Deutsche Herzstiftung ruft zu konsequenter zeitgerechter Booster-Impfung auf
Herzstiftung unterstützt den breiten Konsens zur Covid-19-Impfung.
Logistische Probleme bei Corona-Impfstofflieferung „nicht akzeptabel“
Die aktuelle Pandemie-Lage erhöht insbesondere für Menschen mit Herz-
Kreislauf-Erkrankungen die Dringlichkeit einer (Auffrischungs-) Impfung
zum Schutz vor Covid-19 enorm. Viele Herzpatienten fragen zu Recht, wie
die aktuelle Situation in der vierten Welle zu beurteilen ist. Die Zahlen
des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigen eindeutig, dass Impfdurchbrüche
zunehmen (in der Zeit von 01.02. bis 19.11.2021: 312.502 Impfdurchbrüche).
Was ist ein Impfdurchbruch? Es wird von einem Impfdurchbruch gesprochen,
wenn bei einem vollständig Geimpften ein positiver PCR-Test und Symptome
vorliegen. Liegen bei einem Geimpften keine Symptome vor und der PCR-Test
ist positiv (zeigt Virusmaterial an), spricht man nicht von einem
Impfdurchbruch.
Impfdurchbruch: Infektionsverlauf wesentlich leichter bei Geimpften
Impfdurchbrüche nehmen mit dem zeitlichen Abstand von der zweiten Impfung
zu. Nach sechs Monaten (teilweise auch früher) zeigt sich bei den
Geimpften eine zunehmende Abnahme des Impfschutzes, der sich unter anderem
auch am Rückgang der Antikörper gegen das Spike Protein des SARS-
CoV-2-Virus zeigt. „Tritt eine Durchbruchsinfektion auf, ist der Verlauf
der Infektion insbesondere auch bei Risikopatienten, also auch den
Patienten mit Herzerkrankungen, wesentlich leichter als bei den
Ungeimpften. Es werden weniger Intensivbehandlungen erforderlich, es
sterben weniger Patienten aus dieser Gruppe“, betont der Kardiologe und
Intensivmediziner Prof. Dr. med. Thomas Voigtländer, Vorstandsvorsitzender
der Deutschen Herzstiftung. Daten des RKI weisen darauf hin, dass
Ungeimpfte im Vergleich zu den Geimpften ein ca. 10-fach höheres Risiko
für eine schweren Verlauf haben.
Booster-Impfungen müssen verfügbar sein
„Die Booster-Impfung ist die entscheidende Maßnahme, um
Durchbruchsinfektionen zu verhindern. Es müssen alle Anstrengungen
unternommen werden, um diese zu ermöglichen. Logistische Probleme in
diesem Zusammenhang sind nicht akzeptabel“, sagt der Herzstiftungs-
Vorstandsvorsitzende. Anforderungen von Impfstoffen seitens der Ärztinnen
und Ärzte sowie Impfstellen müssten „unbürokratisch und schnell“ umgesetzt
werden. „Wir gehen davon aus, dass unter Einbeziehung aller Institutionen
und insbesondere der Hausärzte und der niedergelassenen Fachärzte
insbesondere auch die vulnerablen Gruppen, zu denen ein großer Teil der
Patienten mit Herzerkrankungen gehört, schnell einen ausreichenden
Impfschutz haben.“
Sowohl bei den Patienten mit einer Durchbruchsinfektion als auch bei den
Patienten ohne Impfung sind die über 60-Jährigen und Patienten mit
Vorerkrankungen besonders gefährdet. Wie in der ersten Welle betrifft dies
besonders häufig die betagten Patienten, die in Pflegeheimen oder in
Krankenhäusern betreut werden. Diese Patienten müssen aus Sicht der
Herzstiftung lückenlos geimpft werden und eine Booster-Impfung muss
spätestens nach sechs Monaten erfolgen. „Viele Einrichtungen haben dies
bereits vorbildhaft umgesetzt“, so der Kardiologe, und weiter: „Aus Sicht
der Herzstiftung müssen diese Patienten in den Pflegeheimen und den
Krankenhäusern auch davon ausgehen können, dass neben ihrem eigenen
Impfschutz auch bei den in den Einrichtungen Beschäftigen ein Impfschutz
besteht.“ Darüber hinaus unterstützt die Deutsche Herzstiftung alle
Bemühungen, die zu einer gesteigerten Impfquote insgesamt führen. Nur so
kann die Zahl der schweren Verläufe weiter reduziert werden.
Wichtige Informationen für Herz-Kreislauf-Patienten zum Thema Corona-
Impfung bietet die Herzstiftung auf ihrer Homepage unter
www.herzstiftung.de/corona-imp
Quellen:
https://www.rki.de/DE/Content/
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