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30. Weltdiabetestag – Risiko für Diabetes-Typ-2-Erkrankung aufgrund von Übergewicht jedem sechsten Bundesbürger nicht bewusst

Umfrage von The 1:1 Diet by Cambridge Weight Plan zeigt Aufklärungsbedarf bei Gesundheitsfragen in Deutschland

 

Anlässlich des 30. Weltdiabetestages am 14. November zeigt eine Umfrage von The 1:1 Diet by Cambridge Weight Plan [1], dass immer noch nicht in allen Teilen der Bevölkerung das Bewusstsein für das Risiko einer Diabetes-Typ-2-Erkrankung in Verbindung mit starkem Übergewicht vorhanden ist.

 

Nach eigenen Angaben sind dabei 40 Prozent der befragten Männer und Frauen in Deutschland übergewichtig und 13 Prozent sogar stark übergewichtig für ihre Größe. Dabei schätzen sich Frauen tendenziell öfter als „stark übergewichtig“ ein (16 Prozent) als Männer (11 Prozent). Die Befragten haben jedoch ein subjektiv optimistischeres Bild von sich, als die neuesten Datenauswertungen des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) [2] zeigen. Diese ergaben, dass in Deutschland mittlerweile schon etwa zwei Drittel der Männer und Frauen von Übergewicht (BMI von 25 bis 29,9) und etwa ein Viertel (25 Prozent) von Adipositas, das heißt starken Übergewicht (BMI ab 30), betroffen sind – Tendenz steigend [3, 4].

 

Die Corona-Pandemie hat offenbar dazu beigetragen, diesen Trend noch weiter zu verstärken: So geben 38 Prozent der von The 1:1 Diet befragten Bundesbürger an, während der Lockdowns zugenommen zu haben, bei Menschen mit Übergewicht sind es sogar 47 Prozent. Übergewicht steht dabei oft im direkten Zusammenhang mit einer Diabetes-mellitus-Typ-2-Erkrankung. Personen mit Adipositas tragen ein sechs- bis zehnmal höheres Risiko diese Art von Diabetes zu entwickeln als Personen mit Normalgewicht (BMI 18,5 bis 24,9) [3].

 

„Immer noch unterschätzen zu viele Personen das Risiko an Diabetes zu erkranken“, so Mark Gilbert, Ernährungsberater bei The 1:1 Diet. „Dabei kann viel getan werden, um die Auswirkungen von Diabetes zu reduzieren oder gar nicht erst daran zu erkranken. Besonders Typ-2-Diabetes ist oft vermeidbar und gut die Hälfte der Menschen mit Diabetes mellitus können auch ohne Medikamente gut behandelt werden. Voraussetzung ist eine nachhaltige Gewichtsreduzierung durch Ernährungs- und gegebenenfalls auch einer Lebensumstellung.“ [5]

 

Organisationen wie die Deutsche Adipositas Gesellschaft (DAG) und die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) machen ebenfalls schon seit Langem darauf aufmerksam, dass sich gesundheitliche Komplikationen wie eine Typ-2-Diabetes-Erkrankung durch verhältnispräventive Maßnahmen – dazu gehört frühzeitiger Gewichtsverlust – verhindern ließen. Adipöse Menschen schaffen es dabei jedoch oft nicht, ohne ärztliche Hilfe ihr Gewicht auf Dauer zu reduzieren. Eine individuell angepasste Behandlung ist für diese Betroffenen besonders wichtig, um gesund und langfristig abzunehmen. So geben auch in der Umfrage von The 1:1 Diet 46 Prozent derjenigen, die sich selbst als stark übergewichtig einschätzen, an, Schwierigkeiten zu haben, eine Diät durchzuhalten, wenn sie auf sich allein gestellt sind. 

 

Ein Gewichtsverlust kann – neben der Prävention von Typ-2-Diabetes – auch Linderung für Typ-1-Diabetes bringen. Sascha S. (45), der seit 1993 an Typ-1-Diabetes erkrankt und seitdem auf eine Insulinpumpe und ein CGM-System zur Blutzuckerüberwachung angewiesen ist, konnte mithilfe des Abnehmprogramms von The 1:1 Diet insgesamt 12 kg abnehmen und seine Blutzuckerwerte somit signifikant senken. 

 

„Im Januar 2021 habe ich mit The 1:1 Diet angefangen und insgesamt 12 kg abgenommen“, erzählt Sascha S. „Während der Diät hat es mich am meisten gefreut, dass das Handling des Diabetes durch die ausgewogenen Produkte enorm vereinfacht wurde und dadurch weniger hohe und niedrige Blutzuckerwerte auftraten. Auch hat sich die Insulinempfindlichkeit deutlich verbessert, so dass ich weniger Insulin pro Kohlenhydrateinheit spritzen musste. Hier war natürlich ein häufigeres Anpassen der Basalrate erforderlich, was mir aber keine Probleme bereitet hat. Ich kann The 1:1 Diet nach diesen positiven Erfahrungen sehr empfehlen! An dieser Stelle möchte ich mich bei meinen 1:1-Diät-Beratern bedanken, die mich in dieser Phase bei der Diät sehr gut unterstützt haben.“

 

Allgemein werden gesundheitliche und medizinische Gründe von der Mehrheit der in Deutschland Befragten (71 Prozent) als Hauptgrund genannt, um eine Diät zu beginnen. Jedoch ist sich jeder Sechste (15 Prozent) in Deutschland nicht um die gesundheitlichen Risiken, die mit Übergewicht verbunden sind, bewusst.  Diese Zahl liegt dabei unter den Männern bei 19 Prozent, bei den Frauen sind es 11 Prozent. Im Generationenvergleich zeigt sich vor allem die Generation Z (1994 bis 2001 Geborenen) (17 Prozent) eher unwissend gegenüber den Risken. Bleibt Diabetes jedoch unentdeckt oder wird nicht ausreichend behandelt, kann die Erkrankung zu ernsthaften Komplikationen führen. Hierzu gehören neben Herzinfarkt, Schlaganfall und Nierenversagen auch Erblindung und die Amputation der unteren Extremitäten [4]. 

 

„Die wachsende Diabetesprävalenz in Deutschland sollte sehr ernst genommen werden und es sollte mehr zur Vermeidung von Typ-2-Diabetes getan werden“, so Mark Gilbert. „Seien es Aufklärung und Früherkennung, der Zugang zu Behandlungsmöglichkeiten oder die Unterstützung zu erfolgreicher Gewichtsabnahme wie es Programme wie The 1:1 Diet anbieten“.  

 

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STIKO-Empfehlung zu Covid-19-Impfung: Kann ein mRNA-Wirkstoff das Herz schädigen?

Myokarditis tritt bei Unter-30-Jährigen häufiger nach Coronaimpfung mit
mRNA-Impfstoff Spikevax (Moderna) auf. Herzstiftungs-Experte ordnet
Risiken durch Myokarditis im Nachgang von Covid-19-Impfungen ein.

Dass es im zeitlichen Zusammenhang einer Coronaimpfung mit den mRNA-
Impfstoffen Comirnaty (Biontech) oder Spikevax (Moderna) sehr selten zu
Entzündungen am Herzmuskel (Myokarditis), teilweise auch am Herzbeutel
(Perikarditis), kommen kann, die in der Regel mild verlaufen, ist bekannt.
Laut Sicherheitsbericht des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) vom Oktober 2021
(1) treten die Fälle in Übereinstimmung mit anderen, internationalen Daten
(vor allem aus Israel und den USA) überwiegend bei männlichen Jugendlichen
und jungen Erwachsenen bis 29 Jahren auf – meist innerhalb von 14 Tagen
und häufiger nach der zweiten Dosis einer mRNA-Covid-19-Impfung. „Diese
sehr seltenen und in der Regel mild verlaufenden Fälle einer Myokarditis
oder Perikarditis – wir sprechen hier von knapp fünf Fällen bezogen auf
100.000 Impfungen – verheilen in nahezu allen Fällen aus und dürfen
keineswegs Grund dafür sein, sich gegen eine Covid-19-Impfung zu
entscheiden – zumal die Option besteht, auf den mRNA-Impfstoff Comirnaty
auszuweichen“, betont Prof. Dr. med. Thomas Voigtländer,
Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. „Wer sich nicht gegen
Covid-19 impfen lässt, geht ein weit höheres Risiko durch die Gefahren
eines schweren Covid-19-Krankheitsverlaufs wie Organschäden oder gar Tod
ein. Dies gilt besonders für chronisch kranke Menschen und Ältere“, warnt
der Kardiologe und Ärztliche Direktor des Agaplesion Bethanien-
Krankenhauses Frankfurt am Main. „Gleichwohl sollten Patienten sowie Ärzte
und medizinisches Fachpersonal nach einer Covid-19-Impfung auf bestimmte
Zeichen einer Myokarditis und Perikarditis achten.“ Anzeichen sind
insbesondere Atemnot/Kurzatmigkeit, ein starker Herzschlag, der
unregelmäßig sein kann, sogenannte Palpitationen, und Schmerzen in der
Brust (vor allem bei der Perikarditis), unerklärliche Müdigkeit,
Abgeschlagenheit und körperliche Schwäche. Weitere Infos unter
www.herzstiftung.de/corona-impfung-myokarditis

STIKO-Empfehlung: Für Unter-30-Jährige nur noch Comirnaty
(Biontech)-Impfstoff
Dass nun bei Unter-30-Jährigen ausschließlich nur noch der mRNA-Impfstoff
von Biontech zu verwenden ist, dazu rät die ständige Impfkommission
(STIKO) in einer aktuellen Empfehlung im November 2021 (2). Die
Impfbehörde beruft sich dabei auf eine Auswertung von Daten durch das PEI,
wonach bei jungen Menschen – Jungen wie auch Mädchen – nach Impfungen mit
der mRNA-Vakzine Spikevax (Moderna) häufiger Herzmuskelentzündungen
beobachtet wurden als nach Verimpfung der Biontech-Vakzine (Comirnaty).
Die Empfehlung gilt sowohl für die Grundimmunisierung als auch für
Auffrischimpfungen bei Unter-30-Jährigen. Für Menschen über 30 Jahre gilt
diese neue Empfehlung nicht. Die STIKO betont zugleich, dass der akute
Verlauf einer Herzmuskel- beziehungsweise Herzbeutelentzündung nach einer
Covid-19-Impfung nach bisher vorliegenden Sicherheitsberichten überwiegend
mild sei.

Wie wird das Risiko eingeschätzt?
Von mehr als 92 Millionen Impfdosen Comirnaty (Biontech) und Spikevax
(Moderna), die nach Angaben des PEI bis einschließlich 30.09.2021 in
Deutschland verimpft wurden, sind im Rahmen einer Spontanberichterfassung
bis zu diesem Zeitpunkt insgesamt 1.243 Verdachtsmeldungen einer
Myo-/Perikarditis – unabhängig vom ursächlichen Zusammenhang mit der
jeweiligen Impfung – berichtet worden (1). Die Melderate bei Jungen im
Alter von 12 bis 17 Jahren sowie jungen Männern unter 30 Jahren war dabei
nach PEI-Angaben am höchsten. Die Melderate einer Myo-/Perikarditis bei
Covid-19-Impfungen beträgt danach bei Unter-30-Jährigen für den Biontech-
Impfstoff etwa fünf Fälle pro 100.000 Impfungen und für den Moderna-
Impfstoff etwa elf Fälle pro 100.000. Die Spontandaten aus Deutschland
weisen darauf hin, dass das Risiko nach Spikevax bei jungen Männern – und
auch, wenngleich auch weniger ausgeprägt, bei Frauen – höher als nach
Comirnaty sein könnte, schreibt dazu das PEI in seinem aktuellen
Sicherheitsbericht Ende Oktober.

Wie ist die Studienlage?
Eine genaue Häufigkeit einer Myokarditis und/oder Perikarditis nach mRNA-
Covid-19-Impfung kann nach wie vor nicht sicher ermittelt werden, da
epidemiologische (bevölkerungsbezogene) Studien fehlen. Allerdings deuten
alle Daten darauf hin, dass eine Myokarditis nach mRNA-Impfstoffen
insgesamt sehr selten ist. Zudem wurden 95 % der Fälle als mild
beschrieben. Weitere Infos zur aktuellen Studienlage bietet die
Herzstiftung unter www.herzstiftung.de/corona-impfung-myokarditis
Bis zum 30.09.2021 wurden laut Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI)
107.888.714 Impfungen durchgeführt, davon 82.341.579 Impfungen mit
Comirnaty, 9.668.138 Impfungen mit Spikevax (Moderna), 12.692.700
Impfungen mit Vaxzevria (AstraZeneca) und 3.186.297 Impfungen mit dem
Covid-19-Vakzin Janssen (Johnson&Johnson).

Weiterführende Links zum Thema:
www.herzstiftung.de/corona-impfung-myokarditis
www.herzstiftung.de/corona-impfung

Quellen:

(1) PEI-Sicherheitsbericht vom 26.10.2021:
https://www.pei.de/SharedDocs/Downloads/DE/newsroom/dossiers/sicherheitsberichte/sicherheitsbericht-27-12-20-bis-30-09-21.pdf

(2) STIKO-Empfehlung zu Comirnaty bei Unter-30-Jährigen, Pressemitteilung
10.11.2021;
https://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/STIKO/Empfehlungen/PM_2021-11-10.html

Simone A et al., Acute Myocarditis Following COVID-19 mRNA Vaccination in
Adults Aged 18 Years or Older JAMA Intern Med. Published online October 4,
2021. doi:10.1001/jamainternmed.2021.5511

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Deutsche Leberstiftung weist zum Lebertag auf Negativ-Trends hin: weniger Bewegung und weniger Vorsorgeuntersuchungen

„Gefahr erkannt, Gefahr gebannt.“ lautet ein Spruch, der treffend
beschreibt, dass Risikobewusstsein oft die Voraussetzung für vernünftiges
Handeln ist. Das trifft auch auf das lebenswichtige Organ Leber zu: Nur
wer die Risiken für seine Lebergesundheit kennt, kann diese vermeiden –
oder, falls die Leber bereits erkrankt ist, diese behandeln lassen.
Anlässlich des 22. Deutschen Lebertages am 20. November 2021, der das
Motto „Deine Leber. Dein Leben.“ trägt, weist die Deutsche Leberstiftung
auf aktuelle negative Entwicklungen hin, die auch ein Risiko für die
Lebergesundheit darstellen können.

Da auch Information und Beratung dabei helfen, eine Gefahr für die
Gesundheit zu bannen, bietet die Deutsche Leberstiftung in Kooperation mit
dem Projekt „TherVacB“ eine Telefonsprechstunde speziell zur Hepatitis B,
einer viral bedingten Leberentzündung, die unbehandelt zu Leberzirrhose
und zu Leberzellkrebs führen kann, an.

Eigentlich hat das lebenswichtige Organ Leber die besten Voraussetzungen
für große Aufmerksamkeit: In jeder Minute werden 1,5 Liter Blut durch die
Leber gepumpt, das ergibt fast 2.000 Liter Blut an einem Tag. Mit einem
Gewicht von etwa 1,5 Kilogramm ist die Leber das schwerste und größte
innere Organ – schwerer als Lunge, Gehirn oder Herz. Und sie erfüllt viele
lebenswichtige Aufgaben. Auch wenn die Leber fast Fußballgröße hat und
großartige Leistungen vollbringt, ist sie jedoch, was die Aufmerksamkeit
betrifft, weit entfernt vom „echten“ Fußball.

Dabei ist bei Erwachsenen und auch bei Kindern beispielsweise die nicht-
alkoholische Fettleber (NAFL) ein stetig steigendes Gesundheitsproblem –
obwohl die Risikofaktoren vermeidbar sind: „Ungesunde Ernährung,
Übergewicht und Bewegungsmangel sind häufige Ursachen für die nicht-
alkoholische Fettleber, die sich entzünden kann, sodass eine nicht-
alkoholische Fettleberhepatitis (Steatohepatitis, NASH) entsteht. Aus der
Fettleberhepatitis kann sich eine Leberfibrose (Bindegewebsvermehrung) und
im weiteren Verlauf eine Leberzirrhose (Vernarbung der Leber) entwickeln.
Auch Leberzellkrebs zählt zu den möglichen Folgeerkrankungen einer
entzündeten Leber“, erklärt Prof. Dr. Michael P. Manns,
Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung.

Ginge es nach dem Motto „Gefahr erkannt, Gefahr gebannt.“, wäre es
einfach, die Leber mit gesunder Ernährung und ausreichend Bewegung gesund
zu halten. Doch das Gegenteil ist der Fall. Daten aus einem aktuellen
Report der Deutschen Krankenversicherung (DKV) und der Sporthochschule
Köln zeigen, dass ein problematischer Langzeittrend immer weiter zunimmt:
Deutsche werden von Jahr zu Jahr bewegungsfauler. Das Sitzen hat in
Deutschland mit durchschnittlich 8,5 Stunden pro Tag einen neuen Rekord
erreicht. Die jungen Erwachsenen bilden mit 10,5 Stunden pro Werktag,
zumeist während der Arbeit oder am Computer, den Spitzenwert der Trägheit.
Auffallend ist, dass die Studie – analog zu den Ergebnissen der
vergangenen Jahre – ein Missverhältnis zwischen Selbstscheinschätzung und
Realität aufdeckt: Die Menschen halten sich zwar für gesund und fit, doch
sie sind so bewegungsfaul wie nie seit der ersten Datenerhebung im Jahr
2010. Zwar kann die Entwicklung der letzten eineinhalb Jahre teilweise
durch die pandemiebedingte Situation erklärt werden, doch die Tendenz zu
einem ungesunden Lebensstil mit wenig Bewegung und ungesunder Ernährung
war bereits vor der Corona-Pandemie bei Erwachsenen und Kindern erkennbar.

Auch ein weiterer Trend kann zum Risiko für die Lebergesundheit werden.
Seit Jahren nehmen immer weniger Menschen die „Gesundheitsuntersuchung“
für gesetzlich Versicherte, vormals als „Check-up 35“ bezeichnet, in
Anspruch.

„Die Gesundheitsuntersuchungen, die gesetzliche Krankenkassen ihren
Versicherten ab einem Alter von 35 Jahren anbieten, werden zu wenig
genutzt. Jeder sollte bedenken, dass eine Vorsorgeuntersuchung der
Früherkennung von Krankheiten, beispielsweise auch der Leber, dient, die
in einem frühen Stadium meist gut behandelt und oft auch geheilt werden
können“, sagt Prof. Manns und erläutert eine Erweiterung der
Gesundheitsuntersuchung, die der Lebergesundheit zugutekommen kann: „Seit
dem 1. Oktober 2021 kann im Rahmen der Gesundheitsuntersuchung auch das
Screening auf Hepatitis B und C in Anspruch genommen werden. Das soll dazu
beitragen, die hohe Dunkelziffer an unentdeckten Infektionen mit den
beiden Hepatitis-Viren zu verringern und Betroffenen eine möglichst
frühzeitige Behandlung anbieten zu können.“

Deutscher Lebertag 2021: Telefonsprechstunde zur Hepatitis B

Um einen Beitrag zum besseren Bewusstsein für Virushepatitis zu leisten,
bietet die Deutsche Leberstiftung anlässlich des 22. Deutschen Lebertages
in Kooperation mit dem Projekt „TherVacB“ eine Telefonsprechstunde
speziell zur Hepatitis B an. Prof. Dr. Markus Cornberg wird alle Fragen
zur Hepatitis B – von „Was sind mögliche Wege der Ansteckung?“ bis hin zu
„Was bedeuten meine Leberwerte?“ und „Wie muss die Erkrankung behandelt
werden?“– beantworten. Die Telefonsprechstunde zur Hepatitis B findet am
16. November 2021 zwischen 16:00 und 18:00 Uhr statt und ist unter 01805 –
45 00 60 zu erreichen. Für ein Telefonat fallen Verbindungskosten in Höhe
von € 0,14/Min. aus dem deutschen Festnetz und max. € 0,42/Min. aus dem
Mobilfunk an.

„TherVacB“ ist ein durch die Europäische Union gefördertes Projekt zur
Durchführung einer klinischen Studie zu einer therapeutischen Impfung
gegen Hepatitis B. Das TherVacB-Konsortium ist ein Zusammenschluss
führender Virologen, Immunologen und Ärzten aus Europa und Afrika, die auf
die Behandlung von Virushepatitis spezialisiert sind. Neben der
Erforschung der therapeutischen Impfung setzt sich „TherVacB“ im Rahmen
der „B_Aware-Kampagne“ für die Aufklärung über Hepatitis B ein. Weitere
Informationen unter: https://www.thervacb.eu.

Deutsche Leberstiftung
Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen
und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung durch
Forschungsförderung und eigene wissenschaftliche Projekte zu verbessern.
Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit steigert die Stiftung die
öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen, damit diese früher erkannt
und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet außerdem
Information und Beratung für Betroffene und Angehörige sowie für Ärzte und
Apotheker in medizinischen Fragen. Weitere Informationen zur Stiftung
unter https://www.deutsche-leberstiftung.de. Auf der Website finden Sie
unter anderem umfangreiche Informationen sowie Bildmaterial für
Betroffene, Interessierte, Angehörige der Fachkreise und Medienvertreter.

BUCHTIPP: Jetzt in der vierten, aktualisierten und erweiterten Auflage:
„Das Leber-Buch“ informiert umfassend und allgemeinverständlich über die
Leber, Lebererkrankungen, ihre Diagnosen und Therapien. Es ist im
Buchhandel erhältlich: ISBN 978-3-8426-3043-7, € 19,99 [D]. Weitere
Informationen: https://www.deutsche-leberstiftung.de/Leber-Buch. Sie
können ein Rezensionsexemplar per Mail an <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.> (Frau M.
Asche) anfordern.

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Kinder mit Diabetes: Feuerprobe für Familien und Betreuer

Wichtige Informationen der Stiftung Kindergesundheit zum Welt-Diabetestag
am 14. November 2021

Beim Stichwort Zuckerkrankheit denken die meisten Menschen zuerst an
ältere Personen. Aus verständlichen Gründen: Der größte Teil der 4,6
Millionen Menschen mit einer Zuckerkrankheit in Deutschland hat einen
Diabetes mellitus des Typs 2, der mit steigendem Alter häufiger vorkommt
und deshalb oft als Altersdiabetes bezeichnet wird. Bei Kindern und
Jugendlichen, bei denen ein Diabetes diagnostiziert wird, handelt es sich
jedoch in der überwiegenden Mehrzahl um eine Erkrankung an Diabetes des
Typs 1: Nach den aktuellen Angaben der Stiftung Kindergesundheit leben
zurzeit etwa 30.400 Kinder und Jugendlichen mit Typ-1-Diabetes. Und es
werden immer mehr: Jedes Jahr erkranken hierzulande rund 2.300 Kinder neu
an Diabetes des Typs 1, manche bereits im Babyalter.

„Damit gehört die Zuckerkrankheit zu den häufigsten
Stoffwechselerkrankungen im Kindesalter“, sagt Kinder- und Jugendärztin
Professor Dr. med. Susanne Bechtold-Dalla Pozza, Leiterin des Fachbereichs
Pädiatrische Diabetologie und Endokrinologie am Sozialpädiatrischen
Zentrum der Universitätskinderklinik München. „Die Zahl der
Neuerkrankungen steigt weltweit dramatisch an. Besonders der Anteil
jüngerer Kinder wird immer größer“.

Der Typ-1-Diabetes (T1D) ist eine Autoimmunerkrankung, die sich
schleichend entwickelt, erläutert die Stiftung Kindergesundheit in ihrer
aktuellen Stellungnahme.  Bei Menschen mit Typ-1-Diabetes greift das
körpereigene Immunsystem die insulinproduzierenden Zellen in den
Inselzellen der Bauchspeicheldrüse an und zerstört sie. Die Ursachen
liegen in einer komplizierten Kombination aus erblichen Anlagen und
einigen Umweltfaktoren.

Erste Symptome: großer Durst und öfter Pipi
„Die Krankheit wird oftmals erst erkannt, wenn bereits schwerwiegende
Symptome vorliegen“, berichtet Prof. Dr. Susanne Bechtold-Dalla Pozza:
„Erst wenn etwa 80 Prozent der Zellen geschädigt sind, treten die ersten
Symptome auf: Das kranke Kind hat großen Durst, muss immer wieder Wasser
lassen, verliert an Gewicht und ermüdet schnell. Es benötigt das
lebensnotwendige Insulin. Das Hormon muss mit einem Insulin-Pen (ähnlich
einem Stift) oder einer Insulinspritze unter die Haut gespritzt werden.
Mittlerweile werden viele Kinder mit einer Insulinpumpe behandelt. Damit
kann das Insulin kontinuierlich über einen feinen Schlauch verabreicht
werden“.

Der Typ-1-Diabetes ist bisher nicht heilbar, aber gut behandelbar, betont
die Münchner Diabetologin. Die Betroffenen müssen sich allerdings ein
Leben lang täglich mehrfach mit Insulin versorgen. Das heute vor 100
Jahren 1921 zum ersten Mal isolierte Hormon Insulin ist ein chemischer
Botenstoff mit einer lebenswichtigen Funktion: Es transportiert den durch
Essen oder Trinken aufgenommenen Zucker aus dem Blut in die Körperzellen.
Ohne Insulin kann der Körper die Nahrung nicht verwerten. Kann der Körper
nur noch wenig oder gar kein Insulin mehr selbst herstellen, sammelt sich
der Zucker im Blut an. Das führt zu Gesundheitsproblemen.

Schulung für die ganze Familie
Die Behandlung zuckerkranker Kinder beruht auf drei Säulen: Auf den Ersatz
des fehlenden Insulins, auf der Berechnung der zugeführten Kohlenhydrate
und auf regelmäßigen, mehrmals durchgeführten Kontrollen der
Stoffwechselsituation.

„Das wichtigste Medikament zur Behandlung eines Typ-1-Diabetes ist das
Insulin“, betont Prof. Dr. Susanne Bechtold-Dalla Pozza. „Das Kind und
seine Familie müssen lernen, wie man Insulin anwendet und den Blutzucker
misst. Dies wird in speziellen Schulungsprogrammen erklärt. Außerdem wird
vermittelt, wie sich die Behandlung auf die Ernährung und den Lebensstil
abstimmen lässt“.

Die Dosis des verabreichten Insulins muss der jeweiligen Situation
angepasst sein. Bei zu viel Insulin droht die Gefahr eines Schocks durch
Unterzuckerung (Hypoglykämie), der zu tiefer Bewusstlosigkeit führen kann.
Bei zu wenig Insulin sind die Blutzuckerwerte erhöht (Hyperglykämie), was
schlimmstenfalls ebenfalls zur Bewusstlosigkeit, zum Diabetischen Koma
(Ketoazidose) führt. Solche Entgleisungen des Stoffwechsels erhöhen das
Risiko der an Diabetes erkrankten Kinder, Spätkomplikationen wie
Netzhautablösung, neurologische Störungen oder Nierenschäden zu erleiden.

Die Höhe des Blutzuckerspiegels hängt aber nicht nur davon ab, wie viel
Insulin man spritzt, sondern auch davon, was das Kind isst und trinkt und
wie viel Energie es durch körperliche Bewegung verbraucht. Körperliche
Anstrengung senkt den Blutzucker, Nahrungsmittel mit Kohlenhydraten wie z.
B. Zucker, Süßgetränke, Obstsäfte, aber auch Brot erhöhen den Blutzucker.
Ihre Menge muss mit der Insulinmenge abgestimmt werden.

Diskussionen um das Essen
Der Diabetes eines Kindes wird zur Feuerprobe für die ganze Familie,
berichtet die Stiftung Kindergesundheit. Die ganze Familie muss ihren
Alltag neu organisieren und den Diabetes als ständigen Begleiter
akzeptieren lernen. Die Krankheit macht die Eltern zu Kontrollpersonen,
die ständig überprüfen, was gegessen wird, ob die nötigen Tests
durchgeführt, die Spritzen gesetzt werden. Diskussionen um das Essen
kennen fast alle betroffenen Familien. Die Eltern stehen vor dem täglichen
Spagat, einerseits liebevolle Erzieher, andererseits konsequente
Therapeuten zu sein. Sie müssen ihrem Kind einerseits die Freiheit lassen,
die es dringend braucht, andererseits müssen sie aber den kleinen
Diabetiker dauernd überwachen.

Es sind meist die Eltern, die ständig an alles denken müssen: An die
vielen genau überlegten und abgewogenen Mahlzeiten. An die wiederholten
Blutzuckermessungen pro Tag (dabei wird heute einmal alle 7-14 Tage ein
Sensor gelegt, der permanent die Blutzuckerwerte im Gewebe erfasst, ganz
im Unterschied zu den bisherigen blutigen Messungen, die es erforderten,
mit einer Lanzette in eine Fingerkuppe zu stechen und den kleinen
Blutstropfen auf einen Teststreifen aufzutragen). An die täglichen vier
bis sechs Insulininjektionen in Bauch oder Bein. An das Führen eines
Diabetiker-Tagebuchs oder elektronischen Dokumentation mit vielen Daten.

Auch die Geschwister haben Probleme
Besonders belastend ist dabei die Situation für Mütter und Väter von sehr
jungen Kindern, die den Sinn der therapeutischen Maßnahmen noch nicht
wirklich verstehen und sich deshalb häufig mit aller Kraft widersetzen.
Manchmal gibt es auch Probleme mit den Geschwistern ohne Diabetes, die
sich im Alltag oft hinter dem kranken Kind einreihen müssen und sich
häufig zurückgestellt fühlen. Oftmals muss ein Elternteil, meist die Frau,
beruflich zurückstecken, um das an Diabetes erkrankte Kind zu
unterstützen, mit erheblichen finanziellen Folgen. Auch manche
Partnerschaft hält der zusätzlichen Belastung nicht Stand und die
Krankheit wird zum Auslöser für eine Trennung. Andere Elternpaare rücken
dagegen in der Notsituation enger zusammen und erleben mehr Miteinander in
der Partnerschaft.

Der Diabetes-Alltag hört nicht vor der Haustüre auf: Auch in der Kita oder
in der Schule sind diabeteskranke Kinder auf die Unterstützung der
Betreuer angewiesen. Sie können die komplexe Aufgabe, ihren Insulinbedarf
an Sport, Stress und Mahlzeiten anzupassen, oft noch nicht allein
meistern. „Sie müssen zwar weder geschont werden, noch sollten sie eine
Sonderrolle spielen“, betont Prof. Dr. Susanne Bechtold-Dalla Pozza. „Ihre
Spielkameraden und Mitschüler müssen aber informiert und instruiert
werden.“ Leider erfahren Kinder mit Diabetes oft Ausgrenzung, ein
Individual- oder Schulbegleiter wird zur Bedingung der Teilhabe gemacht.
Integration ist etwas anderes.

Eine Kindheit so normal wie möglich
Früher ging die Diagnose Diabetes mellitus mit Verzicht und
Einschränkungen in der Ernährung einher, erinnert die Stiftung
Kindergesundheit. Vieles durfte nicht mehr gegessen und musste vom
Speiseplan gestrichen werden. Doch die Behandlung und die
Ernährungsempfehlungen bei Diabetes mellitus haben sich deutlich
verändert und modernisiert. „Eine diabetesgerechte Ernährung entspricht
der allen Kindern empfohlenen Ernährungsweise. Sie umfasst eine
ausgewogene vollwertigen Mischkost. Empfohlen werden viele
Vollkornprodukte, reichlich Obst und Gemüse und bevorzugt pflanzliche
Öle“, so Diabetologin Prof. Dr. Susanne Bechtold-Dalla Pozza.

Kinder mit Diabetes sollten wie alle anderen in einen Kindergarten gehen
und die Schule besuchen, betont die Stiftung Kindergesundheit.  Größeren
Kindern ist es allerdings oft peinlich, Diabetiker zu sein. Sie möchten
nicht auffallen und niemanden von ihrem Diabetes wissen lassen. Das ist
aber keine gute Idee: Erzieher und Lehrer sollten unbedingt über das
Problem des Kindes informiert sein. Die Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische
Diabetologie (AGPD) hat dazu Informationsbroschüren aufgelegt, die ein
gegenseitiges Verständnis und die Abstimmung mit den Betreuern
unterstützen sollen. Man findet sie im Internet unter www.diabetes-
kinder.de.

Neue Behandlungsmethoden - neue Hoffnung
Ein wesentlicher Fortschritt in der Behandlung von Kindern mit Typ-1
Diabetes besteht in der stetigen Weiterentwicklung der technischen
Möglichkeiten. So werden Insulinpumpen und Glukosesensoren zur Messung
des Blutzuckers in allen Altersgruppen von Kindern und Jugendlichen
deutlich häufiger angewendet als bei Erwachsenen. Bei Kleinkindern
beträgt die Anwendungsrate einer Insulinpumpe in Deutschland bereits über
95 Prozent.

Heute weiß man: Muttermilch hat einen schützenden Effekt. Gestillte Kinder
erkranken später seltener an Diabetes, sowohl an Typ 1 als auch an Typ 2,
unterstreicht die Stiftung Kindergesundheit. Zurzeit erforschen mehrere
wissenschaftliche Institutionen in Deutschland und in vier weiteren
europäischen Ländern verschiedene Möglichkeiten einer Prävention, um die
Entwicklung eines Typ-1-Diabetes von vornherein zu verhindern. Die
Ergebnisse der laufenden Studien werden jedoch erst 2025 bzw. 2027
erwartet.


Ausführliche Informationen zum Thema Kinder und Jugendliche mit Diabetes
gibt es im Internet auf folgenden Seiten:
•       https://diabetes-kinder.de/ Das ist die offizielle Seite der
Arbeitsgemeinschaft für Pädiatrische Diabetologie.
•       https://www.diabetikerbund.de/
•       https://www.mein-bdkj.de/
•       https://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/

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