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Medizin- und Wissenschaftsbündnis DANK: Lauterbach muss Weichen für „tabakfreies Deutschland“ bis 2040 stellen

Jeden Tag sterben in Deutschland etwa 350 Menschen an den Folgen des
Tabakkonsums
- Wissenschaftler*innen plädieren für standardisierte Verpackungen und
Verbot von Verkaufsautomaten
- Medizin- und Wissenschaftsbündnis gratuliert Karl Lauterbach zum neuen
Amt und bietet Mitarbeit an

Berlin - Das Medizin- und Wissenschaftsbündnis DANK hat den neuen
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach auf eine Strategie für ein
tabakfreies Deutschland 2040 gedrängt. Der Koalitionsvertrag von SPD,
Grünen und FDP habe mit Blick auf das Thema Tabakkontrolle noch „viel Luft
nach oben“. Deutschland hinke im internationalen Vergleich meilenweit
hinterher. Nur durch eine verbindliche, ressortübergreifende
Tabakkontrollstrategie sei das auch von der EU-Kommission ausgegebene Ziel
erreichbar, wonach bis 2040 weniger als fünf Prozent der Erwachsenen Tabak
konsumieren sollen. Die von der Ampel geplanten Verschärfungen bei
Marketing und Sponsoring reichten bei Weitem nicht aus, so das
medizinisch-wissenschaftliche-Bündnis, dem unter anderem die Deutsche
Krebsgesellschaft, die Stiftung Deutsche Krebshilfe und das Deutsche
Krebsforschungszentrum (DKFZ) angehören.

„Jede fünfte neue Krebserkrankung ist durch Rauchen verursacht. Rund 350
Menschen sterben täglich an den Folgen des Rauchens. Deutschland ist im
europäischen Vergleich Schlusslicht hinsichtlich der Senkung des
Tabakkonsums. Leider findet sich im Koalitionsvertrag kein klares
Bekenntnis dafür, diesen traurigen Zustand zu verändern“, sagt Katrin
Schaller, kommissarische Leiterin der Stabsstelle Krebsprävention am DKFZ.

„Wenn wir das Ziel ‚tabakfrei bis 2040‘ erreichen wollen, muss
Bundesgesundheitsminister Lauterbach dringend weitergehende Maßnahmen auf
den Weg bringen, wie sie von mehr als 50 Gesundheits- und
zivilgesellschaftlichen Organisationen vorgeschlagen werden. Dazu gehören
neben einem Werbeverbot am Verkaufsort für Tabak und verwandte Produkte
wie E-Zigaretten und Tabakerhitzer auch ein Auslageverbot (Display Ban),
standardisierte Verpackungen, spürbare Erhöhungen der Tabaksteuer und ein
Verbot von Verkaufsautomaten“, ergänzt Gerd Nettekoven,
Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe.

Positiv sei, dass im Koalitionsvertrags von SPD, Grünen und FDP die
Schaffung eines Nationalen Präventionsplans vorgesehen ist. Auch möchte
die Ampel-Koalition die Regelungen für Marketing und Sponsoring
„verschärfen“. Dennoch blieben die getroffenen Vereinbarungen weit hinter
den Wahlversprechen von SPD und Grünen zurück. Die SPD hatte vor der Wahl
bekräftigt, dass es „einem ganzheitlichen Vorgehen zur weiteren
Reduzierung des Tabakkonsums bedarf (…), da die gesellschaftlichen Kosten
des Rauchens weiter auf der Hand liegen.“ Die Grünen hatten versprochen,
dass eine „wirksame Tabakprävention“ einen „hohen Stellenwert“ habe. In
den tatsächlichen Ergebnissen des Koalitionsvertrags spiegelten sich diese
Versprechen nicht wider, kritisieren die Medizin- und
Wissenschaftsverbände.

Laut dem aktuellen Tabakatlas ist Deutschland im europäischen Vergleich
weiter Schlusslicht in puncto Tabakkontrolle. In Vorreiter-Staaten wie
Großbritannien oder Irland dürfen Tabakprodukte am Verkaufsort nicht
ausgestellt werden. Zudem sind standardisierte Verpackungen Pflicht und
Zigaretten sind um mehrere Euro teurer als in Deutschland. Mit Erfolg: In
Großbritannien rauchen nur noch 17 Prozent und in Irland nur noch 19
Prozent der Bevölkerung. In Deutschland hingegen hat sich der Anteil der
Raucher*innen auf einem Niveau von etwa 25 Prozent der Bevölkerung
stabilisiert. Deutschland war der letzte EU-Mitgliedsstaat, der
Außenwerbung für Tabakprodukte verboten hat.

Weiterführende Information:

Deutsches Krebsforschungszentrum, Deutsche Krebshilfe, Aktionsbündnis
Nichtrauchen (Hrsg.) Strategie für ein tabakfreies Deutschland 2040.
Heidelberg, 2021.
<https://www.dkfz.de/de/tabakkontrolle/download/Publikationen/sonstVeroeffentlichungen
/2021_Strategie-fuer-ein-tabakfreies-Deutschland-2040_dp.pdf
>

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Corona-Maßnahmen: Neue Bestimmungen stoßen auf breite Akzeptanz

Die Mehrheit der Bevölkerung unterstützt die neuen Kontaktbeschränkungen
und die Home-Office-Regelung

Seit einigen Wochen infizieren sich jeden Tag wieder mehrere zehntausend
Personen in Deutschland mit dem neuartigen Coronavirus. Um die weitere
Ausbreitung des Virus einzudämmen, wurden bundesweit neue Regelungen
eingeführt. Diese finden in der Bevölkerung breite Zustimmung. Das zeigt
der aktuelle BfR-Corona-Monitor, eine regelmäßige Befragung des
Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). So schätzen 94 Prozent der
Befragten die wieder eingeführte Home-Office-Pflicht als angemessen ein,
und 74 Prozent unterstützen die Kontaktbeschränkungen für Personen, die
weder geimpft noch genesen sind. „In der Bevölkerung steigt auch der
Rückhalt für bereits bestehende Maßnahmen“, sagt BfR-Präsident Professor
Dr. Dr. Andreas Hensel. „Nach unseren Daten akzeptieren 94 Prozent die
Testpflicht für Reiserückkehrende und 82 Prozent befürworten das Absagen
von Veranstaltungen.“

Link zu den Ergebnissen: BfR-Corona-Monitor | 7. - 8. Dezember 2021

<https://www.bfr.bund.de/cm/343/211207-bfr-corona-monitor.pdf>

Auch die Zugangsbeschränkungen zu unterschiedlichen Orten werden von der
Bevölkerung mehrheitlich akzeptiert - wenn auch in unterschiedlichem
Ausmaß. So befürworten 87 Prozent der Befragten die Umsetzung der 3G-
Regel, nach der in bestimmten Situationen nur geimpften, genesenen oder
negativ getesteten Personen Zutritt gewährt wird. Deutlich geringer fällt
dagegen die Zustimmung zur 2G-Regel aus (71 Prozent), bei der ein
negativer Test nicht mehr ausreichend ist. Die mancherorts geltende 2G-
Plus-Regel, bei der zusätzlich zum Impf- oder Genesungsnachweis ein
negativer Testnachweis erbracht werden muss, wird mit 60 Prozent in einem
noch etwas geringeren Ausmaß akzeptiert.

Die aktuelle Lage wirkt sich auch auf die Besorgnis darüber aus, wie
Bereiche des eigenen Lebens durch das Coronavirus beeinflusst werden. So
stieg im Vergleich zur letzten Befragung der Anteil der Personen, die
angaben, über ihre wirtschaftliche Situation beunruhigt zu sein, auf 26
Prozent. Der Anteil derer, die um ihre psychische Gesundheit beunruhigt
sind, vergrößerte sich im gleichen Zeitraum auf 28 Prozent. Rund ein
Drittel der Bevölkerung ist weiterhin um die sozialen Beziehungen besorgt
und etwa ein Viertel über die Auswirkungen des Coronavirus auf die
körperliche Gesundheit.

Das BfR hat Fragen und Antworten zum Thema Coronavirus veröffentlicht:

<https://www.bfr.bund.de/de/kann_das_neuartige_coronavirus_ueber_lebensmittel_und_gegenstaende_uebertragen_werden_-244062.html>

Über den BfR-Corona-Monitor

Der BfR-Corona-Monitor ist eine wiederkehrende (mehrwellige)
repräsentative Befragung zur Risikowahrnehmung der Bevölkerung in
Deutschland gegenüber dem neuartigen Coronavirus. Zwischen dem 24. März
und 26. Mai 2020 wurden dazu jede Woche rund 500 zufällig ausgewählte
Personen per Telefon unter anderem zu ihrer Einschätzung des
Ansteckungsrisikos und zu ihren Schutzmaßnahmen befragt. Seit Juni 2020
wird die Befragung im Zwei-Wochen-Rhythmus mit jeweils rund 1.000
Befragten fortgeführt. Eine Zusammenfassung der Daten wird regelmäßig auf
der Homepage des Bundesinstituts für Risikobewertung veröffentlicht. Mehr
Informationen zur Methode und Stichprobe finden sich in den
Veröffentlichungen zum BfR-Corona-Monitor.

Über das BfR

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftlich
unabhängige Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für
Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Es berät die Bundesregierung und die
Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und
Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in
engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.

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Erstes Vorhofflimmer-Zentrum in Ostwestfalen-Lippe

Mit jährlich über 1.000 Vorhofflimmerablationen zählen die
Herzspezialisten der Klinik für Elektrophysiologie/Rhythmologie am Herz-
und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, zu den erfahrensten
Experten für diese Kathetereingriffe.

Mit etwa 1,5 Millionen Betroffenen zählt das Vorhofflimmern zu den
häufigsten Herzrhythmusstörungen in Deutschland. Ursachen sind Störungen
in der elektrischen Erregungsleitung im Herzgewebe, die zu einem erhöhten
Schlaganfallrisiko führen und damit lebensbedrohlich werden können.

Als ausgewiesenes Zentrum zur Behandlung von Vorhofflimmern hat die Klinik
für Elektrophysiologie/Rhythmologie unter der Leitung von Klinikdirektor
Prof. Dr. Philipp Sommer und dem Leitenden Oberarzt Prof. Dr. Christian
Sohns (stellv. Klinikdirektor) das Zertifizierungsverfahren der Deutschen
Gesellschaft für Kardiologie mit Bravour bestanden. Die Gutachter
bescheinigten den HDZ-Spezialisten beeindruckende Leistungen hinsichtlich
der in den Vorgaben der Fachgesellschaft festgelegten personellen,
technischen, strukturellen und organisatorischen Anforderungen, die eine
dauerhaft gute Behandlungsqualität mit hoher Erfolgs- und geringer
Komplikationsrate sicherstellen. Zweifelsfrei zähle das HDZ NRW damit zu
den führenden elektrophysiologischen Zentren in Deutschland, lautete das
Lob der prüfenden Fachgesellschaft.

Die Therapiemethode der Wahl bei Vorhofflimmern ist häufig eine
Herzkatheterablation. „Im Katheterlabor spüren wir die zusätzlichen
Erregungsherde im Herzgewebe auf und veröden diese mit verschiedenen
Energieformen (wie Wärme oder Kälte), die höchst präzise über die
Ablationskatheter ins Gewebe abgegeben wird“, erläutert Professor Sommer
das Verfahren. Allerdings reiche bei etwa zehn bis 15 Prozent der
Betroffenen ein einzelner Eingriff nicht aus, um die Rhythmusbeschwerden
vollständig zu beheben. Herzkatheterablationen sollten daher in einem
darauf spezialisierten Zentrum von erfahrenen, für diese speziellen
elektrophysiologischen Eingriffe qualifizierten Kardiologen durchgeführt
werden.

Deutschlandweit sind bisher nur 13 Einrichtungen als Vorhofflimmer-Zentrum
ausgezeichnet worden. Mit einem Leistungsspektrum von rund 1.600
Ablationen jährlich, über 1.000 davon allein zur Behandlung des
Vorhofflimmerns, ist die Klinik für Elektrophysiologie/Rhythmologie am
Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, auf die
Behandlung von Herzrhythmusstörungen spezialisiert und zugleich
wissenschaftlich mit einem eigenen Lehrstuhl an der Ruhr-Universität
Bochum ausgerichtet. Für schonende elektrophysiologische
Herzkatheterdiagnostik und -interventionen stehen am HDZ NRW modernste
Ausstattungen mit besonders strahlungsarmer Medizintechnik nach dem
neuestem Stand zur Verfügung.

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Als Spezialklinik zur Behandlung von Herz-, Kreislauf- und
Diabeteserkrankungen zählt das Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-
Westfalen (HDZ NRW), Bad Oeynhausen mit 35.000 Patienten pro Jahr, davon
14.600 in stationärer Behandlung, zu den größten und modernsten Zentren
seiner Art in Europa. Unter einem Dach arbeiten fünf Universitätskliniken
und Institute seit über 35 Jahren interdisziplinär zusammen. Das HDZ NRW
ist Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum.

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Boosterimpfung: Schwangere sollten priorisiert mit Corminaty/BioNTech geimpft werden

Vor dem Hintergrund der angeordneten Rationierung und Lieferengpässen
betonen die ExpertInnen der gynäkologischen Fachverbände, dass Schwangere
unabhängig vom Alter priorisiert mit BioNTech geimpft werden sollten.
Hintergrund: Die Datenlage hierzu ist am solidesten.

In Anbetracht des derzeitigen Infektionsgeschehens, dem größeren Risiko
für einen schweren Verlauf in der Schwangerschaft sowie der
Unbedenklichkeit der Impfung für das Ungeborene (basierend auf den
derzeitig verfügbaren Daten für die ersten zwei Impfdosen), wird eine
Booster-Impfung mit Comirnaty® in der Schwangerschaft empfohlen.

Die Empfehlung ist durch die derzeit rapide steigenden Infektionszahlen
sowie den nachweislich nach sechs Monaten sinkenden Antikörperspiegel in
der allgemeinen Population mit parallel steigenden
Impfdurchbruchsinfektionen begründet. In den Ausführungen der STIKO wird
ab sechs Monaten nach der 2. Impfung die Verabreichung einer 3. Impfung
mit einem mRNA-Impfstoff empfohlen. Insbesondere Personen mit höherem
Erkrankungsrisiko sind angesprochen.

Für die spezifische Booster-Impfung in der Schwangerschaft stehen aufgrund
der relativ kurzen Verfügbarkeit bzw. Anwendung einer 3. Verabreichung der
Impfung noch keine abrufbaren Daten zur Verfügung. Die amerikanische
Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (ACOG) sowie die
amerikanische Society for Maternal-Fetal Medicine (SMFM) und das britische
Royal College of Obstetricians and Gynaecologists (RCOG) empfehlen jedoch
für alle schwangeren Frauen, inklusive MitarbeiterInnen im medizinischen
Bereich, die Verabreichung einer 3. Dosis mittels dem mRNA-Impfstoff
Comirnaty® von BioNTech/ Pfizer ab sechs Monaten nach der ersten Impfserie
mittels diesem Impfstoff. Die 3. Impfung – die sogenannte Boosterung –
kann laut dem amerikanischen Expertenkonsensus zu jeder Zeit in der
Schwangerschaft bzw. nach der Geburt verabreicht werden.

"Bezüglich des optimalen Zeitpunkts der Verabreichung der 3. Impfung in
der Schwangerschaft gibt es noch keine belastbaren Daten – somit ist
dieser, je nach Intervall zur 2. Impfung bzw. ab dem 2. Trimenon (analog
zu den ersten 2 Impfdosen), möglich."
(Die Autorengruppe der Empfehlungen Deutschen Fachgesellschaften für
Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit)

Die ausführliche Empfehlung finden Sie hier:
https://www.dggg.de/fileadmin/data/Stellungnahmen/DGGG/2021/Stellungnahme_Implantateregisterbetriebsverordnung_online_01.pdf

Den dringenden Impfaufruf für Schwangere und ihre Angehörigen finden Sie
hier: https://www.dggg.de/presse/pressemitteilungen-und-nachrichten/dggg-
und-bvf-schwangere-sollen-impfangebot-unbedingt-nutzen

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