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Schmerzkongress 2021: Cannabis weiterhin auf Rezept?

Deutscher Schmerzkongress 2021
Jahrestagung der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. und der Deutschen
Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) e.V., 19. + 20. Oktober 2021
digital, 21.-23. Oktober 2021 hybrid in Mannheim

Cannabis weiterhin auf Rezept? – Fehlende wissenschaftliche Belege versus
positive Effekte bei chronischen Schmerzen
Schmerzgesellschaft fordert konstruktiven Dialog der beteiligten
Interessensgruppen

Seit mehr als vier Jahren ist in Deutschland die Verordnung von
medizinischem Cannabis, Cannabisblüten und -extrakten sowie von
cannabisbasierten Arzneimitteln auf Rezept möglich – trotz einer fehlenden
Zulassung. Im Jahr 2022 steht die finale Auswertung der gesetzlich
geforderten Begleiterhebung an, zu der alle Ärztinnen und Ärzte
verpflichtet sind, die medizinisches Cannabis verschreiben. Etwa zwei
Drittel der 10.000 dort dokumentierten Patientinnen und Patienten
berichten über positive Effekte nach einem Jahr Behandlung – vor allem bei
chronischen Schmerzen. In hochwertigen Studien gibt es allerdings nach wie
vor keinen sicheren Wirkungsnachweis, und auch die Risiken einer
längerfristigen Behandlung sind kaum untersucht. Was das bedeutet und wie
es mit Cannabis auf Rezept im Jahr 2022 weitergeht, war Thema auf der
heutigen Online-Pressekonferenz zum Deutschen Schmerzkongress. Die Tagung
findet noch bis zum 23. Oktober digital und in hybrider Form in Mannheim
statt.

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„Die Behandlung chronischer Schmerzen mit medizinischem Cannabis steht in
einem wachsenden Spannungsfeld von finanziellen Interessen, Hoffnungen der
Betroffenen und einer nicht nachgewiesenen Effektivität“, sagt Professor
Dr. med. Frank Petzke, Leiter Schmerzmedizin an der Klinik für
Anästhesiologie der Universitätsmedizin Göttingen und Sprecher der Ad-hoc-
Kommission „Cannabis in der Medizin“ der Deutschen Schmerzgesellschaft
e.V.. Im ersten Halbjahr 2021 sei medizinisches Cannabis in Höhe von fast
90 Millionen Euro verschrieben worden. „Diese hohe Summe legt nahe, dass
ein wirtschaftlich interessanter Markt mit erheblichen Kosten für die
Solidargemeinschaft entstanden ist“, so Petzke weiter. Die Deutsche
Schmerzgesellschaft fordert deshalb einen konstruktiven Dialog der
beteiligten Interessensgruppen im Jahr 2022, an dem sie sich auch aktiv
beteiligen wird.

Derzeit zählen manche Formen der Epilepsie, schmerzhafte Spastizität bei
Multipler Sklerose und Übelkeit und Erbrechen nach Chemotherapie bei
Versagen anderer Optionen zu den Indikationen mit speziell zugelassenen
cannabisbasierten Arzneimitteln, die ärztlich direkt verordnet werden
können. Alle anderen möglichen Indikationen für eine Therapie mit
medizinischem Cannabis – einschließlich der Behandlung von Schmerzen –
benötigen ein besonderes Antragsverfahren, da keine arzneimittelrechtliche
Zulassung mit entsprechendem wissenschaftlichen Wirknachweis vorliegt.

Die gesetzlichen Hürden für die Verschreibung von Cannabis-Präparaten
wurden vor diesem Hintergrund festgelegt: Nur wenn eine schwerwiegende
Erkrankung vorliegt, für die die Standardtherapien bereits ausgeschöpft
sind oder nicht zur Anwendung kommen können, kann die Kostenübernahme bei
der Krankenkasse beantragt werden. Der Behandler muss zudem bescheinigen,
dass eine – so das Gesetz – „nicht ganz entfernt liegende Aussicht auf
eine spürbare positive Einwirkung auf den Krankheitsverlauf oder auf
schwerwiegende Symptome besteht“. Werden die Bedingungen erfüllt, steht
mittlerweile ein breites Spektrum an cannabinoidhaltigen
Fertigarzneimitteln und Zubereitungen in Form von diversen Blütenprodukten
oder standardisierten Extrakten zur Verfügung. Zahlreiche Anbieter haben
den Cannabis-Markt für sich entdeckt. Dies schaffe einerseits verbesserte
therapeutische Optionen, sagt Petzke, mache es den Behandlern und
Patienten aber auch schwer, das richtige Präparat auszuwählen.

„Patienten mit schweren Erkrankungen und Schmerzen sowie deren Ärztinnen
und Ärzte haben ein gut nachvollziehbares Interesse an einer
Behandlungsoption mit Cannabis“, sagt Petzke abschließend. Die geringe
Evidenz und die fehlende Zulassung für viele potenzielle Indikationen
erfordere aber auch eine kritische und rationale Auseinandersetzung mit
Genehmigungsverfahren, sinnvollen Indikationen, tatsächlichem Nutzen,
langfristigen Risiken und auch den Kosten der Behandlung.

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Kardiologischer Schwerpunkt auf dem neuesten Stand

Prof. Dr. Volker Rudolph im neu ausgestatteten Herzkatheterlabor  (Marcel Mompour).  HDZ NRW
Prof. Dr. Volker Rudolph im neu ausgestatteten Herzkatheterlabor (Marcel Mompour). HDZ NRW

Neue Herzkatheteranlage am HDZ NRW – Spezialgebiete des Teams von Prof.
Rudolph sind kathetergestützte Klappenverfahren und Eingriffe an den
Herzkranzgefäßen

Mit insgesamt sieben hochmodernen Herzkatheteranlagen zählt das Herz- und
Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, im Fachbereich der
Interventionellen Kardiologie ohnehin zu den führenden und am besten
ausgestatteten Spezialeinrichtungen bundesweit. Sein jüngstes Schmuckstück
unter den Arbeitsgeräten nahm Prof. Dr. Volker Rudolph, Direktor der
Klinik für Allgemeine und Interventionelle Kardiologie/Angiologie, dabei
erst vor wenigen Tagen in Betrieb.

Die rund eine Million Euro teure Anlage der neuesten Generation (Artis
icono, Hersteller Siemens Healthineers) stellt dem Klinikdirektor und
seinem Team in Bad Oeynhausen nicht nur eine der  strahlungsärmsten
Medizintechniken zur Verfügung. Sie bietet auch erweiterte
Anwendungsmöglichkeiten und technische Finessen, die eine besonders
sichere und schonende Patientenversorgung gewährleisten und den
Herzspezialisten die Arbeit im Katheterlabor erleichtern. Im Zuge des
Austauschs der Anlage im Herzkatheterlabor 1 sind auch zwei weitere,
nebeneinander liegende Laboreinheiten aufwendig saniert und u.a. mit neuer
Lüftungs- und Brandschutztechnik ausgestattet worden.

Haupteinsatzbereich der neuen Anlage ist die kathetergestützte
Untersuchung und Behandlung bei koronarer Herzkrankheit. Dieser Bereich
hat in den letzten Jahren einen großen Wandel durchlaufen. Dabei geht es
immer mehr darum, den genauen Mechanismus zu verstehen, der die
Beschwerden der Patientinnen und Patienten erklärt, und daraus eine
gezielte Therapie abzuleiten. So muss nicht jede Engstelle, die in der
Angiographie gesehen wird, behandelt werden, sondern es kommt darauf an,
ob die Engstelle den Blutfluss auch relevant behindert.  In manchen Fällen
kommen die Beschwerden auch nicht von Verengungen der in der Angiographie
darstellbaren „großen“ Herzkranzgefäße, sondern von den nur unter dem
Mikroskop sichtbaren, im Herzmuskel liegenden „kleinen“ Herzkranzgefäßen.
„Unsere neue Katheteranlage liefert uns dabei alle modernen Optionen,
sowohl die großen als auch die kleinen Kranzgefäße optimal zu untersuchen
und so eine differenzierte Diagnostik und Therapie für unsere Patienten
durchzuführen“, sagt Professor Rudolph. Insbesondere für die Behandlung
sehr komplexer Fälle, wie im Falle starker Verkalkungen oder chronisch
verschlossener Herzkranzgefäße, seien durch den Umbau die Möglichkeiten
weiter ausgeweitet worden.

„Auch für unseren Schwerpunkt der kathetergestützten Herzklappenverfahren
hat der Umbau mehr Raum geschaffen“, betont Professor Rudolph. „Als
schonende Alternative zu einer herzchirurgischen Operation lassen sich
mittlerweile viele Herzklappenfehler mit dem Herzkatheter behandeln.“
Während immer häufiger die kathetergestützte Implantation der Aortenklappe
(TAVI) von Kardiologen und Herzchirurgen gemeinsam in den beiden Hybrid-
OP-Sälen des HDZ NRW durchgeführt wird, erfolgen kathetergestützte
Eingriffe an der Mitral- und Trikuspidalklappe in aller Regel im
Herzkatheterlabor.  Allein 700 Mal jährlich werde ein Aortenklappenersatz
im TAVI-Zentrum des HDZ NRW durchgeführt. „Das Verfahren ist die Methode
der Wahl bei hochbetagten Patienten, für die eine große Herzoperation ein
zu hohes Risiko bedeuten würde.“

Gleichfalls sei das HDZ ein von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie
zertifiziertes Zentrum für die kathetergestützte Mitralklappentherapie.
„Aber auch die Undichtigkeit der Trikuspidalklappe kann mittlerweile mit
verschiedenen Verfahren per Katheter behandelt werden“, betont Rudolph.
Knapp zweihundert Eingriffe an Mitral- und Trikuspidalklappe werden
mitterweile jährlich am HDZ NRW durchgeführt.
Herzensanliegen des Kardiologen sei es jedoch nicht allein, die
interventionellen Eingriffe so sicher und schonend wie möglich
durchzuführen, sondern ein besonderes Augenmerk auf die Vorsorge zu
richten. „Mit der richtigen Information und Aufklärung zu einem dauerhaft
gesunden Lebensstil, zur korrekten Einnahme und Dosierung von Medikamenten
und den entsprechenden Vorsorgeuntersuchungen beim Hausarzt kann man schon
sehr viel für die eigene Herzgesundheit tun“, so der Kardiologe. Ansonsten
seien Betroffene im Falle von notwendigen Eingriffen am Herzen
grundsätzlich gut beraten, ein auf diese Verfahren spezialisiertes Zentrum
aufzusuchen.

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Als Spezialklinik zur Behandlung von Herz-, Kreislauf- und
Diabeteserkrankungen zählt das Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-
Westfalen (HDZ NRW), Bad Oeynhausen (Ruhr-Universität Bochum) mit 35.000
Patienten pro Jahr, davon 14.600 in stationärer Behandlung, zu den größten
und modernsten Zentren seiner Art in Europa. Als eines der größten
Herzklappenzentren in Deutschland bietet das HDZ NRW mit jährlich etwa
2.000 konventionellen und kathetergestützten Herzklappen-Eingriffen bei
Patienten aller Altersstufen das gesamte Spektrum in der Behandlung von
Herzklappenerkrankungen an.

Die Kardiologie am HDZ NRW wird durch zwei Fachkliniken vertreten:
Die Klinik für Elektrophysiologie/Rhythmologie des HDZ NRW (Direktor:
Univ.-Prof. Dr. med. Philipp Sommer) ist spezialisiert auf die Behandlung
von Herzrhythmusstörungen mit einem Leistungsspektrum von rd. 1.500
Ablationen jährlich.
Die Klinik für Allgemeine und Interventionelle Kardiologie/Angiologie des
HDZ NRW unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. med. Volker Rudolph ist auf
die Behandlung der Koronaren Herzkrankheit, Herzklappenfehler,
Herzmuskelerkrankungen und entzündliche Herzerkrankungen ausgerichtet. In
der Klinik werden jährlich mehr als 5.000 kathetergestützte Verfahren
durchgeführt. Modernste diagnostische und bildgebende Verfahren sowie alle
modernen Kathetertechniken sichern die bestmögliche und schonende
medizinische Versorgung der Patienten. Die Klinik ist Europäisches und
Nationales Exzellenz-Zentrum zur Bluthochdruckbehandlung, anerkanntes
Brustschmerzzentrum (CPU – Chest Pain Unit), als überregionales Zentrum
zur Herzinsuffizienzbehandlung sowie zur Versorgung Erwachsener mit
angeborenem Herzfehler (EMAH) zertifiziert.

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25 Jahre Pflegewissenschaft an der Universität Witten/Herdecke

Seminar Pflegewissenschaft an der UW/H
Seminar Pflegewissenschaft an der UW/H

Als erste deutsche Universität gründete die Universität Witten/Herdecke
(UW/H) einen Studiengang für beruflich Pflegende: zum Sommersemester 1996.
Seitdem sendet sie starke, dringend erforderliche Impulse in Gesellschaft,
Pflegepraxis und Forschung – aktuell mit dem neuen Master-Studiengang
„Community Health Nursing“.

Es war Pionierarbeit, die mit der Gründung des Instituts für
Pflegewissenschaft 1994 und dem neuen Studiengang zum Sommersemester 1996
geleistet wurde. Pionierarbeit, mit der die UW/H auf gravierende
demografische Entwicklungen reagierte. Die Herausforderung, damals wie
heute: Immer mehr Menschen werden immer älter, leiden an chronischen
Krankheiten, brauchen qualifizierte Betreuung und Begleitung. Die Antwort:
Forschung sowie Aus- und Weiterbildungsangebote, die den Bedürfnissen von
kranken und alten Menschen sowie Menschen mit Behinderung gerecht werden –
wobei beide Bereiche, Wissenschaft wie Praxis, Hand in Hand gehen.

„Gute Pflege ist sehr viel mehr als Waschen und Verbandswechsel, sie
erfordert Erfahrung, Wissen und Wissenschaft“, betont Prof. Dr. Margareta
Halek, Leiterin des Departments für Pflegewissenschaft an der UW/H.
Menschen werden gebraucht, die nicht nur helfen wollen, sondern das auch
können – Pflegende, die entsprechend qualifiziert sind, sich etwas
zutrauen und gemäß ihren Fähigkeiten auch Verantwortung übernehmen dürfen:
Diese Vision stand Pate bei der Akademisierung der Pflege vor 25 Jahren.
Seitdem hat sich der Bereich Pflegewissenschaft an der UW/H konsequent
weiterentwickelt. Heute ist er neben Medizin, Zahnmedizin und Psychologie
gleichberechtigter Bereich der Wittener Fakultät für Gesundheit. Jeder der
vier Bereiche stärkt die Fakultät und profitiert zugleich von deren
interdisziplinärem Ansatz – ein in Deutschland einzigartiges Konzept.

Pionierleistung mit starker Wirkung

„Die Anfänge der Pflegewissenschaft waren allerdings etwas holprig“,
erinnert sich Margareta Halek. Entscheidend war aber erst einmal, dass es
losging: „Der Aufbruch und die Möglichkeit für Pflegende, sich
weiterzuentwickeln – das alles setzte sehr viel Energie frei.“

Initiatorin mit großer Strahlkraft war Prof. Christel Bienstein. Sie
leitete das Institut für Pflegewissenschaft von seiner Gründung im Jahr
1994 bis 2017 und gilt als herausragende Persönlichkeit der Pflege und der
Pflegewissenschaft in Deutschland.“

Am 1. September wurde ihr für ihren Verdienst für die Pflegewissenschaft
an der UW/H und in Deutschland die Ehrendoktorwürde verlieren. Margareta
Halek hat ihre Vorgängerin von Anfang an erlebt: Die damalige
Altenpflegerin war eine der 28 Teilnehmer*innen im ersten Studiensemester
1996.

Mit dabei war ebenfalls Prof. Dr. Sabine Metzing. Damals war sie
Krankenschwester und wollte sich ursprünglich durch ein Studium für ihre
Pflegetätigkeit weiterbilden, entschied sich dann aber für die
wissenschaftliche Laufbahn. Unter anderem wirkte sie an einem der
gesellschaftlich besonders relevanten Forschungsprojekte mit – ein
Projekt, mit dem die UW/H ein bis dahin kaum beachtetes, tatsächlich aber
sehr wichtiges Themenfeld in die Forschung gebracht hat: Die
Lebenssituation von Kindern, die enormen Belastungen ausgesetzt sind, weil
sie schwerkranke Angehörige pflegen.

Auf Augenhöhe mit Ärzt*innen

Zudem war Sabine Metzing an der Konzeption des neuen Master-Studiengangs
„Community Health Nursing (M. Sc.)“ beteiligt, der zum Wintersemester
2021/22 startet. Er bündelt Erfahrungen und Schlussfolgerungen der
vergangenen Jahre, um gegenwärtigen wie zukünftigen Herausforderungen
gerecht werden zu können. Die sind nach wie vor groß: Der Master-
Studiengang reagiert darauf, dass sich in ländlichen Regionen immer
weniger Ärztinnen und Ärzten niederlassen. Dazu kommen die
Herausforderungen im Gesundheitssystem: demografischer Wandel, Zunahme an
komplexen chronischen Krankheiten, steigende Zahl von Menschen mit
langjährigem Pflegebedarf.

„Ziel ist es, dass Pflegefachpersonen mit Zusatzqualifikation Menschen mit
chronischen Erkrankungen sowie Behinderung begleiten und medizinische
Leistungen übernehmen können, die aktuell noch im ärztlichen Bereich
liegen“, erklärt Sabine Metzing. Idealerweise werden Fachkräfte also mit
hoher Entscheidungskompetenz ausgestattet: „Wir brauchen Pflegende, die
auf Augenhöhe mit Ärztinnen und Ärzten agieren können“, so bringt es die
Wissenschaftlerin auf den Punkt.

Noch aber ist die Realität eine andere. „In Deutschland fehlen Strukturen
und Akzeptanz für hochqualifizierte Pflegende: in ländlichen Regionen wie
in Kliniken und Seniorenheimen“, sagt Margareta Halek. Fachkräftemangel
sieht die UW/H-Leiterin der Pflegewissenschaft als eines der zentralen
Probleme, ebenso mangelnde Wertschätzung und ein niedriges Gehaltsniveau:
„Das alles sind Probleme eines überwiegend weiblichen Berufsstandes.“

Einzigartig in Deutschland

Das 25-jährige Jubiläum der Pflegewissenschaft an der Universität
Witten/Herdecke hat diese beiden Seiten: Zum einen zeigt der Rückblick auf
die Leistungen der vergangenen Jahre, wie viel sich getan hat und welche
Impulse in Gesellschaft, Forschung und Pflegepraxis gegeben werden
konnten. Ebenso sichtbar wird aber auch, wie viel Luft noch nach oben ist:
Auf dem Weg zu einem Berufsbild, das der Pflegerealität ebenso gerecht
wird wie den Potentialen und Leistungen der Pflegenden.

Die UW/H bleibt ihrer Vision treu und entwickelt sich zugleich weiter:
Indem sie den komplexen Themenbereich erforscht und Pflegende für
anspruchsvolle Tätigkeiten qualifiziert. Der Master-Studiengang „Community
Health Nursing“ ist ein weiterer Meilenstein auf diesem Weg: Ein Ansatz,
mit dem andere Länder bereits gute Erfahrungen sammeln – für Deutschland
ist dieses Angebot eine echte Besonderheit.

Das Department hat zum Jubiläum eine eigene Website ins Leben gerufen: www
.uni-wh.de/pflewi25jahre

Ansprechpartner Presseteam:
Malte Langer, Teamleiter Kommunikation, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein., (0)2302 /
926-931

Über uns:
Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) nimmt seit ihrer Gründung 1982 eine
Vorreiterrolle in der deutschen Bildungslandschaft ein: Als
Modelluniversität mit rund 2.700 Studierenden in den Bereichen Gesundheit,
Wirtschaft und Kultur steht die UW/H für eine Reform der klassischen Alma
Mater. Wissensvermittlung geht an der UW/H immer Hand in Hand mit
Werteorientierung und Persönlichkeitsentwicklung.

Witten wirkt. In Forschung, Lehre und Gesellschaft.

www.uni-wh.de / blog.uni-wh.de / #UniWH / @UniWH

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HIV-assoziierte Lymphome: Neues Faltblatt informiert Betroffene

Das Kompetenznetz Maligne Lymphome an der Uniklinik Köln hat ein neues
Faltblatt für HIV-positive Menschen mit Lymphomerkrankungen herausgegeben.
Darin wird die bei HIV-Infizierten relativ häufig vorkommende Erkrankung
beschrieben, ebenso werden mögliche Symptome, Diagnoseverfahren sowie die
vom jeweiligen Lymphomsubtyp abhängigen Therapieverfahren erläutert. Die
Information wird kostenlos an Betroffene abgegeben, auch
Behandlungszentren können beim KML kostenfrei Exemplare zur Auslage
bestellen. Das PDF der Kurzinformation steht auch in der Mediathek unter
<www.lymphome.de>  zum Download zur Verfügung.

Lymphome (umgangssprachlich „Lymphdrüsenkrebs“) sind bösartige
Erkrankungen des lymphatischen Systems, welches für die Immunabwehr
zuständig ist. Lymphome entstehen, wenn bestimmte Zellen der Immunabwehr,
sogenannte B- oder T-Lymphozyten, in ihrem Reifungsprozess entarten. Die
fehlerhaften Immunzellen vermehren sich dann unkontrolliert, sind aber
funktionslos. Treten Lymphome bei HIV-positiven Patientinnen und Patienten
auf, handelt es sich um HIV-assoziierte Lymphome.

Grundsätzlich kann jeder HIV-positive Mensch ein Lymphom entwickeln. Es
wurde aber beobachtet, dass das Risiko für ein Lymphom und auch für andere
Krebserkrankungen mit abnehmender Anzahl der Helferzellen steigt;
insbesondere Personen mit Helferzellen unter 100/μl sind besonders
gefährdet. Somit wird die Entstehung eines Lymphoms durch eine HIV-
bedingte Immunschwäche begünstigt. Die Ursachen für die Entwicklung eines
HIV-Lymphoms sind jedoch vielfältig – denn so verschiedenartig das
Erscheinungsbild der Lymphome ist, so unterschiedlich sind auch die
möglichen Entstehungsmechanismen (Pathogenese).

Das Risiko, an einem HIV-Lymphom zu erkranken, steht in einer
Wechselbeziehung zur Anzahl der Helferzellen und zur Viruslast: Je höher
die Anzahl an Helferzellen im Blut und je geringer die Viruslast, desto
geringer ist das Risiko, an einem HIV-Lymphom zu erkranken. Damit nimmt
die  kombinierte antiretrovirale Therapie (cART) eine zentrale Rolle in
der Entstehung eines HIV-Lymphoms ein: Eine verspätet begonnene oder nicht
korrekt durchgeführte cART, auch Therapieunterbrechungen, können das
Auftreten eines Lymphoms begünstigen. Vor der Einführung der cART war die
Inzidenz beispielsweise aggressiver NHL bei HIV-positiven Menschen um das
60- bis 200-Fache gegenüber der HIV-negativen Bevölkerung erhöht. Nach
Einführung der cART ist die Inzidenz deutlich zurückgegangen, sie liegt
jedoch immer noch 4- bis 16-fach über jener von HIV-negativen Menschen.

Die Therapie der HIV-Lymphome hängt vom Typ und dem Stadium des Lymphoms
ab. Zudem spielen bei der Wahl der Behandlung auch der Allgemeinzustand
des Betroffenen, relevante Begleiterkrankungen und die aktuelle Situation
der HIV-Infektion eine Rolle. Das Therapieziel ist in den allermeisten
Fällen die Heilung. Je nach Lymphom-Typ und Stadium des Lymphoms sowie der
HIV-Infektion wird dieses Ziel unterschiedlich gut erreicht.

Das vom Kompetenznetz Maligne Lymphome an der Uniklinik Köln
herausgegebene 14-seitige Faltblatt "HIV-assoziierte Lymphome" wendet sich
an HIV-positive Menschen mit Lymphomen. Die beiden Autoren Prof. Dr. med.
Kai Hübel (Uniklinik Köln) und Prof. Dr. med. Marcus Hentrich
(Rotkreuzklinikum München) sind als Sprecher der AG HIV-assoziierte
Neoplasien der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO)
ausgewiesene Experten auf diesem Gebiet. Sie beschreiben neben dem
allgemeinen Krankheitsbild auch mögliche Symptome, Diagnoseverfahren sowie
die vom jeweiligen Lymphomsubtyp abhängigen Therapieverfahren.

Die Information wird kostenlos an Betroffene abgegeben.
Behandlungslungszentren können beim KML kostenfrei Exemplare zur Auslage
bestellen. Das PDF der Broschüre wird auch online über das
Informationsportal des Kompetenznetzes Maligne Lymphome e.V. (KML)
angeboten:
<https://lymphome.de/fileadmin/Media/service/mediathek/lymphomerkrankungen
/WEB_HIV-assoziierte_Lymphome_Flyer_14S_131021.pdf
>

Die Herstellung des Faltblatts wurde von der Firma AbbVie Deutschland GmbH
& Co. KG finanziell unterstützt. Das Unternehmen hatte keinen Einfluss auf
die Inhalte.

Bestellungen:

Kompetenznetz Maligne Lymphome
Uniklinik Köln
50924 Köln
Telefon: 0221 478-96000
Fax: 0221 478-96001
E-Mail: <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.>

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