Verbundprojekt FlowPro  (Grafik FHWS / Sabine Manger)
Verbundprojekt FlowPro (Grafik FHWS / Sabine Manger)

Hochschule      Würzburg-Schweinfurt    erhält  Förderung       für
Mikrologistik-Projekt

Das Projekt „FlowPro“, das die Mikrologistik der Zukunft einleitet, wird
im Rahmen der Förderrichtlinie Modernitätsfonds („mFUND“) mit rund 2,2
Millionen EURO durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale
Infrastruktur gefördert. Ab dem 1. Juli 2020 werden für einen Zeitraum von
drei Jahren sechs bundesweite Projektpartner, unter ihnen die Hochschule
Würzburg- Schweinfurt, die Vernetzung, Fusion und Nutzung von Mobilitäts-,
Verkehrs- und Logistikdaten untersuchen und erproben.

Die FlowPro-Projektpartner analysieren in der Mikrologistik bis zur
Losgröße 1 den flexiblen, auf Künstlicher Intelligenz basierten Einsatz
dezentral organisierter, boden- und luftgebundener autonomer
Fördereinheiten: Dem Wunsch der Kundschaft - weg von der Massenware hin zu
individualisierten Produkten - wird hier Rechnung getragen.

Die Herausforderungen der Logistik-Branche

Mit dem Einzug der Digitalisierung in Wirtschaft und Industrie sind
Lösungen in der Logistik gefragt, die in der Lage sind, nicht nur
Massenware, sondern immer kleinere Stückmengen und Losgrößen zu
transportieren. Heutige, konventionelle Logistiksysteme sind für diese
zukünftigen Anforderungen nicht ausgelegt, da diese mit hohen Kosten
verbunden und wenig flexibel sind. Des Weiteren spielen auch
Umweltfaktoren eine Rolle: Die Verkehrsnetze werden vorwiegend neben dem
Individualverkehr durch die unternehmerische Logistik belastet.

„FlowPro“ entwickelt ein auf Künstlicher Intelligenz basierendes
Logistiknetzwerk, das sich selbst organisiert. Es ermöglicht die
Mikromobilität von Waren in Industrieparks und optimiert die Intralogistik
unternehmensübergreifend auf dem Land- und Luftweg. Zum einen werden
kleine Warenmengen ohne Wartezeit und, ohne auf eine vollständige Beladung
für einen LKW zu warten, zusammengestellt und angeliefert. Zum anderen
zählen auch sogenannte Notlieferungen zu den Anwendungsfällen der
Mikromobilität. Um ein Beispiel zu nennen: In einer Produktion kann es
leicht zu Produktionsstillständen kommen, wenn scheinbar „unwichtige“
Teile für eine Montage fehlen wie z.B. eine kleine Schraube. In einem
derartigen Notfallszenario wäre eine mögliche Lösung: z.B. diese fehlende
Schraube von einem anderen Standort mit einem Taxi oder gar einem
Helikopter direkt ans Produktionsband zu transportieren. In so einem
Szenario können sehr hohe Notfalltransportkosten entstehen. An dieser
Stelle setzt FlowPro an.

In Kooperation werden verschiedene Transporteinheiten wie fahrerlose
Transportsysteme (FTS) und Multicopter-Drohnen weiterentwickelt, um in
unterschiedlichen Netzwerken einzelne, technologische Systemgrenzen zu
überwinden.

Die Logistikeinheiten „kommunizieren“ untereinander, um über ein KI-
gestütztes Angebotssystem die geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten für
die anfallenden Transportaufträge zu ermitteln. Der KI-Service soll so
aufgebaut werden, dass alle Kenngrößen im Logistiknetzwerk (wie z.B.
Verkehrsdaten, Umwelteinflüsse,..) die Strategien der beteiligten
Unternehmen einbeziehen und so lokale und globale logistische Ziele (wie
z.B. geringere Kosten, Emissionsreduktion, kürzere Lieferzeiten
Auslastungssteigerung) erreicht werden können.

Dabei soll es jederzeit möglich sein, weitere Transporteinheiten
einzubinden, eigene Einheiten gegen Gebühr zur Verfügung zu stellen und
somit logistische Ziele für alle Beteiligten zu optimieren. Ziel des
Projektes ist es, innerhalb von 5G- Testumgebungen ein dezentrales,
selbstlernendes Logistiknetzwerk mit boden- und luftgebundenen autonomen
Transporteinheiten bereitzustellen, um parallel den Bedürfnissen der
Unternehmen sowie den Wünschen der Kundschaft in der Lieferkette der
Zukunft gerecht zu werden.

„Flow Pro“

Beteiligt am Verbundvorhaben „FlowPro“ sind folgende Partner:
o       Emqopter GmbH
o       Hochschule Würzburg-Schweinfurt
o       Flexus AG
o       Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes
o       InSystems Automation GmbH - ASTI Mobile Robotics
o       Siemens AG

Die Projektlaufzeit erstreckt sich vom 1. Juli 2020 bis zum 30. Juni 2023.
Beschäftigt werden im FHWS-Institut Digital Engineering unter der Leitung
von Professor Dr. Christian Bachmeir drei wissenschaftliche
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie eine studentische Hilfskraft.
Arbeitsschwerpunkte der FHWS liegen in den Bereichen Security und KI.

Über den mFUND des BMVI

Im Rahmen der Forschungsinitiative mFUND fördert das BMVI seit 2016
Forschungs- und Entwicklungsprojekte rund um datenbasierte digitale
Anwendungen für die Mobilität 4.0. Neben der finanziellen Förderung
unterstützt der mFUND mit verschiedenen Veranstaltungsformaten die
Vernetzung zwischen Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Forschung sowie
den Zugang zum Datenportal mCLOUD.