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Rufen, Prüfen, Drücken, Schocken - Herzstiftung-App zeigt, was im Herznotfall zu tun ist Herzinfarkt-Risikotest gibt Einschätzung für persönliches Risiko

Lebensrettende Informationen zum richtigen Verhalten bei Herzinfarkt sowie
eine Anleitung zur Herzdruckmassage bei plötzlichem Herzstillstand und
einen Herzinfarkt-Risikotest zur Ermittlung des persönlichen Risikoprofils
gibt die Deutsche Herzstiftung in einer neuen App, die kostenlos über
<www.herzstiftung.de/app> heruntergeladen werden kann. Die App informiert
mit grafischen Abbildungen Laien über die häufigsten Herzinfarkt-
Alarmzeichen und hilft, die infarkttypischen Symptome schnell und richtig
zu deuten. Auch stellt die App die Herzdruckmassage dar und gibt dazu
konkrete Handlungsanweisungen. Das Besondere an der Anwendung ist, dass
sie den direkten Notruf 112 ermöglicht und so keine lebensrettende Zeit
verloren geht. „Die App informiert über das richtige Verhalten bei
Verdacht auf Herzinfarkt sowie beim Vorliegen eines plötzlichen
Herzstillstands. Sofortiges Handeln ist in beiden Fällen
überlebenswichtig“, betont Prof. Dr. med. Thomas Voigtländer,
Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung.

Für Laien einfach zu handhaben
Die App gliedert sich in die Herznotfall-Situationen „Brustschmerzen“ und
„Bewusstlosigkeit“. In beiden Notfallsituationen wird mit Abbildungen und
wenigen Fragen geklärt, ob Schmerzen im Brustkorb auf einen Herzinfarkt
hindeuten oder ob eine akute Bewusstlosigkeit, hervorgerufen durch einen
Herzstillstand, vorliegt. Ist letzteres der Fall, erhalten Helferinnen und
Helfer die Anleitung zur Durchführung der Herzdruckmassage Schritt für
Schritt sowie zur Anwendung des automatisierten externen Defibrillators
(AED). „Die kurze und konkrete Anleitung zur Herzdruckmassage soll helfen,
die lebenswichtige Versorgung des Körpers mit Sauerstoff zu überbrücken,
bis der Rettungsdienst eintrifft“, betont Herzexperte Voigtländer,
Ärztlicher Direktor am Agaplesion Bethanien-Krankenhaus und
Cardioangiologisches Centrum Bethanien (CCB) in Frankfurt am Main.
Allerdings ist die App nicht als Ersatz einer Ausbildung in der Herz-
Lungen-Wiederbelebung gedacht.

Hemmschwelle beim Herznotfall senken
Der plötzliche Herzstillstand gehört zu den häufigsten Todesursachen in
Deutschland. Jedes Jahr erleiden hierzulande ca. 65 000 Menschen einen
sog. Plötzlichen Herztod. Ist der Betroffene bewusstlos, reagiert er nicht
auf lautes Zurufen oder andere Reize (Zwicken) und atmet nicht normal,
muss man von einem plötzlichen Herzstillstand ausgehen. Wenn ein solcher
Herznotfall eintritt, ist das für zufällig Anwesende oder Angehörige eine
belastende Situation. Aus Angst etwas falsch zu machen, wird oft gar
nichts gemacht und nur abgewartet, bis der Rettungsdienst eintrifft. „Die
App soll dazu beitragen, diese Hemmschwelle zu überwinden und im Notfall
schnell und gezielt zu handeln, um Leben zu retten“, sagt Prof.
Voigtländer.

Herzinfarkt: Wie gefährdet sind Sie?
In der App ist zudem ein Herzinfarkt-Risikotest enthalten. Der Test
erfasst die Risikofaktoren Bewegungsmangel, Übergewicht, Rauchen, Stress
und ungesunde Ernährung, die sich schädigend auf die Herzkrankgefäße
auswirken und zu den Risikokrankheiten Bluthochdruck, Diabetes und
Fettstoffwechselstörungen (hohes Cholesterin) führen. „Gesunde und
Patienten, bei denen noch keine koronare Herzkrankheit diagnostiziert
wurde, bekommen eine Einschätzung ihres persönlichen Herzinfarkt-Risikos
und den Hinweis, ob eine ärztliche Untersuchung notwendig ist.

Die meisten Risikofaktoren sind beeinflussbar
Das persönliche Risikoprofil wird anhand von zu beantwortenden Fragen und
der erreichten Punktzahl ermittelt. Am Ende steht das Ergebnis mit einer
Einordnung des Risikos und entsprechenden Ratschlägen. Ein schlechtes
Testergebnis bedeutet nicht, dass man dem Herzinfarkt hilflos ausgeliefert
ist, sondern es dient als Aufforderung, etwas für die Gesundheit zu tun.
„Am besten sollte man einen Internisten oder Kardiologen aufsuchen, um
gemeinsam eine Strategie gegen den Herzinfarkt zu entwickeln“, rät Prof.
Voigtländer. Denn bis auf erbliche Belastung, Alter und Geschlecht sind
alle Risikofaktoren beeinflussbar.

Die Herzstiftungs-App steht ab sofort kostenlos zum Download mit
Anleitungen zur Installation bereit unter: <www.herzstiftung.de/app>

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Intensiv- und Notfallmediziner aktualisieren klinisch-ethische Empfehlungen zur Priorisierung und Triage bei COVID-19

Angesichts der starken Zunahme von COVID-19-Patienten mit schweren
Erkrankungsverläufen stehen Notfall- und Intensivmediziner, wie auch
andere Disziplinen im Gesundheitswesen, derzeit vor schwierigen
Entscheidungen: Wie sollen die zur Verfügung stehenden Ressourcen so
verteilt werden, dass möglichst viele Patienten mit Bedarf einen Nutzen
haben? Nachdem sich nicht zuletzt durch die Impfung neue Aspekte in der
Diskussion ergeben, haben Experten aus sieben Fachgesellschaften die im
Frühjahr 2020 veröffentlichte „Leitlinie zur Priorisierung und Triage bei
akuter Ressourcenknappheit“ aktualisiert.

Die wichtigsten Punkte betreffen die Gleichbehandlung von geimpften und
nicht geimpften Patienten in der Gesundheitsversorgung sowie die Beachtung
des Gleichheitsgebotes bei Erhöhung der Ressourcen zugunsten der
Versorgung von Patienten mit COVID-19.

Fehlende Impfung ist kein Grund für Begrenzung der Gesundheitsversorgung

In der öffentlichen Diskussion wurde in den letzten Wochen wiederholt
vorgeschlagen, den Impfstatus als Entscheidungskriterium für die
Priorisierung bei knappen Mitteln anzuwenden. Die Frustration über den
Verzicht mancher Menschen auf eine wirksame Impfung sei zwar nicht zuletzt
angesichts der massiven Belastungen für die im Gesundheitssystem Tätigen
nachvollziehbar, so Prof. Uwe Janssens, ehemaliger Präsident der DIVI und
Leiter der Arbeitsgruppe Ethik. Allerdings haben die Fachgesellschaften in
der aktualisierten Leitlinie klargestellt, dass eine fehlende Impfung kein
legitimes Kriterium für Triage-Entscheidungen darstellen kann.
„Die Hilfspflichten im Gesundheitswesen bestehen bei lebensbedrohlichen
Erkrankungen unabhängig vom Auslöser beziehungsweise dem vorangehenden
Verhalten des bedürftigen Patienten“, fasst Janssens die Position der
Leitlinie zusammen.

Der Medizinethiker und Präsident der Akademie für Ethik in der Medizin,
Prof. Georg Marckmann, ergänzt, dass Leistungsansprüche in unserem
solidarischen Gesundheitssystem aus guten ethischen Gründen nicht von
Kriterien wie "Selbstverschulden" oder "Eigenverantwortung" abhängig
gemacht werden. Erstens sei im Einzelfall in der Regel nicht hinreichend
sicher nachzuweisen, dass die Erkrankung ursächlich auf ein
gesundheitsschädigendes Verhalten des Patienten zurückzuführen ist.
Zweitens beruhe das Verhalten häufig nicht auf einer freien,
selbstbestimmten und damit selbst zu verantwortenden Entscheidung.
Drittens fehlen allgemein akzeptierte Standards, für welche selbst
verursachten und frei gewählten gesundheitsgefährdenden Handlungen der
Einzelne in welchem Ausmaß Verantwortung tragen soll. Dies gilt nicht nur
für Übergewicht, Rauchen oder Risikosportarten, sondern auch für die
Entscheidung zum Verzicht auf eine SARS-CoV-2-Impfung. Deshalb ist eine
Priorisierung knapper akutmedizinischer Ressourcen nach dem Impfstatus
nicht akzeptabel.

Ressourcen für COVID-19-Patienten schaffen, Gleichbehandlung von anderen
Patienten sichern

Die zweite wesentliche Änderung der Leitlinie zielt auf die klinisch-
ethischen Grundlagen der Ressourcenverteilung angesichts des gestiegenen
Bedarfs für COVID-19-Patienten. Zeichnet sich eine Ressourcenknappheit ab,
sollten Krankenhäuser den Regelbetrieb einschränken, um damit Kapazitäten
für die zunehmende Anzahl Schwerkranker mit COVID-19 breitstellen zu
können. Hierzu sollten zunächst solche Behandlungen aufgeschoben werden,
bei denen durch die zeitliche Verzögerung keine Verschlechterung der
Prognose, keine irreversiblen Gesundheitsschädigungen oder gar der
vorzeitige Tod zu erwarten sind.

Für den Fall, dass darüber hinaus eine weitere Ausweitung von
Behandlungskapazitäten für COVID-19-Patienten erforderlich ist, muss
bedacht werden, dass Patienten mit anderen Erkrankungen gegenüber
COVID-19-Patienten nicht benachteiligt werden, betont der Arzt und
Medizinethiker, Prof. Schildmann, Mitautor der Leitlinie. Die
Gleichbehandlung aller zu versorgenden Patienten ist auch im Falle knapper
Ressourcen zu gewährleisten. Negative gesundheitliche Auswirkungen durch
die Einschränkungen sind zu minimieren. Die Patienten und ihre Angehörigen
sind über die Gründe etwaiger Begrenzungen in der Versorgung und die damit
möglicherweise verbundenen gesundheitlichen Auswirkungen transparent zu
informieren.

Beteiligt an der Leitlinie sind:
1.      Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und
Notfallmedizin (DIVI)
2.      Deutsche Gesellschaft für Interdisziplinäre Notfall- und
Akutmedizin (DGINA)
3.      Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin
(DGAI)
4.      Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und
Notfallmedizin (DGIIN)
5.      Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP)
6.      Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) und
7.      die Akademie für Ethik in der Medizin (AEM)

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Plötzlich Studentin: Weiterbildung für Pflegekräfte

Abschlussfoto vor der Hochschule: der erste Absolventinnenjahrgang des Modulstudiums „Betriebswirtschaft in Gesundheitsberufen.  Foto: Natalie Schalk  Hochschule Coburg
Abschlussfoto vor der Hochschule: der erste Absolventinnenjahrgang des Modulstudiums „Betriebswirtschaft in Gesundheitsberufen. Foto: Natalie Schalk Hochschule Coburg

Wenn Pflegekräfte Studierende werden: Ein Modulstudium von Hochschule
Coburg und REGIOMED-Akademie qualifiziert Krankenschwestern und -pfleger
für Führungsaufgaben im Gesundheitswesen. Die ersten haben diese
Weiterbildung jetzt abgeschlossen.

Im Pflege- und Gesundheitssektor sind Fachkräfte rar. Kliniken suchen
Praktikerinnen und Praktiker, die Potenzial haben, sich zu entwickeln, die
Verantwortung übernehmen können. Laura Weiß ist 25 Jahre alt,
Krankenschwester und stellvertretende Stationsleitung auf der
Neurologischen Intensivstation in der Schön-Klinik Bad Staffelstein. Sie
kommt aus Rattelsdorf im Landkreis Bamberg. Jennifer Andert wohnt in
Michelau im Landkreis Lichtenfels, ist 33, ebenfalls Krankenschwester und
Stationsleiterin der Schlaganfall-Abteilung Stroke Unit mit Früh-Reha am
Klinikum Bamberg. Andert hat knapp 50 Mitarbeitende unter sich, Weiß 32.
Die beiden gehören zu den ersten Pflegekräften, die an der Hochschule
Coburg das Modulstudium „Betriebswirtschaft in Gesundheitsberufen“
absolviert haben. 2019 haben REGIOMED-Akademie und Hochschule eine
Kooperation für eine Weiterbildung gestartet, die nach den Standards der
Deutschen Krankenhausgesellschaft zur Leitung einer Station qualifiziert:
Pflegerische Inhalte vermittelte die REGIOMED-Akademie, Kenntnisse in
Controlling, Personalführung und Organisation bekommen die Studierenden an
der Hochschule.

Bosch, Brose und der Blick in andere Welten

Laura Weiß lacht. „Am Anfang wussten wir gar nicht, ob wir richtig als
Studierende zählen.“ Neuland. Neun Krankenschwestern und ein -pfleger
kamen 2019 an die Hochschule, um neben ihrer Arbeit jeden Monat in einer
Block-Woche zu studieren. Das Modul, das bei Bedarf später auch für ein
volles BWL-Studium angerechnet werden kann, haben sie jetzt abge-
schlossen. Laura Weiß und Jenny Andert werden bei der Abschlussfeier
gemeinsam die Re-de halten. Vorher erzählen sie noch ein bisschen von
ihrer Zeit an der Hochschule – eine in vieler Hinsicht besondere Zeit.
„Als Corona kam, haben wir erst einmal pausiert. Wir wurden an anderer
Stelle gebraucht“, sagt Andert. Die verpassten Vorlesungen wurden hinten
drangehängt, zwischendurch gab’s Online-Unterricht. „Prof. Dr. Hedwig
Schmid hat zum Beispiel Online-Exkursionen vereinbart. Da wurde uns aus
dem Management des Klinikums Regensburg berichtet aber auch aus einer
kleinen Privatklinik – und aus der Industrie. Bei Bosch und Brose läuft’s
doch ganz anders als im Krankenhaus.“ Die Pflegekräfte lernten welche
Möglichkeiten für Personalbeurteilungen es gibt und wie Personalgespräche
geführt werden. Wie reagiere ich, wenn ein Kollege oder eine Kollegin
sagt, irgendetwas sei schon immer so oder so gemacht worden? Wie, wenn
einer unangenehm riecht? Welche Rechte haben Mitarbeitende – und welche
die Vorgesetzten? „Prof. Dr. Uwe Gail hat uns Arbeitsrecht und Strafrecht
an vielen Praxisbeispielen erklärt“, erinnert sich Weiß. Im Zweifel ist
die Pflegedienstleitung die übergeordnete Stelle, aber Stationsleitungen
müssen wissen, was sie regeln können und was im Hintergrund läuft – vom
Management über die Finanzen bis zur Arbeit der Personalabteilung.

Eine Kooperation, die allen Vorteile bringt

Prof. Dr. Felix Weispfenning, Vizepräsident der Hochschule Coburg,
würdigte bei der Abschlussveranstaltung den Mut der Teilnehmenden, die
sich getraut haben, als erster Jahrgang dieses neue Format anzugehen.
Prof. Dr. Michael Hartmann, Leiter der Fakultät für Weiterbildung, freute
sich besonders, dass die erfolgreiche Kooperation weitergeführt wird. Ins
Leben gerufen hatte sie sein Vorgänger Prof. Dr. Roland Hertrich und
seitens der REGIOMED-Akademie Prof. Dr. Dorothea Thieme. Robert Wieland,
Geschäftsführer der bayerischen REGIOMED-Einrichtungen erklärte bei der
Abschlussfeier, dass Personalfindung und -bindung heute für Kliniken
besonders wichtig sei. „Bis 2030 werden deutschlandweit 500.000
Pflegekräfte fehlen und der Fachkräftemangel macht Veränderungen im
Berufsbild nötig.“ Die Weiterbildung ermögliche, selbst Führungskräfte mit
höchstem Engagement und Eigenverantwortung zu entwickeln. Die zweite
Gruppe ist bereits mit 17 Pflegekräften gestartet.

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Herzinsuffizienz? Jetzt Eisen-Wert im Blut testen lassen

Krankenhausaufenthalte wegen entgleister Herzschwäche: Bluttest auf
Eisenmangel kann zur Vorbeugung beitragen.

Eisenmangel ist weltweit die häufigste Mangelerkrankung des Menschen. Die
Ursachen für den Mangelzustand können sehr unterschiedlich sein, wobei
verstärkte Menstruationsblutungen und Mangelernährung die häufigsten
Gründe darstellen. Ein Eisenmangel ist auch der häufigste Grund für eine
Blutarmut (Anämie). Menschen mit chronischen Krankheiten wie Herzschwäche
(Herzinsuffizienz) sind besonders gefährdet, einen Mangel an Eisen im Blut
zu entwickeln – auch ohne dass eine Blutarmut vorliegt. Bundesweit leiden
nach Expertenschätzungen bis zu vier Millionen Menschen an einer
Herzschwäche (Herzinsuffizienz) bei weit über 480.000 Klinikeinweisungen
pro Jahr wegen einer Verschlechterung der Herzerkrankung
(Entgleisung/Dekompensation). Einer großen europäischen Studie zufolge ist
jeder zweite Patient mit chronischer Herzinsuffizienz von Eisenmangel
betroffen und die Häufigkeit nimmt mit der Schwere der Herzinsuffizienz zu
(1).

Eisenmangel kann Herzinsuffizienz verstärken
Durch einen Eisenmangel wird zum einen der Organismus der oftmals von
weiteren Herz-Kreislauf-Leiden wie Bluthochdruck und Rhythmusstörungen
zusätzlich belasteten Patienten allgemein anfälliger für Krankheiten. Zum
anderen kann ein chronisch niedriger Eisenwert im Blut die
Herzinsuffizienz verstärken. „Ein routinemäßiges Überprüfen des
Eisenstoffwechsels bei Patientinnen und Patienten mit Herzschwäche ist
deshalb besonders wichtig“, betont der Kardiologe Prof. Dr. med. Thomas
Voigtländer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung in einer
gemeinsamen Pressemeldung mit der Deutschen Stiftung für chronisch Kranke
(DSCK). Herzstiftung und DSCK folgen damit den aktuellen Empfehlungen der
Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC), bei allen
Patienten mit Verdacht auf chronische Herzinsuffizienz den Eisenstatus
regelmäßig zu überprüfen (2). „Ärzte können einen Eisenmangel per Bluttest
leicht bestimmen: Eine Erhebung weniger Blutwerte, darunter das Serum-
Ferritin (Speichereisen), der Transferrin-Wert (Transporteisen) und der
Hämoglobin-Wert, reicht dafür häufig aus“, erklärt der Kardiologe und
DSCK-Vorsitzende Dr. med. Thomas M. Helms. „Ein unbehandelter Eisenmangel
kann Folgen für den Krankheitsverlauf bei herzkranken Menchen haben.
Betroffene sollten daher bei Verdacht auf Eisenmangel zur Abklärung ihren
Arzt aufsuchen. Informationen für Patienten mit Herzschwäche und
Eisenmangel bietet die Herzstiftung unter www.herzstiftung.de
/herzschwaeche-therapie

Bei diesen Warnzeichen für Eisenmangel zum Arzt
Der Eisengehalt im Blut ist essenziell für den Sauerstofftransport und die
Energiegewinnung der Körperzellen. Besondere Auswirkungen hat ein
Eisenmangel unter anderem auf den Herzmuskel, da dieser einen hohen
Energiebedarf hat und seine Funktion von einem intakten Eisenmetabolismus
abhängig ist. Das Herz benötigt dieses lebenswichtige Spurenelement auch,
um seine Funktion an akuten oder chronischen Stress anzupassen.
„Eisenmangel führt insbesondere zu Müdigkeit, Leistungsabfall und
Konzentrationsschwäche der meist ohnehin geschwächten Herzpatienten und
beeinträchtigt deren Lebensqualität“, berichtet Prof. Voigtländer.
Umgekehrt hat eine Studie ergeben, dass eine intravenöse Eisenzufuhr zu
einer Verbesserung der Lebensqualität und zu weniger
Krankenhausaufenthalten bei den Patienten führt (4). Bei etwa der Hälfte
der Herzschwäche-Patienten erhält der Körper nicht in ausreichender Menge
Eisen, das er aus der Nahrung über den Darm aufnimmt. Eisen aus Tabletten
kann daher bei dieser Patientengruppe vom Darm nicht ausreichend
aufgenommen werden. Nach den aktuellen Behandlungsleitlinien der
europäischen Kardiologen sollten symptomatische Herzschwächepatienten mit
einer Auswurffraktion (Auswurfleistung des Herzens) von weniger als 50 %
und mit erst kürzlich zurückliegender herzinsuffizienzbedingter
Klinikeinweisung eine Kurzinfusion (Eisen-Carboxymaltose) zur Therapie
erhalten, um das Risiko für weitere Krankenhausaufenthalte zu senken.

Ursache von Eisenmangel können unbemerkte Blutungen im Magen-Darmtrakt
sein
Liegt neben dem Eisenmangel auch eine Blutarmut (Anämie) vor, müssen
andere Ursachen für Eisenmangel und Anämie abgeklärt werden. Häufig sind
chronische Blutverluste über Magen und Darm verantwortlich. Die
Blutungsquellen solcher Mikroblutungen sind häufig schwierig zu finden.
Noch unklar und durch Forschung zu klären sind die genauen Zusammenhänge
zwischen Herzschwäche und einer Eisenzufuhr, d. h. wie eine
Eisensubstitution die Herzfunktion, den Verlauf der Herzschwäche und die
Sterblichkeit genau beeinflusst.

Literatur
(1) Klip et al. Am Heart J 2013;165(4):575-582.
(2) McDonagh TA et al. Eur Heart J 2021;42(36):3599–3726.
(3) Jankowska EA, et al. Eur Heart J 2013; 34: 816-826.
(4) Ponikowski et al. Lancet 2020; 396, 10266: 1895-1904

Weitere Infos:
www.herzstiftung.de/herzschwaeche-therapie
www.herzstiftung.de/service-und-aktuelles/presse/pressemitteilungen
/bedrohliche-herzschwaeche-kann-eisentherapie-helfen


Tipp: Der Ratgeber „Das schwache Herz“ (180 S.) kann kostenfrei per Tel.
unter 069 955128-400 oder unter www.herzstiftung.de/bestellug angefordert
werden. Leicht verständlich informieren Herzexperten über Ursachen,
Vorbeugung sowie über aktuelle Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten der
Herzschwäche. Weitere Infos unter www.herzstiftung.de/herzschwaeche-
therapie

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