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Lungenexperte Prof. Karagiannidis von der Uni Witten berät Bundesregierung zu Corona-Maßnahmen

Prof. Dr. Christian Karagiannidis ist vorgestern, am 14. Dezember in ein
neu geschaffenes, 19-köpfiges ExpertInnengremium im Bundeskanzleramt
berufen worden. Der 48-Jährige ist Facharzt für Innere Medizin,
Pneumologie und Intensivmedizin und wurde 2016 auf die erste Professur für
extrakorporale Lungenersatztherapie an die Universität Witten/Herdecke
(UW/H) berufen. In dem zur Universität gehörenden Krankenhaus Köln-Merheim
der Kliniken der Stadt Köln leitet er das ARDS- und ECMO-Zentrum der
Lungenklinik.

Außerdem ist er seit 2020 Präsident der Deutschen Gesellschaft für
Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN) und medizinisch-
wissenschaftlicher Leiter des DIVI-Intensivregisters, einer Echtzeit-
Datenerfassungs- und Analyseumgebung für Intensivbettenkapazitäten und
aggregierte Fallzahlen für Deutschland. „Das Expertengremium berät die
Bundesregierung über aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zum
Coronavirus SARS-CoV-2 und erarbeitet auf dieser Grundlage Empfehlungen
für die Pandemiebewältigung. Hierbei sind neben medizinischen und
ethischen Fragestellungen insbesondere auch die Folgen von
Pandemiebewältigungsmaßnahmen zu berücksichtigen, kündigte die
Bundesregierung in einer Pressemitteilung zu den Aufgaben der ExpertInnen
an.
https://www.bundesregierung.de/breg-de/suche/bundeskanzler-scholz-beruft-
expertengremium-zur-wissenschaftlichen-begleitung-der-

covid-19-pandemie-1991366

„Es ist für mich und damit auch für mein gesamtes klinisches und
wissenschaftliches Umfeld eine große Ehre und ich nehme die Aufgabe mit
Dankbarkeit und Demut an. Vor uns liegen herausfordernde Wochen, die ein
schnelles Handeln auf wissenschaftlicher Grundlage erfordern. Und das mehr
denn je“, sagt Prof. Karagiannidis zu seiner Berufung.

Für die Universität Witten/Herdecke freut sich der Präsident Martin
Butzlaff über diese Berufung: „Professor Karagiannidis ist nicht nur ein
hervorragender Arzt und klinischer Lehrer für unsere Studierenden, sondern
vor allem auch ein hoch kompetenter, engagierter und besonnener
Wissenschaftler. Seine Daten-Analysen zum Verlauf der Pandemie und zu der
Entwicklung auf den Intensivstationen sind wichtige Bausteine für gut
gegründete politische Entscheidungen – und die müssen in den vor uns
liegenden denkbar komplexen Wochen immer wieder neu und sehr zeitnah
gefällt werden.“

Prof. Dr. Horst Kierdorf, Klinischer Direktor der Kliniken der Stadt Köln:
„Prof. Dr. Christian Karagiannidis bringt eine sehr große klinische und
wissenschaftliche Erfahrung aus der intensivmedizinischen Bewältigung
dieser Pandemie aus unserer Lungenklinik Merheim und aus dem engen
Austausch mit den Intensivstationen in Deutschland in den Expertenrat der
Bundesregierung ein. Wir sind stolz, dass die Kliniken Köln dieses Gremium
mit Prof. Karagiannidis unterstützen dürfen!“

Weitere Informationen: Prof. Dr. med. Christian Karagiannidis, 0221 /
8907-18809, Christian.Karagiannidis@uni-wh.de

Ansprechpartner Presseteam: Kay Gropp, 02302/926-805, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.,
Katrin Schubert, 02302/926-858, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Über uns:
Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) nimmt seit ihrer Gründung 1982 eine
Vorreiterrolle in der deutschen Bildungslandschaft ein: Als
Modelluniversität mit rund 2.800 Studierenden in den Bereichen Gesundheit,
Wirtschaft und Kultur steht die UW/H für eine Reform der klassischen Alma
Mater. Wissensvermittlung geht an der UW/H immer Hand in Hand mit
Werteorientierung und Persönlichkeitsentwicklung.

Witten wirkt. In Forschung, Lehre und Gesellschaft.

www.uni-wh.de / blog.uni-wh.de / #UniWH / @UniWH

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„Ich messe meine Multiple Sklerose selbst!“ - Digitales Selbstmonitoring der Multiplen Sklerose mit Konectom

Das Multiple Sklerose Zentrum (MSZ) an der Klinik für Neurologie des
Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden baut seine Digital-Health-
Expertise bei Therapie und Erforschung der Multiplen Sklerose (MS) mit
einem weiteren wissenschaftlichen Projekt aus. Aufbauend auf zahlreichen,
vor allem in der Diagnostik erfolgreich integrierten digitalen
Instrumenten startet das ärztliche Team jetzt damit, mit einer eigenen
Smartphone App für MS-Patientinnen und Patienten den Weg zum „MS-
Management 2.0“ zu ebnen, mit der die Anwendenden mit MS sich selbst
überwachen können.

Als Vorreiter bei der Umsetzung von Digital Health-Konzepten sammelt das
MS-Zentrum seit rund 20 Jahren kontinuierlich Patientendaten im Zentrum
und wertet diese aus. Dies ist eine gute Grundlage für die weitere
Entwicklungsarbeit. Auf diese Weise profitieren MS- Patientinnen und
Patienten künftig noch mehr von den Konzepten der digitalen Neurologie.

Mit der Konectom-App, die in Dresden als Weltpremiere im Rahmen eines
Teilprojektes des etablierten internationalen Forschungsnetzwerks MS PATHS
zusammen mit renommierten Partnern wie der Cleveland Klinik oder John
Hopkins Universität in den USA zum Einsatz kommt, führen Patientinnen und
Patienten regelmäßig digitale Funktionstests auf ihrem Smartphone durch
und bekommen direkt im Anschluss ihre Ergebnisse angezeigt. Das MS-Zentrum
Dresden startete bereits 2017 als erstes europäisches Zentrum im Netzwerk
und geht auch bei diesem Teilprojekt wieder voran: Die App wird in dieser
Form bei MS- Patientinnen und Patienten weltweit als erstes in Dresden
eingesetzt.

„Mit der KONECTOM App zünden wir für unsere Patientinnen und Patienten die
nächste Stufe unseres Digital Health-Konzepts“, sagt Prof. Tjalf Ziemssen,
Gründer und Leiter des MS-Zentrums an der Klinik für Neurologie. Die
Voraussetzungen sind gut: Mit monatlich rund 1.000 Patientinnen und
Patienten ist es eines der größten akademischen Multiple-Sklerose-Zentren
Deutschlands und verfügt seit nunmehr gut 20 Jahren über ein
kontinuierlich ausgebautes MS-spezifisches Patientendokumentationssystem
sowie zahlreiche digitale Anwendungen im Versorgungsalltag, die erprobt
und routinemäßig eingesetzt werden. Dazu gehört nicht nur die Tablet-
gestützte Abfrage von subjektiven Symptomen wie zum Beispiel der häufig
bei MS auftretenden Müdigkeit, sondern auch digitale, teilweise von den
Betroffenen selbst vorgenommenen Tests zu Konzentration, Geh- und
Sehfähigkeit sowie Geschicklichkeit der Hände. Eine detaillierte
Untersuchung der Gehfunktion wird darüber hinaus halbjährlich mit
speziellen Sensoren vorgenommen, um etwaige Gangstörungen im Verlauf
erkennen zu können. Neben digitalisierten Testverfahren findet auch die
regelmäßige Dokumentation des Ist-Zustandes und die Kontrolle des
Krankheitsverlaufs ebenso überwiegend digital statt wie das Verwalten der
Daten im Rahmen der MS-Versorgung.

Bei Konectom handelt es sich um eine App, die als Medizinprodukt der
Klasse 1 in der EU zugelassen ist. Patientinnen und Patienten können sich
diese auf ihrem Smartphone installieren und personalisieren. Um den
Datenaustausch mit den behandelnden Neurologen des MS-Zentrums sowie der
Forschungsdatenbank zu gewährleisten, erhält jeder Anwendende sein
individuelles Login. Zu jeder Arztvisite führen Patientinnen und Patienten
einmal alle Tests im Zentrum auf dem eigenen Smartphone durch und
beantworten kurze Fragen hinsichtlich Stimmung sowie subjektiver Bewertung
der körperlichen Verfassung unkompliziert über Emojis. Anschließend sind
sie angehalten, zu Hause regelmäßig die App zu verwenden. Bis zur nächsten
Visite am MS-Zentrum sollte die App mindestens zweimal pro Woche
durchgeführt werden, eine tägliche Nutzung ist möglich.

Der Nutzen einer solchen App liegt klar auf der Hand: Während bisher
funktionelle Fähigkeiten des Gleichgewichts oder Gehens, der Feinmotorik
der Hände sowie der Konzentration nur zu den regulären meistens
dreimonatlichen neurologischen Kontrollterminen erfasst werden, ermöglicht
Konectom die kontinuierliche Dokumentation in den dazwischenliegenden
Zeiträumen. Die diagnostische Lücke zwischen den Untersuchungsterminen
kann damit hinsichtlich potentieller Funktionseinschränkungen und deren
Veränderung über die Zeit geschlossen werden. Das ermöglicht dem
behandelnden Neurologen, schneller und gezielter auf Krankheitsschübe oder
das Fortschreiten der Erkrankung zu reagieren. Und auch für MS
Patientinnen und Patienten zeigen sich klare Vorteile: Mit Hilfe der App
kann die MS selbst vermessen werden, jeden Monat gibt es ein individuelles
Feedback des MS Zentrums. Gerade bei einer chronischen Erkrankung wie der
Multiple Sklerose ist eine schnelle Reaktion auf neuaufgetretene
neurologische Symptome und Funktionsstörungen von großer Bedeutung. Mit
einer übersichtlichen Darstellung auf einem Dashboard kann die Ärztin oder
der Arzt die zu Behandelnden optimal beraten.

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Hohes Cholesterin: Wann sind Medikamente notwendig?

Herzstiftung informiert über Risiken hoher Cholesterinwerte und gibt
Empfehlungen zu Lebensstil und medikamentöser Therapie

Ein hoher Cholesterinspiegel zählt zu den größten Risikofaktoren für Herz-
Kreislauf-Erkrankungen. Insbesondere hohe LDL-Werte (LDL=Low Density
Lipoprotein) steigern das Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu
erleiden. Sind die Werte nur leicht erhöht, reicht häufig bereits eine
Umstellung der Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten, um das Risiko
deutlich zu senken. Bei stark erhöhten Werten oder wenn
Lebensstilmaßnahmen nicht ausreichen, sollte eine medikamentöse Therapie
erfolgen. „Wissenschaftlich am besten gesichert ist die Verringerung des
Risikos durch Statine“, erklärt Prof. Dr. med. Ulrich Laufs vom
Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung, Direktor der Klinik
und Poliklinik für Kardiologie am Universitätsklinikum Leipzig. „Dabei
gilt: Je niedriger die LDL-Cholesterinwerte, desto niedriger das Risiko.
Wie hoch die Cholesterinwerte sein dürfen, ist aber individuell und hängt
von verschiedenen Faktoren wie dem Gesamtrisiko für Herz-Kreislauf-
Erkrankungen und damit von zusätzlich bestehenden Risikofaktoren ab.“
Informationen über Ursachen und Folgen hoher Cholesterinwerte sowie
Möglichkeiten der Therapie finden Betroffene und Interessierte unter
www.herzstiftung.de/cholesterin
Den kostenfreien Ratgeber „Hohes Cholesterin: Was tun?“ kann man unter
www.herzstiftung.de/bestellung oder per Tel. unter 069 955128-400
anfordern.

Je größer das Herz-Kreislauf-Risiko, desto niedriger der Zielwert
Grundsätzlich ist Cholesterin kein schädlicher Stoff, sondern sogar
lebenswichtig als Baustein für Zellwände sowie als Ausgangsstoff für die
Bildung von Gallensäuren und verschiedenen Hormonen. Problematisch wird
es, wenn zu viel von der fettähnlichen Substanz im Blut anfällt.
Überschüssiges LDL-Cholesterin (LDL-C) lagert sich in den Gefäßwänden ab
und verursacht Gefäßverkalkungen (Arteriosklerose). Gemeinsam mit anderen
Risikofaktoren steigern diese Verkalkungen das Risiko für Herzinfarkte und
Schlaganfälle.
Ziel einer Behandlung ist daher in erster Linie, dieses Risiko zu senken
und Herzinfarkte und Schlaganfälle zu verhindern. „Entscheidend ist, wie
hoch das gesamte Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist“, betont der
Kardiologe. Aktuellen Therapieempfehlungen (1) zufolge werden folgende
LDL-C-Werte angestrebt:
- Für gesunde Menschen, mit niedrigem Risiko, ohne Risikofaktoren gilt ein
LDL-Cholesterinwert unter 115 mg/dl (<3,0 mmol/l) als Zielwert.
- Bei gesunden Menschen mit mäßig erhöhtem Risiko, mit einzelnen
Risikofaktoren, beispielsweise Übergewicht oder leicht erhöhtem Blutdruck,
sollte der LDL-Cholesterinwert unter 100 mg/dl (<2,6 mmol/l) liegen.
- Für Patienten mit hohem Risiko, z. B. Menschen mit ausgeprägtem
Bluthochdruck, genetisch bedingten hohen Cholesterinwerten oder Raucher,
sollte ein LDL-Cholesterin von unter 70 mg/dl (<1,8 mmol/l) angestrebt
werden.
- Bei Patienten mit sehr hohem Risiko, beispielsweise mit bekannten Herz-
und Gefäßerkrankungen (Arteriosklerose) oder nach einem Herzinfarkt oder
Schlaganfall, mit Diabetes liegt der LDL-C-Zielwert unter 55 mg/dl (<1,4
mmol/l). Bei besonderen Risiko-Konstellationen kann es sinnvoll sein das
Cholesterin noch weiter zu senken. Für Patienten mit sehr hohem Risiko,
die innerhalb von 2 Jahren unter einer Statintherapie ein zweites Ereignis
erleiden, sollte ein LDL-Zielwert unter 40 mg/dl (<1,0 mmol/l) in Erwägung
gezogen werden.

Hohe Cholesterinwerte senken
Befindet sich der Cholesterinspiegel oberhalb der empfohlenen Grenze, rät
die Herzstiftung zunächst zu einer Veränderung des Lebensstils. Eine
gesunde Ernährung mit reichlich Gemüse, Vollkornprodukten sowie guten
Pflanzenölen können einen deutlichen Effekt auf den Cholesterinspiegel
haben. Beobachtungsstudien, eine darunter an mehr als 570.000 Menschen in
Europa und den USA (Mitrou et al., 2007), haben günstigen Effekte der
Mittelmeerküche bestätigt. Zu einem herzgesunden Lebensstil gehören zudem
der Verzicht auf Nikotin sowie regelmäßige Bewegung. Gut geeignet sind
insbesondere Ausdauersportarten wie Wandern, Laufen oder Schwimmen. Ideal
ist eine tägliche körperliche Aktivität von mindestens 30 Minuten.

Medikamentöse Therapie: Statine sind die erste Wahl
Nicht immer reichen die oben genannten Maßnahmen aus, um die
entsprechenden Zielwerte für das LDL-Cholesterin zu erreichen.
Insbesondere bei erblich bedingten hohen Cholesterinwerten sind die
Effekte gesunder Ernährung begrenzt. Zur Senkung von stark erhöhten
Cholesterinspiegeln stehen gut untersuchte Medikamente zur Verfügung. Die
Gruppe der Statine gilt dabei als erste Wahl. Statine hemmen die
körpereigene Bildung von Cholesterin in der Leber, sodass der LDL-
Cholesterinwert im Blut sinkt. „Für Statine ist in großen
wissenschaftlichen Studien bewiesen, dass sie das Risiko für Herzinfarkt
und Schlaganfall senken und ihre Einnahme über viele Jahrzehnte sicher
ist“, unterstreicht Laufs. Zwar gelten die Medikamente als sicher und
überwiegend gut verträglich, dennoch treten gelegentlich Nebenwirkungen
wie Muskelschmerzen auf. Betroffene sollten die Beschwerden mit ihrem Arzt
besprechen, denn häufig lässt sich durch einen Wechsel des Statins
Besserung erzielen. Lässt sich der Cholesterinspiegel mit Statinen nicht
ausreichend senken, kann eine Kombinationstherapie mit neueren
Wirkstoffgruppen sinnvoll sein. Über das Spektrum der zur Verfügung
stehenden Cholesterinsenker informieren die Herzstiftungs-Seite
www.herzstiftung.de/cholesterin und der Herzstiftungs-Ratgeber „Hohes
Cholesterin: Was tun?“, anzufordern unter www.herzstiftung.de/bestellung

Hohes Cholesterin und Covid-19
Eine US-Studie hat für Patienten mit einem metabolischen Syndrom ein
vierfach erhöhtes Risiko nachgewiesen, schwer an Covid-19 zu erkranken
oder gar daran zu sterben (2). Als metabolisches Syndrom wird ein
Zusammentreffen verschiedener Risikofaktoren wie Bluthochdruck, hoher
Cholesterinspiegel, Diabetes und Übergewicht bezeichnet. Auch mit nur
einem Risikofaktor erhöht sich das Risiko für einen schweren Verlauf.

Tipp: Ausführliche Informationen zu den Ursachen und Folgen hoher
Cholesterinwerte sowie zu den neuen Therapieempfehlungen finden Sie im
Ratgeber „Hohes Cholesterin: Was tun?“, den Sie unter 069 955128-400 oder
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. kostenfrei bestellen können sowie auf unserer
Homepage im Online-Beitrag www.herzstiftung.de/cholesterin

Quellen:

(1) Die Europäische Gesellschaft für Kardiologie (ESC) hat im Jahr 2020 im
European Heart Journal neue Zielwerte für anzustrebende LDL-
Cholesterinwerte veröffentlicht. Ziel ist, das Risiko zu reduzieren, im
Verlauf von 10 Jahren an einem Herz-Kreislauf-Ereignis wie Herzinfarkt
oder Schlaganfall zu versterben. Diese neuen Empfehlungen setzen
niedrigere LDL-Cholesterin- Zielwerte fest als in den bisherigen
Empfehlungen: 2019 ESC/EAS Guidelines for the management of
dyslipidaemias: lipid modification to reduce cardiovascular risk. The Task
Force for the management of dyslipidaemias of the European Society of
Cardiology (ESC) and European Atherosclerosis Society (EAS). European
Heart Journal (2020) 41, 111-188

(2) Metabolic syndrome linked to worse outcomes for COVID-19 patients.
Diabetes Care 2021 Jan; 44(1): 188-193.
https://care.diabetesjournals.org/content/44/1/188

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Bewegungspädagogik trifft Sportkommunikation

Bewegung spielt im Lebensstil vieler Menschen eine große Rolle. Damit
Absolventinnen und Absolventen aus dem Sportbereich Bewegungsangebote
besser kommunizieren können, hat die Uni Würzburg eine neue
Lehrkooperation vereinbart.

Mehr Bewegung und Aktivität spielt für viele Menschen eine immer
wichtigere Rolle in ihrem Lebens-stil. Die Themen boomen daher nicht nur
im Gesundheitssport, sondern auch in den Bereichen Thera-pie und
Prävention. Für Studierende der Sportwissenschaft bietet sich in diesen
Feldern daher mittler-weile ein attraktives Angebot am Arbeitsmarkt. Eine
zentrale Herausforderung für Absolventinnen und Absolventen: Um
Gesundheits-, Therapie- und Präventionsangebote richtig zu kommunizieren,
braucht es fundierte Kenntnisse in der Sportkommunikation. Dafür hat die
Sportwissenschaft der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg nun
eine Lehrkooperation vereinbart.

Am Institut für Sportwissenschaft der JMU wurde bereits 2011 der Bachelor-
Studiengang „Bewegungs-pädagogik und Gesundheit“ eingerichtet. Studierende
bilden hier ein humanwissenschaftliches Profil mit pädagogischem
Schwerpunkt aus und qualifizieren sich für spannende Berufe in den Feldern
Prä-vention und Therapie, aber auch in der Organisation und dem Management
von Sport- und Gesund-heitsthemen. Zum Wintersemester 2021/2022 wurde am
Lehrstuhl für Sportwissenschaft eine neue Lehrkooperation mit der
Hochschule der Medien (HdM) in Stuttgart begonnen: Während die Würzbur-ger
Studierenden Expertise im Aufbau von Fachwissen zu den wichtigsten
Gesundheitssportarten auf-gebaut haben, entwickeln die Masterstudierenden
des Studiengangs „Crossmedia Publishing & Ma-nagement“ bei Professor
Christof Seeger an der HdM dafür passende Kommunikationsstrategien und
arbeiten an deren crossmedialer Umsetzung.

„Wir haben im laufenden Wintersemester beide Seminare miteinander
verbunden und arbeiten in gemischten Kleingruppen an der
adressatenorientierten Übersetzung unseres Fachwissens“, erklärt Professor
Harald Lange von der JMU. Neben einer eigens für dieses
Kooperationsprojekt erstellten Homepage (www.gesundheitundbewegung.org)
erarbeiten die Studierenden Strategien für die Social-Media-Kommunikation
ihrer bewegungspädagogischen Themen.

Vermittlung von bewegungs- und gesundheitspädagogischen Themen

„Wir treffen uns mit den Studierenden der HdM regelmäßig über Zoom und
bauen unsere Themen in vielen überschaubaren Schritten gemeinsam auf“,
sagt Rebecca Lienert, eine der Beteiligten aus dem Würzburger Studiengang
Bewegungspädagogik. „Diese Teamarbeit ist manchmal zeitaufwendig, aber wir
lernen dabei viel über die Möglichkeiten der modernen Sportkommunikation.
Außerdem können wir uns mit der Hilfe unserer Dozenten auch in der Rolle
von Experten ausprobieren, das ist super mo-tivierend“, meint Alexander
Senft, ebenfalls Student der Bewegungspädagogik.

Professor Lange ist sich sicher, dass diese Zusammenarbeit mit den
Kolleginnen und Kollegen aus Stutt-gart Zukunft hat: „An der Schnittstelle
zwischen Sport und Medien werden auch in Zukunft tausende neuer
Arbeitsplätze entstehen, weshalb gerade die crossmedial ausgerichtete
Vermittlungsperspektive bewegungs- und gesundheitspädagogischer Themen vor
ganz neue Herausforderungen gestellt wird.“ Professor Seeger ergänzt: „Wir
haben erst vor einem Jahr die Studienrichtung Sportkommunikation an der
HdM etabliert und es freut mich sehr, dass wir derartige
Kooperationsprojekte umsetzen können, denn im Zuge der Digitalisierung
unseres Lebens wird die Schnittstelle zwischen Sport und Kommunika-tion
immer wichtiger.“

Neben der Lehre werden aber auch Themen aus der Forschung des Instituts
für Sportwissenschaft für diese Kooperation mit der HdM relevant: „Wir
hatten gleich zu Beginn der Coronapandemie neue Formate für das
Homefitness entwickelt und arbeiten aktuell an der Optimierung der
Wirksamkeit selbst-gesteuerter Bewegungs- und Trainingsprogramme für
Gesundheitssportler aller Altersklassen“, erklärt Lange die Impulse der
ersten Forschungsergebnisse in diesem neuen Themenfeld.

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