jahres entsteht so
handlungsorientiertes Fachwissen für das unternehmerische
Nachhaltigkeitsmanagement. Das Studium kann flexibel online absolviert
werden. Ein direkter Transfer des Fachwissens in den Berufsalltag ist
damit möglich.

Weitere Informationen und Bewerbung:
Zertifikat Zirkuläres Wirtschaften: https://www.leuphana.de/ze-
zirkulaeres-wirtschaften
Zertifikat Sustainability Accounting and Management Control (Reporting):
https://www.leuphana.de/ze-samc

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Universität und Hochschule Bielefeld arbeiten gemeinsam im Projekt InCamS@BI

Physikerin Sonja Schöning erklärt dem Wirtschaftsexperten Tim Kampe die Nutzung eines sogenannten Zug-Knochens.  Patrick Pollmeier  P. Pollmeier/HSBI
Physikerin Sonja Schöning erklärt dem Wirtschaftsexperten Tim Kampe die Nutzung eines sogenannten Zug-Knochens. Patrick Pollmeier P. Pollmeier/HSBI

InCamS@BI will dem Transfer der HSBI neue Impulse verleihen. Im Zentrum
des Projekts steht die Frage, wie Unternehmen in OWL das Handling von
Kunststoffen in einer zirkulären Wertschöpfung gestalten können.
Unverzichtbar: ein interdisziplinärer Ansatz von Wirtschaftswissenschaften
und Naturwissenschaften sowie eine enge Kooperation mit den Forschenden
der Universität Bielefeld. Bei einem Besuch in zwei Universitätslaboren
wird deutlich, wie Oberflächenstrukturen von Kunststoffen analysiert
werden, um unter anderem ihre Recyclingfähigkeit einschätzen zu können –
und wie eine „grüne Chemie“ aufgezogen wird, die nicht in Konkurrenz zur
Nahrungsmittelproduktion steht.

Bielefeld (hsbi). Weißes Hemd mit hochgekrempelten Ärmeln, in der Hand
einen sogenannten Zug-Knochen aus weißem Kunststoff und im Hintergrund
einen Bildschirm voller Graphen und Diagramme, rechts daneben ein
kompliziert aussehendes Gerät, das an ein Mikroskop erinnert – insgesamt
ein eher ungewöhnliches Setting für Prof. Dr. Tim Kampe. Er lehrt
Allgemeine BWL an der Hochschule Bielefeld (HSBI), ist Wirtschaftsprüfer
und Steuerberater und engagiert sich für Unternehmensgründungen. Seit
Anfang 2023 ist er zudem Mentor der Forschungsgruppe Innovationsmanagement
im interdisziplinären Projekt InCamS@BI, dem Innovation Campus for
Sustainable Solutions. Das Ziel: InCamS@BI will eine Circular Economy,
also eine zirkuläre Wertschöpfung, für Kunststoffe in OWL schaffen – und
dabei den Transfer der HSBI modernisieren. Damit einhergehen soll eine
Verbesserung der Langlebigkeit und Robustheit von Kunststoffprodukten
sowie eine ressourcenschonende Herstellung. Das Projekt besteht insgesamt
aus sieben Forschungsgruppen, in denen Technologiescouts und Referentinnen
und Referenten mit Mentorinnen und Mentoren gemeinsam an Lösungen
arbeiten. Dabei sind einige im Creative Lab tätig, in dem die Ideen
generiert, und einige im Innovation Lab, in dem diese weiterentwickelt
werden sollen.

Heute ist Kampe gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus dem Projekt zu
Gast in den Laboren der Experimentalphysik an der Universität Bielefeld.
Das Labor, in dem sich die Gruppe trifft, gehört zur InCamS@BI-
Forschungsgruppe Analytik und Materialentwicklung. Gastgeber für ihre
Kolleginnen und Kollegen sind Prof. Dr. Andreas Hütten und Prof. Dr. Dario
Anselmetti. „Das Gebäude hier ist gebaut wie ein Bunker. Die Decken sind
einen Meter dick, damit die Magnetfelder nicht gestört werden und sich
Vibrationen von Straßenbahn und Baustelle nicht übertragen – denn das wäre
fatal für unsere sehr genauen Messungen“, erklärt Hütten. Neben den
Mentoren Kampe, Anselmetti und Hütten sind auch Prof. Dr. Sonja Schöning,
Physikerin, Prof. Dr. Harald Gröger, Chemiker, sowie Melanie Wilde,
Projektleitung und Soziologin, vor Ort. Hütten und Anselmetti zeigen ihren
fachfremden Kolleginnen und Kollegen, welche Potenziale sich in den
Laboren der Experimentalphysik für das Projekt bieten.

Kunststoffe als wertvolle und vor allem wiederverwendbare Ressourcen
betrachten

Am Rasterkraftmikroskop zeigt Andreas Hütten der Gruppe, wie
Oberflächenstrukturen analysiert werden – zum Beispiel die Oberfläche des
Zug-Knochens.
„Aus der Produktsicht haben Kunststoffe eine enorme Vielzahl positiver
Eigenschaften – das erklärt den Erfolg dieser Materialgruppe“, so Sonja
Schöning. Allerdings schaut die Produktentwicklung derzeit noch zu wenig
darauf, wie es mit den Kunststoffen am Ende des Produktlebenszyklus
weitergeht. Der unbefriedigende Status Quo ist ein umständliches Recycling
von Kunststoffen, bei dem die Wiederverwertung je nach Material
anspruchsvoll oder gar nicht möglich ist. „Deshalb sehen wir den größten
Stellhebel von InCamS@BI darin, Kunststoffe als wertvolle Rohstoffe zu
betrachten, die von Beginn an im Sinne der zirkulären Wertschöpfung
entwickelt, designt, produziert und weiter- bzw. wiederverwendet werden“,
erklärt die Leiterin des Innovation Labs eines der Ziele des Projekts.

Innovationen ermöglichen

Tim Kampe kennt die Sicht der Wirtschaft: „Für die Unternehmen ist es eine
Herausforderung, das Thema ganzheitlich zu betrachten, da ihnen oft
Ressourcen und teilweise auch das Know-how fehlen.“ Sie wissen daher oft
nicht, wo sie beginnen sollen und haben keine Mittel, Innovationen zu
entwickeln, die den Einstieg in eine Circular Economy ermöglichen. „Da
besteht Bedarf nach Unterstützung, beispielsweise wenn die
Produktentwicklung kundenorientiert erfolgen soll. Es ist immer eine
Herausforderung, im Innovationsprozess die verschiedenen Perspektiven zu
erfassen, zusammenzubringen und schlussendlich auch zu berücksichtigen“,
berichtet der Wirtschaftsexperte.

Die Aufgabe von Kampe und dem Team Innovationsmanagement ist es, solche
Innovationen zu ermöglichen. Mit Kreativität wollen sie Unternehmen beim
Finden und Umsetzen neuer Lösungen unterstützen. „Transfer sollte weniger
ein ‚Wie bekommen wir das Wissen aus den Hochschulen in die Unternehmen?‘
sein, sondern mehr ein ‚Wo und wie finden wir Unternehmen, mit denen wir
gemeinsam Wissen hervorbringen können?‘“, lautet Kampes Standpunkt. „Wir
wünschen uns, dass die HSBI von Unternehmen als Ressource für
Innovationsentwicklung gesehen wird – dafür müssen und möchten wir uns
jetzt entsprechend positionieren.“

Das subatomare Level

Die Gruppe zieht weiter: Im nächsten Raum ist ein Gerät zu sehen, dass aus
zahlreichen Stahlrohren besteht. Die Oberfläche glänzt. An einigen Stellen
lassen kleine Fenster einen Blick in das Innere zu. Mit speziellen
Greifzangen, den sogenannten Wobble-Sticks, kann man eine Probe von einer
Unterdruckkammer in die nächste schleusen. Insgesamt vier Kammern gibt es,
in jeder sinkt der Druck weiter, bis die Probe schließlich in der
Messkammer ankommt. Dort gibt es nahezu keinen Sauerstoff mehr und vor
allem keine Feuchtigkeit. Perfekte Bedingungen, um die subatomare
Auflösung der Oberflächenstruktur von Kunststoffen zu analysieren.

Einige der InCamS@BI-Mentorinnen und Mentoren kennen sich schon aus
anderen Projekten: Sonja Schöning und Andreas Hütten haben beispielweise
schon im CiMT, dem Centrum für interdisziplinäre Materialforschung und
Technologieentwicklung, gemeinsam an der Alterung von
Kunststoffoberflächen geforscht. „Unser Fokus lag dabei auf Polypropylen-
Werkstoffen. Jetzt möchten wir sozusagen unsere Datenbank erweitern und
auch die Alterung anderer Kunststoffe untersuchen. Gemeinsam mit den
Forschenden aus der organischen Chemie der Universität Bielefeld haben wir
die Möglichkeit, hochauflösende Analytik sowohl aus chemischer als auch
physikalischer Sicht durchzuführen. Das Wissen über die Alterungsprozesse,
und auch über die Rolle der zugefügten Additive, wollen wir Unternehmen
zur Verfügung stellen“, so Hütten.

Harald Gröger, der sich schon seit vielen Jahren mit „grüner Chemie“
beschäftigt, sieht eine Schlüsselfrage in der gezielten Nutzung einer bio-
basierten Rohstoffbasis für die Kunststoffproduktion: „Welche neuen
Verfahren zur Herstellung und zum Abbau von Kunststoffen gibt es? Wie
können wir Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen in nachhaltiger Weise
herstellen? Und: Wie können wir diese auf nachwachsenden Rohstoffen
basierenden Kunststoffe ökonomisch im industriellen Maßstab produzieren?“
Eine weitere Aufgabe: Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen müssen für
viele Anwendungsfelder dieselben Eigenschaften aufweisen, wie die
aktuellen – sonst können sie von den Unternehmen oft nicht verwendet
werden. Die Herausforderung liegt hier zusätzlich darin, bei bio-basierten
Rohstoffen auf Nutzpflanzen zu verzichten, die zur
Nahrungsmittelherstellung verwendet werden.

„Wir wollen homogene disziplinäre Denkmuster durchbrechen“

Um ein gemeinsames Verständnis für die Inhalte und die Teammitglieder zu
gewinnen, ist auch Melanie Wilde heute das erste Mal in einem waschechten
Labor. Wilde ist Soziologin und hat zusätzlich Psychologie und Informatik
studiert – für ihre Forschung brauchte sie keine komplizierten Geräte,
Reinräume oder Apparaturen. Jetzt ist sie Projektleiterin. Bei ihrer
aktuellen Aufgabe hilft ihr akademischer Hintergrund: Ihr Fokus lag auf
Transformationsprozessen und deren Wechselwirkungen – und genau das ist
das Ziel des Projekts: eine gemeinsame Veränderung herbeizuführen.
„Soziologie beschäftigt sich mit Strukturen. Sie betrachtet Prozesse auf
unterschiedlichen Ebenen, was wir auch im Projekt brauchen – denn der
Wandel hin zur zirkulären Wertschöpfung kann nur gelingen, wenn alle
Ebenen sich beteiligen. Die großen, wie Wissenschaft, Wirtschaft und
Gesellschaft, aber eben auch jede einzelne Person.“ Für Wilde ist ganz
klar die Interdisziplinarität der Schlüssel zum Erfolg von InCamS@BI: „Die
Diversität der Forschenden und wirtschaftlichen Kooperationspartner
erlaubt uns, homogene disziplinäre Denkmuster zu durchbrechen und
innovative Lösungen für eine Kreislaufwirtschaft der Kunststoffe zu
entwickeln.“

Trial and Error

In allen Gesprächen heute klingt immer wieder durch: Dieses Projekt wird
agil gedacht. Das sogenannte „Trial and Error“, also ausprobieren,
validieren, überarbeiten und neu denken soll hier nicht nur auf dem Papier
stehen, sondern in vielen Formaten umgesetzt werden. Dass heute so viele
verschiedene Disziplinen zusammengekommen sind, die Spaß an der
gemeinsamen Arbeit haben, ist ein guter Anfang.

Weitere Informationen

Mit InCamS@BI, dem Innovation Campus for Sustainable Solutions,
positioniert sich die HSBI als innovative Transferakteurin im Feld der
Kreislaufwirtschaft. In dem fächerübergreifenden Projekt werden Ideen
generiert und Lösungen entwickelt, um Kunststoffe und deren Handhabung für
eine Kreislaufwirtschaft zu optimieren. Mit innovativen Formaten und einem
interdisziplinären Team gestaltet InCamS@BI den Austausch zwischen
Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Es ist das erste Projekt, in
dem forschungsbasierte Transferstrukturen systematisch entwickelt,
aufgebaut und erprobt werden. InCamS@BI wird im Rahmen der Bund-Länder-
Initiative „Innovative Hochschule” von 2023 bis 2027 gefördert.
https://hsbi.de/incamsbi

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Nutzpflanzen, ganz groß – Botanischer Garten der HHU im Sommer

Was steht mehr für den Sommer als eine Mohnblume, hier die Blüte des Schlaf-Mohns (Papaver somniferum, opiatfreie Sorge).  HHU / Arne Claussen
Was steht mehr für den Sommer als eine Mohnblume, hier die Blüte des Schlaf-Mohns (Papaver somniferum, opiatfreie Sorge). HHU / Arne Claussen

Pflanzenpracht, soweit das Auge reicht: Der Sommer ist im Botanischen
Garten der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) eingezogen. Ein Weg
in die Nutzpflanzenabteilung lohnt sich ganz besonders, aber auch sonst
sind viele botanische Kleinode zu finden. Wen es in den Düsseldorfer Süden
verschlägt: Der Botanische Garten hat täglich geöffnet.

Gelegentliche Regentage brauchen die Pflanzen im Botanischen Garten im
Sommer, so auch den Tag Ende Juni. Danach präsentieren sich die Pflanzen
im satten Grün und mit leuchtenden Farben.

Gerade die Nutzpflanzenabteilung hat davon profitiert. Verschiedene
Kohlsorten sind zu finden, die Zucchinis (Cucurbita pepo subsp. pepo
convar. giromontiina) setzt Blüten an, aus denen dann die Früchte
entstehen. Aber auch Exoten wie drei kleine Papayabäumchen (Carica papaya)
sind zu finden; in diesem Jahr sind aber noch keine Früchte zu erwarten.

Besonders auffällig sind die kräftig-violetten Blüten des Schlaf-Mohns
(Papaver somniferum). Es handelt sich hier um eine Sorte, die keine Opiate
enthält. Dr. Sabine Etges, wissenschaftliche Leiterin des Botanischen
Gartens: „Auch für den Anbau von solchen Sorten benötigt man eine
behördliche Genehmigung. Die Opiate sind normalerweise im Milchsaft
enthalten und dienen den Pflanzen als Schutz, zum Beispiel vor
Fressfeinden."

An verschiedenen Stellen trifft der Besucher auf Lauchpflanzen (Allium),
die auch in Gärten immer beliebter werden. Besonders auffällig sind die
rot-violetten Blütenstände der Sorte Allium amethystinum ‚Red Mohican‘.
„Wer Platz im Garten hat, sollte ruhig einmal eine Lauchpflanze über den
Winter stehen lassen“, rät Etges, „im Folgejahr wird sie die typischen
kugeligen Blütenstände ansetzen.“

In einem kleinen Teich in der Nutzpflanzenabteilung wachsen Lotosblumen
(Nelumbo nucifera) mit ihren schwimmenden Blättern. Ein typischer Effekt
dieser Pflanze brachte es bis zur technischen Anwendung, der gleichnamige
‚Lotoseffekt‘. Denn die Blätteroberflächen weisen eine regelmäßige
Mikrostruktur auf, so dass Wasser nur eine sehr geringe Auflagefläche hat
und einfach von den Blättern abfließt. Dabei reißt das Wasser auch
Schmutzpartikel mit und reinigt die Blätter. Eine solche
Oberflächenrauigkeit – realisiert durch spezielle Farben – schützt auch
technische Oberflächen vor Verschmutzungen.

„Sehr haben wir uns gefreut, als wir Anfang Juni eine botanische Rarität
im Garten fanden, die sich selbst ausgesät hat“, berichtet Etges. Es
handelt sich um eine seltene heimische Orchidee, den Bienen-Ragwurz
(Ophrys apifera). „Solche Pflanzen auszusähen ist sehr schwierig, denn
jede Orchidee braucht einen ganz spezifischen Bodenpilz, mit dem sie in
Symbiose lebt. An dem Standort, an dem die Bienen-Ragwurz aufgegangen ist,
muss diese Konstellation zufällig gepasst haben.“

Prof. Dr. Klaus-Rudolf Lunau, pensionierter Biologieprofessor der HHU,
verrät ein weiteres spannendes Detail: „Die Bienen-Ragwurz ist eine
‚Sexualtäuschorchidee‘. Ihre Blüte imitiert ein Langhornbienenweibchen.
Sie duftet – für Menschen nicht wahrnehmbar – nach den Weibchen und sieht
auch so aus, indem sie den Glanz der Flügel imitiert und die bei der
Paarung erhobenen Mittelbeine.“ Landete ein Langhornbienenmännchen auf der
Blüte, käme es zu einer Pseudokopulation, bei der die Biene mit Pollinien
beladen wird und diese zu weiteren Blüten trägt. Prof. Lunau: „Findet sich
kein Bienenmännchen, so ist die Pflanze darauf eingestellt: Sie kann sich
auch selbst bestäuben und sich so fortpflanzen.“

Und wer bei seinem Sommerrundgang die Augen offenhält, der wird auch eine
Reihe von tierischen Bewohnern des Botanischen Gartens finden. Etges: „Ein
Besucher hat vor Jahren einmal Rotwangen-Schildkröten bei der Eiablage
beobachtet. Andere Schildkröten-Arten wie die Gelbwangen-
Schmuckschildkröten (Trachemys scripta) haben sich schon zu einer
beträchtlichen Größe entwickelt. Mit etwas Glück kann man am Teich bei den
Konifereninseln auch den leuchtend blauen Eisvogel beim Fischen
beobachten.“

Der Botanische Garten der HHU

Der rund acht Hektar große Botanische Garten wurde 1979 eröffnet. Er dient
der Bevölkerung ganzjährig als Stätte der Bildung und Erholung, der
Pflanzenforschung und der Studierendenausbildung an der HHU. Die
umfangreichen, größtenteils öffentlichen Pflanzensammlungen werden als
Arbeits- und Anschauungsmaterial für Forschung und Lehre vor allem in der
Biologie und der Pharmazie genutzt.

Ein besonderer Schwerpunkt des Düsseldorfer Botanischen Gartens ist die
sogenannte Kalthauskultur. In ihrem Zentrum steht das Wahrzeichen des
Gartens, das 1.000 Quadratmeter große Kuppelgewächshaus mit einer Höhe von
18 Metern. Es beherbergt Pflanzen des Mittelmeerraums und der Kanaren,
aber auch solche aus Ozeanien, Asien und Amerika.

In den Jahren 2004 und 2008 wurde die Einrichtung um drei neue Gebäude
erweitert, die Orangerie, das Südafrikahaus und einen
Forschungsgewächshauskomplex. Neben dem großen Sammlungs- und
Forschungshaus und Versuchsflächen betreibt der Botanische Garten auch die
hochmodernen Forschungsgewächshäuser auf dem Dach des Biologie-Neubaus.

Die im Botanischen Garten zu entdeckende Pflanzenwelt ist äußert
vielfältig. Dort finden sich äußerst seltene Pflanzen wie die Wollemie,
von denen in Ursprungsland Australien nur circa 100 ausgewachsene
Exemplare wild in einem sehr kleinen, gut geschützten Gebiet vorkommen. In
Düsseldorf wird damit ein Beitrag zur Erhaltung bedrohter Arten und zur
Sicherung der Biodiversität geleistet.

Alljährlich besuchen rund 100.000 Bürgerinnen und Bürger den Botanischen
Garten. Er ist für die Öffentlichkeit von März bis Oktober täglich und von
November bis Februar montags bis freitags geöffnet. Den Besuchenden steht
ein kostenfreier Audioguide zur Verfügung, der sie auf Rundgängen zu allen
Besonderheiten führt.

Mit einem vielfältigen Vortrags- und Führungsprogramm werden
Pflanzeninteressierte jeden Alters an die Geheimnisse, die im Garten zu
finden sind, herangeführt und die Bedeutung von Pflanzen für die
menschliche Zivilisation verdeutlicht. Mit diesem Wissenstransfer ist der
Botanische Garten in das Selbstverständnis der HHU als Bürgeruniversität
eingebunden.

Unterstützt wird die Arbeit durch den Freundeskreis, mit dessen Hilfe
bereits viele Projekte realisiert werden konnten.

Ebenso ist der Botanische Garten eine Ausbildungsstätte für Gärtnerinnen
und Gärtner. Bis zu zehn Auszubildende erlernen in der Fachrichtung
„Staudengärtnerei“ den Betrieb eines wissenschaftlich orientierten
Gartens.

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An der IST-Hochschule studiert man ab Oktober das „Marketing der digitalen Zukunft“

Prof. Dr. Melanie Diermann, Online-Marketing-Expertin und Leiterin des neuen Studiengangs der IST-Hochschule für Management.  IST-Hochschule für Management
Prof. Dr. Melanie Diermann, Online-Marketing-Expertin und Leiterin des neuen Studiengangs der IST-Hochschule für Management. IST-Hochschule für Management

Unternehmen können langfristig am Markt nur erfolgreich sein, wenn sie im
Marketing und Online-Marketing professionell aufgestellt sind. Dafür
brauchen sie qualifizierte Expert:innen, die in der Lage sind, das
Marketing von morgen anzubieten und das Marketing von übermorgen zu denken
und zu konzipieren. Der neue Bachelor-Studiengang „Online-Marketing &
Marketingmanagement“ der IST-Hochschule für Management vermittelt genau
diese Expertise. Erstmaliger Start ist im Oktober 2023.

Unternehmen, die Produkte und Dienstleistungen verkaufen möchten, müssen
gute Strategiearbeit und aufmerksamkeitsstarke Werbung machen. Früher ging
das mit Printanzeigen in Zeitschriften, Flyern und Radiowerbung. Heute
braucht es Online- und Social-Media-Marketing. Was sich verändert hat,
weiß Prof. Dr. Melanie Diermann, Leiterin des neuen Studiengangs an der
IST-Hochschule: „Wenn 2023 noch von ‚neuen Medien‘ gesprochen wird, muss
ich manchmal schmunzeln. Denn die sind ja schon seit über zwanzig Jahren
nicht mehr neu. Neu ist höchstens noch die Dynamik, die sie entfalten und
da geht die Entwicklung ungebrochen weiter. Unternehmen müssen heute
Multi-Channel-präsent sein, das ist der Standard. Und sie müssen ihre
Präsenz strategisch steuern können, das ist die Kür.“

Genau an dieser Stelle knüpft der neue Bachelor-Studiengang „Online-
Marketing & Marketingmanagement“ der IST-Hochschule an. „Studierende
lernen bei uns das Marketing der Zukunft. Wir denken aus der Perspektive
von Touchpoints, User Experience und Customer Journey, sodass die
Teilnehmer:innen ihr im Studium erworbenes Wissen aktiv und gewinnbringend
im Unternehmensprozess einbringen können“, sagt Diermann.

Moderne Studieninhalte für Marketeers von morgen

Neben vielen inhaltlichen Aspekten im Trendbereich des Online-Marketing
wie Data-driven Marketing, KI und Extended Reality zeichnet den
Studiengang insbesondere die große Praxisnähe aus. An der IST-Hochschule
werden die Studierenden von Praktiker:innen mit umfassender
Berufserfahrung unterrichtet. Die Dozent:innen kommen sowohl aus dem
Agenturumfeld als auch von internationalen Unternehmen wie Amazon und IBM.
An ausgewählten Seminartagen besuchen die angehenden
Marketingmanager:innen gemeinsam mit den Professor:innen und Dozent:innen
Fachveranstaltungen und erhalten exklusive Einblicke hinter die Kulissen
spannender Unternehmen.

Ideal ist das Marketing-Studium für alle, die sich im Online-Marketing
praxisnah qualifizieren und dabei die Vorteile einer Business School und
einer Fernhochschule für sich nutzen möchten. Es ist möglich, in Vollzeit,
in Teilzeit und dual – also in Kombination mit einer betrieblichen
Ausbildung – zu studieren. Der Blended-Learning-Ansatz mit modernen
Lehrmethoden wie Online-Vorlesungen und -Tutorien und der IST-App bietet
maximale Flexibilität. So entscheiden die Studierenden selbst, wann und wo
sie lernen. Prüfungen können digital oder vor Ort an verschiedenen
Prüfungsstandorten im gesamten Bundesgebiet und weltweit abgelegt werden.

Ausgezeichnete Berufsaussichten

Berufsperspektiven nach dem Studium gibt es viele. „Mit erfolgreichem
Abschluss des Studiums sind unsere Absolvent:innen optimal aufgestellt für
einen Berufsstart in Unternehmen, Verbänden und Non-Profit-Organisationen,
bei Agenturen oder in der Selbstständigkeit gleichermaßen. Sie können in
die Arbeitsbereiche des Online-Marketing, der Social-Media-Arbeit, in der
Kampagnenplanung oder in der Unternehmenskommunikation einsteigen“,
ergänzt Diermann.

Anmeldungen zum Studium sind ab sofort möglich.
https://www.ist-hochschule.de/bachelor-online-marketing-und-
marketingmanagement

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