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Trotz Corona-Notlage: Warnsignale des Herzens nicht ignorieren

Deutsche Herzstiftung warnt angesichts hoher Covid-19-Inzidenzen und
Auslastung von Intensivstationen: Bei Herzinfarkt, Schlaganfall und
anderen notfallartigen Beschwerden niemals zögern, den Notarzt (112) zu
rufen

Mit den derzeit dramatisch steigenden SARS-CoV-2-Infektionen und der damit
verbundenen Notlage in Krankenhäusern und Intensivstationen in Deutschland
befürchten Herzspezialisten, dass Herzkranke mit akuten Herzbeschwerden
erneut Kliniken und Praxen meiden könnten. Besonders fatal zeigte sich das
bereits in vergangenen Pandemiewellen: Menschen scheuten vor allem im
Lockdown bei Verdacht auf Herzinfarkt und anderen notfallartigen
Herzbeschwerden den lebensrettenden Notruf 112 oder den Weg in die
Notfallambulanz – aus Angst vor Ansteckung mit SARS-CoV-2 oder wegen
befürchteter pandemiebedingter Kapazitätsengpässe für nicht Corona-
bedingte Fälle in den Kliniken (1).

„Die sehr hohen Inzidenzen für Covid-19- und Hospitalisierungsfälle, die
regional stark schwanken können, dürften bei vielen Menschen zur
Schlussfolgerung führen, dass eine Notfallversorgung für Nicht-
Covid-19-Erkrankte wie Patienten mit Herzinfarkt, Schlaganfall oder
anderen notfallfallartigen Komplikationen nicht mehr gewährleistet sei.
Auch die Furcht vor einer SARS-CoV-2-Infektion kann für chronisch Kranke
trotz Impfung weiterhin ein Thema sein. All dies darf nicht erneut zu
fatalem Verzögerungsverhalten bei Notfallpatienten führen“, warnt der
Kardiologe und Intensivmediziner Prof. Dr. med. Thomas Voigtländer,
Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. Eine Notfallversorgung
sei grundsätzlich (noch) gewährleistet, auch wenn es aufgrund hoher
Hospitalisierungsinzidenzen von über 18 Hospitalisierungen pro 100.000
Einwohnern (2) regional jetzt schon zu einer dramatischen Verdichtung für
die Notfallversorgung komme, so der Ärztliche Direktor des Agaplesion-
Krankenhauses Frankfurt am Main. „Dies kann sich mancherorts angesichts
der aktuellen Notlage jedoch schnell ändern. Umso wichtiger ist jetzt,
dass jeder Einzelne mit der Covid-19-Erstimpfung und einer Auffrischung
des Impfschutzes sowie durch strikte Einhaltung der Hygiene-Regeln AHA+A+L
seinen Teil dazu beiträgt, das Infektionsgeschehen zurückzudrängen.“
Aktuelle Informationen der Herzstiftung zur Corona-Impfung unter
https://www.herzstiftung.de/corona-impfung

Bei Herzinfarkt und anderen lebensbedrohlichen Komplikationen Notarzt
(112) rufen
Mit jeder Minute, die man mit Symptomen eines Herzinfarkts abwartet, ohne
den Notarzt unter der 112 zu alarmieren und den Herzinfarkt sofort
medizinisch versorgen zu lassen, verlässt man das optimale Zeitfenster für
eine Behandlung des Herzinfarkts in der Klinik. „Dadurch steigt das Risiko
eines plötzlichen Herztodes und irreparable Schäden am Herzen bei
dauerhaften Leistungseinbußen werden wahrscheinlicher“, so Voigtländer.
Aber nicht nur der akute Herzinfarkt, auch andere lebensbedrohliche
Komplikationen wie bösartige Herzrhythmusstörungen oder Schlaganfall sind
keine aufschiebbaren Krankheitsfälle, sondern erfordern eine
notfallmedizinische Versorgung durch den Notarzt und die Klinik. Dies gilt
auch für Durchblutungsstörungen des Herzens (Ischämien) höherer
Dringlichkeit wie Hauptstammstenosen und die instabile Angina pectoris als
Vorstufen des Herzinfarkts sowie für die entgleiste (dekompensierte)
Herzschwäche, die hochgradige Aortenklappenstenose und den
Bluthochdrucknotfall. Sie unterliegen auch in der Pandemie weiterhin
selbstverständlich der Notfallversorgung. Über die Symptome eines
Herzinfarkts, Schlaganfalls und anderer Herz-Kreislauf-Beschwerden
informiert die Seite https://www.herzstiftung.de/krankesherzwartetnie

Herzerkrankungen und ihre häufigsten Warnzeichen kennen
Jeder und besonders Risikogruppen wie Herz-Kreislauf-Patienten sollten die
wichtigsten Symptome von Herzinfarkt und anderen Herz-Kreislauf-
Erkrankungen kennen, die sich zum Teil mit Symptomen von Covid-19
(Luftnot, Brustschmerzen) überschneiden können. Um die Bevölkerung erneut
dafür zu sensibilisieren, trotz Corona-Notlage bei Herzinfarkt-Verdacht
wie auch bei Herzbeschwerden generell medizinische Versorgung in den
Kliniken und Praxen in Anspruch zu nehmen, haben die Deutsche Herzstiftung
und die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und
Kreislaufforschung (DGK) gemeinsam mit der Europäischen Gesellschaft für
Kardiologie (European Society of Cardiology, ESC) und dem Bündnis der
Europäischen Herzstiftungen (European Heart Network, EHN) bereits im März
2021 die Aufklärungskampagne „Ein krankes Herz kann niemals warten – Trotz
Corona: Warnsignale des Herzens nicht ignorieren“ gestartet. Unter
www.herzstiftung.de/krankesherzwartetnie sind Informationsangebote rund um
das Thema Herzinfarkt (Ursachen, Symptome, Therapie) und richtiges
Verhalten im Herznotfall sowie zu Herzerkrankungen allgemein abrufbar.

Unser Herz sollte immer höchste Priorität genießen – auch in diesen
schwierigen Zeiten. Deshalb der gemeinsame Appell von Herzstiftung, ESC,
DGK und EHN an chronisch Herzkranke und Personen mit erstmaligen
Herzbeschwerden: Hören Sie auf Ihr Herz, nehmen Sie medizinische Hilfe in
der Klinik oder Praxis in Anspruch. Nehmen Sie weiterhin Ihre Medikamente
und halten Sie Ihre Kontrolltermine ein.

Links zum Thema Herznotfall in Pandemiezeiten:

Website: https://www.herzstiftung.de/ein-krankes-herz-kann-niemals-warten
Shortlink: https://www.herzstiftung.de/krankesherzwartetnie
Link zur Corona-Impfung: https://www.herzstiftung.de/corona-impfung

Bei diesen Anzeichen eines Herzinfarkts sofort den Rettungsdienst (112)
rufen

- Starke Schmerzen und Druckgefühl im Brustkorb: Anzeichen für einen
Herzinfarkt können Schmerzen sein, die überwiegend im Brustkorb oder
häufig auch ausschließlich hinter dem Brustbein auftreten. Sie können in
andere Körperteile wie Arme, Oberbauch, Rücken, Hals, Kiefer oder
Schulterblätter ausstrahlen. Brustschmerzen oder Atemnot bei kleinsten
Belastungen oder in Ruhe sind besonders alarmierend. Dahinter könnte die
sogenannte instabile Angina pectoris (Brustenge) stecken, aus der sich
jederzeit ein Herzinfarkt entwickeln kann. Generell gilt: Halten die
Schmerzen länger als fünf Minuten an, sollten Sie sofort handeln.
- Massives Engegefühl: Viele Menschen spüren als Anzeichen für einen
Herzinfarkt einen heftigen Druck oder ein sehr starkes Einschnürungsgefühl
im Brustkorb – so, als würde ihnen „ein Elefant auf der Brust stehen“.
- Heftiges Brennen: Im Brustkorb kann ein starkes Brennen auftreten.
- Angstschweiß mit kalter, fahler Haut: Menschen, die einen Herzinfarkt
erleiden, spüren häufig starke Angst, die durch blasse Gesichtshaut und
kalten Schweiß auch sichtbar wird.
- Übelkeit, Erbrechen, Atemnot, Schmerzen im Oberbauch: Die Anzeichen für
einen Herzinfarkt können zudem recht unspezifisch sein – vor allem bei
Frauen. Um auf Nummer sicher zu gehen und auch diese Symptome nicht zu
übersehen, gilt die Empfehlung, immer dann einen Rettungswagen mit Notarzt
(112) zu rufen, wenn die Beschwerden in einem noch nie zuvor erlebten
Ausmaß auftreten.

Achtung: Auch wenn bei vielen Patienten der Herzinfarkt plötzlich und ohne
Vorboten kommt, so treten nach neueren Daten bei ca. 50 % der
Herzinfarktpatienten Symptome auch 24-48 Std. vor dem eigentlichen
Herzinfarkt auf. Die Betroffenen berichten über kurze Phasen von
Brustkorbenge oder Brennen hinter dem Brustbein. Dies kann in Ruhe oder
bei leichter Belastung auftreten, gelegentlich tritt auch nächtliches
Erwachen mit diesen Beschwerden auf.

Bei diesen Warnzeichen für Herzerkrankungen sofort zum Arzt!
Generell sollten Betroffene bei den folgenden Warnzeichen umgehend zum
Internisten oder Kardiologen. Sie können untersuchen, ob z. B. eine
Herzrhythmusstörung als Folge einer koronaren Herzkrankheit
(Grunderkrankung des Herzinfarkts), oder anderer Herzerkrankungen wie
Herzklappenerkrankungen oder eine Herzschwäche vorliegt. Unbehandelt
können diese Erkrankungen zu schwerwiegenden, auch notfallmäßigen,
Komplikationen führen:

- Schmerzen oder ein unangenehmes Engegefühl im Brustkorb (Angina
pectoris) und/oder Luftnot
- Nächtliches Erwachen mit Druck im Brustkorb
- Herzrasen mit Einschränkung der Belastbarkeit
- Hartnäckiges Herzstolpern
- Kurze Bewusstlosigkeiten (Synkopen)
- Schwindelanfälle, drohende Bewusstlosigkeiten

Diese Beschwerden können Warnzeichen auch für mehrere Herzerkrankungen
zugleich sein. Angina pectoris-Beschwerden können Vorboten für eine
fortgeschrittene Herzkranzgefäßverengung bis hin zum Herzinfarkt sein,
aber auch Anzeichen eines operationsbedürftigen Herzklappenfehlers.
Atemnot und Leistungsschwäche sind typische Symptome für eine Herzschwäche
oder eine Herzproblematik wie Herzklappenerkrankung oder Vorhofflimmern.
Kurze Synkopen können ein harmloses neurologisches Problem, aber auch
Vorboten einer bösartigen Herzrhythmusstörung (Kammerflimmern) sein.

Literatur

(1) Zeymer, U., Gitt, A. & Thiele, H. COVID-19-Pandemie. Herz 46, 115–119
(2021). https://doi.org/10.1007/s00059-020-05015-w
(2) Nach dem aktuellen Situationsbericht des Robert Koch-Instituts (RKI)
vom 23.11.2021 weist Thüringen die derzeit höchste
Hospitalisierungsinzidenz von 18,35 Hospitalisierungen pro 100.000
Einwohner auf:
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Nov_2021/2021-11-23-de.pdf?__blob=publicationFile

Weitere:
- Nef, H.M. et al, Impact of the COVID-19 pandemic on cardiovascular
mortality and catherization activity during the lockdown in central
Germany: an observational study. Clin Res Cardiol 110, 292–301 (2021).
https://doi.org/10.1007/s00392-020-01780-0
- Pessoa-Amorim G, Camm CF, Gajendragadkar P, et al. Admission of patients
with STEMI since the outbreak of the COVID-19 pandemic. A survey by the
European Society of Cardiology. Eur Heart J Qual Care Clin Outcomes.
2020;6:210–216. doi: 10.1093/ehjqcco/qcaa046
- WidO-Report: Günster, C, Drogan D, Hentschker C, Klauber J, Malzahn J,
Schillinger G, Mostert C.  WidO-Report: Entwicklung der
Krankenhausfallzahlen während des Coronavirus-Lockdowns. Nach
ICD-10-Diagnosekapiteln und ausgewählten Behandlungsanlässen, Berlin 2020

  • Aufrufe: 64

Fünf Gründe für Knieprobleme: So bekommen Sie die Schmerzen in den Griff

Knieprobleme
Knieprobleme

Probleme mit den Knien können viele Ursachen haben. Häufig wird das Wetter genannt. Meist stecken jedoch Verschleißerscheinungen dahinter. Natürlich können auch Unfälle, Sportverletzungen oder Überbelastung die Knieprobleme auslösen. Sogar häufiges Treppensteigen kann eine Ursache für Beschwerden mit dem Knie auslösen – aber nur wenn die Belastbarkeit aufgrund mangelnder körperlicher Fitness massiv eingeschränkt ist.  Diese sind jedoch relativ zügig wieder in den Griff zu bekommen. Anders sieht es jedoch bei Verschleißerscheinungen wie Arthrose aus. Doch auch hier gibt es Möglichkeiten, die Schmerzen zu lindern und wieder beweglicher zu werden. Natürlich sollten die Knieprobleme immer von einem Arzt abgeklärt werden. Dieser wird dann die  entsprechenden Maßnahmen setzen, um die Beschwerden zu lindern. Doch auch Sport und Bewegung sollten dabei nicht vergessen werden. Denn diese können durchaus helfen, auch wenn sich das viele nicht vorstellen können.

Hilfe bei Kniegelenksarthrose

Kniegelenksarthrose ist eine Verschleißerkrankung, weshalb sie als degenerative Erkrankung gilt. Dabei muss es nicht sein, dass der Betroffene ständig Schmerzen hat. Die Schmerzen treten häufig in akuten Schmerzepisoden auf, die mehrere Tage andauern können. Danach kann es durchaus möglich sein, dass der Patient viele Wochen nichts mehr wirklich spürt. Um akute Schmerzen in den Griff zu bekommen, gibt es unterschiedliche Methoden aus der Physiotherapie oder auch mit ganz sanften Bewegungen können Sie die Schmerzen sehr gut lindern. Wer auf natürliche Heilmittel steht, kann mit CBD die schmerzende Stelle behandeln. Nutzer berichten hierbei von guten Ergebnissen.

Doch nicht immer reichen diese Massnahmen aus, um die Schmerzen zu beseitigen. In diesem Fall sollte unbedingt mit dem Arzt gesprochen werden und im Notfall diverse Schmerzmedikamente eingesetzt werden. Diese Medikamente sind wirklich nur für sehr akute Beschwerden und nicht zur Dauereinnahme geeignet.

Bewegung ist das A und O bei Arthrose

So komisch es sich anhört, aber viele Schmerzen können mit Bewegung reduziert werden. Insbesondere bei Arthrose ist es wichtig, in Bewegung zu bleiben. Natürlich nicht, wenn akute Schmerzen auftreten, dann ist zuerst schonen angesagt. Sobald es aber wieder besser ist, sollte tägliche Bewegung auf dem Programm stehen. Es können beispielsweise Knieübungen bei Schmerzen auf nejchojc-personaltrainer.ch angeschaut und nachgemacht werden, die dabei helfen, Schmerzen zu reduzieren und die Funktion des Gelenks zu verbessern. Dadurch kann der natürliche Verschleiß hinausgezögert werden.    

Allerdings sollte die Bewegungstherapie individuell auf den Betroffenen abgestimmt werden. Denn die Bewegung sollte an das Ausmaß der Arthrose angepasst werden. Möglich sind hier beispielsweise Gleichgewichtsübungen, Kräftigungs- und Dehnungsübungen wie auch Tai Chi und Laufbandtraining. Auch schwimmen oder im Allgemeinen Bewegungen im Wasser sind empfehlenswert. Zudem gibt es in vielen Orten auch spezielle Gruppen für Arthrose. Dort ist man unter Betroffenen, kann sich austauschen und erfährt, welche Übungen die richtigen sind.

 

Auch Schlammpackungen, Fango und Akupunktur können bei Beschwerden mit dem Knie helfen. Diese Interventionen besitzen aber im Gegensatz zur aktiven Bewegungstherapie laut diversen Studien keinen wesentlich höheren Effekt als ein Placebo und sollten deshalb immer nur in Kombination mit richtigem Training ausgeführt werden.

Weiterhin sollte darauf geachtet werden, dass man das Normalgewicht hält, da jedes zusätzliche Kilo  eine Belastung für das Knie ist. Auch Aktivitäten, die vor allem auf das Knie gehen, sollten gemieden werden.

Wer sich an diese Tipps hält, kann seine Arthrose durchaus in den Griff bekommen. Vielleicht sollte man auch einmal ins europäische Ausland schauen. Hier gibt es oft Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel, die es in Deutschland nicht gibt, aber zu 100 % natürlich sind. Auch diese können helfen, die Beschwerden zu lindern und die Arthrose ein wenig aufzuhalten, sind aber einer adäquaten Trainingstherapie deutlich unterlegen.

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Kinder mit Krebs – geheilt, doch das Herz geschädigt?

Eine von der Herzstiftung geförderte Studie untersucht, ob sich bei jungen
Patienten Herzschäden nach einer Krebstherapie früher erkennen lassen.

In Deutschland erkranken pro Jahr etwa 2.200 Patientinnen und Patienten
unter 18 Jahren an Krebs. Für die Kinder und Jugendlichen stellt die
Diagnose einen belastenden Einschnitt in ihr Leben dar – dennoch sind ihre
Aussichten überwiegend positiv: Rund 80 Prozent der Erkrankten können
heute geheilt werden. Die erfreulichen Heilungserfolge rücken nun
zunehmend die Lebensqualität und die Prävention von krankheits- und
therapiebedingten Spätfolgen in den Fokus, mit denen ein Großteil der
Betroffenen leben muss.   Denn der Behandlungserfolg geht mitunter
zulasten der Herzgesundheit. Betroffene sind etwa gefährdet, eine Herz-
Kreislauf-Erkrankung zu entwickeln z. B. durch Schäden am Herzmuskel
(Kardiomyopathie) sowie an Herzkranzgefäßen und Herzklappen. Auch
Störungen der Erregungsleitung mit der Gefahr von Herzrhythmusstörungen
sind möglich.

Im Fokus der Kardio-Onkologie: Herz- und Gefäßkomplikationen nach
Krebstherapie
In einem Kooperationsprojekt wird nun untersucht, ob kardiale
Funktionseinschränkungen nach einer Krebstherapie frühzeitig zu erkennen
sind. Beteiligt an dem Forschungsvorhaben sind der Lehrstuhl für
Präventive Pädiatrie der Fakultät für Sport- und Gesundheitswissenschaften
der TU München und die beiden Münchner kinderonkologischen Zentren – das
Dr. von Haunersche Kinderspital der Universität München und die
Kinderklinik München Schwabing der TU München. Die Wissenschaftlerinnen
und Wissenschaftler des Projekts wollen im Rahmen einer Studie auch eine
neuartige Diagnostik-Kombination einsetzen. Die Deutsche Herzstiftung
fördert diese Diagnostik-Studie mit einer Summe von rund 49.000 Euro.
„Dieses kardio-onkologische Forschungsvorhaben ist besonders wichtig, weil
es mögliche Folgeschäden für Herz und Gefäße nach einer Krebstherapie
bereits im Kindes- und Jugendalter im Blick hat“, betont der Vorsitzende
des Wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Herzstiftung Prof. Dr. med.
Hugo A. Katus. „Krebserkrankungen im Kindes- und Jugendalter sind dank des
medizinischen Fortschritts gut behandelbar. Gleichzeitig werden wir jedoch
vermehrt mit kardiovaskulären Komplikationen als Folge von Krebstherapien
bei vielen dieser Patienten im Erwachsenalter zu tun haben. Dazu bedarf es
an innovativen Diagnose- und Therapieverfahren“, so der Heidelberger
Kardiologe.

Herzschäden als Spätfolge?
Die Schäden infolge einer Krebstherapie zeigen sich oft erst Jahre nach
einer Krebstherapie. Denn das Herz kann vermutlich behandlungsbedingte
Schädigungen zunächst kompensieren und eine normale Funktion über einen
gewissen Zeitraum erhalten. Eine Studie zeigt zum Beispiel, dass
Erwachsene, die als Kind an Krebs erkrankt waren, fast 40 Prozent häufiger
und sechs Jahre früher Bluthochdruck entwickeln im Vergleich zur
Allgemeinbevölkerung (1). Überlebende nach einer Krebserkrankung im
Kindes- oder Jugendalter haben insgesamt eine achtfach erhöhte Sterberate
aufgrund von Herzerkrankungen. Ursächlich für Spätfolgen sind vor allem
bestimmte herzschädigende Krebsmedikamente (Anthrazykline) sowie die
Auswirkungen einer Strahlentherapie im Bereich des Brustkorbs. Beide
Behandlungsmethoden tragen auf der anderen Seite wesentlich zu den guten
Heilungschancen bei – sind also unverzichtbar. „Wir erforschen eine
innovative diagnostische Methode zur Früherkennung von
Funktionseinschränkungen des Herzens bis zu fünf Jahre nach der
Krebstherapie”, erläutert die Sportwissenschaftlerin Dr. rer. medic.
Sabine Kesting von der Fakultät für Sport- und Gesundheitswissenschaften
am Lehrstuhl für Präventive Pädiatrie der TU München, die die Studie
leitet.  „Wenn wir Auffälligkeiten entdecken, können die Betroffenen ins
Deutsche Herzzentrum München geschickt und dort, falls erforderlich,
behandelt werden. Im optimalen Fall eröffnet somit eine frühe Diagnose die
Chance, gravierenden kardiovaskulären Problemen vorzubeugen.”

Früh kleinste Schwachstellen erkennen
Auswirkungen einer Krebstherapie aufs Herz bleiben lange ohne Symptome.
Üblicherweise erfolgt eine Herzuntersuchung im Rahmen der standardisierten
Nachsorgeprotokolle in der Kinderkardiologie zudem am liegenden Patienten
(EKG/Herzultraschall). Geringgradige Funktionseinschränkungen des
Herzmuskels fallen unter diesen Ruhebedingungen allerdings oft nicht auf
und entgehen so leicht der Aufmerksamkeit. Eine Ultraschalluntersuchung
des Herzens während körperlicher Belastung – quasi als Stressfaktor –
erhöht hingegen die Empfindlichkeit der Diagnostik. Insgesamt werden in
der geplanten Studie nun 40 Teilnehmer im Alter von 10 bis 25 Jahren im
ersten bzw. im fünften Jahr nach Beendigung einer Krebstherapie
untersucht. Zusätzlich wird die gleiche Untersuchung bei 40 gleichaltrigen
Gesunden durchgeführt, um mögliche Auffälligkeiten der Herzfunktion durch
die Krebsbehandlung einordnen und beurteilen zu können.

Innovative Diagnostik-Kombination
Die einmalige nicht-invasive Untersuchung beinhaltet neben einer
ausführlichen Anamnese eine Ultraschalluntersuchung des Herzens – einmal
in Ruhe zur Überprüfung der Tauglichkeit für eine Belastungsuntersuchung
und einmal auf dem Liegefahrradergometer unter submaximaler körperlicher
Belastung. Zeitgleich zu der Stressechokardiografie wird die individuelle
kardiopulmonale Leistungsfähigkeit auch über eine Spiroergometrie
(Bestimmung der Atemgase, um Belastbarkeit der Lunge und des
Herzkreislaufsystems festzustellen) gemessen. „Durch diese innovative,
wenig belastende und vergleichsweise kostengünstige Untersuchungsmethode
können wir möglicherweise früher Hinweise auf strukturelle Auffälligkeiten
und beginnende oder bereits vorhandene Funktionseinschränkung des Herzens
erhalten. Und damit könnte eine weitere Verschlechterung der Schäden
möglicherweise günstig beeinflusst werden“, hofft Dr. Kesting. Denn die
Erkenntnisse sollen z. B. auch dazu beitragen, spezielle
Bewegungsprogramme zu erarbeiten, mit deren Hilfe Herzschäden im besten
Fall vorgebeugt werden kann oder sich diese reduzieren lassen.

*Projekttitel: Früherkennung von kardialen Funktionseinschränkungen nach
einer potentiell herzschädigenden Krebstherapie im Kindes- und Jugendalter
– Eine Machbarkeitsstudie

(1) Burden of cardiovascular risk factors and cardiovascular disease in
childhood cancer survivors: data from the German CVSS-study;
https://doi.org/10.1093/eurheartj

Forschung nah am Patienten
Dank der finanziellen Unterstützung durch Stifterinnen und Stifter,
Spender und Erblasser kann die Deutsche Herzstiftung gemeinsam mit der von
ihr 1988 gegründeten Deutschen Stiftung für Herzforschung (DSHF)
Forschungsprojekte in einer für die Herz-Kreislauf-Forschung
unverzichtbaren Größenordnung finanzieren. Infos zur Forschung unter
www.herzstiftung.de/herzstiftung-und-forschung

Infoservice zum Thema Herzgesundheit nach Krebstherapie
Weitere Informationen zur Herzgesundheit im Zusammenhang mit
Krebstherapien bietet die Herzstiftungs-Zeitschrift HERZ heute Ausgabe
1/2021 mit dem Titel „Die Balance halten: Krebspatienten vor Herzschäden
schützen“. Ein kostenfreies Probeexemplar ist unter Tel. 069 955128-400
oder per E-Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. erhältlich.

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DRINGENDER AUFRUF: Schwangere sollen Impfangebot unbedingt nutzen!

Mit dem Beschluss auf seiner heutigen Sitzung ruft der Vorstand der
Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. in Absprache
mit dem Berufsverband der Frauenärzte e.V. unterstützt von der
Arbeitsgemeinschaft für Geburtshilfe und Pränatalmedizin e. V. (AGG) und
weiteren Fachgesellschaften* die KollegInnen dazu auf, alle Ressourcen zu
nutzen, um Patientinnen optimal aufzuklären und die notwendige
Schutzimpfung gegen COVID-19 zur Verfügung zu stellen.

Deutschlandweit machen noch viel zu wenige Frauen vom flächendeckenden
Impfangebot Gebrauch. Nach wie vor liegen ungeimpfte Schwangere auf den
Intensivstationen. Diese Tragödien sind unnötig und könnten durch eine
entsprechende Nutzung des verfügbaren Impfangebotes verhindert werden.

Vor diesem Hintergrund appelliert die Deutsche Gesellschaft für
Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. an alle ungeimpften Schwangeren und
Frauen mit Kinderwunsch, das kostenfreie Angebot der Schutzimpfung vor Ort
wahrzunehmen, um sich und das noch ungeborene Kind zu schützen.

Wichtig ist, dass vorliegende wissenschaftliche Daten zur Sicherheit der
COVID-19-
Schutzimpfung kein gehäuftes Auftreten von schweren unerwünschten
Arzneimittelwirkungen während der Schwangerschaft oder ein erhöhtes Risiko
während der Stillzeit für Mutter und Kind, insbesondere nicht von
Fehlgeburten zeigen würden.

Fest steht aber: Eine COVID-19-Erkrankung in der Schwangerschaft stellt
eine ernsthafte
Gefahr für Mutter und Kind dar. Im Vergleich zu Nicht-Schwangeren macht
eine
entsprechende Infektion sechsmal häufiger eine intensivmedizinische
Betreuung nötig. Eine Beatmung ist sogar 23-mal häufiger notwendig als bei
der nicht schwangeren Vergleichsgruppe. Das Frühgeburtsrisiko ist bei
COVID-19 positiv getesteten Frauen fast
doppelt so hoch, wie bei gesunden Schwangeren. Hinzu kommen zahlreiche
weitere Risiken für nicht geimpfte erkrankte Mütter und ihre Babys.

Daher ist eine COVID-19-Impfung für Schwangere zwingend notwendig!

*Diese Pressemitteilung basiert auf den bereits veröffentlichten
Empfehlungen der
Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. (DGGG) in
Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Perinatale Medizin e.V.
(DGPM) und der Deutschen Gesellschaft für Pränatal- und Geburtsmedizin e.
V. (DGPGM) und weiteren
Fachgesellschaften.

Quellen
1
https://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/STIKO/Empfehlungen/PM_2021-09-10.html
2
https://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/STIKO/Empfehlungen/PM_2021-11-18.html

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