Almunia macht Front gegen Steuer-Abzocker in Europa - Prüfverfahren gegen Apple, Starbucks und Fiat
EU-Kommissar Joaquín Almunia macht Ernst. Und er scheut sich nicht vor großen Gegnern. Mit der Einleitung vertiefter Prüfverfahren stellt er Apple, Starbucks und Fiat an den Pranger. Und sagt, dass womöglich andere folgen. Das dürfte viele Experten in den Steuerabteilungen internationaler Konzerne aufschrecken. Und genau darum dürfte es Almunia gehen. Er ist nicht länger bereit hinzunehmen, dass listige Konzerne behaupten, sie hätten hochprofitable Erfindungen just an Standorten entwickelt, in denen es gar keine Labors gibt, aber zufällig günstige steuerliche Bedingungen für Innovationen. Oder dass einzelne EU-Länder ganz ungeniert regierungsamtliche Berater für Firmen beschäftigen, die Steuersparmodelle aushecken. Solche Praktiken sind spätestens zu einem brisanten hochpolitischen Thema geworden, seit die Eurozone die Erfahrung machte, dass Staaten, auch aus Mangel an Steuereinnahmen, an den Rand der Pleite getrieben werden können.
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Der Energiekonzern Eon hat neuen Ärger in Brasilien. Der brasilianischen Eon-Tochter Eneva droht aktuell eine Strafe im hohen zweistelligen Millionen-Bereich, weil ihr Gaskraftwerk Parnaiba nicht rechtzeitig ans Netz gehen konnte. Das berichtet die "Rheinische Post". Eigentlich sollte der 500-Megawatt-Block ab Frühjahr 2014 Strom liefern, wegen Verzögerungen werde es frühestens Ende des Jahres so weit sein, wie es in Konzernkreisen heißt. Nun streitet die Eon-Tochter mit dem brasilianischen Regulierer, ob sie die Kosten für die teure Ersatzbeschaffung bei Wettbewerbern übernehmen und zudem eine Vertragsstrafe (Pönale) zahlen muss.