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Pflege in Frankfurt dual studieren

Angewandte Pflegewissenschaft: Hochschulausbildung ab jetzt auch im Rhein-
Main-Gebiet

Pflege kann man studieren – und zwar aus gutem Grund! Nicht zuletzt die
COVID-19-Pandemie verdeutlichte den Bedarf an qualifizierten
Pflegefachpersonen, um den stetig wachsenden Herausforderungen im
praktischen Feld der Pflege zu begegnen und eine bestmögliche Versorgung
von Menschen aller Altersgruppen in Krankenhäusern,
Altenpflegeeinrichtungen, aber auch im häuslichen Bereich sicherzustellen.
Zudem ist seit Jahren ein bundesweit bestehender Mangel an hochschulisch
qualifizierten Pflegefachpersonen zu verzeichnen, der schon im Jahr 2012
vom Wissenschaftsrat in seiner Empfehlung im Hinblick auf eine
Akademisierungsquote von 10 bis 20 Prozent eines Ausbildungsjahres
aufgegriffen wurde. Auf diese immer noch hochaktuellen Bedarfe reagiert
der neue achtsemestrige Bachelor-Studiengang „Angewandte
Pflegewissenschaft“ (B.Sc.) an der Frankfurt University of Applied
Sciences (Frankfurt UAS). Die Hochschule ist mit dem Studiengang seit dem
Wintersemester 2021/22 im Studiengangsportfolio unter der Dachmarke
„Duales Studium Hessen“ vertreten. Der Studiengang wird jedes
Wintersemester angeboten.

Bachelor und staatliche Berufszulassung
„Der Studiengang ist im Rhein-Main-Gebiet eine echte Innovation. Vor allem
wurde durch das Angebot ein wichtiger Meilenstein im Hinblick auf die
Etablierung der hochschulischen Pflegeausbildung erreicht, da er auf der
Grundlage des im Jahr 2020 in Kraft getretenen Gesetzes über die
Pflegeberufe (Pflegeberufegesetz PflBG) entwickelt wurde“, so
Studiengangsleiterin Prof. Dr. Julia Lademann. Somit ist es für
Studierende an der Frankfurt UAS erstmals möglich, den akademischen Grad
Bachelor of Science (B.Sc.) und die staatliche Berufszulassung als
Pflegefachfrau bzw. Pflegefachmann zu erwerben. Ein vergleichbares Angebot
hält in Hessen bislang lediglich die Hochschule Fulda bereit, mit der eine
enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit besteht, um mit vereinter
Expertise die Akademisierung der Pflege in ganz Hessen zu stärken.

Pflege von Morgen aktiv gestalten
„An der Frankfurt UAS erleben die Studierenden Pflegepraxis hautnah durch
den optimalen Wechsel von theoretischen Lehrveranstaltungen sowie
Praxisphasen. Sie werden für die Ausübung der direkten Pflege an
Patientinnen und Patienten bzw. Bewohnerinnen und Bewohnern ausgebildet.
Hierbei lernen sie nicht nur ihr pflegerisches Handeln wissenschaftlich
fundiert und evidenzbasiert auszurichten, sondern sie erwerben auch die
Fähigkeit zur kritischen Reflexion auf Basis wissenschaftlicher Kenntnisse
sowie Begründungs- und Argumentationskompetenzen, um die Pflege von Morgen
aktiv mitzugestalten und einen Beitrag zur Weiterentwicklung pflegerischer
Tätigkeit leisten zu können“, so Lademann. Dies kann beispielsweise
bedeuten, dass sie bereits im Studium kleine Forschungsprojekte im
praktischen Feld der Pflege konzipieren und durchführen. Neben der
Ausbildung der klinisch-fachlichen Expertise erwerben die Studierenden
darüber hinaus u.a. Kompetenzen im Bereich der Anleitung, Schulung und
Beratung, des Qualitätsmanagements sowie des Fall- und Case Managements.

Förderung, Kooperationen, Studienausbildungsvertrag und Vergütung der
Praxisphasen
Die Konzeptionsphase des Studiengangs wurde durch das Förderprogramm
proDUAL des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst
unterstützt. Vorangetrieben wurde die Umsetzung insbesondere durch das
Engagement der Studiengangsleitungen, Prof. Dr. Julia Lademann und Prof.
Dr. Klaus Müller, sowie deren wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Katja
Kraus und Dr. Lisa Luft. „Stolz sind wir auch, dass wir für nun
anknüpfende zentrale Arbeitsschritte weitere Drittmittel einwerben
konnten“, so Müller.

Neu am Studiengang ist ebenfalls, dass die Frankfurt UAS direkt mit
Einrichtungen des Gesundheitswesens kooperiert und keine zusätzlichen
Kooperationen mit Pflegefachschulen bestehen. Die Studierenden bewerben
sich direkt bei den kooperierenden Gesundheitseinrichtungen, die im
Studium die Praxiseinsatzplätze bereitstellen. Dennoch behält die
Frankfurt UAS die Gesamtverantwortung. „Ganz besonders wichtig war es uns,
dass die Studierenden mit den kooperierenden Gesundheitseinrichtungen
einen sogenannten Studienausbildungsvertrag abschließen“, erläutert
Müller. „Diese Verträge stellen entsprechend des Kriterienkatalogs der
Dachmarke ,Duales Studium Hessen‘ nicht nur die Einhaltung der hohen
Qualitätsstandards im Hinblick auf die Durchführung des Studiengangs
sicher, sondern regeln auch zentrale arbeitsschutzrechtliche Aspekte für
die Studierenden.“

Die Studiengangsleitungen freuen sich sehr, dass so hochmotivierte und
innovative Kooperationspartner zur gemeinsamen Durchführung des
Studiengangs gewonnen werden konnten. „Für uns wird es im weiteren Verlauf
ein wichtiges Ziel sein, gemeinsam mit den Kooperationspartnern
Berufsperspektiven für unsere Absolventinnen und Absolventen noch
attraktiver auszugestalten, auch wenn schon jetzt zukunftssichere Arbeits-
und Karrierechancen bestehen“, so Müller. Der Studiengang kooperiert
aktuell mit dem Krankenhaus Nordwest, dem Bürgerhospital Frankfurt am Main
und dem Clementine Kinderhospital, dem Caritasverband für den Bezirk
Hochtaunus e.V., dem ambulanten Pflegedienst APT sowie dem Haus Jacobus in
Osthofen. Eine Ausweitung der Kooperationen ist nach Abschluss des ersten
Semesters vorgesehen, da an die Studiengangsleitungen immer wieder neue
Kooperationsanfragen gestellt werden und sich deutlich abzeichnet, dass
das Interesse an diesem Studienangebot auch im Hinblick auf die Sicherung
von qualifizierten Fachkräften wächst.

„Im ersten Durchlauf sind wir zunächst mit einer kleineren
Studierendengruppe von 14 Personen gestartet. Perspektivisch werden wir 30
Plätze anbieten. Uns ist es wichtig, die Studierenden in angenehmen
Gruppengrößen optimal zu unterstützen. Zudem bieten wir eine qualifizierte
Begleitung in der Praxis an und modernisieren derzeit unsere Skills Labs“,
so Lademann. „Die im Pflegeberufegesetz verankerten Logiken ließen sich
leider nur schwer mit den hochschulischen Logiken vereinen. Deshalb danken
wir insbesondere unseren Kooperationspartnern, durch deren eigene
Initiative und Bereitschaft hinsichtlich einer Finanzierung aus eigenen
Töpfen eine Vergütung der Praxisphasen möglich wurde.“ Dies sei als eine
Notlösung zu werten, denn eine gesetzlich geregelte Finanzierung, wie sie
beispielsweise für die Fachdisziplin der Hebammenwissenschaften
verabschiedet wurde, ist aus Sicht der Studiengangsleitungen auch für die
Disziplin der Pflegewissenschaft eine Voraussetzung, um den Studiengang
auch für kommende Kohorten attraktiv zu gestalten.

Weitere Informationen zum Studiengang unter <https://www.frankfurt-
university.de/pflege>.

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Fortschritt in der Herztransplantation

Die geöffnete
Die geöffnete "Heart Box". Das Spenderherz befindet sich unter der grünen Abdeckung. Christian Maier DHZB

Als erste Klinik in Deutschland setzt das Deutsche Herzzentrum Berlin
(DHZB) ein neuartiges System zur Konservierung von Spenderherzen ein.
Dabei wird das Organ während des Transports über eine Pumpe mit einer
speziellen Nähr- und Konservierungsflüssigkeit versorgt. Die neue Technik
soll eine noch bessere Funktion der Spenderorgane sowie wesentlich längere
Transporte ermöglichen. Nach sehr guten Ergebnissen im Tierversuch erfolgt
nun der Einsatz bei menschlichen Herzen im Rahmen einer Zulassungsstudie.
Die Bestätigung der Leistungsfähigkeit dieses Systems hätte für die
Transplantationsmedizin erhebliche Folgen.

Die Zeit, in der ein Spenderorgan beim Transport von der Spenderin oder
vom Spender zur Empfängerin oder zum Empfänger nicht durchblutet wird,
wird als Ischämiezeit bezeichnet. Sie ist ein wichtiger Faktor für den
Erfolg einer Herztransplantation. Denn von allen Organen, die von einer
Verstorbenen oder einem Verstorbenen zur Spende entnommen werden können,
nimmt das Herz am schnellsten Schaden, wenn es nicht durchblutet wird.

Bislang werden Spenderherzen meist mit einer etwa vier Grad Celsius
kalten, konservierenden Lösung durchspült und in Kühlboxen transportiert.
So können Gewebeschäden zunächst weitgehend zuverlässig vermieden werden.
Dennoch sollte die Ischämiezeit bei Spenderherzen möglichst nicht mehr als
vier Stunden betragen. Die Möglichkeiten bei der Auswahl eines passenden
Organs für Menschen auf der Warteliste sind damit entsprechend
eingeschränkt.

In Schweden wurde jetzt ein neues System entwickelt, das diese
Einschränkung recht umfassend aufheben könnte. Es besteht aus einem neuen
Gerät zum Transport und einer speziellen Lösung zur Konservierung des
Organs und wird nun im Rahmen einer internationalen Zulassungsstudie am
DHZB als erster Klinik in Deutschland eingesetzt.

Das Gerät, genannt „XVIVO Heart Box“, wiegt etwa 25 Kilogramm und ist
etwas größer als ein Umzugskarton. Es enthält im Wesentlichen ein
Kühlsystem, eine Kreislaufpumpe und einen Oxygenator, also vereinfacht
gesagt eine künstliche Lunge.

Vor dem Transport wird das Gerät mit einer neu entwickelten Nähr- und
Konservierungslösung befüllt. Sie besteht unter anderem aus roten
Blutkörperchen, verschiedenen Hormonen, Eiweißen und Humanalbumin, einem
Protein, das im menschlichen Blut sowohl als „Transporter“ für Hormone als
auch als Regulator für den osmotischen Druck dient.

Nach der Entnahme aus dem Körper der Spenderin oder des Spenders wird das
Herz zunächst an die Kreislaufpumpe in der „Heart Box“ angeschlossen und
dann in der Nähr- und Konservierungslösung schwimmend gelagert.

Über die Pumpe in der „Heart Box“ wird das Herz während des Transports
fortlaufend mit der Lösung durchspült. Dabei werden die Herzmuskelzellen
mit Hilfe des Oxygenators in der „Heart Box“ fortlaufend mit frischem
Sauerstoff versorgt. Der Kreislauf wird zur zusätzlichen Konservierung des
Organs auf konstant acht Grad Celsius gekühlt.

Im Tierversuch habe die „Heart Box“ ihre Funktionsfähigkeit bereits
eindrucksvoll unter Beweis gestellt, sagt Herzchirurg Dr. med. Felix
Hennig, der die Studie am DHZB koordiniert: „Schweineherzen nehmen
außerhalb des Körpers noch schneller Schaden als Menschenherzen, dennoch
war selbst nach 24-stündigem Einsatz keinerlei Beeinträchtigung der
Funktionsfähigkeit zu erkennen.“

Das System wurde nun in Rahmen einer internationalen Studie für den
Einsatz am Menschen zugelassen und am DHZB erstmals in Deutschland
eingesetzt.

Die Premiere war aus Sicht der Ärzt*innen ein Erfolg. Das Herz zeigte nach
der Verpflanzung in einen 65-jährigen Berliner eine ausgezeichnete
Funktionsfähigkeit.

Außer dem DHZB beteiligen sich derzeit acht weitere Zentren an Studie. Sie
ist auf mehr als 200 Einsätze ausgelegt und randomisiert, der Einsatz der
„Heart Box“ erfolgt also nach dem Zufallsfaktor.

Die Entwickler*innen und ersten Anwender*innen erhoffen sich von der
Studie die wissenschaftliche Bestätigung mehrerer wesentlicher Vorteile
des Systems:

„Die Möglichkeit deutlich längerer Transportzeiten ohne Schädigung des
Spenderorgans könnte die Anzahl in Frage kommender Spenderorgane für
unsere Patientinnen und Patienten auf der Warteliste deutlich erhöhen“,
sagt Herzchirurg Prof. Dr. med. Christoph Knosalla, chirurgischer Leiter
des Transplantationsprogramms am DHZB; „außerdem könnten wir Organe
akzeptieren, die wir heute ablehnen müssen, da sie auch kürzere Transporte
ohne Sauerstoffversorgung aufgrund verschiedener Faktoren nicht schadlos
überstehen würden.“

Die Mediziner*innen erwarten auch einen besseren Schutz des
Spenderherzens, wenn die Entnahme des erkrankten Organs bei der
Empfängerin oder beim Empfänger besonders zeitaufwändig ist, etwa nach
mechanischer Kreislaufunterstützung oder anderen Voroperationen, so Prof.
Christoph Knosalla. Sein Fazit: „Wir sind sehr zuversichtlich, dass die
Ergebnisse der Studie unsere Einschätzung bestätigen werden, dass die
Transplantationsmedizin hier vor einem großen Fortschritt steht.“

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Corona und Herz: Blutdruck senken und zweifach profitieren

Bluthochdruck steigert Risiko für Herzkrankheiten und schwere
Covid-19-Verläufe – Herzstiftung gibt Tipps zur Vorsorge und rät zur
Covid-19-Impfung

Bluthochdruck (Hypertonie) gilt als einer der größten Risikofaktoren für
Schlaganfall, Nierenschwäche, Herzinfarkt und viele weitere Erkrankungen.
Zudem kann Bluthochdruck – ähnlich wie andere chronische Erkrankungen,
etwa Diabetes oder Herzschwäche, das Risiko für einen schweren
Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 erhöhen. Dies gilt
besonders bei Personen ohne Covid-19-Schutzimpfung. Für Hypertoniker lohnt
es sich daher doppelt, die eigenen Blutdruckwerte im Blick zu behalten und
sie durch eine konsequente Therapie zu senken. Und dabei kann jeder
mitwirken: „Mit einer gesunden Lebensführung und Gewichtsabnahme tragen
insbesondere übergewichtige Hochdruckpatienten dazu bei, die Dosis der
Blutdruckmedikamente so niedrig wie nötig zu halten“, betont
Herzspezialist Prof. Dr. med. Heribert Schunkert, stellvertretender
Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung und Ärztlicher Direktor
des Deutschen Herzzentrums München (DHM) anlässlich der bundesweiten
Herzwochen. Diese widmen sich in diesem Jahr unter dem Motto „Herz unter
Druck“ der häufigsten Volkskrankheit Bluthochdruck. Ausführliche
Informationen zu Ursachen, Folgen und Prävention von Bluthochdruck finden
Betroffene und Interessierte unter .www.herzstiftung.de/herzwochen2021
Die Deutsche Herzstiftung rät zudem Menschen, die zu einer Personengruppe
gehören, für die eine Zulassung der Covid-19-Impfung vorliegt, und die
noch nicht geimpft sind, sich jetzt impfen zu lassen. Dieser Appell
richtet sich besonders an chronisch Kranke und Ältere mit einem höheren
Risiko für einen schweren Corona-Krankheitsverlauf wie Hypertoniker, aber
auch an Gesunde ohne diagnostizierte Vorerkrankungen. „Patienten mit Herz-
und Kreislauferkrankungen zählen zum besonders gefährdeten Personenkreis
mit einem höheren Risiko für schwere Covid-19-Krankheitsverläufe. Für sie
ist die Covid-19-Impfung eine sehr wichtige Schutzmaßnahme“, hebt Prof.
Schunkert hervor. „Allerdings sollten auch Gesunde nicht das Risiko
unterschätzen, an Covid-19 schwer zu erkranken oder zu sterben.“ Infos zur
Covid-19-Impfung bietet die Herzstiftung unter www.herzstiftung.de/corona-
impfung

Viele schwere Covid-19-Verläufe wären vermeidbar
Wie Bluthochdruck das Risiko für einen schweren Verlauf einer
Covid-19-Erkrankung erhöht, belegt eine Studie der Tufts University in den
USA, in der mehr als 900.000 Klinikbehandlungen mit Covid-19 ausgewertet
wurden: Sie zeigt, dass 64 Prozent der behandlungsbedürftigen
Covid-19-Fälle in Zusammenhang mit Vorerkrankungen wie Adipositas,
Diabetes, Bluthochdruck und Herzinsuffizienz standen. Allein 26,2 Prozent
der schweren Verläufe seien auf Bluthochdruck zurückzuführen, errechneten
die Wissenschaftler (1). Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) weist
auf Bluthochdruck als Risikofaktor für schwere Covid-19-Verläufe hin (2).
„Durch konsequente Behandlung der Vorerkrankungen, beispielsweise eine
Senkung des Blutdrucks bei Hypertoniepatienten, wären viele schwere
Covid-19-Verläufe vermeidbar”, betont Schunkert. Gleichzeitig verringert
sich für Patienten durch Senken des Blutdrucks auch das Risiko, einen
Schlaganfall, Herzinfarkt, eine Herzschwäche oder eine Nierenschädigung zu
erleiden. „Ebenso wichtig ist es, Übergewicht zu vermeiden. Das gelingt
mit einem gesunden Lebensstil, vor allem mit regelmäßiger
Ausdauerbewegung. Denn Übergewicht ist der wichtigste Risikofaktor für das
Entstehen von Bluthochdruck“, betont der Hochdruckexperte am DHM.

Blutdruck senken durch Ausdauersport
Bei der Behandlung von Patienten mit Bluthochdruck sind nicht allein
Medikamente, sondern ist vor allem der Lebensstil von großer Bedeutung.
„Manchmal ist es sogar möglich, durch eine gesunde Lebensweise komplett
auf die Einnahme von Blutdrucksenkern zu verzichten”, berichtet Schunkert.
Als einer der wichtigsten Lebensstilfaktoren zur Senkung des Blutdrucks
gilt regelmäßiger Ausdauersport, zum Beispiel Radfahren, Walken oder
Joggen: Wer fünfmal pro Woche mindestens 30 Minuten aktiv ist, kann seine
Werte um fünf bis zehn mmHg systolisch senken. Auch andere Formen der
Bewegung sind wirksam – Hauptsache, man wird regelmäßig aktiv. Neben der
direkten Wirkung auf den Blutdruck hat das Training weitere positive
Effekte: Das Immunsystem wird gestärkt und die Wahrscheinlichkeit sinkt,
Übergewicht und damit einen weiteren Risikofaktor für Herzkrankheiten zu
entwickeln. Zur Senkung des Blutdrucks empfiehlt die Deutsche Herzstiftung
folgende Veränderungen des Lebensstils:

- Fünfmal pro Woche mindestens 30 Minuten bewegen
- Normalgewicht halten bzw. Übergewicht abbauen
- Salzkonsum reduzieren
- Alkoholgenuss deutlich begrenzen: 10 bis maximal 20 Gramm pro Tag
(entspricht 0,1 bis maximal 0,2 Liter Wein oder 0,2 bis maximal 0,4 Liter
Bier)
- Stress verringern und ausreichend schlafen
- Aufs Rauchen verzichten

Informationen zur Prävention, Ursachen und Folgen von Bluthochdruck finden
Betroffene unter folgenden Links: www.herzstiftung.de/bluthochdruck und
www.herzstiftung.de/herzwochen2021

Quellen

Stephanie L Harrison S L et al., Cardiovascular risk factors,
cardiovascular disease, and COVID-19: an umbrella review of systematic
reviews, European Heart Journal - Quality of Care and Clinical Outcomes,
Volume 7, Issue 4, October 2021, Pages 330–339,
https://doi.org/10.1093/ehjqcco/qcab029

(1)     Journal of the American Heart Association Vol. 10, No. 5: Meghan
O’Hearn, Junxiu Liu, Frederick Cudhea, Renata Micha, and Dariush
Mozaffarian: Coronavirus Disease 2019 Hospitalizations Attributable to
Cardiometabolic Conditions in the United States: A Comparative Risk
Assessment Analysis
https://www.ahajournals.org/doi/full/10.1161/JAHA.120.019259

(2)     World Health Organisation (WHO), Hypertension and COVID-19.
Scientific Briefs, 17th June 2021, WHO reference number:
WHO/2019-nCoV/Sci_Brief/Hypertension/2021.1 . Abgerufen am 25.10.2021
unter https://www.who.int/publications/i/item/WHO-2019-nCoV-Sci_Brief-
Hypertension-2021.1


Die Herzwochen unter dem Motto „Herz unter Druck“ richten sich an alle,
denn jeder kann – bereits im Kindesalter – von Bluthochdruck und den
daraus schwerwiegenden Folgen betroffen sein. An der Aufklärungskampagne
beteiligen sich Kliniken, niedergelassene Kardiologen, Krankenkassen und
Betriebe. Infos zu Aufklärungsaktionen und Ratgeber-Angeboten (Text,
Video, Audio) sind unter www.herzstiftung.de/herzwochen2021 abrufbar oder
per Tel. 069 955128-333 zu erfragen

Herzwochen-Broschüre zu Bluthochdruck – die stille Gefahr
Zu den vielfältigen Herzwochen-Aktionen zählt die Broschüre
„Bluthochdruck: Herz und Gefäße schützen“, in der renommierte
Bluthochdruckexperten laienverständlich über Ursachen, Diagnose und
Therapie des Bluthochdrucks informieren. Ein weiterer Schwerpunkt ist die
Prävention. Die 130 Seiten umfassende Broschüre kann bei der Herzstiftung
kostenfrei angefordert werden unter www.herzstiftung.de/bestellung oder
per Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. oder Tel. 069 955128-400.

Informieren Sie sich über die Herzwochen in den sozialen Medien der
Herzstiftung unter:
https://www.facebook.com/deutsche.herzstiftung/
https://www.youtube.com/user/DeutscheHerzstiftung
https://www.instagram.com/herzstiftung/
https://twitter.com/Herzstiftung

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Medizinsammlung Inselspital Bern: «Medizin machen» - digitales Medizinmuseum eröffnet

Heute Donnerstag 28. Oktober 2021 findet die Eröffnung des digitalen
Medizinmuseums Bern statt. Das Inselspital Bern und die Universität Bern
empfangen knapp 100 Gäste zur Eröffnungsfeier. Das digitale Museum Bern
geht neue Wege: Die Sammlung setzt sich zum Ziel, ein Nachdenken über die
Entstehung und Arbeitsweise der modernen Medizin auszulösen. Die Pandemie
lehrt uns, dass eine Debatte über Gesundheit und Medizin nicht einfach zu
führen ist. Ein vertieftes Verstehen der Geschichte ist ein hilfreiches
Werkzeug zum Umgang mit der Gegenwart und zum Anpacken kommender
Herausforderungen.

Am Eröffnungsanlass begrüssen Prof. Dr. med. Daniel Candinas, Vizerektor
Forschung der Universität Bern und Dr. med. h. c. Uwe E. Jocham,
Direktionspräsident der Insel Gruppe. Direktor Prof. Dr. med. Dr. phil.
Hubert Steinke und Manuel Kaiser, Leiter Medizinmuseum führen in das
Konzept des Digitalen Museums ein. Die Eröffnungsfeier findet in den
Räumlichkeiten des Schweizerischen Instituts für Translationale Medizin
und Unternehmertum (sitem-insel) statt.

Medizin wird gemacht, laufend, immer neu
Das Medizinmuseum umfasst ca. 10 000 Exponate vor allem aus der Zeit seit
1900. Sie repräsentieren Tätigkeiten, Behandlungen, Erfindungen und
Alltäglichkeiten des Spitalalltages. Das Motto «Medizin machen» gibt der
wissenschaftlichen Aufarbeitung der Exponate eine Denkrichtung vor:
«Unsere Ausstellungsstücke zeigen, dass Medizinisches Handeln in einem
fortwährenden Prozess laufend erneuert, verbessert, geändert, widerlegt
und wieder neu kreiert wird» erklärt Manuel Kaiser, Leiter der
Medizinsammlung «Wie genau dies stattgefunden hat, zeichnet unsere
digitale Ausstellung nach. Das Spannende daran ist: Wir alle sind Teil
dieses Prozesses.»

Vermittlung der Geschichte mit Geschichten
Das Digitale Medizinmuseum Bern geht neue Wege. Es wendet sich ab von
Ausstellungskonzepten mit gruseligen Gewebeproben oder furchterregenden
Instrumenten vergangener Zeiten. Prof. Hubert Steinke präzisiert: «Nicht
die Äusserlichkeiten sollen zur Schau gestellt werden, sondern der Dialog
mit den Betrachtenden wird gesucht. So erzählt das digitale Medizinmuseum
kurze Geschichten und gibt in Texten und Videos Einblicke in die
abwechslungsreiche Geschichte der Medizin am Inselspital. Der Besuch des
digitalen Museums löst Fragen aus, erlaubt zuvor unbekannte Zugänge und
vertieft das Verstehen des Werdegangs der Medizin.»

Universität kuratiert Spitalsammlung
Die spezielle Konstellation des Inselspitals als Universitätsspital
erlaubt es, die Medizinsammlung in einen wissenschaftlichen Kontext zu
stellen. Hubert Steinke, der Direktor des digitalen Medizinmuseums ist
auch der Lehrstuhlinhaber des Institutes für Medizingeschichte der
Universität Bern. Prof. Daniel Candinas, Vizerektor Forschung der
Universität Bern sieht darin einen wichtigen Erfolgsfaktor: «Medizin ist
eine komplexe Disziplin, die ganz wesentlich durch die wissenschaftliche
Forschung und die Lehre auf Stufe Universität vorangebracht wurde. Dazu
gehört das dauernde Prüfen, Hinterfragen und Verbessern von Diagnosen und
Therapien. Diesen Prozess nachzuzeichnen ist die Aufgabe des
Medizinmuseums. Die Betreuung durch das Universitätsinstitut für
Medizingeschichte garantiert, dass diese kritische Perspektive sichtbar
wird.»
Seit gut 15 Jahren wird die Sammlung professionell betreut und gezielt
erweitert. Nun kann sie mit einer sorgfältigen und wissenschaftlich
fundierten Zuordnung zu zehn Modulen von der Öffentlichkeit jederzeit und
vollständig eingesehen werden.

Ideen und Pläne für die Zukunft
Das Team um Prof. Steinke hat für die Zukunft zahlreiche Ideen. So sind in
Zusammenarbeit mit sitem-insel kleine physische Pop-Up-Ausstellungen in
Kliniken zu bestimmten Themen geplant. Weiter werden bestimmte Gruppen von
möglichen Nutzern und Nutzerinnen gezielt auf das Potenzial eines
digitalen Museums angesprochen: Schulen, Studierende, Kinder, ältere
Menschen – sie alle können auf ihre spezifische Weise von den
Möglichkeiten des Digitalen Medizinmuseums profitieren. In dieser Vision
wird das Digitale Museum von der Insel Gruppe getragen und gefördert. Uwe
E. Jocham, Direktionspräsident der Insel Gruppe, lässt keinen Zweifel an
seiner Unterstützung: «Gemeinsam mit der Universität Bern haben wir eine
gute Lösung gefunden, die dem Zeitgeist Rechnung trägt: Wir eröffnen
feierlich ein digitales Museum.  Dieses ist, wie die Spitäler der Insel
Gruppe, vielgestaltig, mehrsprachig, interdisziplinär ausgerichtet und
rund um die Uhr für alle da. »

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